Lehrveranstaltungen Wintersemester 2005/2006

» Last updated on 7. June 2006 - 19:45. | Originally submitted on 7. July 2005 - 22:45.

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Vorlesungen

PD Dr. P. Hilsch
Das Mittelalter. Ereignisse und Strukturen. Ein Überblick
2 st., Mi 9-11 Achtung! Neue Zeit: Di 16–18
Beginn: 19.10.2005 Achtung! Neuer Beginn: 25.10.2005
Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: In der Vorlesung wird abwechselnd in eher chronologischen und in stärker strukturgeschichtlich orientierten Kapiteln ein Überblick über folgende Inhalte des Mittelalters angeboten: Zeit und Raum/Die Völkerwanderung/Das Fränkische Reich Karls des Großen/Die Kultur: Antike und Mittelalter /Grundherrschaft und Lehenswesen/Das römisch-deutsche Königtum/ Die Reichskirche des Hochmittelalters/ Die Kreuzzüge/Stauferzeit – Wendezeit/Die Stadt/Spätmittelalter als Krisenzeit?/Handel, Bergbau und Geldwirtschaft.

Literatur: Knappe Darstellungen zum gesamten Zeitraum: H. Boockmann, Einführung in die Geschichte des Mittelalters, München 7.A.2001 – P. Hilsch, Mittelalter. Grundkurs Geschichte 2, Weinheim 21995 (z.Zt. vergriffen) – H.K. Schulze, Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter, 4 Bde, versch. Aufl. 1998-2005 (Urban-TB). Weitere Literatur wird in der Vorlesung angegeben.

Prof. Dr. W. Hartmann
Europa im Zeitalter Friedrichs II.
2 st., Mi 11-13
Beginn: 26.10.2005
Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: Die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts gilt – etwa für den französischen Historiker J. Le Goff – als Höhepunkt der Geschichte des Mittelalters, wenn auch nicht so sehr wegen der Herrschaft Friedrichs II., die ziemlich genau diesen Zeitraum umfasst, sondern wegen der Blüte der Städte und ihrer Wirtschaft, wegen der Leistungen der neuen Universitäten und wegen des neuen Aufschwungs des Christentums, der sich im Bettelmönchtum manifestiert. Diese Themen sollen auch in dieser Vorlesung neben der politischen Geschichte eingehend behandelt werden.

Literatur: D. Abulafia, Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen (dt. Berlin 1991); J. Le Goff, Ludwig IX. der Heilige (dt. Stuttgart 2000); J. Le Goff, Die Geburt Europas im Mittelalter (dt. München 2004); E.S. und G. Rösch, Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien (Sigmaringen 1995); W. Stürner, Friedrich II., Bd. 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland, 1194 – 1220 (Darmstadt 1992); Bd. 2: Der Kaiser, 1220 – 1250 (Darmstadt 2000).

Prof. Dr. E. Widder
Zwischen Burgund und Habsburg. Süddeutschland im Spätmittelalter
2 st., Do 11-13
Beginn: 27.10.05
Ort: HS, Keplerstr. 2

Bemerkungen: Für alle Semester.

Inhalt: Südwestdeutschland zählt zu einer der dynamischsten Regionen Deutschlands im Spätmittelalter. In der Zeit vom 13. bis in das frühe 16. Jahrhundert verändern sich die Verhältnisse grundlegend, und der Raum wird zum Bestandteil einer europäischen Großlandschaft. Beteiligt an dieser Entwicklung sind das Königtum, die Territorien, die Städte und ihre Wirtschaft sowie die europäischen Anrainer. In dieser Vorlesung soll dieser Prozeß in seinen wesentlichen Elementen analysiert und dargestellt werden.

Literatur: Ulf Dirlmeier/Gerhard Fouquet/Bernd Fuhrmann: Europa im Spätmittelalter. 1215-1378, München 2003 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte 8); The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998; Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 2: Die Territorien im Alten Reich, hg. v. Meinrad Schaab und Hansmartin Schwarzmaier, Stuttgart 1995.

Lehrende aller Abteilungen des Historischen Seminars
Was ist Geschichte? Einführung in die Geschichtswissenschaft
2 st., Mi 9-11
Beginn: 26.10.2005
Ort: s. Aushang

Bemerkungen: Anmeldung in der ersten Sitzung. Die Veranstaltung richtet sich besonders an Studierende im Grundstudium.

Inhalt: "Der Glaube an einen festen Kern historischer Fakten, die objektiv ... bestehen, ist ein lächerlicher, aber nur schwer zu beseitigender Trugschluss." (E. H. Carr) Diese Äußerung deutet an: Was Geschichte ist und womit sich die Geschichtswissenschaft befasst, kann kontrovers beantwortet werden. Die als Vortragsreihe verschiedener Lehrender aller Abteilungen des Historischen Seminars konzipierte Einführungsveranstaltung greift diese Fragen in einer Art Grundkurs auf: Welche Geschichtsbilder kursierten in den unterschiedlichen Epochen der Menschheitsgeschichte? Wann und warum entstand die Geschichtsschreibung? Welche Formen der Historiographie haben sich seit der Antike herausgebildet? Im Anschluss daran werden die wichtigsten Ansätze der modernen Geschichtswissenschaft vom Marxismus bis zur neueren Kulturgeschichtsschreibung vorgestellt. Die Veranstaltung mündet in der Frage nach dem öffentlichen Umgang mit der Historie in unserer Gegenwart.

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Übungen

Dr. K. Ubl
Christentum und Sexualität im ersten Jahrtausend
2 st., Mi 16-18
Beginn: 19.10.2005
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Für alle Semester.

Inhalt: In der heutigen Zeit wird die Zukunftsfähigkeit der katholischen Kirche oft nur an ihrer Einstellung zur Sexualmoral gemessen. Dass uns diese Einengung selbstverständlich erscheint, liegt wohl in erster Linie an dem Bedeutungsverlust der Theologie im 20. Jahrhundert. Wie kam es aber überhaupt zu der engen Verflechtung von Religion und Sexualmoral? In einem epochenübergreifenden Zugriff soll anhand ausgewählter Quellen und Literatur sowohl die Herausbildung der christlichen Sexualmoral in der Spätantike als auch deren Implementierung in der frühmittelalterlichen Kirche beleuchtet werden.

Literatur: P. Brown, Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums (1991); H. Lutterbach, Sexualität im Mittelalter. Eine Kulturstudie anhand von Bußbüchern des 6. bis 12. Jahrhunderts (1999).

Prof. Dr. L. Körntgen
Editorische Übung: Die frühmittelalterlichen Bußbücher
2 st., Do 14-16
Beginn: 27.10.05
Ort: siehe Aushang Verfügungsgebäude Wilhelmstraße, Raum 001

Bemerkungen: Für alle Semester. Kann als Übung zur Methode und zu den historischen Hilfswissenschaften im Sinne der ZPO angerechnet werden. Aufgrund der besonderen sprachlichen Verfassung der praxisbezogenen Texte sind Anfängerkenntnisse der lateinischen Sprache ausreichend. Keine Anmeldung erforderlich.

Inhalt: Zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert haben die frühmittelalterlichen Bußbücher eine zentrale Rolle für die kirchliche Bußpraxis und die Vermittlung moralischer Normen des Christentums gespielt. Katalogartige Zusammenstellungen von Sünden und den jeweils abzuleistenden Bußauflagen bieten einen Einblick in Wertvorstellungen, moralische Forderungen und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Am Beispiel von bisher nicht oder nicht zufriedenstellend edierten Bußbüchern des 8. und 9. Jahrhunderts sollen die verschiedenen Arbeitsschritte bei der kritischen Edition mittelalterlicher Quellen vorgestellt und eingeübt werden.

Literatur: R. Kottje, „Bußbücher“, LexMA 2, 1983, 1118-1122; ders., Eine wenig beachtete Quelle zur Sozialgeschichte: Die frühmittelalterlichen Bußbücher – Probleme ihrer Erforschung, VSWG 73, 1986, 63-72.

Prof. Dr. W. Hartmann
„Auf dem Weg zum Wormser Konkordat (1122). Lektüre und Interpretation von Quellen zur Lösung des Investiturstreits 1111 – 1122“
2 st., Mi 16-18
Beginn: 26.10.2005
Ort: siehe Aushang Quellenraum Neue Geschichte

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Für alle Semester.

Inhalt: In der Übung sollen die interessanten Texte zu den Auseinandersetzungen Heinrichs V. mit den Päpsten Paschalis II. und Calixt II., die zum Teil nicht in deutscher Übersetzung vorliegen, übersetzt und interpretiert werden.

Literatur: M. Minninger, Von Clermont zum Wormser Konkordat (Köln/Wien 1978); W. Hartmann, Der Investiturstreit (21996); L. Körntgen, Ottonen und Salier (2002).

Dr. Peter Rückert
Burgen und Höfe im deutschen Südwesten – Adelige Wohnkultur und Repräsentation im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
2 st., Mo 16-18
Beginn: 24.10.2005
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung per e-mail direkt beim Dozenten (vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Fächer, Semesteranzahl).

Inhalt: Burgen, Fürstenhöfe und Residenzen sind ein anhaltend aktuelles Thema für die Landesgeschichte und weit darüber hinaus. Mittlerweile wird von verschiedenen historischen Disziplinen gerade der kulturelle Bereich der adeligen Welt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit untersucht, der von den Burgen und Höfen repräsentiert wird. Dabei gilt der Blick sowohl den Burgen-und Schlossbauten selbst wie auch der damit verbundenen Wohnkultur und ihrem materiellen wie geistigen Umfeld, also Einrichtung und Ausstattung ebenso wie Literatur, Musik und Kunst, die hier ihren Platz hatten. Im Mittelpunkt der Übung steht die Hofkultur im deutschen Südwesten, deren unterschiedliche Ausprägung gerade auch im überregionalen Vergleich profiliert werden soll. Zeitgenössische Texte und Bilder sollen vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Die Ergebnisse der Baugeschichte und Burgenforschung, der Kunst-, Literatur- und Musikgeschichte werden einbezogen. Damit soll gleichzeitig eine Einführung in die interdisziplinär arbeitende Landeskunde vermittelt werden.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.

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Proseminare

Prof. Dr. G. Schmitz
Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Die Immunität
2 st., Fr 9-11
Beginn: 21.10.2005
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Frühzeitige Anmeldung über die Internetseite des Seminars erwünscht, da nur eine begrenzte Teilnehmerzahl (16 Hörer) möglich.

Inhalt: Das Ziel des Proseminars ist es, einen sicheren Zugang zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit der mittelalterlichen Geschichte zu eröffnen. Neben die Vermittlung von Grundkenntnissen und – techniken tritt das konkrete Arbeitsfeld „Immunität“ – ein uns heute völlig fremdes, im Mittelalter aber zentrales Element der 'Verfassung' und öffentlichen Ordnung.

Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719 2. Aufl. 2000); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, 2004). Spezielle Literatur wird im Proseminar bekannt gegeben.

Dr. K. Ubl
Karl der Große
2 st., Mo 11-13
Beginn: 24.10.2005
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Karl der Große hat das größte Reich des europäischen Mittelalters geschaffen, nachdem an der Wende zum 8. Jahrhundert die materielle und geistige Kultur an einem Tiefpunkt angelangt war. Anhand von Quellen und Literatur zur Geschichte des Frankenreiches soll der Frage nachgegangen werden, welche Ziele Karl der Große bei der Expansion verfolgt hat und wie er die Integration des Großreichs herzustellen gedachte. Darüber hinaus sollen literarische Zeugnisse zur Persönlichkeit des Kaisers ausgewertet werden.

Literatur: M. Becher, Karl der Große (1999); R. Schieffer, Die Karolinger (32000); R. Schieffer, Die Zeit des karolingischen Großreichs (714-887) (2005). M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (2004).

Prof. Dr. L. Körntgen
Vom Frankenreich zum Reich der Ottonen
2 st., Do 9-11
Beginn: 26.10.2005
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Unter welchen Bedingungen haben sich auf dem Boden des karolingischen Frankenreichs neue, kleinere politische Einheiten entwickelt? Welche Rolle haben jeweils Momente der karolingischen Kontinuität und Momente des Wandels gespielt? Diese und andere Fragen der aktuellen Forschungsdiskussion sollen vornehmlich im Blick auf das ostfränkisch-deutsche Reich diskutiert werden. Am Beispiel dieser Fragestellungen will das Seminar in Grundprobleme, Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: J. Ehlers, Die Entstehung des deutschen Reiches, 1994; G. Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, 2. Aufl. 2005; H.-W. Goetz , Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, 2004.

Prof. Dr. W. Hartmann
Kaisertum und Königsherrschaft unter Heinrich V. (1106-1125)
2 st., Di 16-18
Beginn: 25.10.2005
Ort: siehe Aushang Verfügungsgebäude Wilhelmstraße, Raum 001

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Die wichtigste Aufgabe des Proseminars besteht darin, die Anfänger im Geschichtsstudium in die Methode und die Quellenkunde des Fachs, hier vor allem der Mittelalterlichen Geschichte, einzuführen. Dies soll in diesem Proseminar vor allem anhand von Quellen aus dem ersten Viertel des 12. Jahrhunderts geschehen. Die Themen der Hausarbeit werden sich ausschließlich mit der Geschichte Heinrichs V. befassen.

Literatur: Allgemein zum Proseminar: M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB Basics, Konstanz 2004).

Zu Heinrich V.: G. Althoff, Heinrich V. (1106-1125), in: B. Schneidmüller/St. Weinfurter,, Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919-1519) (München 2003) S. 181-200; E. Boshof, Die Salier (Stuttgart 42000); L. Körntgen, Ottonen und Salier (Darmstadt 2002); St. Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024-1125) (Ostfildern 2004).

Prof. Dr. L. Körntgen
Der „Dritte“ Kreuzzug (1187-1192)
2 st., Fr 9-11
Beginn: 21.10.2005
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Der „dritte“ Kreuzzug ist vor allem von seinen erstrangigen Protagonisten geprägt worden: Von den europäischen Herrschern Friedrich Barbarossa, Richard Löwenherz und Philipp II. August sowie dem muslimischen Herrscher Saladin. Im Proseminar sollen Grundprobleme der Kreuzzugsgeschichte ebenso diskutiert werden wie Grundfragen der mittelalterlichen Herrschaftsordnung Europas. Am Beispiel dieser Fragestellungen will das Seminar in Grundprobleme, Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: N. Jaspert, Die Kreuzzüge, 2. Aufl. 2005; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, 2004.

Zusätzliches Proseminar:
Prof. Dr. L. Körntgen
Der „Dritte“ Kreuzzug (1187-1192)
2 st., Di 11–13
Beginn: 25.10.2005
Ort: Großer Übungsraum der Soziologie (1. Stock)

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung in der ersten Sitzung.

Inhalt: Der „dritte“ Kreuzzug ist vor allem von seinen erstrangigen Protagonisten geprägt worden: Von den europäischen Herrschern Friedrich Barbarossa, Richard Löwenherz und Philipp II. August sowie dem muslimischen Herrscher Saladin. Im Proseminar sollen Grundprobleme der Kreuzzugsgeschichte ebenso diskutiert werden wie Grundfragen der mittelalterlichen Herrschaftsordnung Europas. Am Beispiel dieser Fragestellungen will das Seminar in Grundprobleme, Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: N. Jaspert, Die Kreuzzüge, 2. Aufl. 2005; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, 2004.

Prof. Dr. E. Widder / N. Nortmeyer
Die Katharer in Frankreich
2 st., Di 11-13
Beginn: 25.10.2005
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Der Kreuzzug gegen die französischen Katharer war der erste, der gegen Häretiker und in einem christlichen Land geführt wurde. Er weitete sich zu einem langwierigen, grausamen Krieg aus, in dessen Verlauf bedeutende Teile der okzitanischen Kultur vernichtet wurden. Im Seminar sollen die Spannungen zwischen Kirche und Häretikern, Adel und Königtum, Nord- und Südfrankreich um die Wende zum 13. Jahrhundert aufgezeigt und der Beitrag herausgearbeitet werden, den dieser Kreuzzug zur Einigung des französischen Königreichs geleistet hat. Damit einhergehen wird eine Einführung in die Methoden, Hilfsmittel und Hilfswissenschaften der mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: J. Oberste, Der 'Kreuzzug' gegen die Albigenser, Darmstadt 2003; M. Lambert, Geschichte der Katharer, Darmstadt 2001; J. Duvernoy, L’histoire des cathares, Toulouse 1979; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte:Mittelalter, 2. Aufl. 2000.

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Hauptseminare

Prof. Dr. L. Körntgen
751 -Die Begründung des karolingischen Königtums
2 st., Di 14-16
Beginn: 25.10.2005
Ort: siehe Aushang Verfügungsgebäude Wilhelmstraße, Raum 001

Bemerkungen: Anmeldung über die Internetseite des Seminars sowie nach Möglichkeit persönliche Rücksprache in der Sprechstunde.

Inhalt: Das Jahr 751 markiert nicht nur den Dynastiewechsel vom merowingischen zum karolingischen Königtum. Die Königserhebung des Karolingers Pippin wird vielmehr unter verschiedenen Gesichtspunkten als zentraler Bezugspunkt der Entwicklung des mittelalterlichen Königtums und vor allem der Beziehung von Königtum, Kirche und Papsttum verstanden. In der aktuellen Forschung werden aber alle wesentlichen Momente der ereignisgeschichtlichen Grundlagen und der historischen Deutungen kontrovers diskutiert. Dabei stellen sich weiterführende Fragen zu Möglichkeiten und Grenzen der Quelleninterpretation und der historischen Erkenntnis, die im Seminar ebenso thematisiert werden sollen wie die konkrete Forschungsdiskussion zur Begründung des karolingischen Königtums.

Literatur: J. Semmler, Der Dynastiewechsel von 751 und die fränkische Königssalbung, 2003; M. Becher/ J. Jarnut (Hg.), Der Dynastiewechsel von 751, 2005.

Prof. Dr. I. Eberl
Die karolingischen Reichsabteien. Entwicklung – Wirtschaft – Spiritualität
2 st., Fr 16-20 (14-tägl.)
Beginn: 28.10.2005
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Die Verbindung zur Kirche war bereits bei den Vorfahren der Karolinger im frühen 7. Jahrhundert eng. Mit der zunehmenden Macht der Familie im Frankenreich wuchs diese Verbindung bis sie zum Bündnis mit dem Papsttum führte. Unter Karl Martell († 732), seinem 751 zum fränkischen König aufsteigenden Sohn Pippin († 768) und dessen Sohn Karl d. Gr. († 814) entstanden zeitlich parallel zu und mit der Mission der Angelsachsen eine Reihe von Klöstern wie die Reichenau (724), Fulda (744), Lorsch (764), Ellwangen (764) und andere. Diese Klöster sind von den frühen Karolingern und dem Adel ihrer Umgebung in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gefördert worden. Dadurch haben sie die Grundlagen für ihre spätere Bedeutung erhalten. Trotz der Hochachtung Karls d. Gr. vor der Benediktregel blieb diese Förderung eher punktuell ausgerichtet und war nicht in die grundlegende Politik des Reiches eingebaut. Erst Ludwig der Fromme hat auf der Aachener Synode 816 die Benediktregel für alle Klöster seines Reiches verbindlich vorgeschrieben und damit eine spirituelle Gleichheit unter den Klöstern festgeschrieben. Das Hauptseminar will die politische Entwicklung der Reichsabteien neben deren wirtschaftlicher und spiritueller untersuchen und vorstellen.

Literatur: Rudolf Schieffer, Die Zeit des karoling. Großreichs (714-887), in: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Band 2, Stuttgart 102005; Vom Kloster zum Klosterverband, hg. von Hagen Keller u.a., 1997; vgl. auch die einzelnen Artikel zu den Klöstern im Lexikon des Mittelalters.

Prof. Dr. W. Hartmann
„Ego-Dokumente“ im frühen Hochmittelalter: Von Hermannus Contractus († 1054) bis zu Hermannus quondam Iudaeus († nach 1181)
2 st., Do 16-18
Beginn: 27.10.2005
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Nicht erst im 12. Jahrhundert wurde das Individuum „geboren“, denn es gab auch schon in der Zeit davor Ego-Dokumente oder wenigstens Ego-Nachrichten in historiographischen Texten. Im Seminar sollen folgende Texte näher untersucht werden: Hermann von Reichenau, Chronik; Otloh von St. Emmeram, Liber de tentationibus und Liber visionum; Guibert von Nogent; De vita sua; Abälard, Historia calamitatum, Hermannus quondam Iudaeus, De conversione sua. Von fast allen dieser Werke gibt es Übersetzungen ins Deutsche oder in eine andere moderne Sprache.

Literatur: H. Bredekamp, Das Mittelalter als Epoche der Individualität, in: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berichte und Abhandlungen, Bd. 8 (Berling 2000) S. 191-240; A. J. Gurjewitsch, Das Individuum im europäischen Mittelalter (dt. München 1994); G. Misch, Geschichte der Autobiographie, Bd. 3,1: Das Hochmittelalter im Anfang (Frankfurt am Main 1959); Hört Ihr die Kinder weinen? Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit, hg. von L. de Mausse (dt. Frankfurt am Main 1977).

Prof. Dr. E. Widder
„Marktwirtschaft“ im Mittelalter. Städtische Wirtschaft und Wirtschaftspolitik vor 1500
2 st., Di 16-18
Beginn: 25.10.2005
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Die großen Städte sind ein bedeutender politischer Faktor in der Zeit des Spätmittelalters. Am bekanntesten sind bis heute die norddeutschen Hansestädte und die großen süddeutschen Handelsstädte mit ihrem europaweiten Tuch- und Metallwarenhandel. Als Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung häuften sie in ihren Mauern immensen Reichtum an. Auf dieser ökonomischen Grundlage erreichten viele einen hohen Grad an politischer Autonomie. In diesem Hauptseminar soll nach den ökonomischen Grundlagen städtischer Macht gefragt werden. Dabei werden u.a. Fragen des städtischen Marktes, der Organisation handwerklicher Produktion, der inner-wie interstädtischen politischen Kontrolle sowie der ökonomischen Bedingtheit politischer Unruhen diskutiert werden.

Literatur: Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter 1250-1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988; Rudolf Hammel-Kiesow: Die Hanse, München 2000.

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Oberseminar

Prof. Dr. E. Widder
Oberseminar: Von der Fürstin bis zum Pferdeknecht. Menschen bei Hofe im Spätmittelalter
2 st., Do 18-20
Beginn: 27.10.2005
Ort: Raum 228

Inhalt: Der Hof gilt der modernen Geschichtswissenschaft inzwischen nicht mehr allein als Ort ostentativer Geldverschwendung, sondern als primäres Instrument vormoderner Herrschaft. In diesem Oberseminar soll einerseits nach den Quellen und den Forschungsmethoden gefragt werden sowie andererseits nach Organisationsformen, personengruppen, Hierarchien, Fluktuationen, horizontaler und vertikaler Mobilität sowie Regeneration dieses sozialen Systems. Das Oberseminar wendet sich an fortgeschrittene Studierende mit Interesse an aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen.

Literatur: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynamisch-topographisches Handbuch, 2 Bde., hg. v. Werner Paravicini, Ostfildern 2003 (Residenzforschung 15).

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Kolloquium

Prof. Dr. W. Hartmann / Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Doktoranden, Magistranden und Examenskandidaten
2 st., Di 18-20
Beginn: siehe Aushang 08. November 2005
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung.