Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

» Last updated on 25. October 2017 - 9:54. | Originally submitted on 30. August 2017 - 15:40.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: onlineanmeldung[at]histsem.uni-tuebingen.de

Änderungen möglich.

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

PD Dr. Thomas Kohl
Das Mittelalter in 14 Orten
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: In der Vorlesung soll anhand vierzehn ausgewählter Städte ein Überblick über die Geschichte des mittelalterlichen Jahrtausends gegeben werden. In jeder Sitzung steht eine Stadt im Zentrum, an der sich historische Entwicklungen in besonderer Weise nachvollziehen lassen, von Haithabu bis Jerusalem. Es geht also einerseits um die Geschichte wichtiger Orte und mit ihnen verbundene Ereignisse, Strukturen und Akteure, andererseits aber um einen Überblick über zentrale Themen der mittelalterlichen Geschichte. So wird es etwa am Beispiel von Aachen um Karl den Großen, bei Santiago de Compostela um das Pilgerwesen und bei Rom um die Päpste gehen.

Literatur:

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang: 2 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre; im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016): 1 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre) im Master-Studiengang: mit 30min. mündlicher oder 4st. schriftlicher Prüfung: 6 ECTS-LP

PD Dr. Thomas Wozniak
Die Ottonen. Innen- und Außenansichten einer Herrscherfamilie
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Ottonen (oder korrekter die Liudolfinger) stiegen von einer sächsischen Herzogsfamilie zu einem der bedeutendsten Herschergeschlechter des Mittelalters auf. Nicht nur im Ostfrankenreich lösten sie dabei die Karolinger ab und entwickelten im Laufe von etwa 100 Jahren ein eigenes Selbstverständnis in ihrem Verhältnis zu Reich und Kirche. Vielfältig waren die Auseinandersetzung mit ihren Nachbarn, weitgehend friedlich mit den Angelsachsen, Burgundern, Lothringern, Italienern oder Westfranken, aber auch kriegerisch mit den Slawen, Dänen und besonders den Ungarn. Hinzu treten kultureller und personeller Austausch mit byzantinischen Herrscherhäusern und Kontakte mit osteuropäischen oder spanisch-arabischen Geschlechtern. Die inneren Strukturen und äußere Rahmenbedingungen der Ottonen werden anhand der Quellen dieser Epoche systematisch vorgestellt.

Literatur: Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (Urban-Taschenbücher; 473). Stuttgart, Berlin, Köln 2000. Beumann, Helmut: Die Ottonen (Urban-Taschenbücher; 384). Stuttgart, Berlin, Köln 3. Aufl. 1994 (1. Aufl. 1987). Keller, Hagen: Die Ottonen (Beck’sche Reihe). München 2001. The New Cambridge Medieval History III, c. 900–c. 1024. Hg. v. Timothy Reuter, Cambridge 1999.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang: 2 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre; im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016): 1 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre) im Master-Studiengang: mit 30min. mündlicher oder 4st. schriftlicher Prüfung: 6 ECTS-LP

Prof. Dr. Ellen Widder
Ansätze zu einer Globalgeschichte des Spätmittelalters. Die atlantische Welt und ihre Voraussetzungen (15. Jh.)
2 st., Do 12:00–14:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 26.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Globalisierung ist in der deutschen Geschichtswissenschaft als Forschungskonzept der Globalgeschichte angekommen. Allerdings blieben das Mittelalter und die Mittelalterforschung davon bislang weitgehend ausgeklammert, da diese Epoche in wesentlichen Teilen als ein „europäisches Phänomen“ angesehen wurde und immer noch wird. Dies hat wissenschaftsgeschichtliche Gründe, ist aber auch ein Problem der Wahrnehmung und nicht zuletzt der Quellensprache(n). In dieser Vorlesung sollen Wege „aus Europa hinaus“ gesucht, neue theoretische Ansätze vorgestellt und für das Mittelalter an konkreten Beispielen kritisch diskutiert werden. Während in den vergangenen Semestern vor allem das 13. und 14. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf Eurasien und Eurafrika behandelt wurden, folgt in diesem Semester das 15. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf der „atlantischen Welt“ (und ihren Voraussetzungen).

Literatur:  John Coatsworth u.a.: Global Connections. Politics, Exchange, and Social Life in World History, Bd. 1 (bis 1500), Cambridge 2015; Sebastian Conrad: Globalgeschichte: Eine Einführung, München 2013; Die Welt 1250 – 1500, hg. v. Thomas Ertl und Michael Limberger, Wien 2009 (Globalgeschichte. Die Welt 1000 – 2000 2); Thomas Ertl: Seide, Pfeffer und Kanonen. Globalisierung im Mittelalter, Darmstadt 2008 (Geschichte erzählt 10); Borgolte, Michael / Jaspert, Nikolas (Hgg.): Maritimes Mittelalter. Meere als Kommunikationsräume, Stuttgart 2016 (Vorträge und Forschungen 83); Ordahl Kupperman, Karen: The Atlantic in World History, New York, NY 2012 (New Oxford World History).

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang: 2 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre; im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016): 1 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre) im Master-Studiengang: mit 30min. mündlicher oder 4st. schriftlicher Prüfung: 6 ECTS-LP

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Repetitorium

Dr. des. Annette Grabowsky
Das hohe und späte Mittelalter (1050–1500)
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 19.10.2017
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Repetitorium möchte einen Überblick über grundlegende Ereignisse und Strukturen des hohen und späten Mittelalters vermitteln. Der Schwerpunkt wird dabei auf der „deutschen“ Geschichte liegen. Zur Vertiefung werden außerdem Schlüsselquellen gelesen (in der Regel in Übersetzung) und wichtige Forschungsprobleme angesprochen.

Literatur: Peter Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche (UTB Basics Geschichte 2298, Konstanz 32012). Weitere Literatur wird in den einzelnen Sitzungen bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang: 2 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre und aktive Teilnahme; im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP kombiniert anrechenbar) mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich) 3 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder als Einzelleistung im Wahlbereich im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016): 1 ECTS-LP (regelmäßige vorbereitende Lektüre und aktive Teilnahme)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

PD Dr. Thomas Kohl
Die Karolinger
3 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 004 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 23.10.2017
Di 13:00–14:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
Beginn: 24.10.2017
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Proseminar behandelt im Überblick die karolingischen Herrscher von den Anfängen als Hausmeier merowingischer Könige, über die Besteigung des fränkischen Königsthrons unter Pippin I. sowie dem karolingischen Großreich unter Karl dem Großen und Ludwig dem Frommen bis hin zur Aufspaltung und dem Ende der Herrscherfamilie 911 bzw. 987. Daneben werden schlaglichtartig die Forschungsgeschichte, Strukturen und entscheidende Entwicklungen der Zeit beleuchtet. Im Proseminar soll anhand dieses Themenfelds in die Methoden und Theorien der mittelalterlichen Geschichte eingeführt werden.

Literatur: Literatur zum Thema: Karl Ubl, Die Karolinger. Herrscher und Reich, München 2016; zur Einführung in das Studium des Fachs allgemein: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren. Studienbuch für Anfänger 32011.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016) 7 ECTS-LP (Mündliche Präsentation oder Ersatz, Testat, Hausarbeit).

Dr. Denis Drumm
Otto I. und die Erfindung der Deutschen (Gruppe 1)
3 st., Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2017
Mi 18:00–19:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen: Anwesenheit in der ersten Sitzung verpflichtend. Lateinkenntnisse erforderlich. Die obligatorische Abschlussklausur findet in der letzten Sitzung (07.02.2018, 16 Uhr c. t.) statt. Abgabe der Hausarbeit bis zum 23.03.2018.

Inhalt: Kaiser Otto I. gehört zu den zentralen Personen der deutschsprachigen Mediävistik und findet sich seit Jahrzehnten in allen gängigen Überblicksdarstellungen zur Geschichte des 10. Jahrhunderts wieder. In seine Lebenszeit fielen die Wiederentdeckung des Kaisertums, der Ausgleich mit dem byzantinischen Reich sowie die Einigung der Herzogtümer zu einem Reich unter sächsischer Führung. Doch hängt unser heutiges Bild immer noch stark von der verklärten Betrachtung des 19. Jahrhunderts, des Kulturkampfes und des Nationalismus ab. Für die nationalistisch geprägte Geschichtsforschung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts war das Zeitalter der Ottonen gleichzeitig die Geburtsstunde der Nation und eines deutschen Gemeinschaftsgefühls. Im Zuge dieses Seminars soll behandelt werden, wie die ältere Forschung zu diesen Schlüssen kam und was wir heute über Kaiser Otto I. und seine Zeit jenseits von nationalen Narrativen aussagen können. Gleichzeitig wird anhand einiger Beispiele aus diesem Themenbereich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten.

Literatur: Harald Zimmermann, Das dunkle Jahrhundert. Ein historisches Porträt, Graz 1971. Gerd Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart, Berlin, Köln 2000. Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012. Charles R. Bowlus, Die Schlacht auf dem Lechfeld, Ostfildern 2012.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016) 7 ECTS-LP (Mündliche Präsentation oder Ersatz, Testat, Hausarbeit).

Dr. Denis Drumm
Otto I. und die Erfindung der Deutschen (Gruppe 2)
3 st., Do 16:00–19:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 19.10.2017
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Bemerkungen: Anwesenheit in der ersten Sitzung verpflichtend. Lateinkenntnisse erforderlich. Die obligatorische Abschlussklausur findet in der letzten Sitzung (08.02.2018, 16 Uhr c. t.) statt. Abgabe der Hausarbeit bis zum 23.03.2018.

Inhalt: Kaiser Otto I. gehört zu den zentralen Personen der deutschsprachigen Mediävistik und findet sich seit Jahrzehnten in allen gängigen Überblicksdarstellungen zur Geschichte des 10. Jahrhunderts wieder. In seine Lebenszeit fielen die Wiederentdeckung des Kaisertums, der Ausgleich mit dem byzantinischen Reich sowie die Einigung der Herzogtümer zu einem Reich unter sächsischer Führung. Doch hängt unser heutiges Bild immer noch stark von der verklärten Betrachtung des 19. Jahrhunderts, des Kulturkampfes und des Nationalismus ab. Für die nationalistisch geprägte Geschichtsforschung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts war das Zeitalter der Ottonen gleichzeitig die Geburtsstunde der Nation und eines deutschen Gemeinschaftsgefühls. Im Zuge dieses Seminars soll behandelt werden, wie die ältere Forschung zu diesen Schlüssen kam und was wir heute über Kaiser Otto I. und seine Zeit jenseits von nationalen Narrativen aussagen können. Gleichzeitig wird anhand einiger Beispiele aus diesem Themenbereich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten.

Literatur: Harald Zimmermann, Das dunkle Jahrhundert. Ein historisches Porträt, Graz 1971. Gerd Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart, Berlin, Köln 2000. Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012. Charles R. Bowlus, Die Schlacht auf dem Lechfeld, Ostfildern 2012.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016) 7 ECTS-LP (Mündliche Präsentation oder Ersatz, Testat, Hausarbeit).

Dr. des. Annette Grabowsky
Papst Gregor VII. und seine Zeit
3 st., Di 18:00–21:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2017
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Bemerkungen: Anwesenheit in der ersten Sitzung verpflichtend. Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre englischer Forschungsliteratur. Die obligatorische Abschlussklausur findet in der letzten Sitzung (06.02.2018, 18 Uhr c. t.) statt. Abgabe der Hausarbeit bis zum 31.03.2018.

Inhalt: Gregor VII. (1073–1085) ist sicherlich einer der einflussreichsten Päpste des Mittelalters, laut Erich Caspar ist er gar „der Größte, der je auf Petri Stuhle gesessen hat“. Von ungeheurem Sendungsbewusstsein erfüllt, war Gregor auch ein ungemein streitbarer und umstrittener Mensch, den sogar enge Vertraute als „heiligen Satan“ bezeichneten. Bekannt gemacht haben ihn bis heute sein unermüdliches Eintreten für die Ziele der Kirchenreform oder auch sein Zusammentreffen mit König Heinrich IV. in Canossa 1077. Aber nicht nur Gregors beeindruckende Persönlichkeit und wichtige Ereignisse in seinem Pontifikat sollen in diesem Seminar betrachtet werden, sondern auch die vielfältigen Umbrüche und Veränderungen in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. So sollen am Beispiel Gregors VII. Grundzüge (hoch-)mittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Gregor VII.: Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit (Beck Wissen, München 2010). Dieses Werk ist verpflichtend begleitend zum Seminar zu lesen und schriftlich zu besprechen. Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: GymPO und B. A.: 6 ECTS-LP (aktive und vorbereitete Teilnahme, schriftliche Buchbesprechung, Klausur, Hausarbeit bis zum 31.0 3.2018); B. Ed.: 7 ECTS-LP (aktive und vorbereitete Teilnahme, schriftliche Buchbesprechung, Testat, Hausarbeit bis zum 31.03.2018) 

Jennifer Engelhardt /Prof. Dr. Ellen Widder
Das Reich im 13. Jahrhundert-Fürsten, Grafen, Klöster und der König
3 st., Di 09:00–12:00
Ort: Raum 2 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 17.10.2017
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das römisch-deutsche Reich des 13. Jahrhunderts wird in der Forschung als ein „Netzwerk der Fürsten“ (Gramsch) betrachtet, dessen Gestalt durch ein Geflecht aus territorialen, dynastischen, fürstlichen, kurialen, kirchlichen und kaiserlichen Interessen geprägt wird. König und Fürsten sind verflochten in einem System der „konsensualen Herrschaft“ (Schneidmüller). In diesem Proseminar sollen diese Grundstrukturen des römisch-deutschen Reiches im 13. Jahrhundert betrachtet und dabei die Funktionsweise von (Königs-)Herrschaft in diesem komplexen Gefüge kritisch ermittelt werden. Hierbei stehen vor allem die politischen Akteure und deren Interessen im Vordergrund. Was erhoffen sich Bischöfe, Herzöge, Grafen und Klöster vom König? Welches Interesse hat der König an diesen? Wie herrscht der König über „seine“ Bischöfe, Herzöge, Grafen und Klöster? Anhand dieser Themenbereiche erfolgt eine Einführung in die grundlegenden Arbeitstechniken und Methoden der Erforschung des Mittelalters.

Literatur: Knut Görich: Die Staufer, 3. Aufl. München 2011 (Beck‘sche Reihe 2393), Robert Gramsch: Das Reich als Netzwerk der Fürsten. Politische Strukturen unter dem Doppelkönigtum Friedrichs II. Und Heinrichs (VII.) 1225–1235, Ostfildern 2013 (Mittelalter-Forschungen 40).

Leistungsnachweis:

PD Dr. Thomas Wozniak
Die Hansestädte und die südwestdeutschen Reichsstädte im Vergleich
3 st., Mo 13:00–14:00
Ort: Raum 08 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 16.10.2017
Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 08 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 16.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Entwicklung der Handelsgemeinschaften, der sogenannten Hansen, ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der beteiligten spätmittelalterlichen Städte verbunden. Im Kontrast dazu stehen die zahlreichen Reichsstädte der südwestdeutschen Städtelandschaft. Der Vergleich dieser beiden Städtegruppen bildet den thematischen Hintergrund, um in die Probleme der mittelalterlichen Geschichte und die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens einzuführen. Dabei stehen vor allem methodische Fragen, das Referat und das Anfertigen einer wissenschaftlichen Hausarbeit im Vordergrund.

Literatur: Dollinger, Philippe: Die Hanse. 6. überarb. Aufl. Stuttgart 2012. Bohmbach, J.; Sprandel R. (Hg.): Quellen zur Hanse-Geschichte, Darmstadt 1982. Jahnke, Carsten: Die Hanse (Reclams Universal-Bibliothek; Nr. 19206: Sachbuch). Stuttgart: Reclam 2014. Maschke, Erich; Sydow, Jürgen (Hrsg.): Südwestdeutsche Städte im Zeitalter der Staufer. Sigmaringen 1980. Treffeisen, Jürgen; Andermann, Kurt (Hrsg.): Landesherrliche Städte in Südwestdeutschland. Sigmaringen 1994. Methodisch: H.-W. Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719). Stuttgart 1993.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat) im B.Ed. (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016) 7 ECTS-LP (Mündliche Präsentation oder Ersatz, Testat, Hausarbeit).

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Übungen

Johanna Jebe, M. A.
Mönch-Sein im frühen Mittelalter – Interpretationen zu gottgefälligem Leben zwischen 300 und 2000 n. Chr.
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
Beginn: 19.10.2017
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Bemerkungen: Kurzbemerkungen Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Kommentar Wer an das Mittelalter denkt, dem fallen meist neben Rittern, Kreuzzügen und gotischen Kathedralen auch Mönche und Klöster ein – vielleicht sogar ganz konkret gefärbt durch die düsteren Bilder der Benediktinerabtei aus der Verfilmung von Umbertos Ecos „Der Name der Rose”, durch Bettelorden und Inquisition des hohen und späten Mittelalters oder durch scharfsinnige heilkundige Mönche als Akteure in einer Vielzahl historischer Romane. Umso spannender ist es für angehende Historiker_innen und Geschichtslehrer_innen, sich wissenschaftlich detaillierter mit dem frühen Mittelalter als der Zeit zu beschäftigen, in der viele Kernelemente mittelalterlichen Mönchtums überhaupt erst entstanden sind. Denn was ein Mönch ist und wie gottgefälliges Leben in der Spannung zwischen Weltflucht und Beanspruchung durch die Außenwelt gelingen kann, ist vor den unterschiedlichen Denkweisen und Anforderungen der jeweiligen Zeit sehr unterschiedlich beantwortet und in praktischen Lebensentwürfen und neuen Richttexten überhaupt erst experimentell ausgehandelt worden. Die Übung verfolgt ein doppeltes Ziel: Zum einen wollen wir in chronologischen Blitzlichtern unterschiedliche Vorstellungen von monastischem Leben zwischen 300 und 1100 n.Chr. untersuchen und einen Einblick in frühmittelalterliche Denkweisen gewinnen (u.a. Wüstenasketen und „holy men”, die Benediktsregel, die „think tanks” der karolingischen Klöster, Cluny/Cîteaux). Zum anderen – und das ist die Perspektive von 2000 n.Chr. – soll auch ganz gezielt immer wieder kritisch reflektiert werden, wie moderne Historikerinnen und Historiker eigentlich ihre Geschichten von Mönchtum erzählen. Indem wir Forschungstexte in ihren Vorannahmen, Thesen und Argumenten hinterfragen, sollen grundlegende Fertigkeiten für das Geschichtsstudium eingeübt werden. Die Übung rich tet sich d aher auch speziell an Studierende in den ersten Semestern. Statt Referaten werden zu ausgewählten Sitzungen kurze schriftliche Auseina nde rsetzungen mit der Forschung verlangt. Außerdem erwarte ich die Bereitschaft, sich mit den Originalquellen in Latein auseinander zu setzen.

Literatur: Einführende Literatur Hauschild, Wolf-Dieter/Drecoll, Volker Henning: Lehrbuch der Kirchen- und Dogmengeschichte, Bd. 1: Alte Kirche und Mittelalter, Gütersloh 2016, S. 438–498 (§ 6,1–10); Melville, Gert: Die Welt der mittelalterlichen Klöster. Geschichte und Lebensformen, München 2012.

Leistungsnachweis:

PD Dr. Thomas Kohl
Feudalismus – die Geschichte eines Konstrukts? (Master-Übung)
2 st., Mi 14:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen: Diese Übung sich explizit an die Studierenden des MA Geschichte. Studierende des Lehramts Geschichte, die schon zwei ihrer Aufbaumodule abgeschlossen haben, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Inhalt: Die Lektüreübung beschäftigt sich mit dem schillernden Begriff des Feudalismus, der in besonderer Weise mit dem Mittelalter verbunden ist. In der Übung werden forschungsgeschichtlich bedeutende Texte zu diesem Thema vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart gelesen und diskutiert. Themen sind dabei u.a. die Definition von Feudalismus und feudaler Gesellschaft, das Verhältnis zum Lehnswesen, die Frage nach der Entstehung feudaler Gesellschaften und ihrer Charakteristika sowie die Angemessenheit und Nutzbarkeit des Begriffs. Teilnahmebedingung ist die wöchentliche intensive Lektüre von jeweils ca. 20–30 seitigen (z.T. englischsprachigen) Texten.

Literatur:

Leistungsnachweis:

Luise Nöllemeyer, M. A. / Felix Schaefer
Frühmittelalterliche Geschichtsschreibung: Regino von Prüm und Liudprand von Cremona
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 036 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 16.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Der Kaiser wird abgesetzt, vielerorts krönen sich Grafen eigenständig zum König, die karolingische Dynastie verliert ihre Machtstellung und ihr ehemals ‚europäisches‘ Reich zerbricht in kleine Teilreiche, die nicht mehr zusammenfinden: Ende des 9. Jahrhunderts wandelt sich die politische und soziale Ordnung Europas grundlegend. Nicht nur Historiker sehen in den sich überschlagenden Ereignissen von 887/888 gerne eine Zäsur, auch zeitgenössische Geschichtsschreiber deuteten sie als einen Umsturz. Hiervon zeugen zwei historiographische Schlüsselquellen, die im Mittelpunkt dieser Übung stehen werden: die Chronik Reginos von Prüm und die Antapodosis Liutprands von Cremona. Anhand dieser zwei Chronisten untersuchen wir inhaltlich, wie die Dynamik der Zeit um 900 in der zeitgenössischen Perspektive beschrieben und wie die Geschichte der Karolinger erzählt wird. Auf einer methodischen Ebene sollen verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf narrative Quellen erprobt werden: Von der klassischen Quellenkritik über handschriftliche Überlieferungen und literaturwissenschaftliche Methoden (historiographische Narratologie, Intertextualität) bis hin zur Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden nähern wir uns den Quellen auf verschiedene Weisen und erkunden, welche davon für unsere Chronisten besonders aussagekräftig sind. Die Übung eignet sich für Studierende im Grund- und Hauptstudium, die sich mit dem Zusammenhang von Quelle, Methode und Forschung für das Frühmittelalter beschäftigen möchten. Lateinkenntnisse sind erwünscht; die beiden Quellentexte sind jedoch in einer guten Übersetzung verfügbar.

Literatur: Literatur:            Reginos von Prüm Chronik, in: Reinhold Rau (Hg.): Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte, 3. Teil (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 7), 4. Auflage Darmstadt 2002, S. 179–319.            Liudprands von Cremona Werke, in: Albert Bauer (Hg.): Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 8), 5. Auflage Darmstadt 2002, S. 233–614.              Airlie, Stuart: 'Sad stories of the death of kings'. Narrative Patterns and Structures of Authority in Regino of Prüm's 'Chronicle'. In: Narrative and History in the Early Medieval West (Studies in the early middle ages 16), hg. von Elizabeth M. Tyler/Ross Balzaretti, Turnhout 2006, S. 105–131.            MacLean, Simon: Insinuation, Censorship and the Struggle for Late Carolingian Lotharingia in Regino of Prum's Chronicle. In: The English Historical Review 124 (2009), S. 1–28.            Buc, Philippe: Italian Hussies and German Matrons. Liutprand of Cremona on Dynastic Legitimacy. In: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 29 (1995), S. 207–225.            Noble, Thomas F.X.: The interests of historians in the tenth century. In: Rollason, David W./Leyser, Conrad/Williams, Hannah (Hg.): England and the Continent in the Tenth Century. Studies in Honour of Wilhelm Levison (1876–1947), Turnhout 2010, S. 495–513.

Leistungsnachweis: im Lehramtsstudiengang (GymPO, Studienbeginn bis SoSe 2015) und im B.A.-Studiengang: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (kleinere Arbeitsaufgaben und Expertenstatus für einzelne Sitzungen (kein Referat)) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (5-seitiger Essay) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium im B.Ed.-Studiengang (Studienbeginn ab WiSe 2015/2016): im Grundmodul 1: 3 ECTS-LP (kleinere Arbeitsaufgaben und Expertenstatus für einzelne Sitzungen (kein Referat)); mit zusätzlicher Modulprüfung: 5-seitiger Essay sonst: 4 ECTS-LP (kleinere Arbeitsaufgaben und Expertenstatus für einzelne Sitzungen (kein Referat))

Dr. habil. Olga Keller
Byzanz und seine Nachbarn im Lichte der mittelalterlichen Quellen
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2017
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Bemerkungen: Bemerkungen: Die Übung steht Studierenden aller Semester offen. Anmeldung online.

Inhalt: Inhalt: Die Übung soll Grundzüge der Geschichte des byzantinischen Reiches im Mittelalter vermitteln. Behandelt werden Bilderstreit und Arabersturm, die byzantinische Armee im 10. und 11. Jh. sowie die Eroberung Konstantinopels 1453. Damit verbunden ist ein Blick auf seine geographische Lage im östlichen Mittelmeerraum und die benachbarten Regionen und Völker (Armenier, Bulgaren, Chazaren, Georgier, Russen, Petschenegen, Ungarn, etc.). Dazu werden byzantinische, armenische und andere Quellen gelesen und analysiert, u.a. Auszüge aus dem Geschichtswerk des Johannes Skylitzes, ferner die Lehrschrift De administrando imperio Kaiser Konstantinos Porphyrogennetos sowie weitere Texte.

Literatur: Literatur: Herrin, Judith: Byzanz. Die erstaunliche Geschichte eines mittelalterlichen Imperiums, Stuttgart 2013; Die Byzantiner und ihre Nachbarn. Die „De administrando imperio“ genannte Lehrschrift des Kaisers Konstantinos Porphyrogennetos für seinen Sohn Romanos, übers., eingel. und erklärt von Klaus Belke und Peter Soustal, Wien 1995 (Byzantinische Geschichtsschreiber 19). Weitere Titel werden im Laufe der Übung bekanntgegeben.

Leistungsnachweis:

Dr. Denis Drumm
Furta sacra, heiliger Diebstahl, Heiligendiebstahl
2 st., Mi 14:00–16:00
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen: Da die einschlägigen Quellen in Übersetzung vorliegen sind gute Lateinkenntnisse nicht zwingend notwendig, schaden aber definitiv nicht. Eine Sitzungsleitung für 6 ECTS Punkte gemäß der Prüfungsordnung für MA-Studierende ist im Rahmen dieser Übung NICHT möglich!

Inhalt: Reliquien waren weit über das Mittelalter hinaus ein begehrtes Gut und ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Kirche. Neben der rein religiös-erbaulichen Bedeutung brachten Reliquien von bedeutenden Heiligen einer Kirche auch großen Ruhm ein, der sich nicht selten in zahlreichen Schenkungen und Wallfahrten niederschlug. Daher entstand schon früh ein florierender Handel mit den Überresten von Heiligen, die häufig auf wenig frommen Wegen erlangt wurden. Wir kennen in mittelalterlichen Quellen zahlreiche Geschichten und Abhandlungen über den Diebstahl oder den Handel mit Reliquien sowie deren bewusster Fälschung. Diese anschaulichen Quellen mit ihren teils abenteuerlichen, gelegentlich sogar humorvollen Schilderungen stellen einen großen Bestandteil der Übung dar. Ziel ist es, Texte wie die Translation der hll. Marcellinus und Petrus oder die Überführung des hl. Nikolaus von Myra zunächst gemeinsam zu lesen und dann vor ihrem zeitgeschichtlichen Hintergrund zu kontextualisieren. Gleichzeitig wird auf einer grundsätzlichen Ebene der Stellenwert von Heiligenverehrung im Mittelalter sowie die zeitgenössische Kritik an deren Fälschung thematisiert werden. Die Übung ist sowohl für Einsteiger in die mittelalterliche Geschichte als auch für erfahrene Studierende, die gerne ihr Wissen vertiefen möchten, geeignet.

Literatur: Patrick J. Geary, Furta Sacra. Thefts of Relics in the Central Middle Ages, Princeton 1978. Martin Heinzelmann, Translationsberichte und andere Quellen des Reliquienkultes, Turnhout 1979. Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita : eine Einführung in die lateinische Hagiographie, Darmstadt 1994. Arnold Angenendt, Heilige und Reliquien. Die Geschichte ihres Kultes vom frühen Christentum bis zur Gegenwart, Hamburg 2007. Weitere Literatur wird in der Übung bekanntgegeben.

Leistungsnachweis:

Dr. des. Annette Grabowsky
Wenn Papst und König streiten: der „Investiturstreit” in Quellen und Forschung
2 st., Mi 14:00–16:00
Ort: Raum 08 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Mit dem Begriff „Investiturstreit“ bezeichnet die Forschung gewöhnlich die Zeit von der Mitte der 1070er Jahre bis zum Wormser Konkordat 1122 und meint damit im engeren Sinne vor allem die Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Königtum um die Einsetzung von Bischöfen. Sehr oft wird der Begriff „Investiturstreit“ aber auch als Chiffre für die tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandlungen und Umbrüche verwendet, die schon seit der Mitte des 11. Jahrhunderts zu beobachten sind. In dieser Übung soll vor allem der Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. behandelt werden, dessen Ursachen und Verlauf anhand von wichtigen zeitgenössischen Quellen verfolgt werden. Dabei muss auch gefragt werden, welche Rolle dabei eigentlich der „Investiturstreit“ gespielt hat. Die Übung bietet außerdem einen Überblick über die neuere Forschung zu diesem Thema.

Literatur: Zur Einführung: Claudia Zey, Der Investiturstreit (C. H. Beck Wissen 2852, München 2017); Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (EdG 21, München 32007); Ludger Körntgen, Ottonen und Salier (Geschichte kompakt, Darmstadt 42013). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis:

PD Dr. Thomas Wozniak
Hoch- und spätmittelalterliche Urkunden
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: Raum 22 (Alte Archäologie)
Beginn: 17.10.2017
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse. Anwesenheit in der ersten Sitzung ist verpflichtend.

Inhalt: Die „Urkunden als Plakate des Mittelalters" (Rück), die „sich selbst verteidigen" (Fichtenau) stehen im Vordergrund der Übung. Dabei werden ausgehend von ausgewählten Herrschern die Entwicklungen der verschiedenen Formen der Herrscherurkunden betrachtet und parallel dazu die Papst- und Privaturkunden in den Blick genommen.

Literatur: H. Bresslau: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 3. Aufl., Leipzig 1958; P. Rück (Hg.): Graphische Symbole in mittelalterlichen Urkunden: Beiträge zur diplomatischen Semiotik. Sigmaringen 1996; P. Rück: Bildberichte vom König: Kanzlerzeichen, königliche Monogramme und das Signet der salischen Dynastie, Marburg 1996. R. Härtel: Notarielle und kirchliche Urkunden im frühen und hohen Mittelalter. Wien u.a. 2011. Stoob, Heinz (Bearb.): Urkunden zur Geschichte des Städtewesens in Mittel- und Niederdeutschland bis 1350. Köln, Wien 1985.

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Ellen Widder
Forschungsprobleme und (neuere) Forschungsansätze zur spätmittelalterlichen Geschichte
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 036 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 07.11.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Lehrveranstaltung richtet sich besonders an die TeilnehmerInnen der beiden von mir veranstalteten Hauptseminare, ist aber auch für weitere Interessierte offen. In ihrem Zusammenhang sollen Quellen und wissenschaftliche Texte gelesen, Fragen der Literaturbeschaffung erörtert, Aspekte der Präsentation des gesammelten Wissens und die Anlage und Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen (sprich: Hausarbeiten) besprochen werden.

Literatur: Wird in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben bzw. selbst erarbeitet werden.

Leistungsnachweis:

Carina Zeiler
Frauentestamente des Spätmittelalters
2 st., Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen: Dozentin: Carina Zeiler. Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Seit den 1970er Jahren und den Beiträgen der Annales-Schule erfuhren die Testamente des Mittelalters und der Frühen Neuzeit als Quellen für das Wissen gesellschaftlicher Normen zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der Forschung. Die Tatsache, dass Testamente von Frauen häufig in geringerer Zahl vorhanden sind, denn derer von Männern, ist vielfach in den Umständen der Testamentserrichtung grundgelegt: Witwen und kinderlose Frauen überwogen, während die verheirateten Frauen oft nicht den finanziellen Rahmen aufwiesen oder darüber verfügen konnten. Die Testamente sind teilweise die einzigen schriftlichen Quellen, um soziale Gruppen fassen zu können. Seit der Kritik an der Vorgehensweise der französischen Historiker, die sich nur auf die Mentalitätsgeschichte konzentrierten, werden die letztwilligen Verfügungen zu vielfältigen rechts-, wirtschafts-, kultur- und sozialhistorischen Fragestellungen herangezogen. Dennoch dürfen die ursprüngliche Intention und die Grenzen dieser Quellengattung nicht außer Betracht gelassen werden. Ausgewählte testamentarische Verfügungen von Frauen sollen einen Einblick in deren Aussagekraft und die Problematik geben.

Literatur: Kasten, Brigitte (Hrsg.): Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter, Köln/Weimar/Wien 2008. Signori, Gabriela: Vorsorgen – Vererben – Erinnern. Kinder- und familienlose Erblasser in der städtischen Gesellschaft des Spätmittelalters (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 160), Göttingen 2001.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

PD Dr. Thomas Kohl
Frauenklöster 800 bis 1200
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 26.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Obwohl das religiöse Leben von Frauen das gesamte Mittelalter hindurch eine wichtige Rolle spielte, spiegelt es sich in den Quellen deutlich weniger als das männliche. Diese Tendenz der Quellen wurde durch die Forschung lange Zeit noch verstärkt, in der Nonnen, Kanonissen, religiöse Witwen und Eremitinnen häufig nur am Rande interessierten. Im Hauptseminar soll es daher darum gehen, die Geschichte des religiösen Lebens im zentralen Mittelalter aus der Perspektiven der religiösen Frauen zu denken. Einerseits wird es dabei sowohl die unterschiedlichen Formen des religiösen Lebens und ihre Entwicklung gehen, andererseits werden herausragende religiöse Frauen wie die Inklusin Liutbirg, die Eremitin Wiborada und Hildegard von Bingen und ihre Rezeption behandelt.

Literatur: Literatur: Gudrun Gleba, Klöster und Orden im Mittelalter (Geschichte Kompakt), Darmstadt 2002; Gerd Melville, Die Welt der mittelalterlichen Klöster. Geschichte und Lebensformen, München 2012

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

PD Dr. Thomas Wozniak
Minderheiten und Randgruppen der spätmittelalterlichen Stadtgesellschaft
2 st., Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Ausdifferenzierung der spätmittelalterliche Stadtgesellschaft führte auch zur Ausprägung einiger Randgruppen und Minderheiten. Die Gründe für diese Kategorisierungen liegen auf sehr verschiedenen Ebenen. Neben religiösen Abgrenzungen (Juden), gab es ökonomische Gründe (Arme, Lombarden), soziale Zustände (Witwen, Waisen), berufsbezogene Stigmatisierungen (Prostituierte, Henker, Schmiede), aber auch krankheitsbasierte (Lepra, körperlich beeinträchtigende Krankheitsbilder) oder straffällige (Verstümmelung) die zur Marginalisierung innerhalb der Gesellschaft führen konnten. Im Seminar soll es um die Gründe gehen, die zu diesen Ausgrenzugen führen konnten, aber auch um die Möglichkeiten der Betroffenen innerhalb der Gesellschaft zu leben oder ihren Status möglicherweise wieder zu verbessern.

Literatur: Hergemöller, Bernd-Ulrich (Hrsg.): Randgruppen der spätmittelalterlichen Gesellschaft. Ein Hand- und Studienbuch. Warendorf 2001. Irsigler, Franz; Lassotta, Arnold: Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker. Randgruppen und Außenseiter in Köln 1300–1600. Köln 1984. Stoob, Heinz (Bearb.): Urkunden zur Geschichte des Städtewesens in Mittel- und Niederdeutschland bis 1350. Köln, Wien 1985.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Entdeckungszeitalter?
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 24.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Der Begriff „Entdeckungszeitalter“, der sich nicht nur in den einschlägigen historischen Atlanten als Titel der (Welt-)Karten für die Zeit des 15. und des frühen 16. Jahrhunderts findet, ist uns so geläufig, dass wir kaum über seinen Sinn nachdenken. Tut man dies, dann erschließt sich zwar keine Welt, dafür aber ein Weltbild. Dieses ist „westlich“, d.h. europäisch geprägt, hat eine lange Tradition im Fach und bedeutet nichts anderes, als dass eine „unschuldige“ Welt von „wissbegierigen“ (und vielleicht „abenteuerlustigen“) Europäern „entdeckt“ und damit aus ihrem „Dornröschenschlaf geweckt“ wurde. In diesem Hauptseminar sollen neuere Forschungsansätze dazu vorgestellt und kritisch diskutiert werden; dies soll vor dem Hintergrund der vielfältigen, bereits teilweise lange bereits bestehenden Wechselbeziehungen zwischen großen Teilen der Welt erfolgen. [Vgl. als Ergänzung zum Hauptseminar auch meine Übung in diesem Semester].

Literatur: Borgolte, Michael / Jaspert, Nikolas (Hgg.): Maritimes Mittelalter. Meere als Kommunikationsräume, Stuttgart 2016 (Vorträge und Forschungen 83); Karen Ordahl Kupperman: The Atlantic in World History, New York, NY 2012 (New Oxford World History); John Coatsworth u.a.: Global Connections. Politics, Exchange, and Social Life in World History, Bd. 1 (bis 1500), Cambridge 2015; Sebastian Conrad: Globalgeschichte: Eine Einführung, München 2013; Die Welt 1250 – 1500, hg. v. Thomas Ertl und Michael Limberger, Wien 2009 (Globalgeschichte. Die Welt 1000 – 2000 2)

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
„Friedel mit der leeren Tasche” (1382–1439) . Ein deutscher Fürst im Spätmittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2017
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Bemerkungen:

Inhalt: Herzog Friedrich IV. von Österreich war (als Unterstützer eines abgesetzten Papstes) einer der großen Gegenspieler König Sigmunds auf dem Konzil von Konstanz. Dies brachte ihm nicht nur die Reichsacht und seinem Haus den Verlust eines großen Teils der sogenannten habsburgischen „Stammlande" in der heutigen Schweiz, sondern auch den unrühmlichen Beinamen ein, unter dem er bis heute bekannt ist. Zu seinen zahlreichen Gegnern zählte auch der berühmte "Minnesänger" Oswald von Wolkenstein, zu seinen Ehefrauen eine deutsche Königstochter und eine welfische Prinzessin. Trotz dieses bewegten Lebens ist er bis heute von der Forschung relativ wenig behandelt worden, was möglicherweise an seinem getrübten Nachruhm liegen könnte. In diesem Hauptseminar sollen an seinem Beispiel Aspekte fürstlicher Existenz im Spätmittelalter mit ihren Höhen und Tiefen kennengelernt, untersucht und diskutiert werden. [Vgl. als Ergänzung zum Hauptseminar auch meine Übung in diesem Semester].

Literatur: Baum, Wilhelm: Die Habsburger in den Vorlanden 1386–1486. Krise und Höhepunkt der habsburgischen Machtstellung in Schwaben am Ausgang des Mittelalters, Wien/Köln/Weimar 1993; Brandstätter, Klaus: Das Privilegium maius und Herzog Friedrich IV., in: Päpste, Privilegien, Provinzen: Beiträge zur Kirchen-, Rechts- und Landesgeschichte. Festschrift für Werner Maleczek zum 65. Geburtstag, hg. v. Johannes Gießauf, Wien 2010 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsbd. 55), S. 47–60; Niederhäuser, Peter: Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich und das Konzil von Konstanz, in: Das Konstanzer Konzil 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Essays, hg. v. Karl-Heinz Braun u.a., Darmstadt 2013, S. 145–150.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen GM 3 | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Kolloquien und Oberseminare

PD Dr. Thomas Kohl /Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Aktuelle Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte: Kolloquium für fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:30–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2017
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Bemerkungen: Das Kolloquium ist auch für fortgeschrittene Lehramts- und Master-Studierende geöffnet. Beginn nach Vereinbarung. Der erste Termin und die Themen werden zu Semesterbeginn per E-Mail verschickt.