Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2013/2014

» Last updated on 1. November 2013 - 14:45. | Originally submitted on 6. July 2013 - 13:03.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: onlineanmeldung[at]histsem.uni-tuebingen.de

Weitere Informationen folgen. Änderungen möglich.

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

PD Dr. Martina Giese
Bildung und Unterricht im Mittelalter
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Beginn: 15.10.2013

Inhalt: Die Vorlesung bietet einen Überblick über das mittelalterliche Bildungs- und Unterrichtswesen. Damit soll ein tieferes Verständnis für die historischen Grundlagen unseres heutigen Bildungssystems geweckt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Institutionen und die personellen Träger der Wissensvermittlung sowie die Lehrinhalte und Unterrichtsformen. Zur Sprache kommen werden daneben die allgemeinen Rahmenbedingungen schulischer wie nichtschulischer Ausbildung, die Kluft zwischen Laien und Geistlichkeit, das Spannungsverhältnis zwischen Bildungswissen und Handlungswissen sowie die für Männer und Frauen unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten.

Literatur: Martin Kintzinger, Wissen wird Macht. Bildung im Mittelalter, 2. Aufl. Ostfildern 2007.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiumssowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Die Stadt im Mittelalter
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 23.10.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Entstehung und Entwicklung der Städte ist eines der faszinierendsten und vielschichtigsten Phänomene in der europäischen Geschichte des Mittelalters. Die Vorlesung will Grundlagen des mittelalterlichen Städtewesens in Hoch- und Spätmittelalter hinsichtlich der Sozial-, Verfassungs- Wirtschafts-, Kultur- und Politikgeschichte vermitteln, in Einzelfragen aber auch vertiefend auf Forschungskontroversen und –desiderate eingehen. Im Mittelpunkt stehen die südwestdeutschen Reichs- und Landesstädte.

Literatur: einführende Literatur: Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550, Wien u.a. 2012. Frank G. Hirschmann, Die Stadt im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84), München 2009. Felicitas Schmieder, Die mittelalterliche Stadt, Darmstadt 2005.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Europa um 1400
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 24.10.2013
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Bemerkungen: Für Hörer aller Semester.

Inhalt: Die Zeit um und nach 1400 gilt als Fortsetzung der „Krise des 14. Jahrhunderts“. Es wird in dieser Vorlesung zu diskutieren sein, inwieweit diese Sicht modernen Ansprüchen genügt oder ob dem nicht eine differenziertere Betrachtungsweise vorzuziehen wäre. Erinnert sei nur daran, dass ein Großteil der Überlieferung noch unerschlossen in den Archiven ruht. Die Vorlesung will versuchen, einen strukturgeschichtlichen Überblick über die Zeit zu geben. Dabei sollen – neben der politischen Geschichte – Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen. 

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: C. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000; The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998. 

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Repetitorium

Dr. des. Annette Grabowsky
Das hohe und späte Mittelalter (1050–1500)
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Repetitorium möchte einen Überblick über grundlegende Ereignisse und Strukturen des hohen und späten Mittelalters vermitteln. Der Schwerpunkt wird dabei auf der „deutschen“ Geschichte liegen. Zur Vertiefung werden außerdem Schlüsselquellen gelesen (in der Regel in Übersetzung) und wichtige Forschungsprobleme angesprochen.

Literatur: Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt. 1050–1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3, Stuttgart 2002); Peter Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche (UTB Basics Geschichte 2298, Konstanz 32012).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. des. Carola Föller
Ethnizität im frühen Mittelalter
3 st., Mo 13:00–14:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 21.10.2013
Mo 14:00–16:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 21.10.2013
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Bemerkungen: Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Inhalt: Dass die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe nicht durch biologische Faktoren bestimmt wird, ist in der Forschung seit längerem bekannt – als maßgeblich für den Zusammenschluss zu einer ethnischen Identität gelten vielmehr Fremd– und Selbstzuschreibungen wie gemeinsame Sprache, Herkunftsmythen, Religion, Rechtstradition usf. Das Frühmittelalter gilt als Formierungsphase zahlreicher europäischer Identitäten; in der Phase der „Völkerwanderungszeit“ (etwa 400–600) siedelten sich „neue“ ethnische Gruppen auf dem Boden des ehemaligen römischen Imperium an, was zu starken politischen, sozialen und religiösen Veränderung durch kulturelle Anpassungsprozesse beider Seiten führte.  Im Proseminar soll nach Ethnizität im frühen Mittelalter gefragt werden: Wie definierten sich die Gruppen selbst? Wie unterschieden sich diese Definitionen von den Zuschreibungen anderer? Wie flexibel waren ethnische Zuschreibungen, wie durchlässig ihre Grenzen? Welche Auswirkungen hatten derartige Fremd– und Selbstzuschreibungen auf das alltägliche Miteinander? Darüber hinaus soll über den Forschungsansatz der Ethnizitätsforschung diskutiert werden: Wie entstand der moderne Ethnizitätsbegriff, wogegen grenzt er sich ab? Welche Folgen haben unterschiedliche Forschungskonzepte und wie tragfähig sind sie? In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen und Forschungen sollen die grundlegenden Arbeitstechniken mediävistischer Geschichtswissenschaft erlernt und die wichtigsten Hilfsmittel vorgestellt werden.

Literatur: Literatur: Eine ausführliche Literaturliste wird am Anfang des Semesters besprochen.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Annette Grabowsky
Otto der Große (Gruppe 1)
3 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
Di 12:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre englischer Forschungsliteratur. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Die Kaiserkrönung Ottos des Großen im Jahre 962 markiert den Beginn einer letztlich bis 1806 reichenden Tradition, denn seitdem war das Kaisertum mit den ostfränkisch-deutschen Herrschern verbunden. Sie ist jedoch nur einer der Höhepunkte in der recht langen Herrschaftszeit Ottos I. (936–973), die von zahlreichen Konflikten geprägt ist und der Mittelalterforschung der vergangenen Jahre neue Einblicke in mittelalterliche Staatlichkeit und Konfliktaustragung geboten hat. Anhand wichtiger Stationen der Herrschaft Ottos sollen in diesem Seminar Grundzüge früh- und hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu OttoI.: Johannes Laudage, Otto der Große (912–973). Eine Biographie (Regensburg 2001); Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie (München 2012). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Annette Grabowsky
Otto der Große (Gruppe 2)
3 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
Di 20:00–21:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Bemerkungen:  Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre englischer Forschungsliteratur. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Die Kaiserkrönung Ottos des Großen im Jahre 962 markiert den Beginn einer letztlich bis 1806 reichenden Tradition, denn seitdem war das Kaisertum mit den ostfränkisch-deutschen Herrschern verbunden. Sie ist jedoch nur einer der Höhepunkte in der recht langen Herrschaftszeit Ottos I. (936–973), die von zahlreichen Konflikten geprägt ist und der Mittelalterforschung der vergangenen Jahre neue Einblicke in mittelalterliche Staatlichkeit und Konfliktaustragung geboten hat. Anhand wichtiger Stationen der Herrschaft Ottos sollen in diesem Seminar Grundzüge früh- und hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Otto I.: Johannes Laudage, Otto der Große (912–973). Eine Biographie (Regensburg 2001); Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie (München 2012). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.      

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Sabine Klapp
Die Staufer im deutschen Südwesten (mit Tutorium)
3 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Proseminar mit Tutorium!

Inhalt: Im Proseminar steht die Entwicklung von Dynastie und Herrschaft der Staufer im deutschen Südwesten im Mittelpunkt. Dabei wird die Zeit von den Anfängen im 11. Jahrhundert über den Erwerb des schwäbischen Herzogtums und der Übernahme des Königsamtes bis hin zum Ende der Dynastie im 13. Jahrhundert in den Blick genommen. Anhand ausgewählter Quellen sollen Aspekte wie Familienstrategien, Herrschaftsausübung und –repräsentation, Memoria sowie Städte- und Burgenpolitik thematisiert werden. Zugleich wird im Proseminar in die Fragestellungen, Arbeitsgebiete und Methoden der mittelalterlichen Geschichte eingeführt.

Literatur: Görich, Knut: Die Staufer: Herrscher und Reich, 3., aktualisierte Auflage München 2011; Schaab, Meinrad / Schwarzmeier, Hansmartin (Hrsg.): Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, Band 1, Teil 1 (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg), Stuttgart 2001, Kapitel VI und VII; Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 2006.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Siegmund von Luxemburg
3 st., Mi 13:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2013
Mi 14:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Die Regierung Kaiser Siegmunds von Luxemburg (1411–1437) gilt gemeinhin als eine Phase der Krise des Römischen Reichs im Spätmittelalter. Zu den allgemeinen ökonomischen und kulturellen Krisenerscheinungen dieser Zeit gesellten sich unter Siegmund Bedrohungen des Reichs von außen – das Vordringen der Osmanen bis nach Mitteleuropa –, innere Bedrohungen wie die revolutionär-religiöse hussitische Bewegung sowie die Spaltung der Kirche im Abendländischen Schisma, die zu den beiden großen Konzilien von Konstanz und Basel führte. Im Seminar soll der Frage nachgegangen werden, welche Handlungsspielräume sich Siegmund boten, diesen Krisen und Bedrohungen zu begegnen, und in welcher Art und Weise Siegmund diese zu nutzen vermochte. Ein Thema des Seminars werden außerdem die weitläufigen außenpolitischen Beziehungen und Handlungsräume Siegmunds sein, der seit 1387 auch König von Ungarn und Kroatien war. Wie immer ist das Seminar auch eine Einführung in die Methoden, Quellen und Hilfsmittel der historischen Mediävistik.

Literatur: Pauly, Michel/Reinert, François (Hgg.), Sigismund von Luxemburg. Ein Kaiser in Europa, Mainz 2006; Hoensch, Jörg K., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit (1368–1437), München 1996; Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, mehrere Auflagen, Konstanz 2004ff.  

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Christian Heinemeyer, M. A. / Dr. Iris Holzwart-Schäfer
Friedrich III. und das Reich im 15. Jahrhundert
3 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2013
Do 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: „Des heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze“ oder „erster moderner deutscher Herrscher“? Schon von seinen Zeitgenossen wurde Kaiser Friedrich III. (1415–1493, reg. 1440–1493) ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Der Forschung galt er lange Zeit als Personifizierung der untätigen, in Verfall und Niedergang begriffenen „Zentralgewalt“ des spätmittelalterlichen Reiches; in seiner Person fand man den Verantwortlichen für die „chaotischen Zustände“ des 15. Jahrhunderts. Seit einigen Jahren erfahren Friedrich III. und seine politische Wirkung eine grundlegende Neubewertung durch die Forschung: So fallen in die Zeit seiner Herrschaft wesentliche Veränderungen in Verfassung, Politik, Recht und Kultur, mit denen letztlich der Weg in die Frühe Neuzeit gewiesen und grundlegende Entscheidungen seines Sohnes Maximilian vorbereitet worden seien. Anhand der langen Regierungszeit dieses Kaisers werden im Seminar die Grundzüge der Geschichte des Spätmittelalters vermittelt. Zugleich wird  eine Einführung in grundlegende Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten.

Literatur: Zu Friedrich III. und seiner Zeit: Heinrich Koller, Kaiser Friedrich III. (Darmstadt 2005). Paul-Joachim Heinig, Friedrich III., in: Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., hg. v. Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (München 2003), S. 495–517; Karl-Friedrich Krieger, König, Reich und Reichsreform im Spätmittelalter (EDG 14, München² 2005). Ernst Schubert, Fürstliche Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter (EDG 35, München² 2006). Erich Meuthen/Claudia Märtl, Das 15. Jahrhundert (OGG 9, München 2006). Zu Arbeitstechniken und Methoden: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011).

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Der deutsche Thronstreit 1198 – 1208. Königswahl aus fürstlicher, päpstlicher und europäischer Perspektive
3 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2013
Mi 12:00–13:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.  

Inhalt: Als deutschen Thronstreit bezeichnet man gemeinhin die Phase von 1198 bis 1208, in der der Staufer Philipp von Schwaben und der Welfe Otto IV. um das römisch-deutsche Königtum konkurrierten. Der Konflikt beider Parteien um den Königsthron entwickelte sich durch die Einflussnahme des Papsttums und der europäischen Nachbarn England und Frankreich zu einer Auseinandersetzung, in der grundsätzliche Fragen zur Königswahl aufgeworfen wurden. Das Proseminar vermittelt anhand ausgewählter Themen aus diesem Konflikt einen Einblick in Methoden und Forschungsfragen der mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: Steffen Krieb, Vermitteln und Versöhnen. Konfliktregelung im deutschen Thronstreit 1198–1208 (Norm und Struktur 13, 2000). – Stefanie Mamsch, Der deutsche Thronstreit (1198–1208). Konkurrenz – Konflikt – Lösungsversuche, in: Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Katalog zur Landesausstellung im Braunschweigischen Landesmuseum, hg. von Bernd-Ulrich Hucker u.a. (2009) S. 49–56. – Thomas Zotz, Werra magna et dissensio nimis timenda oritur inter principes Theutonicos de imperio. Der Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig 1198–1208, ZWLG 69 (2010) S. 17–36.    

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Übungen

Christian Stadermann, M. A.
Wahrnehmung der gentes Gothorum am Übergang von Spätantike zum Frühmittelalter (4.-8. Jh.)
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind unbedingt erforderlich.

Inhalt: Im Jahr 376 fanden verschiedene ethnische Gruppen aus den Gebieten nördlich der unte­ren Donau, vor den Hunnen fliehend, Aufnahme im Römischen Reich. Aus ihnen sollten sich in den folgenden Jahrzehnten die Westgoten formieren. Die Beziehungen zum römischen Impe­rium schwankten während dieser Ethnogenese zwischen Kooperation und Konfrontation und mündeten schließlich in die Etablierung westgotischer Reiche auf römischem Boden in Gallien und auf der Iberischen Halbinsel, die in Auseinandersetzungen mit Franken und Berbern in den Jahren 507/513 und 711/721 ihr Ende fanden. Fortan lebte der Gotenname als territoriale Bezeichnung für einen schmalen Küstenstreifen in Südgallien weiter, deren Bewohner, die »Goten«, eine (ethnische) Gruppe innerhalb des Karolingerreiches bildeten. Ziel der Übung ist es, die Ana­lyse von Wahrnehmung und Deutung in Quellen anhand dieser Entwicklung in der zeitgenössi­schen und zeitnahen Überlieferung vom 4. bis 8. Jahrhundert zu erproben. Jede/r Teilnehmer/in wird die Vorstellung einer der ausschließlich lateinischen Quellen in einem Kurzreferat über­nehmen. Gemeinsam werden Textpassagen gelesen, übersetzt und die in Wahrnehmung und Deutung wirksamen Vorstellungen erarbeitet. 

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben. 

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Christoph Haack, M. A.
Der Krieg im Spiegel der karolingischen Kapitularien
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind unbedingt erforderlich.

Inhalt: Unter Karl dem Großen (†814) erlebte das Frankenreich eine beispiellose Expansion. Der König persönlich zog praktisch jährlich in den Krieg. Einen entsprechend zentralen Raum nehmen Krieg und Kriegsführung in königlichen Erlassen und Verordnungen ein. Auch in dieser Hinsicht, der schriftbasierten Verbreitung herrschaftlicher Normierung, stellt die Zeit um 800 einen Höhepunkt in der Geschichte des Frankenreiches dar. Die Herrschaftspraxis Karls des Großen und seines Sohnes Ludwigs des Frommen (†840)  hebt sich durch die Fülle überlieferter herrscherlicher Erlasse von der ihrer Nachfolger ab. Diese Erlasse und Normensammlungen werden von der Geschichtswissenschaft als Kapitularien bezeichnet. In der Übung wird die Quellengattung „Kapitularien“ näher betrachtet. Inhaltlicher Blickpunkt ist dabei die normative Gestaltung des Krieges in der Zeit um 800. Da die Kapitularien zum großen Teil nicht in deutscher Übersetzung vorliegen, sind gute Lateinkenntnisse Voraussetzung für die Teilnahme an der Übung.

Literatur: Steffen Patzold, Normen im Buch. Überlegungen zu Geltungsansprüchen so genannter  'Kapitularien'. Frühmittelalterliche Studien 41, 2007, S. 331–350. – Hubert Mordek, Fränkische Kapitularien und Kapitulariensammlungen, in: Ders., Studien zur fränkischen Herrschergesetzgebung (Frankfurt 2000) S. 1–53.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Andreas Öffner, M. A.
Gelehrtenkultur am karolingischen Hof
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 10 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 16.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind Teilnahmevoraussetzung. Anmeldung online.

Inhalt: Die Höfe der karolingischen Könige und Kaiser waren nicht nur Orte, an denen über das politische Geschick des Frankenreichs beraten und entschieden wurde, sie waren auch Zentren des intellektuellen Diskurses ihrer Zeit. Hier fand in exklusiven Zirkeln europäischer Geistesgrößen wissenschaftlicher wie künstlerischer Austausch statt, von dem überlieferte Lehr- und Spottgedichte, theologische Expertisen und Traktate aus allen Disziplinen der Artes liberales noch heute zeugen. Über diese vielfältigen – in lateinischer Sprache verfaßten – Texte möchte die Übung einen Einblick in die Alltagspraxis von Gelehrten am Königshof sowie einen Überblick über die Themen gewinnen, die sie beschäftigten – ohne außer acht zu lassen, daß solche Kreise mitnichten einen herrschaftsfreien Raum darstellten: Zwar konnte sich der Austausch in Form anspielungsreicher „intellectual games“ (Ph. Hughes) gestalten, doch wurden eben diese von ihren Teilnehmern auch dazu genutzt, sich in der höfischen Hierarchie gegen Konkurrenten durchzusetzen und sich Gehör vor dem „Ohr des Herrschers“ (G. Althoff) – mithin: Einfluß auf politische Entscheidungen – zu sichern. –

Literatur: Wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für denWahlbereich

Dr. Olga Keller
Mittel- und westeuropäische Berichte zur Geschichte des östlichen Europa
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen:  Die Übung steht Studierenden aller Semester offen. Anmeldung online.

Inhalt: Inhalt:  Das Wissen über das östliche Europa, das der Bayerische Geograph in seiner aus dem 9. Jahrhundert stammenden «Völkerliste» zusammenführte und auch die Kenntnisse, die König Alfred von England im gleichen Jahrhundert hierüber besaß, sind ganz erstaunlich, wenn man in Betracht zieht, wie fragmetarisch die vorher überlieferten Nachrichten waren und wie wenig selbst  die Römer und Griechen über die nördlich und östlich ihrer Provinzen gelegenen Regionen und deren als barbarisch empfundene Bewohner wussten.  Ziel der Übung ist festzulegen, welche bis heute gebliebenen früh- und hochmittelalterlichen Werke aus verschieden Regionen des Mittelost- und Osteuropas  uns über das damalige östliche Europa, seine Bevölkerung, seine Kontakte usw. berichten.

Literatur: Lübke, Christian. Das östliche Europa, München 2004. Quellen: Werden im Laufe der Übung bekanntgegeben.  

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Harald Sellner, M. A.
Cluny und die Cluniazenser (10.-12. Jh.)
findet nicht statt
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Bemerkungen: Latein- und Französischkenntnisse vorausgesetzt. Anmeldung online.

Inhalt: Mit der Gründung der Abtei von Cluny im Jahr 910 durch Herzog Wilhelm III. von Aquitanien nahm eine besondere Erfolgsgeschichte ihren Lauf: Aus der kleinen burgundischen Benediktinergemeinschaft sollte schon bald eine bedeutende Abtei werden, deren Lebensweise eine derartige Faszination auf die Zeitgenossen ausübten, dass sich zahlreiche Klöster einer Erneuerung durch Cluny unterzogen und sich rechtlich an diese Gemeinschaft banden. Bis Ende des 11. Jahrhunderts entstand so ein bedeutender Klosterverband, der sich weithin über Europa erstreckte und von den Zeitgenossen als Ecclesia cluniacensis bezeichnet wurde. Neben diesen Cluniazensern gab es aber auch zahlreiche Gemeinschaften, die sich lediglich auf spiritueller Ebene an der Lebensweise Clunys orientierten und nicht Teil des Klosterverbandes waren. In der Übung wird es zunächst darum gehen, den Studierenden grundlegende Aspekte des hochmittelalterliche Mönchtums zu vermitteln, um dann die Geschichte Clunys und ihres Klosterverbands näher zu beleuchten. Schließlich wird danach zu fragen sein, worin die besondere Attraktivität der cluniazensischen Lebensweise lag und wie diese in den einzelnen Klöstern zur Umsetzung kam.

Literatur: Joachim Wollasch, Cluny. Licht der Welt. Aufstieg und Niedergang der klösterlichen Gemeinschaft, Düsseldorf 20023. From dead of night to end of day. The medieval customs of Cluny, hg. von Susan Boynton und Isabelle Cochelin, (Disciplina monastic 3), Turnhout 2005.  

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für denWahlbereich

Dr. des. Marco Veronesi
Sozialgeschichte des Klosters St. Gallen
2 st., Fr 25.10.2013 12:00–19:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
Fr 17.01.2014 12:00–19:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
Sa 18.01.2014 09:00–18:00
Ort: Raum 505 (Hegelbau)
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online. Kompaktphase: 31.10.13 (12–19h), 17.1.14 (12–19h), 18.1. (9–18h)

Inhalt: Klöster im Mittelalter waren mitnichten Orte, die ausschließlich dem benediktinische ora et labora gewidmet waren. Allein durch ihre ausgedehnten Grundherrschaften standen die Klöster jedweder Ordenszugehörigkeit in vielfältigen Beziehungen zu ihrer Umwelt, dazu kamen Verbindungen zum umliegenden Adel oder zu benachbarten Städten, die vielfach auf die spirituelle Zentralitätsfunktion des Klosters gerichtet waren, oft aber auch rein finanzieller Natur waren. In der Übung soll diesen Verflechtungen mittelalterlicher Klöster am Beispiel des Klosters Sankt Gallens nachgegangen werden, wobei aber auch Seitenblicke auf andere Klöster oder Stifte unternommen werden sollen. Unsere Quellen werden dabei vorwiegend die sankt-gallischen Urkunden sein, jede/r der Teilnehmer/innen wird dabei die eingehende Vorstellung, Analyse und Erläuterung einer dieser Urkunden übernehmen.

Literatur: Urkundenbuch des Klosters Sankt Gallen, Bd. 3 (920–1360), Sankt Gallen 1882 (auf Nachfrage in Raum 217b).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für denWahlbereich

Dr. Christian Schwaderer
Ein Reformer im 12. Jahrhundert: Adelbert von Heidenheim
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: Raum 038 (OSA-Keplerstr.)
Beginn: 17.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Als Mitte des 12. Jahrhunderts der Versuch unternommen wurde,den Konvent Heidenheim (in Mittelfranken) zu „reformieren“, das heißt in diesem Fall die Weltgeistlichen durch Mönche zu ersetzen, stieß dies auf erbitterten Widerstand. In der Folge tangierte der Streitfall die höchsten politischen und kirchlichen Kreise der Zeit: Brieflich griff der Papst ein, indirekt der König, ein Bischof ging seines Amtes verlustig. Adelbert von Heidenheim war dabei einer der entscheidenden Player – und derjenige, der uns einen relativ ausführlichen Berichtüber die Angelegenheit hinterlassen hat. Wir wollen in der Übung diesen Text und seinen historischen Kontext analysieren und diskutieren. Exemplarisch wollen wir uns der Frage nähern, wie wir als HistorikerInnen mit dieser so typischen Situation umgehen: Wenn die eine Konfliktseite uns ihre Sicht der Dinge glauben machen will, während die andere schweigt.

Literatur: Pflefka, Sven – Das Bistum Bamberg, Franken und das Reich in der Stauferzeit. Der Bamberger Bischof im Elitengefüge des Reiches 1138–1245 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte Reihe 9, Darstellungen aus der fränkischen Geschichte 49, Würzburg 2005) S. 104 – 110.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für denWahlbereich

Prof. Dr. Stephan Molitor
Einführung in die Diplomatik I: Königs- und Kaiserurkunden des Mittelalters
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort:
Beginn: 14.10.2013
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Bemerkungen: Eine veranstaltungsspezifisch ausgerichtete Exkursion ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart ist geplant.

Inhalt: Königs- und Kaiserurkunden des Mittelalters gehören zu den "klassischen" Quellen der Mediävistik und bildeten lange bevorzugte Objekte der Diplomatiker. Im Rahmen der als "Einstieg" in die Urkundenlehre konzipierten Veranstaltung sollen neben Aufbau und Gestaltung der Herrscherurkunden insbesondere auch Fragen nach dem historischen Hintergrund ihrer Entwicklung und der Ausbildung des herrschaftlichen Kanzleiwesens behandelt werden. Grundlage der Beschäftigung mit der Materie sind nicht Editionen, sondern ausgewählte Originalurkunden (in Form von Reproduktionen), die gemeinsam gelesen, übersetzt und besprochen werden.

Literatur: Harry Bresslau: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 3 Bde. (4. Aufl. Berlin 1960–1969).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Studierende, die 6 LP für den Masterstudiengang erwerben wollen, melden sich bitte vor Beginn der Veranstaltung (d.h. bis spätestens Mitte Oktober 2013) zur Absprache der Leistungsanforderung beim Dozenten der Veranstaltung

Petra Kurz, M. A.
Alltag und (Un)Ordnung in spätmittelalterlichen Frauenklöstern – Quellenlektüre und Paläographieübung
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Inhalt: Während der spätmittelalterlichen Reformen befanden sich viele Frauenklöster in unruhigen Umbruchsituationen, in deren Folge eine Vielzahl von Schriftstücken in den Klöstern neu verfasst oder neu angelegt wurde. Dazu zählen Klosterchroniken, Statuten, Nekrologe, umfassende Hausbücher usw. In der Übung soll ein Überblick über diese Reformen und deren Folgen für die Frauenklöster gegeben werden. Dies soll anhand von ausgewählten Quellen aus reformierten Klöstern geschehen, die im Laufe der Übung auch im Original gelesen werden. Die Quellenlektüre und deren Interpretation stehen dabei im Vordergrund, wobei die Einordnung und Diskussion der aktuellen Forschung nicht vernachlässigt werden soll.

Literatur: Uffmann, Heike: Wie in einem Rosengarten. Monastische Reformen des späten Mittelalters in den Vorstellungen von Klosterfrauen, Bielefeld 2008.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Dr. Andreas Schmauder
Lebenswelt Spital – Fürsorgeeinrichtungen in der spätmittelalterlichen Stadt (Übung mit Exkursion)
2 st., Do 14:00–16:00
Dauer: 24.10.2013–29.11.2013
Fr 17.01.2014 13:00–18:00
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG) – Do, 24.-21.11.2013; Fr, 17.01.2014 von 13–18 Uhr Exkursion am 29.11.2013 ganztags in Ravensburg (Heilig-Geist-Spital)

Inhalt: Die Spitäler bildeten die zentralen Fürsorgeeinrichtungen der spätmittelalterlichen Stadt zur Versorgung von Armen, Alten, Kranken und Waisenkindern. Daneben gab es Sonderspitäler, Isolieranstalten für ansteckende Krankheiten wie Lepra, Pest und Syphilis. Durch die Art ihres Entstehens, fromme Stiftungen vermögender Bürger, waren sie zugleich auch sakrale Einrichtung und landwirtschaftlicher Großbetrieb. Die Übung beschäftigt sich insbesondere anhand südwestdeutscher Beispiele mit dieser ganz eigenen Lebenswelt innerhalb der Stadt.

Literatur: Aderbauer, Herbert: Das Tübinger Spital, Stuttgart 1997; Sachße, Christoph / Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart 1998; Schentz, Martin (Hg.): Das europäische Spitalwesen – Institutionelle Fürsorge in Mittelalter und Früher Neuzeit, Wein 2008; Schmauder, Andreas (Hg.): Macht der Barmherzigkeit – Lebenswelt Spital, Konstanz 2000

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Dr. Sabine Klapp
Randgruppen und Unterschichten in südwestdeutschen Städten im späten Mittelalter
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Bevölkerung einer spätmittelalterlichen Stadt setzte sich aus heterogenen Gruppen zusammen: Abseits von Zunfthandwerkern und Patriziern gab es zahlreiche Personen, denen die Teilhabe am Bürgerrecht verwehrt blieb und die in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt waren. Dabei handelte es sich unter anderem um Angehörige von als „unehrlich“ erachteten Berufen wie Scharfrichter oder Prostituierte. Weite Teile der Bevölkerung lebten zudem am Rande des Existenzminimums. In der Übung sollen die Lebensumstände dieser Menschen anhand ausgewählter Quellen beleuchtet werden, zudem werden die Begriffe „Randgruppe“ und „Unterschicht“ diskutiert und in das Thema „Stadt im Spätmittelalter“ eingeführt.

Literatur: Hergemöller, Bernd-Ulrich: Randgruppen in der spätmittelalterlichen Gesellschaft, neu bearbeitete Ausgabe Warendorf 2001; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Wien, Köln u.a. 2012.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Prof. Dr. Ellen Widder
Globalisierung im Mittelalter. Ansätze und Überlegungen
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 28.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Der Begriff der Globalisierung ist seit einigen Jahren auch in der deutschen Geschichtswissenschaft als Forschungskonzept eingeführt worden. Allerdings blieb das Mittelalter und die Mittelalterforschung davon weitgehend ausgeklammert, da es in wesentlichen Teilen als ein „europäisches Phänomen“ angesehen wurde. Dies hat wissenschaftsgeschichtliche Gründe, ist aber auch ein Problem der Wahrnehmung und nicht zuletzt der Quellensprache(n). In dieser Übung sollen Ansätze vorgestellt werden und Überlegungen zu einer Konzeptionalisierung angestellt werden. 

Literatur: Conrad, Sebastian: Globalgeschichte: Eine Einführung, München 2013; Die Welt 1250 – 1500, hg. v. Thomas Ertl und Michael Limberger, Wien 2009 (Globalgeschichte. Die Welt 1000 – 2000 2); Ertl, Thomas: Seide, Pfeffer und Kanonen. Globalisierung im Mittelalter, Darmstadt 2008 (Geschichte erzählt 10). 

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Studierende, die 6 LP für den Masterstudiengang erwerben wollen, melden sich bitte vor Beginn der Veranstaltung (d.h. bis spätestens Mitte Oktober 2013) zur Absprache der Leistungsanforderung beim Dozenten der Veranstaltung

PD Dr. Martina Giese
Briefe als historische Quelle
2 st., Mi 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme. 

Inhalt: Die Quellengattung der Briefe findet aktuell verstärkte Aufmerksamkeit innerhalb der historischen Mediävistik. Diese Entwicklung aufgreifend wollen wir uns im Rahmen der Übung einerseits mit der Rolle von Briefen innerhalb der mittelalterlichen Kommunikation vertraut machen, andererseits sollen exemplarisch einzelne Briefe sowie Briefsammlungen sowohl quellenkundlich als auch inhaltlich analysiert werden. Das wird Gelegenheit bieten, fachspezifische Recherchekompetenzen zu verbessern.

Literatur: Giles Constable, Letters and letter-collections (Typologie des sources du moyen âge occidental 17), Turnhout 1976; Florian Hartmann, Ars dictaminis. Briefsteller und verbale Kommunikation in den italienischen Stadtkommunen des 11. bis 13. Jahrhunderts (Mittelalter-Forschungen 44), Ostfildern 2013; Martina Hartmann, Studien zu den Briefen Abt Wibalds von Stablo und Corvey sowie zur Briefliteratur in der frühen Stauferzeit (Studien und Texte 52), Hannover 2011; Roland Zingg, Die Briefsammlungen der Erzbischöfe von Canterbury 1070–1170. Kommunikation und Argumentation im Zeitalter der Investiturkonflikte (Zürcher Beiträge zur Geschichtswissenschaft 1), Köln / Weimar / Wien 2012. 

Leistungsnachweis: Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind Anwesenheit ab der ersten Seminarsitzung, regelmäßige qualifizierte Mitarbeit, regelmäßige Vorbereitung der Seminarsitzungen durch auch fremdsprachige Lektüre und die Beteiligung an zwei Gruppenarbeiten. Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Studierende, die 6 LP für den Masterstudiengang erwerben wollen, müssen zusätzlich eine kleinere schriftliche Ausarbeitung anfertigen.

PD Dr. Martina Giese
Editorische Übung: Mittelalterliche Bibliothekskataloge
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 15.10.2013
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Bemerkungen: Beginn: 15.10.2013. Grundkenntnisse des Lateinischen sowie der Paläographie (im Umfang mindestens eines einschlägigen Kurses) sind Voraussetzung für die Teilnahme.

Inhalt: Mittelalterliche Bibliothekskataloge sind eine erstrangige Quelle für die Bildungs-, Kultur- und Ordensgeschichte. Sie erlauben eine Rekonstruktion des materiell einst vorhandenen Handschriften- und Bücherschatzes einzelner Institutionen sowie Personen, gewähren damit unmittelbaren Einblick in jeweilige Lektüreangebote bzw. -präferenzen und leisten deswegen einen maßgeblichen Beitrag zur qualitativen wie quantitativen Aufschlüsselung des geistigen Erbes dieser Epoche. Wir wollen uns gemeinsam einen Überblick über diese spannende, aber bislang noch wenig erschlossene Quellengruppe verschaffen, das Auffinden und den Umgang mit Originalquellen üben sowie methodische Schritte erarbeiten, wie man von der handschriftlichen Ebene zu einer Edition gelangt. Neben lateinischen Texten werden wir auch ein niederdeutsches Beispiel behandeln.

Literatur: Die Bibliothek des Mittelalters als dynamischer Prozess, hg. von Michael Embach / Claudine Moulin / Andrea Rapp (Trierer Beiträge zu den historischen Kulturwissenschaften 3), Wiesbaden 2013; Ladislaus Buzas, Deutsche Bibliotheksgeschichte des Mittelalters (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 1), Wiesbaden 1975; Uwe Jochum, Kleine Bibliotheksgeschichte (Reclam. Universal-Bibliothek 8915), 3. Aufl. Stuttgart 2007.

Leistungsnachweis: Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind Anwesenheit ab der ersten Seminarsitzung, regelmäßige qualifizierte Mitarbeit, regelmäßige Vorbereitung der Seminarsitzungen durch Lektüre bzw. die Anfertigung von kürzeren Transkriptionen und die Beteiligung an zwei Gruppenarbeiten. Im Lehramts- und B.A.-Studiengang 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Studierende, die 6 LP für den Masterstudiengang erwerben wollen, müssen zusätzlich eine kleinere Probeedition anfertigen. 

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

PD Dr. Martina Giese
Domschulen im Früh- und Hochmittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse und ein bestandenes Proseminar in Mittelalterlicher Geschichte sind Voraussetzung für die Teilnahme. 

Inhalt: Die an Domstifte angeschlossenen Kathedralschulen spielten im früh- und hochmittelalterlichen Bildungswesen eine führende Rolle als Ausbildungsstätten des Klerikernachwuchses wie als Zentren der Gelehrsamkeit. Anhand ausgewählter Domschulen wollen wir uns gemeinsam erarbeiten, auf welchem Quellenfundament unser Wissen über diese Institutionen beruht. Auf dieser Grundlage sollen dann Unterrichtsinhalte, Organisation, Personalstruktur und politisch-soziale Verflechtungen analysiert werden. Damit werden zugleich Einblicke in den Alltag der Domschulen und damit hinter die Kulissen vormoderner Bildungsexzellenz gewährt.

Literatur: Joachim Ehlers, Domschulen, in: Lexikon des Mittelalters 3 (1986), Sp. 1226–1229; C. Stephen Jaeger, The envy of angels. Cathedral schools and social ideals in medieval Europe (950–1200) (Middle Ages series), Philadelphia (PA) 1994; Herbert Zielinski, Domschulen und Klosterschulen als Stätten der Bildung und Ausbildung, in: Canossa 1077. Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik 1, hg. von Christoph Stiegemann / Matthias Wemhoff, München 2006, S. 175–181.

Leistungsnachweis: Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind Anwesenheit ab der ersten Seminarsitzung, regelmäßige qualifizierte Mitarbeit, regelmäßige Vorbereitung der Seminarsitzungen durch auch fremdsprachige Lektüre und die Beteiligung an einer Gruppenarbeit. 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur).

Prof. Dr. Ellen Widder
Marco Polo (*ca. 1254 †1324)
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2013
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Bemerkungen: Das Hauptseminar wird in Kooperation mit Prof. Dr. Hans Ulrich Vogel veranstaltet.

Inhalt: Der gebürtige Venezianer Marco Polo (*ca. 1254 †1324) gilt als früher „Globetrotter“. Bereits im Mittelalter waren er und sein Reisebericht berühmt; letzterer wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten in viele Sprachen übersetzt. Die moderne Forschung betrachtet ihn jedoch zwiespältig; als zu ausgeschmückt und fantasievoll gelten die Schilderungen ferner Länder, sie wirken eher erfunden als erlebt. In diesem Hauptseminar soll in Kooperation mit dem Tübinger Sinologen und Marco Polo-Forscher, Prof. Dr. Hans Ulrich Vogel, das Experiment gewagt werden, neues Licht auf den alten Streit zu werfen und damit nicht nur dem Rätsel Marco Polo näher zu kommen, sondern auch erste Schritte in Richtung auf eine Globalgeschichte des Mittelalters zu unternehmen. 

Literatur: http://diglib.hab.de/mss/40-weiss/start.htm; http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00004552–7; Marco Polo, Die Wunder der Welt. Il Milione: Die Reise nach China an den Hof des Kublai Khan, übersetzt von Else Guignard, 5. Auflage Frankfurt/Leipzig 2002 (Insel Taschenbuch 2981); Menard, Philippe: Marco Polo. Die Geschichte einer legendären Reise, Darmstadt 2009; Münkler, Marina: Marco Polo. Leben und Legende, München 1998 (Beck'sche Reihe 2097, Beck Wissen); Romanelli, Giandomenico: Marco Polo – von Venedig nach China [Ausstellungskatalog Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, 23. September 2011 – 26. Februar 2012], [Köln] 2011; Schmieder, Felicitas: Marco Polo. Europa orientiert sich in der Welt, Stuttgart 2012; Vogel, Hans Ulrich: Marco Polo was in China. New evidence from currencies, salts and revenues, Leiden 2013 (Monies, markets, and finance in East Asia, 1600–1900 2). 

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Reiche in Europa um 1400
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Das Hauptseminar will einen vergleichenden Blick auf die europäischen Monarchien um 1400 werfen. Neben der Entwicklung im Heiligen Römischen Reich soll der Ausformung von Monarchien und Staatsideen in anderen europäischen Reichen zu dieser Zeit nachgegangen werden. 

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: C. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000; The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998. 

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Eberhard im Bart
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Graf Eberhard V., genannt Eberhard im Bart (1445–1496), gilt als eine der prominentesten Figuren der württembergischen Geschichte. Ihm gelang die Wiedervereinigung der geteilten Grafschaft, die Gründung der Universität Tübingen und die Erhebung Württembergs zum Herzogtum. Auf seine Regierungszeit wird die Entstehung der württembergischen Landstände ebenso zurückgeführt wie die Anfänge eines landesherrlichen Kirchenregiments oder die Vernetzung der Grafschaft mit den europäischen Herrscherhäusern. Im Zentrum des Seminars wird zum einen Eberhard V. selbst als Typus des spätmittelalterlichen Renaissancefürsten stehen, zum andern sein Territorium als beispielhaft für den Umbruch von der spätmittelalterlichen zur frühmodernen Staatlichkeit.

Literatur: einführende Literatur: Peter Rückert (Hg.), Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 167), Stuttgart 2006. Hans-Martin Maurer, Eberhard und Mechthild. Untersuchungen zu Politik und Kultur im ausgehenden Mittelalter (Lebendige Vergangenheit 17), Stuttgart 1994. Gerhard Faix, Eberhard im Bart, der erste Herzog Württembergs, Stuttgart 1990.

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Stephan Molitor
Einführung in die Diplomatik I: Königs- und Kaiserurkunden des Mittelalters
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2013
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Bemerkungen: Eine veranstaltungsspezifisch ausgerichtete Exkursion ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart ist geplant.

Inhalt: Königs- und Kaiserurkunden des Mittelalters gehören zu den "klassischen" Quellen der Mediävistik und bildeten lange bevorzugte Objekte der Diplomatiker. Im Rahmen der als "Einstieg" in die Urkundenlehre konzipierten Veranstaltung sollen neben Aufbau und Gestaltung der Herrscherurkunden insbesondere auch Fragen nach dem historischen Hintergrund ihrer Entwicklung und der Ausbildung des herrschaftlichen Kanzleiwesens behandelt werden. Grundlage der Beschäftigung mit der Materie sind nicht Editionen, sondern ausgewählte Originalurkunden (in Form von Reproduktionen), die gemeinsam gelesen, übersetzt und besprochen werden.

Literatur: Harry Bresslau: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 3 Bde. (4. Aufl. Berlin 1960–1969).

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Peter Andreas Rückert
Mittelalterliche Briefe und Korrespondenzen im deutschen Südwesten
2 st., Do 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Unter „Briefen“ werden im Mittelalter ganz unterschiedliche Zeugnisse und Formen schriftlicher Kommunikation verstanden. Neben Urkunden und amtlichen Schreiben stehen vor allem die „Privatbriefe“ gerade im Zentrum des Forschungsinteresses von Kulturwissenschaftlern, Historikern und Germanisten. Diese private Korrespondenz spielt sich zunächst vor allem auf der herrschaftlichen, der fürstlichen Ebene ab und entwickelt über das hohe und späte Mittelalter hinweg eine feste Formensprache und Funktionalität. Das gesellschaftliche Spektrum der Korrespondenten dehnt sich dabei ebenso aus wie das inhaltliche der Briefe und erfordert eine besondere Quellenkritik beim Umgang mit diesen subjektiven Zeugnissen. Zeitgenössische Briefwechsel und Korrespondenzen aus dem deutschen Südwesten sollen hier vorgestellt, gemeinsam gelesen und in ihrem historischen Kontext interpretiert werden. Dabei verbinden sich Fragestellungen der Quellenkritik und Überlieferung mit Problemen der Sozial- und Kommunikationsgeschichte. Fragen nach Kanzlei und Diktat bis hin zu mentalitätsgeschichtlichen Skizzen der Briefeschreiber sollen einen gemeinsamen Zugang zu ihrem privaten Umgang wie ihrem persönlichen Alltag erlauben.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Doktoranden- und Examenskolloqium
2 st., Di 18:00–20:00
Beginn: 22.10.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Im Kolloquium werden laufende Examens-, Magister- und Doktorarbeiten vorgestellt und diskutiert sowie aktuelle Literatur zur neueren landesgeschichtlichen Forschung.

Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: wird noch bekannt gegeben
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Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung.