Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2011/2012 (Vorschau)

» Last updated on 24. October 2011 - 23:22. | Originally submitted on 14. July 2011 - 13:08.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System ( Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Ländliche Gesellschaft im Südwesten des Reiches (500–1525)
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 19.10.2011
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Inhalt: Die Vorlesung will einen Überblick über die Entwicklung der ländlichen Gesellschaft in Südwestdeutschland vom Frühmittelalter bis zum sog. Bauernkrieg vermitteln und zugleich in Diskussionen der aktuellen Forschung einführen. Dabei werden sowohl wirtschafts- und sozialgeschichtliche wie auch politik- und kulturgeschichtliche Aspekte behandelt, wie z.B.  Grundherrschaft, Freiheit und Unfreiheit, Dorfentstehung und Gemeindebildung, Pfarrgemeinden und „Volkskultur“, bäuerliche Besitzrechte und Herrschafts-entwicklung, Demographie, Agrargeschichte und Klima usw. Dabei werden die Befunde für Südwest-deutschland immer wieder mit solchen zu anderen deutschen Regionen sowie zu den europäischen Nachbarländern verglichen.

Literatur: Werner Troßbach, Clemens Zimmermann: Die Geschichte des Dorfes. Von den Anfängen im Frankenreich zur bundesdeutschen Gegenwart. Stuttgart 2006. Hans K. Schulze, Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter 1: Stammesverband, Gefolgschaft, Lehnswesen, Grundherrschaft, 4. Aufl. Stuttgart 2004. Kurt Andermann, Gabriel Zeilinger (Hg.), Freiheit und Unfreiheit: mittelalterliche und frühneuzeitliche Facetten eines zeitlosen Problems, Epfendorf 2010.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP) innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Entstehung und Entwicklung der europäischen Städte im Mittelalter
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 20.10.2011
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Bemerkungen: Ort: Keplerstr. 2, HS. Für Hörer aller Semester

Inhalt: Unsere heutige Welt ist eine Welt der (großen) Städte. Der weltweit vernetzten „Global City“ gehört die Zukunft. Weniger bekannt ist, dass die meisten Städte Europas im Mittelalter entstanden sind. Seit dem 12. Jahrhundert bilden sie auch im Hinblick auf das Quellenmaterial ein wesentliches Element der abendländischen Kultur. Die Vorlesung wird sich in Form eines Überblickes mit zentralen Aspekten (Topographie, Gesellschaft, Wirtschaft und Verfassung) des europäischen Städtewesens von der Spätantike bis ins späte Mittelalter sowie mit neueren Forschungsansätzen in interdisziplinärer Perspektive und methodischen Zugangsweisen befassen.

Literatur: Vgl. die einschlägigen Artikel in den einzelnen Bänden der New Cambridge Medieval History; Yves Esquieu: La ville au Moyen Age. L’exemple français, Tours 2001; Felicitas Schmieder: Die mittelalterliche Stadt, Darmstadt 2005; Frank Hirschmann: Die Stadt im Mittelalter, München 2009 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

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Übungen

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Ländliche Gesellschaft im Südwesten des Reiches (500–1525) : Lektüreübung
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen: Die Übung findet im Hegelbau, Raum 405 (4. OG) statt.

Inhalt: Die Übung versteht sich als  Ergänzung zur gleichnamigen Vorlesung (Mi. 12–14 Uhr, Hörsaal Keplerstr.) Hier wird anhand von Quellenarbeit das in der Vorlesung besprochene vertieft und konkretisiert. Dabei werden die wichtigsten Quellengruppen (Urbare, Weistümer, Dorfordnungen, Gerichtsbücher) behandelt, aber auch wegweisende, kontroverse oder besonders innovative Texte der Forschung exemplarisch besprochen.

Literatur: siehe Vorlesung

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

 

Prof. Dr. Ellen Widder
Lektüre ausgewählter Quellen und Forschungsliteratur zur mittelalterlichen Stadtgeschichte
2 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
 Beginn: 24.10.2011 
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Bemerkungen:

Inhalt: In dieser Übung sollen verschiedene, für die Stadtgeschichte des Mittelalters einschlägige Quellentypen vorgestellt, gelesen und interpretiert sowie ältere und neuere Forschungsansätze aus dem Bereich der Geschichte und ihrer historischen Nachbardisziplinen kennengelernt werden.

Literatur: Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, hg. v. Bernd-Ulrich Hergemöller, Darmstadt 2000 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 34); Hartmut Boockmann: Die Stadt im späten Mittelalter, 2. Aufl. München 1987; Frank Hirschmann: Die Stadt im Mittelalter, München 2009 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. Sabine Klapp
Lektüre und Interpretation mittelalterlicher Briefe
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Briefe gehören inhaltlich wie formal zu den vielfältigsten Quellen der mittelalterlichen Geschichte. Das Spektrum reicht dabei von privater und geschäftlicher Korrespondenz bis hin zu politischen „offenen Briefen“ mit publizistischem Charakter. In der Übung wollen wir uns quellenkritisch mit dem Medium Brief (Schriftlichkeit, Form, Übermittlung etc.) auseinandersetzen. Im Mittelpunkt wird die Lektüre und Interpretation spätmittelalterlicher Briefe aus dem südwestdeutschen Raum stehen.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür den Wahlbereich

Dr. Olga Keller
Aspekte der Geschichte Osteuropas im Mittelalter
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Übung befasst sich mit Aspekten der mittelalterlichen Geschichte des Raumes zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, Donau und Wolga. Es werden wichtige erzählende Quellen (Annalen, Viten, Chroniken u.a) und neuere Forschungsliteratur gelesen werden. Dabei geht es um die Entstehung des sog. Großmärischen Reiches ebenso wie um die ersten Fürsten in Polen, Böhmen, Ungarn und der Kiewer Rus sowie bei den Südslawen. Fernerhin werden Aspekte der mittelalterlichen „Ostpolitik“ sowie der Mission behandelt werden.

Literatur: Lübke, Christian: Die Deutschen und das europäische Mittelalter. Bd. 2. Das östliche Europa, München 2004; Jaworski, Rudolf: Eine kleine Geschichte Polens, Frankfurt am Main 2005; Poppe, Andrzej: Christian Russia in the Making, Aldershot 2007; Selart, Anti: Livland und die Rus’ im 13. Jahrhundert, Köln, Weimar, Wien 2007.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Harald Sellner, M. A.
Um Gottes Willen eingemauert: Inklusen im Mittelalter
2 st., Mi 10:00–12:00
Beginn: 12.10.2011
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Bemerkungen: Ort: Raum 119 (Soziologie). Latein- und gute Französischkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Phänomen der Inklusion war ein Spezifikum mittelalterlicher Religiosität. Männer aber vor allem Frauen ließen sich in kleinen Zellen, die sich bei Kirchen, in Stadtmauern oder an Brücken befanden einmauern, um dort bis zu ihrem Lebensende ein frommes und asketisches Leben zu führen. In der Übung soll diese für den heutigen Betrachter fremdartig wirkende Form religiösen Lebens anhand ausgewählter Beispiele näher gebracht werden. Für ein besseres Verständnis dieses Phänomens wird ein besonderer Akzent auf den Kontext, insbesondere die mittelalterliche Religiosität gelegt. Da die meisten Quellentexte unübersetzt sind und ein Großteil der Sekundärliteratur französischsprachig ist, sollten die Übungsteilnehmer/-innen Latein- und gute Französischkenntnisse haben.

Literatur: A.B. Mulder-Bakker: Lives of the anachoresses: the rise of urban recluse in medieval Europe, Philadelphia 2005; P. L’Hermite-Leclercq: Aelred of Reivaulx, la recluse et la mort d’après le « De Vita inclusarum », in : Histoire médiévale et archéologie 6 (1993), S. 51–73; W. Berschien (ed.): Vitae Sanctae Wiboradae. Die älteste Lebensbeschreibung der hl. Wiborada, (Mitteilungen zur vaterländischen Geschichte St. Gallen 51), St. Gallen 1983.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. des. Marco Veronesi
Die Urkunden des normannischen Italien
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 11.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Urkunden sind "formalisierte schriftliche Zeugnisse rechtserheblicher Vorgänge oder Sachverhalte" (H. Enzensberger). Die Urkunden der aus dem Norden gekommenen normannischen Herrscher Siziliens und Unteritaliens – Privilegien, Belehnungen, Schenkungen, Mandate – geben damit Auskunft über Herrschaftspraxis und Verwaltung des oftmals als ,modern‘ bezeichneten normannischen Staatswesens. Aber vermitteln die wenigen erhaltenen Urkunden nicht ein falsches Bild? In welchen Fällen wurden Urkunden überhaupt ausgestellt, und wer bewahrte sie dann auf? Und dienten sie wirklich der Fixierung rechtlicher Sachverhalte oder doch vielmehr der neuerdings oft beschworenen "symbolischen Kommunikation"? Und wie kommt man eigentlich den zahlreichen Fälschungen auf die Spur? Der Versuch, diese Fragen zu beantworten, dürfte einigen Aufschluß über Politik und Gesellschaft zunächst der Fürstentümer, dann des normannischen Königreichs geben.

Literatur: H. Keller, Schriftgebrauch und Symbolhandeln in der öffentlichen Kommunikation, in: Frühmittelalterliche Studien 37 (2003) S. 1–24; R.A. Brown, Die Normannen, München 1988, Kap. 5.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Georg Wendt, M. A.
'Mit irem puchsen und spiesen fewr gemacht' – Ländliche Unruhen im Elsass des Spätmittelalters
2 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 20.10.2011
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Bemerkungen: Vor dem ersten Treffen ist die Lektüre der Aufsätze von Peter Blickle und Christine Reinle (siehe Literaturliste) verpflichtend. Die Referate werden bei der ersten Veranstaltung am 20. Oktober verteilt.

Inhalt: Anfang April 1525 sandte Reichsvizekanzler Niklaus Ziegler einen  verzweifelten Hilferuf an die Reichsstädte Straßburg und  Oberehnheim. Der ehemalige kaiserliche Beamte – so schrieb er  erzürnt – musste hilflos mit ansehen, wie in seiner beschaulichen  elsässischen Herrschaft Barr die Hintersassen mit irem harnasch,  puchsen, spiesen den Aufstand wagten. Und ihn schließlich  zwangen,  zwei Lutherische freizulassen. Der Sieg der Barrer Aufständischen  wurde zum Fanal einer bäuerlichen Erhebung, die bald als Teil des  „Deutschen Bauernkrieges" das ganze Elsass erfassen sollte. Doch  erschütterten bereits im 15. Jahrhunderte mehrere kleinere bäuerliche  Aufstände (vor allem der Bundschuh-Bewegung) den Oberrhein. Ziel der  Übung ist es vor allem, anhand der Quellen aus der Region – und vor allem aus  der Herrschaft Barr selbst – die Ursachen der in diesen Jahren so zahlreichen ländlichen Unruhen bis  zum Bauernkrieg 1525 herauszuarbeiten. Gleichzeitig soll in der  Veranstaltung das nötige Grundwissen über das Leben im ländlichen Elsass des 15. Jahrhundert vermittelt werden. Von den Teilnehmern  wird erwartet, dass sie sich mit einem Kurzreferat und der Vorbereitung  einer Quellendiskussion in die Gestaltung der Übung mit einbringen.

Literatur: Peter Blickle, Das Reich zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Der deutsche Bauernkrieg, hg. v. Horst Buszello, Peter Blickle und Rudolf Endres, Paderborn/München/Wien/Zürich ³1995, S. 38–57. Christine Reinle, Das Elsass im hohen und späten Mittelalter, in: Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeit, hg. von Michael Erbe, Stuttgart 2002, S. 41–60.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Prof. Dr. Stephan Molitor
Einführung in die Diplomatik II: Papsturkunden
2 st., Mo 14:00–16:00
Beginn: 17.10.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Beschäftigung mit den von der päpstlichen Kanzlei ausgestellten Urkunden und Briefen gehört zu den traditionellen Schwerpunkten der Diplomatik. In der Veranstaltung werden zum einen die verschiedenen Typen mittelalterlicher Papsturkunden und ihre Eigenheiten im Kontext kurialer Kanzlei- und Behördengeschichte behandelt, zum anderen werden entsprechende Originalzeugnisse (in Form von Reproduktionen) gelesen und übersetzt.

Literatur: Ludwig Schmitz-Kallenberg: Die Lehre von den Papsturkunden (Grundriß der Geschichtswissenschaft I.2), 2. Aufl. Berlin 1913 Thomas Frenz: Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit (Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen 2; Stuttgart 1986)

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

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Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. des. Carola Föller
Italien um 600
3 st., Do 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 13.10.2011
Do 12:00–13:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn:
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Bemerkungen: Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, VG001, Wilhelmstr. 19 Ort Tutorium: Raum 119 (Soziologie) Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Phase des Übergangs zwischen Spätantike und Frühmittelalter, die sich seit langem großen historischen Interesses erfreut, ist in den letzten Jahrzehnten erneut zum Gegenstand reger Forschungsdiskussionen geworden: Vollzog sich dieser Übergang plötzlich, in Form eines Zusammenbruchs oder allmählich in einer Transformation? Führten Barbareneinfälle von außen oder innere Dynamiken zum Zusammenbruch des Römischen Imperiums? Durch den Blick auf die Apenninhalbinsel um das Jahr 600, eines der Zentren der antiken Welt, sollen im Proseminar diese Debatten aufgegriffen und an einem überschaubaren Beispiel diskutiert werden. In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen und Forschungen sollen die grundlegenden Arbeitstechniken mediävistischer Geschichtswissenschaft erlernt und in die wichtigsten Hilfsmittel eingeführt werden.

Literatur: Zur Einführung: Cristina La Rocca (Hg.), Italy in the Early Middle Ages (The Short Oxford History of Italy), Oxford 2002.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Widukind von Corvey und seine Res gestae saxonicae. Geschichtsdeutung in königlichem Umfeld
3 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 10.10.2011
Do 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 13.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Der sächsische Mönch Widukind von Corvey liefert mit seiner Sachsengeschichte (Res gestae Saxonicae) einen zentralen Beitrag zur Legitimation der politischen Vormachtstellung der Sachsen im 10. Jahrhundert. In enger Bindung an die ottonische Monarchie schildert Widukind neben der sächsischen Frühzeit insbesondere die Herrschaftsjahre Heinrichs I. (919–936) und Ottos I. (936–973). Das Proseminar stellt zentrale Quellenstellen vor und vermittelt einen Überblick über methodische Probleme und Arbeitsweisen in der mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: Methodischer Teil: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 32006. – Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Thematisch: Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte. Lateinisch/Deutsch, herausgegeben von E. Rotter und B. Schneidmüller, Stuttgart 1981. – Matthias Springer: Artikel „Widukind von Corvey“, in: Reallexikon der germanischen Altertumskunde 33 (2006) 586–592.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Die mittelalterliche Stadt
3 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 10.10.2011
Mo 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 10.10.2011
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Bemerkungen: Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, VG001, Wilhelmstr. 19. Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Der Blick auf Funktionen und Strukturen mittelalterlicher Städte offenbart ein breites Spektrum: Städte mit antiken Wurzeln stehen neben Gründungsstädten, Reichsstädten oder  den sogenannten Klein- und Minderstädten. Dazu ergeben sich aus topographischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder sozialen Faktoren unterschiedliche Verhältnisse, aus denen Verallgemeinerung wie Individualität gleichermaßen erwächst. Das Proseminar stellt anhand ausgewählter Beispiele das Phänomen der mittelalterlichen Stadt vor und bietet eine methodische Einführung in die Probleme der mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: Methodischer Teil: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 32006. – Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. Methodische Einführung: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Thematisch: Felicitas Schmieder, Die mittelalterliche Stadt (Geschichte kompakt), Darmstadt 22009. – Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, ausgewählt und übersetzt von Bernd-Ulrich Hergemöller (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 34), Darmstadt 2000.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Das normannische Königreich Sizilien
3 st., Mi 13:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 12.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die langobardischen, byzantinischen und arabischen Herrschaften Süditaliens und Siziliens sahen sich um die Mitte des 11. Jahrhunderts den Eroberungszügen der Normannen gegenüber. Es waren die zahlreichen Gebrüder der normannischen Grafenfamilie Hauteville, denen die Verdrängung dieser bisherigen Herrscher gelang. Die Konsolidierung ihrer Herrschaft führte schließlich zur Errichtung des sogenannten Königreichs Sizilien. Das Seminar möchte den Prozeß dieser Konsolidierung vor dem Hintergrund der verschiedenen kulturellen Traditionen Siziliens und Süditaliens nachzeichnen und die bedeutende Rolle des Königreichs innerhalb der europäischen Politik beleuchten. Gleichzeitig wird das Seminar eine Einführung in Methoden, Hilfsmittel und Quellen des Faches sein.

Literatur: A.v.Brandt, Werkzeug des Historikers, 17. Aufl. Stuttgart 2007; Norwich, J.J: Die Wikinger im Mittelmeer, Wiesbaden 1968; Loud, G.A.: Southern Italy in the eleventh century, in: The New Cambridge Medieval History, Bd. 4/2, S. 94–119; Id.: Norman Sicily in the twelfth century, in: ebd., S. 442–474.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Thomas Kohl
Die Bodenseeregion im Zeitalter des Investiturstreits
3 st., Di 10:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 11.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Region um den Bodensee lag in den Jahrzehnten um 1100 im Brennpunkt mehrerer Entwicklungen und Konflikte, die das mittelalterliche Europa dieser Zeit kennzeichneten. Auf dichtem Raum lagen hier die Bischofsstadt Konstanz, in der sich um 1100 eine aktive Bürgerschaft entwickelte, die beiden stets konkurrierenden alten Klöster Reichenau und St. Gallen, die wichtige Burg Bodman sowie zahlreiche neu gegründete bzw. reformierte Stifte und Klöster wie Petershausen und Schaffhausen. Zugleich beanspruchten hier gleich drei Familien – Zähringer, Staufer und Welfen – herzogliche Rechte. Die Konflikte zwischen diesen Akteuren schrieben sich in das Konfliktgeschehen zwischen Königen und Päpsten im so genannten Investiturstreit ein. An Ihnen sollen auch Veränderungen im Herrschaftsgefüge und die religiöse Reformbewegung mit ihren unterschiedlichen Strömungen, die diese Zeit kennzeichnen, untersucht werden.

Literatur: Zum Einstieg in das Studium der mittelalterlichen Geschichte Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB 2575), Konstanz 32010, zum Inhalt des Proseminars: Alfons Zettler, Geschichte des Herzogtums Schwaben, Stuttgart 2003.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Sabine Klapp
Frauen in südwestdeutschen Städten im Spätmittelalter
2 st., Di 16:00–18:00
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen: Tutorium: Mittwoch, 12–13 Uhr Tutor: Frederic Menke Beginn: Mittwoch, 19.10.2011 Ort: Raum 405 (Hegelbau)

Inhalt: Patrizierinnen und Kauffrauen, Handwerkerinnen und Mägde, Beginen und Nonnen – die Lebensformen von Frauen in der spätmittelalterlichen Stadt gestalteten sich vielfältig. Anhand ausgewählter Quellen aus südwestdeutschen Städten werden rechtliche Stellung, Alltag, Bildung, Rollenzuweisungen innerhalb der Familie sowie politische und ökonomische Handlungsmöglichkeiten von Frauen diskutiert. Neben geistlichen Frauen und Bürgerinnen werden dabei auch Angehörige sogenannter „Randgruppen“ wie Prostituierte in den Blick genommen. Zugleich wird im Proseminar in die Fragestellungen, Arbeitsgebiete und Methoden der mittelalterlichen Geschichte eingeführt.

Literatur: Ennen, Edith: Die Frau in der mittelalterlichen Stadt, in: Herrmann, Bernd (Hrsg.): Mensch und Umwelt im Mittelalter, Stuttgart 1986, S. 35–52; Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3., überarbeitete Auflage, Stuttgart 2006; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988; Schmieder, Felicitas: Die mittelalterliche Stadt, Darmstadt 2005.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür den Wahlbereich

Dr. Iris Holzwart-Schäfer
Landwirtschaft und bäuerliches Leben im Spätmittelalter
3 st., Mi 09:00–10:00
Beginn: 19.10.2011
Do 10:00–12:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 13.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Da im Mittelalter ein Großteil der Bevölkerung auf dem Lande lebte und in der Landwirtschaft tätig war, sind Kenntnisse über die Agrargeschichte und die ländliche Gesellschaft für das Verständnis der Epoche unabdingbar. Im Seminar beschäftigen wir uns mit einer Vielzahl von Aspekten wie den Bedingungen, Techniken und Sektoren der Landwirtschaft, mit der rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung der bäuerlichen Bevölkerung, dem Wandel der Grundherrschaft, der Entwicklung der Dorfgemeinschaft und der Stadt-Land-Beziehungen oder Bauernaufständen im späteren Mittelalter. Zugleich führt das Seminar in die Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein, wobei ein Schwerpunkt auf der Arbeit mit Schrift- und Bildquellen unterschiedlichster Art liegt.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007). Zum Thema: Werner Rösener, Agrarwirtschaft, Agrarverfassung und ländliche Gesellschaft im Mittelalter, München 1992 (EDG 13); Siegfried Epperlein: Bäuerliches Leben im Mittelalter. Schriftquellen und Bildzeugnisse, Köln 2003

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Niklas Konzen
Fehde, Raub und Kriminalität im Spätmittelalter
3 st., Mi 16:00–19:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 12.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Fehdeführende im spätmittelalterlichen Reich handelten in einer Grauzone zwischen legaler Selbstjustiz, Kriegführung und Gewaltkriminalität. Einerseits erlaubte die königliche Gesetzgebung dem Einzelnen unter bestimmten Voraussetzungen, im Fall des Scheiterns friedlicher Versuche zur Lösung eines rechtlichen Konflikts zum Instrument der gewaltsamen Selbsthilfe zu greifen. Andererseits bewirkten der mangelnde Konsens über Verbindlichkeit und Auslegung dieser Normen sowie die unzureichenden Möglichkeiten zur Sanktion von unrechtmäßigen Friedensbrüchen einen massenhaften Missbrauch der Fehde für die willkürliche Anwendung von Gewalt. Das Problem der Friedenswahrung wurde im 15. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Impulse für eine Reform der Reichsverfassung, die schließlich mit dem Ewigen Landfrieden von 1495 zur endgültigen Kriminalisierung der Fehde führte. Im Seminar sollen diese Themen anhand ausgewählter Rechtstexte und Fallbeispiele spätmittelalterlicher Fehdeführung beleuchtet werden.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

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Hauptseminare

Prof. Dr. Immo Eberl
Der Aufstieg des späteren Hauses der Karolinger zwischen dem frühen 7. Jahrhundert und der Kaiserkrönung Karls des Großen 800
2 st., Fr 16:00–20:00
Beginn: 28.10.2011
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Bemerkungen: Ort: Raum 119a (Soziologie). Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Merowingerreich wurde 613 durch den Sturz der Königin Brunichild erneut unter Chlothar II. vereinigt. Dieser hatte seinen Erfolg nur durch die Unterstützung des Hausmeiers Pippin und Bischof Arnulfs von Metz erringen können. Die beiden Großen in Austrasien haben auch in der Folgezeit eine entscheidende Rolle in diesem Teil des Merowingerreichs gespielt. Die Ehe von Arnulfs Sohn Ansegisel und der Begga, der Tochter Pippins bereitete den Aufstieg der späteren Karolinger vor. Pippin der Mittlere (+ 714), der Sohn aus dieser Ehe war der Protagonist dieser Entwicklung. Nach dem Staatsstreich seines Oheims Grimoald, des Sohnes Pippins d.Ä., und dessen Hinrichtung 661/662 konnte Pippin der Mittlere nicht nur die großen Güter seiner beiden Familien vereinigen, sondern auch nach langen Auseinandersetzungen zwischen Austrasien und Neustrien 687 bei Tertry die Entscheidung erzwingen. Die Zukunft des Fränkischen Reiches lag seitdem in der Familie der karolingischen Hausmeier. Pippin konnte bereits die merowingischen Könige mehr oder weniger aus ihren bis dahin innegehabten Positionen verdrängen. Er konnte 714 das Fränkische reich bereits wie ein König aufteilen. Unter seinem Sohn Karl Martell wurde ab 737 sogar kein König aus der Familie der Merowinger mehr eingesetzt. Doch konnten die gegen die Karolinger auftretenden Gegenkräfte nochmals die Erhebung eines Merowingers zum König durchsetzen (743), bis die Dynastie dann 751 endgültig durch den Hausmeier Pippin den Kleinen (+ 768) gestürzt wurde. Dieser hat als König die politische Verbindung zwischen Papsttum und Frankenreich eingeleitet. Unter Karl d. Gr. hat diese Politik zur Eingliederung des Langobardenreichs in das Fränkische Reich geführt (774) geführt. Dazu wurde Sachsen in einem 30jährigen Kampf christianisiert und dem Frankenreich a ngeschlossen. Die Krönung Karls d. Gr. zum Kaiser an Weihnachten 800 war dann der E nd - und Höhepunkt dieser Entwicklung. Das Hauptseminar soll die entscheidenden Punkte dieser Entw icklung herausarbeiten und den Gang der Entwicklung verdeutlichen.

Literatur: Heinz Löwe, Deutschland im Fränkischen Reich, in: Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Band 1, 9. Auflage Stuttgart 1970, S. 130ff.; Friedrich Prinz, Europ. Grundlagen deutscher geschichte (4.-8. Jahrhundert), in: Gebhardt, Handbuch zur Deutschen Geschichte, Band 1, 10. Auflage, Stuttgart 2004; Rudolf Schieffer, Die Zeit des karolingischen Großreichs 714 – 887, in: Gebhardt, Handbuch zur Deutschen Geschichte, Band 2, 10. Auflage Stuttgart 2005.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Gerhard Schmitz
Regieren – Herrschen – Kriege führen: Wie geht das im frühen (und hohen) Mittelalter?
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: 'Staatliches' Handeln vollzog sich im Mittelalter unter völlig anderen Bedingungen. Es ist fraglich, ob man überhaupt von einem 'Staat' sprechen kann. Wie "Regieren" funktionierte, wie sich politischer Wille bildete, wie er sich durchsetzte und auf welche Gesellschaft er traf, ist das im Seminar zu untersuchende Problem. Dies soll sehr quellennah (und damit gewissermaßen 'spotlightartig') geschehen.

Literatur: Für alle verbindliche Quelle (Pflichtlektüre): Hinkmar von Reims, De ordine palatii, hg. und übersetzt von Thomas Gross und Rudolf Schieffer (1980) ISBN 978–3-7752–5127–3, 8 €. Ich bitte, mir bei Anmeldung mitzuteilen, ob Sie das Buch erwerben möchten – ich liefere es mit 30% Rabatt, also für 5.40 €. Roman Deutinger, Königsherrschaft im Ostfränkischen Reich. Eine pragmatische Verfassungsgeschichte der späten Karolingerzeit (2006).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Geistliche Frauen im Mittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2011
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Bemerkungen: Das Hauptseminar findet im Hegelbau, Raum 405 (4. OG) statt.

Inhalt: Das Seminar will zunächst einen Überblick über die verschiedenen Lebensformen geistlicher Frauen im Mittelalter vermitteln. Neben den unterschiedlichen Ausprägungen eines Klosterlebens sollen dabei auch die Kanonissen und Beginen vorgestellt werden, also geistliche Frauen, die ein eher weltzugewandtes Leben ohne bzw. mit eingeschränkter Klausur führten. Dabei werden nicht in erster Linie theologische Fragen, sondern sozialgeschichtliche Aspekte sowie die Wirtschaft und Politik der geistlichen Frauengemeinschaften behandelt. Neben der intensiven Quellenarbeit steht die Diskussion aktueller Forschungsansätze im Mittelpunkt der Seminararbeit. Der räumliche Fokus wird auf Südwestdeutschland gelegt, wobei allerdings immer wieder Vergleiche zu anderen Regionen Deutschlands, aber auch zu den europäischen Nachbarländern gezogen werden.

Literatur: Karl Suso Frank, Grundzüge der Geschichte des christlichen Mönchtums, 6. Aufl. Darmstadt 2010. Amalie Fößel, Anette Hettinger, Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen: religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter, Idstein 2010. Eva Schlotheuber (Hg.), Nonnen, Kanonissen und Mystikerinnen: religiöse Frauengemeinschaften in Süddeutschland, Göttingen 2008.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Dr. Peter Andreas Rückert
Reisen und Kommunikation im Mittelalter
2 st., Do 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 20.10.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Beschäftigung mit Reisen, Mobilität und Kommunikation hat sich in der deutschen Mediaevistik in den letzten Jahren stark intensiviert. Auch die südwestdeutsche Landesgeschichte wird von aktuellen Forschungen zum Thema geprägt, sei es aus geistesgeschichtlicher, sozial- oder literaturgeschichtlicher Sicht: Untersuchungen zum Pilgerverkehr, zur Reiseliteratur oder zu dem mit den Reisen verbundenen Kulturtransfer bieten einen differenzierten Einblick in die mobile Gesellschaft gerade des späteren Mittelalters. Wer reiste damals und aus welchem Grund, mit welchem Ziel? Auf welche Weise, auf welchen Wegen reiste man und wie verständigte man sich dabei? Wie hielt man Kontakt mit der Heimat und wie begegnete man fremden Sprachen und Kulturen? Anhand dieser Fragen sollen Reisen und Kommunikation aus südwestdeutscher Perspektive verfolgt werden, einschlägige Quellengruppen werden vorgestellt und interpretiert, die Erkenntnisse von Literatur- und Kunstgeschichte, historischer Geographie und Straßenforschung werden einbezogen.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt. Zur Einführung geeignet: Folker Reichert, Quellen zur Geschichte des Reisens im Spätmittelalter, Darmstadt 2009.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. h. c. mult. Dr. Dr. Harald Zimmermann
Wie und weshalb können wir den Papst absetzen?
2 st., Di 10:00–12:00
Beginn: 11.10.2011
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Bemerkungen: Ort: Raum 119 (Soziologie). Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: ... ohne Lateinkenntnisse wird das nur schwer gehen, – aber vielleicht doch. Jedenfalls soll darüber aufgrund von Quellen diskutiert werden.

Literatur: Wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Soziale Gruppen und Konflikte in mittelalterlichen Städten
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
 Beginn: 24.10.2011 
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Geschichte spätmittelalterlicher Städte ist voll von politischen Umbrüchen und von Wechseln in der jeweiligen Stadtherrschaft. In der marxistischen Geschichtswissenschaft galten sie als Kämpfe der entrechteten städtischen Unterschichten gegen die herrschenden Klassen. Inzwischen hat sich diese eindimensionale Perspektive in eine differenziertere Sichtweise verwandelt. In diesem Hauptseminar sollen anhand von verschiedenen Beispielen und in einem zeitlichen Längsschnitt vom 12. bis zum 15. Jahrhundert Formen, Akteure, Motive, Hintergründe, Ziele, Ausstrahlung und Folgen innerstädtischer Konflikte beleuchtet werden.

Literatur: Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter 1250 – 1500, Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft. Stuttgart 1988; Schulz, Knut: "Denn sie lieben die Freiheit so sehr...": kommunale Aufstände und Entstehung des europäischen Bürgertums im Mittelalter, Darmstadt 1992; Bernd-Ulrich Hergemöller: Einleitung, in: Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, hg. v. demselben, Darmstadt 2000 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 34), S. 1–32; Frank Hirschmann: Die Stadt im Mittelalter, München 2009 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Der „Reichskrieg” gegen Württemberg 1310–1316. Ein Ereignis, seine Akteure und seine Hintergründe
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert entwickelten sich die Grafen von Württemberg zu einer der regional vorherrschenden Kräfte in Südwestdeutschland. Hierdurch gerieten nicht nur mit ihnen konkurrierende Adelsgeschlechter wie die Habsburger unter Druck, sondern auch Städte wie die Reichsstadt Esslingen. Dies führte nach Herrschaftsantritt Heinrichs VII. (1308–1313) aus dem Haus der Grafen von Luxemburg zu einer Konfrontation zwischen dem neu gekürten deutschen König und Graf Eberhard I. von Württemberg (reg. 1279–1325). In diesem Hauptseminar soll nach den Hintergründen, dem Verlauf, dem Ausgang und den Folgen dieses Konfliktes gefragt werden.

Literatur: Europäische Governance im Spätmittelalter. Heinrich VII. von Luxemburg und die großen Dynastien Europas / Gouvernance européenne au bas moyen âge. Henri VII de Luxembourg et l’Europe des grandes dynasties, hg. v. Michel Pauly, Luxembourg 2010 (Publications du CLUDEM 27) ; Dieter Mertens: Württemberg, in: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 2: Die Territorien im Alten Reich, hg. v. Meinrad Schaab und Hansmartin Schwarzmaier, Stuttgart 1995, S. 1–246; Ellen Widder: Waiblingen. Eine Stadt im Spätmittelalter, Waiblingen 2005 (Waiblingen in Vergangenheit und Gegenwart 16. Sonderband).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

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Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Mischa Meier / Prof. Dr. Steffen Patzold / Prof. Dr. Irmgard Männlein-Robert
Osten und Westen 400–600 n. Chr.
3 st., – –
Beginn:
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Bemerkungen: Zeit und Beginn nach Vereinbarung. Ort: Raum 505, Hegelbau

Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2011
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Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung. Beginn nach Vereinbarung.

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Kolloquium für fortgeschrittene Studierende und Doktoranden
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2011
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Bemerkungen: Das Oberseminar findet im Hegelbau, Raum 405 (4. OG) statt.

Inhalt: Im Kolloquium werden laufende Dissertationen und Abschlußarbeiten vorgestellt sowie Arbeiten auswärtiger Gäste zu auswählten Themen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte. Daneben werden aktuelle Neuerscheinungen und Forschungskontroversen diskutiert