Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2013

» Last updated on 6. May 2013 - 17:55. | Originally submitted on 9. January 2013 - 11:37.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Sprachkurse | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Europa im 10. Jahrhundert
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum HS 10 (Neue Aula)
Beginn: 26.04.2013
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Bemerkungen:

Inhalt:

Literatur:

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalbder Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiumssowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Judenverfolgung, Pest und Königsabsetzung: Krise des Spätmittelalters? Das 14. Jahrhundert im europäischen Kontext
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 11 (Universitätskasse u.a.)
Beginn: 25.04.2013
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Bemerkungen: Für Hörer aller Semester.

Inhalt: Judenverfolgung, Pest und Königsabsetzung, Krise des Spätmittelalters. Unter diesen Schlagworten wird das 14. Jahrhundert gemeinhin subsummiert. Allerdings darf man sich fragen, ob dies ausreichend ist und welche Geschichtsbilder hier wirken. Die Vorlesung will einen chronologischen und strukturgeschichtlichen Überblick über das „ferne“ 14. Jahrhundert vermitteln. Dabei sollen neben der politischen Geschichte Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur behandelt werden.

Literatur: Schubert, Ernst: Einführung in die deutsche Geschichte im Spätmittelalter, 2., bibliogr. aktualisierte Aufl., Darmstadt 1998; The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: C. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000; Dirlmeier, Ulf/Fouquet, Gerhard/Fuhrmann, Bernd: Europa im Spätmittelalter. 1215–1378, 2. Aufl. München 2009 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte 8); Michael Menzel: Die Zeit der Entwürfe (1273–1347), Stuttgart 2012 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 7a).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)  

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Württemberg im Mittelalter (mit Mentorium)
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: Raum 204 (Kupferbau)
Beginn: 24.04.2013
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Inhalt: Am Beispiel der Grafschaft bzw. des Herzogtums Württemberg behandelt die Vorlesung den Weg einer hochmittelalterlichen Adelsherrschaft über die entstehende Landesherrschaft seit dem 13. Jahrhundert hin zum fürstlichen Territorium am Ende des Mittelalters. Dabei werden zunächst die Grundelemente adliger Herrschaft (Grundherrschaft, Vogtei, Lehnswesen und Königsdienst) vorgestellt. Die Entstehung von Städten, der Aufbau einer Verwaltung, die Mittel der Territorialpolitik, der Aufbau eines sog. landesherrlichen Kirchenregiments und die Entwicklung der Landstände sind weitere zentrale Aspekte der Vorlesung. Behandelt werden schließlich auch Fragen der Adelsgeschichte und deren Auswirkung auf die Entwicklung des Landes wie die Herausbildung eines dynastischen Selbstverständnisses, die adlige Familienstrategie oder die Rolle der adligen Frauen. Die Vorlesung möchte am Beispiel Württembergs mit den Grundlagen südwestdeutscher Geschichte im Hoch- und Spätmittelalter vertraut machen.

Literatur: Einführende Literatur: Dieter Mertens, Württemberg, in: Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, Bd. II (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg) Stuttgart 1995, S. 1–163. Ernst Schubert, Fürstliche Herrschaft und Territorien im späten Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 35), 2. Aufl. München 2006. Sönke Lorenz (Hg.), Auf dem Weg zur politischen Partizipation? Landstände und Herrschaft im deutschen Südwesten (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 182) Stuttgart 2010.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Sprachkurse | Kolloquien und Oberseminare

Repetitorium

Dr. des. Annette Grabowsky
Das frühe Mittelalter (500–1050)
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Repetitorium möchte einen Überblick über grundlegende Ereignisse und Strukturen des frühen Mittelalters vermitteln. Zur Vertiefung werden außerdem Schlüsselquellen gelesen (in der Regel in Übersetzung) und wichtige Forschungsprobleme angesprochen.

Literatur: Hans-Werner Goetz, Europa im frühen Mittelalter. 500–1050 (Handbuch der Geschichte Europas 2, Stuttgart 2003); Peter Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche (UTB Basics Geschichte 2576, Konstanz 32012).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich  

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Sprachkurse | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Prof. Dr. Steffen Patzold
Otto I.
3 st., Mo 08:00–10:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.04.2013
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Bemerkungen:

Inhalt:

Literatur:

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Annette Grabowsky
Ein „römisches Hurenregiment”? Rom und das Papsttum im 10. Jahrhundert (Gruppe 1)
3 st., Di 13:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich, Italienischkenntnisse von Vorteil.

Inhalt: Bis heute vielzitiert ist das Diktum des italienischen Kardinals und Kirchenhistorikers Cesare Baronio, der 1602 meinte, mit dem Jahr 900 habe ein „dunkles Jahrhundert“ begonnen. Noch deutlicher äußerte sich 1705 der protestantische Theologe Valentin Ernst Löscher und sprach sogar von einem „römischen Hurenregiment“, wieder ein Jahrhundert später wurde der Begriff der „Pornokratie“ geprägt. Charakterisieren sollten diese Begriffe im Wesentlichen die innerrömischen Zustände und Intrigen während des 10. Jahrhunderts sowie das Verhältnis der städtischen Eliten zum Papsttum in dieser Zeit. Von besonderem Interesse waren dabei die herausragende Stellung der Familie des Theophylakt sowie die intimen Beziehungen, die, wie mittelalterliche Quellen berichten, die weiblichen Mitglieder dieser Familie angeblich zu den Päpsten pflegten. Es ist jedoch zu fragen, inwiefern die genannten Charakterisierungen zutreffen und ob sich das römische Papsttum im 10. Jahrhundert tatsächlich auf einem Tiefpunkt befand. In diesem Seminar sollen Grundzüge früh- und hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zum „dunklen Jahrhundert“: Harald Zimmermann, Das dunkle Jahrhundert. Ein historisches Porträt (Graz u. a. 1971). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.  

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Annette Grabowsky
Ein „römisches Hurenregiment”? Rom und das Papsttum im 10. Jahrhundert (Gruppe 2)
3 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2013
Di 20:00–21:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich, Italienischkenntnisse von Vorteil.

Inhalt: Bis heute vielzitiert ist das Diktum des italienischen Kardinals und Kirchenhistorikers Cesare Baronio, der 1602 meinte, mit dem Jahr 900 habe ein „dunkles Jahrhundert“ begonnen. Noch deutlicher äußerte sich 1705 der protestantische Theologe Valentin Ernst Löscher und sprach sogar von einem „römischen Hurenregiment“, wieder ein Jahrhundert später wurde der Begriff der „Pornokratie“ geprägt. Charakterisieren sollten diese Begriffe im Wesentlichen die innerrömischen Zustände und Intrigen während des 10. Jahrhunderts sowie das Verhältnis der städtischen Eliten zum Papsttum in dieser Zeit. Von besonderem Interesse waren dabei die herausragende Stellung der Familie des Theophylakt sowie die intimen Beziehungen, die, wie mittelalterliche Quellen berichten, die weiblichen Mitglieder dieser Familie angeblich zu den Päpsten pflegten. Es ist jedoch zu fragen, inwiefern die genannten Charakterisierungen zutreffen und ob sich das römische Papsttum im 10. Jahrhundert tatsächlich auf dem Tiefpunkt befand. In diesem Seminar sollen Grundzüge früh- und hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zum „dunklen Jahrhundert“: Harald Zimmermann, Das dunkle Jahrhundert. Ein historisches Porträt (Graz u. a. 1971). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Sabine Klapp
Soziale Mobilität im Mittelalter (mit Tutorium)
3 st., Di 16:00–18:00
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Tutorium: Zeit wird im Semester bekannt gegeben. Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Die mittelalterliche Gesellschaft war ständisch gegliedert, doch lassen sich innerhalb dieser Hierarchie Auf- und Abstiegsprozesse sowohl einzelner Personen als auch ganzer Gruppen beobachten. Herrschernähe, Amt und Funktion, Bildung oder Reichtum konnten dabei zu Ventilen des Aufstiegs werden, während Armut zum Abstieg führen konnte. Im Proseminar soll anhand ausgewählter Quellen in die Grundlagen der mittelalterlichen Sozialgeschichte eingeführt werden. Das Thema „soziale Mobilität“ wird dabei am Beispiel von Phänomenen wie „Freiheit und Unfreiheit“, Ministerialität und Niederadel, geistliche Karrieren oder städtische Gesellschaft in den Blick genommen werden. Zugleich werden zentrale Fragestellungen, Arbeitsgebiete, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte vermittelt.

Literatur: Andermann, Kurt; Zeilinger, Gabriel (Hrsg.):Freiheit und Unfreiheit. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Facetten eines zeitlosen Problems(Kraichtaler Kolloquien 7), Epfendorf 2010; Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 2006; Meinhardt, Matthias; Ranft, Andreas u.a. (Hrsg.): Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Mittelalter, München 2007, Kapitel II: Soziale Gruppen in Europa.

Leistungsnachweis:

Dr. Thomas Kohl
Europa im Jahr 1000
3 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001 Beginn: 15.04.2013
Mo 12:00–13:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 15.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Die erste Jahrtausendwende verleitet die Forschung seit langem dazu, in diesem Datum einen epochalen Einschnitt zu sehen. Tatsächlich gab es einschneidende Ereignisse und wichtige Entwicklungen, die sich auf diesen Zeitraum zuspitzen lassen: Während Kaiser Otto III. von Rom aus die Erneuerung des Römischen Reichs versucht, beobachtet man in Frankreich mit dem Wechsel zu den Kapetingern einen Zerfall der politischen Ordnung und den Beginn der Epoche des von Fragmentierung und Gewalt gekennzeichneten Feudalismus. In Mittel-, Nord- und Osteuropa entstehen in der gleichen Zeit neue christliche Königsreiche; England wird von dänischen Eroberungsversuchen bedroht und leidet unter hohen Tributzahlungen, während an den Peripherien Europas Basileos II. Byzanz zu einer letzten Blütezeit führt und – am anderen Ende Europas – Leif Erikson von Grönland aus nach Amerika reist. Dabei soll es auch um die Frage gehen ob und wie die Menschen die Jahrtausendwende wahrnahmen. In einem Querschnitt soll am Beispiel dieser nahezu zeitgleichen Ereignisse und Entwicklungen in die Themen und Methoden der mittelalterlichen Geschichte eingeführt werden. 

Literatur: Menschen im Jahr 1000. Ein Lesebuch, hg. v. Franz-Josef Brüggemeier/Georg Hoffmann, Freiburg u.a. 1999; allgemein zum Studium der mittelalterlichen Geschichte: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB 2575), Stuttgart 32007.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Carola Föller
1066 and All That. Die Eroberung Englands durch die Normannen
3 st., Do 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 18.04.2013
Do 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Die Eroberung Englands durch den normannischen Herzog Wilhelm II. 1066 gilt als eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Landes. Üblicherweise wird sie als Wendepunkt betrachtet, die zu tiefgreifenden Veränderungen in fast allen Lebensbereichen führte, ausgelöst durch den Austausch der politischen Eliten. Neuere Forschungen betonen hingegen stärker Kontinuitäten, die den vermeintlichen Epochenbruch überdauerten. Diese Diskussion wird auch im Zentrum des Proseminars stehen: Bedingt der Austausch von Eliten politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Wandel? Wie tiefgreifend war überhaupt der Elitenwechsel? Inwiefern passten sich die Eroberer den vorgefundenen Gegebenheiten an? Wann und unter welchen Bedingungen wurden Strukturen ersetzt oder verändert? Und welche Folgen hatte dies? In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen und Forschungen sollen die grundlegenden Arbeitstechniken mediävistischer Geschichtswissenschaft erlernt und die wichtigsten Hilfsmittel vorgestellt werden.

Literatur: Richard Huscroft, The Norman Conquest. A New Introduction, New York 2009. Eine ausführliche Literaturliste wird im Proseminar besprochen. Der Titel des Proseminars bezieht sich auf eine Parodie des britischen Geschichtsunterrichts: Walter Carruthers Sellar, Robert Julian Yeatman,1066 and All That. A Memorable History of England, Comprising All The Parts You Can Remember, Including 103 Good Things, 5 Bad Kings, and 2 Genuine Dates, London 1930.  

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Heinrich der Löwe
3 st., Mi 13:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern (ca. 1130–1195), war lange Zeit wichtigster Gefolgsmann und Unterstützer Kaiser Friedrich Barbarossas, in späteren Zeiten dann dessen großer Gegenspieler, der vom Kaiser seiner Lehen beraubt wurde und ins englische Exil flüchten musste. Der älteren Forschung war Heinrich deshalb kaum mehr als die eine Seite des berühmten „staufisch-welfischen Gegensatzes“. Doch wird man dem Welfen damit gerecht, oder anders gefragt: War Heinrich nicht vielleicht eine Persönlichkeit, dessen Tun und Handel als Herzog und „Großer“ des Reichs nicht immer nur ausschließlich auf die Kooperation mit bzw. den Gegensatz zu den Staufern bezogen werden muß? In welcher Tradition von „Familie“ und „Herrschaft“ sah sich Heinrich, ganz unabhängig von seinem Vetter Friedrich? In welchen verwandtschaftlichen Beziehungen stand Heinrich zu anderen europäischen Adelshäusern, und welche Rolle spielte sein Hof als kulturelles Zentrum der welfischen Herrschaft? Und war es schließlich wirklich der Gegensatz zweier „Dynastien“, die zum Bruch zwischen Heinrich und Friedrich führten? Diesen und anderen Fragen wird das Seminar nachgehen; es sollen gleichzeitig grundlegende Strukturen von Politik, Verfassung und Gesellschaft des 12. Jahrhunderts erläutert werden. Das obligatorische Tutorium führt in die Quellen, Methoden und die Hilfsmittel der historischen Mediävistik ein.

Literatur: Ehlers, J.: Heinrich der Löwe. Eine Biographie, München 2008; Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, mehrere Auflagen, Konstanz 2004ff.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Friedrich Barbarossa
3 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn:
Mi 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: wird noch bekannt gegeben
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Neben Karl dem Großen zählt Friedrich Barbarossa (1152–1190) wohl zu den populärsten Herrschern des Mittelalters, in den schon die Zeitgenossen große Erwartungen setzten. Der Geschichtsschreiber Otto von Freising, ein enger Verwandter Friedrichs, bezeichnete ihn als „friedebringenden Eckstein“, der die rivalisierenden Adelsfamilien der Staufer und Welfen verbinden sollte. In der historischen Forschung, die sich seit jeher mit der Zeit der Person Barbarossas auseinander setzte, hat das politische Handeln Friedrichs in der jüngsten Zeit eine Umdeutung erfahren: verletzte Ehre als zentraler Begriff bildete eine starke Triebfeder für Barbarossas politische Motive. Das Proseminar stellt anhand ausgewählter Themenbereiche Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte vor.

Literatur: Thematisch: Knut Görich: Friedrich Barbarossa: eine Biographie, München 2001. – Johannes Laudage: Friedrich Barbarossa (1152–1190). Eine Biografie, Regensburg 2009. – Werner Hechberger, Florian Schuller (Hg.): Staufer und Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter, Regensburg 2009. Methodisch: Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 22004. – Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, UTB Verlag, 32006.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Niklas Konzen
Fehdeführung und Reichsreform im 15. Jahrhundert KANN LEIDER NICHT STATTFINDEN
3 st., Fr 16:00–18:00
Ort: Raum HS 1 (Neue Aula)

Beginn: 19.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Die Alltäglichkeit gewaltsamer Selbstjustiz wie auch ihre politische oder räuberische Instrumentalisierung machten das spätmittelalterliche römisch-deutsche Reich zu einem Schauplatz kontinuierlicher Kleinkriege. Unter den Folgen litten vor allem die Landbevölkerung und  der städtische Handel. Im Lauf des 15. Jahrhunderts diskutierten und verhandelten daher Gelehrte und Herrschaftsträger über die Frage einer effektiveren Rechts- und Friedenswahrung im Reich, ein Prozess, der mit der Verabschiedung des Ewigen Landfriedens auf dem Wormser Reichstag 1495 seinen vorläufigen Abschluss fand. Im Seminar sollen diese Themen anhand ausgewählter Rechtstexte und Fallbeispiele beleuchtet werden. Zugleich führt das Seminar in die Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.  

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

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Übungen

Christian Schwaderer, M. A.
Einführung Mittellatein
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Ein Großteil aller Schriftquellen zur abendländischen Geschichte des Früh- und Hochmittelalters sind in (mittel)lateinischer Sprache verfasst. Viele davon wurden noch nie in eine moderne Sprache übersetzt. Latein-Kenntnisse, die die Lektüre und Interpretation all dieser Texte erlauben, sind mithin auch heute noch für alle Mittelalter-HistorikerInnen unabdingbar. Die Übung will Studierende mit Kenntnissen des klassischen Lateins in die Besonderheiten des mittelalterlichen Lateins, wichtige Hilfsmittel und Nachschlagewerke und „Work-Around-Strategien“ zum Textverständnis einführen. Dies soll (nach allgemeinen Einführungssitzungen) anhand der Lektüre und Besprechung mittellateinische Texte unterschiedlicher Gattungen erfolgen. Die Übung richtet sich nicht zuletzt an Studierende, die im laufenden Semester eine Klausur mit Interpretation einer mittellateinischen Quelle vor sich haben oder aktuell (etwa im Rahmen einer Hausarbeit) mittellateinische Texte bearbeiten.

Literatur:

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (mündliches  Übersetzen in der Übung) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung  (15min. mündlich oder in Form einer schriftlichen Textbearbeitung) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für  den Wahlbereich.

M.A. Peter Zeller / Andreas Öffner, M. A.
Wandel deuten – Methodische Zugriffe auf historische Wandlungsprozesse in Antike und Mittelalter
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum R. 33 (Hegelbau)
Beginn: 17.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Auf den ersten Blick erscheint es unproblematisch, als Historiker von Wandel zu sprechen: Gesellschaftliche Bedingungen verändern sich ebenso wie etwa Weltbilder oder die Alltagskultur – aber Wandel begegnet nicht nur empirisch bei der Untersuchung bestimmter Forschungsgegenstände, sondern konstituiert – als Voraussetzung historischer Diversität – ganz grundsätzlich deren Geschichtlichkeit. So allgemein diese Feststellung ist, so konkret sind die Fragen, die sich für eine jede Analyse von Wandlungsprozessen ergeben: Was verändert sich im einzelnen, was bleibt konstant? Für wen ändert sich etwas und wer berichtet darüber? Historische Interpretationen sind nicht nur an das jeweilige Quellenmaterial gebunden, sondern aufgrund ihrer (re-)konstruierenden Perspektive immer auch an zahlreiche Vorannahmen. In dieser Übung wollen wir uns dem Thema „Wandel“ daher auf verschiedenen Ebenen nähern: Was berichten unsere Quellen? Wie interpretiert die moderne Geschichtswissenschaft die entsprechende historische Situation? Im Zentrum soll dabei neben der konkreten historischen Erzählung auch die Frage stehen, wie Wandel konzeptionell gefasst werden kann und mit welchen methodischen Mitteln die moderne Geschichtswissenschaft auf Wandlungsprozesse zuzugreifen versucht. Drei dieser Methoden wollen wir vertiefend diskutieren und erproben; unsere Versuchsfelder werden die griechische Polis, der Epochenwechsel von Antike zu Mittelalter sowie die Herrschaft Ludwigs des Frommen sein. Entsprechend richtet sich die Übung in erster Linie an Studierende aus den Bereichen Alte Geschichte und Mittelalterliche Geschichte. Neben der Übernahme eines Referats werden eine intensive mündliche Beteiligung und die regelmäßige, gründliche Präparation der zur Verfügung gestellten Quellen- und Theorietexte erwartet.

Literatur: wird in der Übung bekanntgegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür denWahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Ph.D. Marita Weissenberg
Saints and Sanctity. Topics from the Beginnings to the Protestant Reformation
2 st., Mo 12:00–14:00
Beginn: 27.05.2013
Do 12:00–14:00
Beginn: 30.05.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Saints are created by and for those who admire their holy way of life, miracles, or witness for the faith. As such, the study of saints can tell a historian much about societies that venerated them, wrote about them, and canonized them. Saints and sanctity are also the focus of rich and varied sources that historians can draw from to understand the past. In this course, we will examine topics in the development of saints and sanctity from the earliest centuries of Christianity until the Protestant Reformation. A central focus of the seminar is to examine what sanctity can be within its historical context, and to discuss the challenges of studying religious belief in various frameworks of time and space. We will look at typologies of sanctity, important sources that address saints, as well as discuss how these have been used to understand the past by contemporary scholars.  An important part of the course is to examine and discuss the interaction of primary and secondary sources, how to construct a historical argument and use evidence to support it, discuss challenges different types of sources pose the historian. One of the goals for this course is to give students experience working in English. We will read all materials in English translation and discuss them in English. All written assignments will also be in English. However, the reading, thinking, and ideas of the students will be considered more important than correct use of English – we will work together to focus on the intellectual contributions of each participant, not language issues.

Literatur:

Leistungsnachweis:

Christoph Haack, M. A.
Krieg und Beute im Karolingerreich
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 10 (Alte Archäologie)
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Englisch- und Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Krieg war ein zentrales Element der karolingischen Gesellschaft. Die politische Gemeinschaft war gleichbedeutend mit dem Heer und zog praktisch jährlich in den Krieg. Die Forschung hat Krieg- und Kriegführung in der Karolingerzeit klassischerweise auf der Grundlage des Lehnswesens interpretiert. Neuere Erklärungsansätze deuten hingegen Beute und Tribut als Grundlage der frühmittelalterlichen Kriegerkultur. Die Übung vollzieht diese Neudeutung nach, indem der Umgang mit Quellen und Forschungsliteratur geübt wird.

Literatur: Hans-Henning Kortüm, Kriege und Krieger 500–1500 (Stuttgart 2010). – Timothy Reuter, Carolingian and Ottonian Warfare, in: Maurice H. Keen (Hg.), Medieval Warfare. A History (Oxford 1999) 15–35.

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen).  

Dr. des. Annette Grabowsky
Das Leben Karls des Großen: Einhards Vita Karoli Magni
2 st., Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 111 (Universitätskasse u.a.)
Beginn: 17.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.  

Inhalt: Die Vita Karls des Großen aus der Feder Einhards († 840) war bereits im Mittelalter ein vielgelesener Text. Diese erst einige Zeit nach Karls Tod (814), wohl kurz vor 830, verfasste Lebensbeschreibung zeichnet nicht nur ein Bild der Person Karls des Großen, sondern gibt auch Einblicke in dessen Herrschaftszeit. Darüber hinaus kann sie aber auch als Ego-Dokument ihres Autors gelesen werden, der auch nach Karls Tod noch einer der Großen am Hof von Karls Sohn und Nachfolger Ludwig blieb, bevor er sich um 830 vom höfischen Leben zurückzog. In dieser Übung soll Einhards Karlsvita abschnittsweise gelesen und immer wieder mit anderen zentralen Quellen der Karolingerzeit verglichen werden.

Literatur: Einhard, Vita Karoli Magni. Das Leben Karls des Großen. Lateinisch/Deutsch, hg. von Evelyn Firchow (Reclams Universal-Bibliothek 1996, Stuttgart 1995) (Textgrundlage für die Sitzungen, zur Anschaffung empfohlen); Wilfried Hartmann, Karl der Große (Urban-Taschenbücher 643, Stuttgart 2010); Matthias Becher, Karl der Große (Beck’sche Reihe. Beck Wissen 2120, München 52007). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Harald Sellner, M. A.
"Wunderbare Geschichten": Mirakelberichte aus dem Hochmittelalter (12. Jh.)
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum P:16 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 17.04.2013
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Bemerkungen: Gute Latein- und Französischkenntnisse unbedingt vorausgesetzt. Anmeldung online.

Inhalt: Unerwartete Heilung, Errettung aus Gefahr, plötzlicher Tod, …: Der mittelalterliche Mensch hatte für derartige Erfahrungen mehr oder minder klare Erklärungsmodelle. Für die theologisch gelehrten Zeitgenossen offenbarte sich darin das wundersame Wirken Gottes auf Erden, das durch die Anrufung von Heiligen und durch deren Fürsprache bei Gott herbeigeführt werden konnte. Für die Mehrheit der Gläubigen waren es aber meist die Heiligen selbst die Wunder taten und deswegen verehrt wurden. In der mittelalterlichen Vorstellung waren Wunder deutliche Zeichen für die Heiligkeit von Personen und Orten, ihre Dokumentation in Form von Mirakelsammlungen ein wichtiger Bestandteil der Heiligenkulte. Die Übung zielt darauf ab, den Studierenden die Quellengattung der Mirakelberichte näher zu bringen. Anhand von ausgewählten Texten sollen Einblicke in die Vorstellungswelt, Mentalität, aber auch in Alltag und Gesellschaft des Hohen Mittelalters vermittelt werden. Ferner  wird sich die Übung der Frage nach der Funktion solcher Texte zuwenden. Da nur wenige Mirakelberichte in moderne Sprachen übersetzt sind, ist eine Teilnahme an der Übung nur mit guten Latein- und Französischkenntnissen sinnvoll.

Literatur: Hériman de Tournai, Les miracles de Sainte Marie de Laon, (Sources d’histoire médiévale 36), Paris 2008. Galbert von Marchiennes, Miracula Sanctae Rictrudis, AASS Mai III, S. 118–140. Galbert von Marchiennes, Patrocinium, AASS Mai III, S. 140–153.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. Iris Holzwart-Schäfer
"Große Selbstsucht, heillose Unordnung" – Florenz im Spiegel der Stadtchronistik des 14. und 15. Jahrhunderts
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2013
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Bemerkungen: Latein- oder Italienischkenntnisse sind wünschenswert. Anmeldung online

Inhalt: Im Florenz der Renaissance blühten nicht nur Handwerk und Handel, Kunst und Literatur, sondern auch die Stadtchronistik und die Reflexion über Politik und Herrschaft. Die Übung vermittelt einen Überblick über die Geschichte der Stadt von der Zeit Dantes (†1321) bis zur Herrschaft Lorenzos des Prächtigen (1469–1492) und führt in die Lektüre und Interpretation zeitgenössischer Chroniken und Memoiren ein. Diese geben lebendige Einblicke nicht nur in die Organisation des Gemeinwesens, in innerstädtische Machtkämpfe und außenpolitische Bündnisse und Konflikte, sondern auch in die politischen Vorstellungen, in Selbstverständnis und Weltbild der Verfasser.

Literatur: Gene Brucker: Florenz in der Renaissance: Stadt, Gesellschaft, Kultur, Reinbek (Hamburg) 1990; Louis Green: Florence and the republican tradition, in: The new Cambridge medieval history,  Bd. 6: c. 1300 – c. 1415, hg. von Michael C. E. Jones, Cambridge (2000), S. 469–487; John M. Najemy: A History of Florence 1200–1575, Malden (Mass.) 2008. Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich.

Dr. Olga Keller
Mittel und Wege der christlichen Missionierung Mittel- und Osteuropas im Mittelalter
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Die Übung steht Studierenden aller Semester offen. Anmeldung online.

Inhalt: Die Übung behandelt Aspekte der Missionierung Mittel- und Osteuropas in einem zeitlichen Längsschnitt vom Früh- bis in das Hochmittelalter auf der Basis ausgewählter Quellen und unter Berücksichtigung aktueller Forschungsfragen.

Literatur: Zwischen Rom und Byzanz: Leben und Wirken der Slavenapostel Kyrillos und Methodios nach den Pannonischen Legenden und der Klemensvita; Bericht von der Taufe Rußlands nach der Laurentiuschronik, übersetzt, eingeleitet u. erklärt von Josef Bujnoch, 2. Aufl. Graz u.a. 1972 (Slavische Geschichtsschreiber 1); Europas Mitte um 1000, hg. v. Alfried Wieczorek und Hans-Martin Hinz, Ausstellungskatalog und Handbuch zur Ausstellung, Darmstadt 2000 (Europarat-Ausstellung 27); Christian Rohr: Zwischen Bayern und Byzanz. Zur Missionsgeschichte Osteuropas im Früh- und Hochmittelalter, Salzburg 2003 (http://www.uni-salzburg.at/pls/portal/docs/1/544327.PDF (mit weiterer Literatur)); Márta Font: Im Spannungsfeld der christlichen Großmächte. Mittel- und Osteuropa im 10.-12. Jahrhundert, Herne 2008.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. Andreas Schmauder / Dr. des. Marco Veronesi
Wir machen eine Ausstellung
2 st.
Do, 18.4. 16–18 (Raum 201, wie geplant)
Do, 2.5., 16–18 (Raum 201, wie geplant)
Fr, 14. Juni, 10–18 (Museum Humpis-Quartier Ravensburg)
Fr, 12. Juli, 10–18 (Raum 7 (Alte Archäologie)
Beginn: 12.07.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse; Spanisch- und Katalanischkenntnisse von Vorteil. Anmeldung online.

Inhalt: Das vor wenigen Jahren neu eingerichtete "Museum Humpis-Quartier" (MHQ) in der ehemaligen Reichsstadt Ravensburg beschäftigt sich neben der allgemeinen Geschichte der Stadt zu einem großen Teil mit der Geschichte der bekannten Ravensburger Fernhändler-Familie Humpis und ihrer Handelsgesellschaft. Diese Gesellschaft, an der auch Kaufleute aus einer Vielzahl anderer oberschwäbischer Städte beteiligt waren, unterhielt auf allen wichtigen europäischen Handelsplätzen eigene Niederlassungen. Das MHQ hat 2012 damit begonnen, den Orten dieser Niederlassungen einen Zyklus von Wechselausstellungen zu widmen. Nach einer ersten, der ehemaligen italienischen Seerepublik Genua gewidmeten Ausstellung soll dieser Zyklus 2014/15 mit einer Ausstellung zur katalanischen Metropole Barcelona weitergeführt werden. Thematisch geht es dabei um die Rolle Barcelonas als Hauptort der gleichnamigen Grafschaft, um den Aufstieg der Stadt zu einer europäischen Handelsmetropole, um ihr Ausgreifen in den gesamten Mittelmeerraum bis in die Levante, ihre Gewerbestruktur, ihre Sozialtopographie, um ihre Eliten, und schließlich auch um den Niedergang der Stadt und den verheerenden Bürgerkrieg in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In der Übung sollen also zum einen wichtige Themen der Geschichte Barcelonas und Kataloniens vermittelt werden, zum anderen aber auch – am konkreten Beispiel – wichtige Grundlagen der Museumsdidaktik, der Szenografie und des "Museumsbetriebs".  Es ist dabei durchaus daran gedacht, daß einzelne, in der Übung gemeinsam oder in Gruppen erarbeitete Ergebnisse in die Ausstellung einfließen. Dazu gehört auch die Entwicklung eines museumspädagogischen Moduls für Schulklassen. Erwartet werden deshalb ein hohes Engagement und die Bereitschaft, sich selbständig in einze lne Bereiche der Thematik einzulesen und diese gemäß den – zuvor erarbeiteten – museumsdidaktischen Richtlinien umzusetzen.

Literatur: H. Kunz-Ott/S. Kudorfer (Hg.): Kulturelle Bildung im Museum. Aneignungsprozesse, Vermittlungsformen, Praxisbeispiele, Bielefeld 2009; H. John/A. Dauschek (Hg.): Museen neu denken. Bielefeld 2008; D. R. Bauer/K. Herbers (Hg.): Oberschwaben und Spanien an der Schwelle zur Neuzeit, Ostfildern 2006; K. Herbers: "Das kommt mir spanisch vor". Zum Spanienbild von Reisenden aus Nürnberg und dem Reich an der Schwelle zur Neuzeit, in: Id./G. Blennemann (Hg.), Pilger, Päpste, Heilige. Ausgewählte Aufsätze zur europäischen Geschichte des Mittelalters, Tübingen 2010, S. 81–110.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Prof. Dr. Ellen Widder
Mittelalterliche Geschichte vor Ort. Auf den Spuren der Margarete „Maultasch”
2 st., Do 20:00–22:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 02.05.2013
Ort: Innsbruck und Bozen
Beginn: 05.07.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online. Die Übung findet als Blockveranstaltung statt: 5.–8. Juli 2013 in Innsbruck und Bozen. Vorbesprechung am Do, 02. Mai 2013, 20–22 (Ort wird noch bekannt gegeben).

Inhalt: 1363, also vor genau 650 Jahren, konnten die Habsburger mit der Grafschaft Tirol einen enormen Macht- und Territorialgewinn verbuchen. Dies hatten sie vornehmlich der politischen Situation in der Grafschaft mit der verwitweten und erbenlosen Landesherrin, Gräfin Margarete „Maultasch“ von Tirol (*1318 †1369), und der Kooperation mit den sog. Tiroler „Landherren“, d.h. einflussreichen Teilen des dortigen Adels, zu verdanken. Margarete gehört bis heute zu den am stärksten skandalumwitterten Frauen des Spätmittelalters. Sie hat nicht zuletzt dadurch ihren Weg bis in die moderne Literatur gefunden. Bei einem derartigen Nachleben fällt es schwer, Historizität von Mythenbildung zu trennen, zumal den Habsburgern aus spezifischen Gründen nicht wirklich an der Pflege ihres Andenkens gelegen war. Daher lohnt der Blick auf die bis heute problematisch erscheinende Persönlichkeit im Kontext der politischen Entwicklungen Tirols. Anhand von zwei laufenden Ausstellungen zum Jahr 1363 in Innsbruck und Bozen mit vielen Originalexponaten sowie dem Besuch von „Orten der Macht und Ohnmacht“ Gräfin Margaretes soll ihr Leben im Spannungsfeld von „hoher“ Politikgeschichte, dynastisch gebundener Herrschaft, weiblichen Handlungsmöglichkeiten und –grenzen an Originalschauplätzen und Originalquellen in Augenschein genommen und kritisch beleuchtet werden.

Literatur: Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007 (Schlern-Schriften 339); Margarete Gräfin von Tirol – Margareta contessa del Tirolo. Ausstellungskatalog Landesmuseum Schloss Tirol, hg. v. Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Schloss Tirol, Innsbruck 2007.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. Sabine Klapp
Zisterzienser im deutschen Südwesten in Mittelalter und Früher Neuzeit
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 16.04.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Der Zisterzienserorden mit seiner straffen Hierarchie gilt als erster Orden des Mittelalters. An der Wende zum 12. Jahrhundert gegründet, entfaltete er eine große Anziehungskraft und breitete sich innerhalb weniger Jahrzehnte über weite Teile Europas aus. Mit ihrer spezifischen Wirtschaftsweise und Baukunst hatten die Zisterzienser von Bebenhausen, Tennenbach oder Maulbronn einen prägenden Einfluss auf die südwestdeutsche Kulturlandschaft. Nach einer Einführung in die mittelalterliche Ordensgeschichte werden verschiedene Aspekte wie technische Innovationen und Wirtschaftstätigkeit der Zisterzienser, Frömmigkeit und Spiritualität sowie Bildung und Alltag der geistlichen Männer und Frauen im Mittelpunkt stehen.

Literatur: Eberl, Immo: Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens, Stuttgart 2002; Felten, Franz J. (Hrsg.): Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter (Vita regularis 42), Berlin 2009; Frank, Karl Suso: Geschichte des christlichen Mönchtums, 6., aktualisierte Auflage Darmstadt 2010.

Leistungsnachweis:

Dr. Andreas Schmauder
Reichsstädte im deutschen Südwesten: Grundzüge und Quellen (mit Exkursion)
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 25.04.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Die hohe Dichte an Reichsstädten gehört zu den kennzeichnenden Elementen Südwestdeutschlands im Spätmittelalter und der Neuzeit. Anhand einschlägiger Quellen sollen Stellung und Bedeutung von Bürgermeister und Rat, Kirche und Schule sowie Handel, Markt und Handwerk in Grundzügen erarbeitet und ein Einblick in die gesellschaftlichen und sozialen Strukturen der Städte gegeben werden.

Literatur: Engel, Evamaria: Die deutsche Stadt im Mittelalter, Düsseldorf 2005; Hirschmann, Frank G., Die Stadt im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84), München 2009; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988.

Leistungsnachweis:

Petra Kurz, M. A.
Ein landesgeschichtliches Juwel: Die Kirchheimer Chronik der Magdalena Kremerin (mit Stefanie Neidhardt)
2 st., Di 12:00–14:00
Beginn: 16.04.2013
Mi 08:00–10:00
Beginn: 17.04.2013
Mi 08:00–10:00
Beginn: 29.05.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Diese Übung möchte verschiedene Aspekte des Lebensalltags geistlicher Frauen und ihrer Gemeinschaften im Spätmittelalter anhand ausgewählter Originalquellen thematisieren. Am Beispiel des Konflikts um die Reform des Kirchheimer Klosters sollen die Reformen der Dominikanerinnen im Südwesten des Reiches nachgezeichnet werden. Neben den Auseinandersetzungen innerhalb des Klosters, mit der Stadt Kirchheim und der württembergischen Landesherrschaft sollen auch Aspekte spätmittelalterlicher Klosterwirtschaft und Frömmigkeit thematisiert werden. Die Quellenlektüre der originalen spätmittelalterlichen Handschriften und deren Interpretation stehen dabei im Vordergrund. Wir werden in der Übung daher paläographische Grundkenntnisse erarbeiten und eine Einführung in Aufbau und Sprache verschiedener spätmittelalterlicher Quellen gegeben. Nicht zuletzt wird die Bedeutung der Kirchheimer Chronik für die Landesgeschichte erschlossen werden, verdankt die Chronik doch ihre Erhaltung maßgebend dieser Tatsache. Die Übung versteht sich als Einleitung und Vorbereitung für die Teilnahme an einer international ausgeschriebenen wissenschaftlichen Tagung, die am 23./24.Mai 2013 in Kirchheim stattfinden wird und vom Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften veranstaltet wird. Das Thema dieser Vortragsreihe ist: „Die Chronik der Magdalena Kremerin im interdisziplinären Dialog“.

Literatur:

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Sprachkurse | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

Prof. Dr. Immo Eberl
Das Ostfränkische Reich 840–919
2 st., Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 17.05.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 31.05.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 21.06.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 05.07.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 12.07.2013
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 19.07.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Zur Aufnahme in das Hauptseminar wird nach der erfolgreichen Anmeldung im Campus-System auch eine Anmeldung beim Dozenten per Email an die Adresse: Immo.Eberl@ellwangen.de erwartet.

Inhalt: Der Zerfall des Karolingerreiches begann mit den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen. Der Vertrag von Verdun (843) war der erste entscheidende Schritt dazu. Das Mittelreich Lothars I. wurde endgültig mit dem Vertrag von Meerssen (870) für den Bereich nördlich der Alpen zwischen dem Ost- und Westfränkischen Reich aufgeteilt. Nach dem Tode Ludwigs des Deutschen (876) verlor das Ostfränkische Reich unter den kurzen Regierungen seiner Nachkommen bis zum Erlöschen der ostfränkischen Karolinger 911 immer mehr an politischer Ausstrahlungskraft, da es gleichzeitig durch die Einfälle der Wikinger und der Ungarn im Norden, Westen und Süden immer mehr erschüttert wurde. Die nochmalige Reichseinheit (885–887) unter Karl den Dicken blieb eine vorübergehende Episode. Das politisch, wirtschaftlich und kulturell ausgeblutete Reich wählte 911 mit Konrad I. einen Herrscher aus einer neuen Dynastie, der aber an der sich ausweitenden macht des jüngeren Stammesherzogtümer trotz kirchlicher Unterstützung scheiterte.

Literatur: Ernst Dümmler, Geschichte des Ostfränkischen Reichs, Band 1 – 3, Leipzig 1887ff., NDr. Hildesheim 1960ff.; Gebhardt, Handbuch der Deutschen Geschichte, Band 2: Rudolf Schieffer, Die zeit des karolingischen Großreichs (714–887), 10. Aufl. Stuttgart 2005; Band 3: Die Zeit der später Karolinger und der Ottonen (888–1024), 10. Aufl. Stuttgart 2008.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Immo Eberl
Die Zisterzienser zwischen Filiationen und Kongregationen. Ein Orden zwischen der geistigen Welt Bernhards von Clairvaux und den Reformen des Spätmittelalters (Kompaktseminar mit Exkursion)
2 st., Sa 10:00–12:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 23.03.2013
Sa 13:30–15:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 23.03.2013
21.04.–27.04.2013
Ort: Zisterzienserstift Heiligenkreuz
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Bemerkungen: Kompaktseminar mit Exkursion. Vorbereitende Sitzung am 23.03.2013. Die Kompaktphase (21.04–27.04) findet im Zisterzienserstift Heiligenkreuz. Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. statt. Die Teilnahme an dem Hauptseminar ist auf 10 Teilnehmer beschränkt, da die Phil-Hist. Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz ebenfalls 10 Teilnehmer an dem Seminar stellen wird. Zur Aufnahme in das Hauptseminar wird nach der erfolgreichen Anmeldung im Campus-System auch eine Anmeldung beim Dozenten per Email an die Adresse: Immo.Eberl@ellwangen.de erwartet.

Inhalt: Das Seminar will mit seiner Durchführung in einem bestehenden Zisterzienserstift in die Geschichte, Organisation und Geistesgeschichte des Zisterzienserordens und ebenso unmittelbar in dessen tägliches leben nach der Ordensregel einführen. Dazu wird neben der Darstellung des organisatorischen Aufbaus des Ordens seit dem frühen 12. Jahrhundert auch die hinter diesem Aufbau stehende geistige Welt Bernhards von Clairvaux und seiner Ordensbrüder aufgrund von Bernhards Werken und seiner Biographie eingehend untersucht. Mit der zunehmenden Entwicklung der Nationalstaaten im Spätmittelalter wurde von diesen die über sie hinausreichende Organisation der Filationen mehr und mehr abgelehnt und die auf die Nationalstaaten zugeschnittene Form der Kongregation als neue Organisationsform gefordert. Diese begann sich im 15. Jahrhundert zu entwickeln, obwohl die Filiationen weiterhin bestehen blieben. Diese Entwicklung im Spätmittelalter verlief zeitgleich mit den einsetzenden Reformmaßnahmen im Orden. Diese Entwicklungen sollen ebenso eingehend behandelt werden wie die Teilnehmer durch ihre Beteiligung am täglichen Konventsleben mit den Tagzeiten die praktische Umsetzung der Ordensregel erfahren. Die Exkursion soll dazu in weitere noch bestehende Zisterzen, wie Wilhering und Lilienfeld führen, um weitere Zisterzienserstifte kennen zu lernen.

Literatur: Immo Eberl, Die Zisterzienser. Ein europäischer Orden, 2. Auflage Ostfildern 2007

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Adlige Frauen im Mittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Beginn: 22.04.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Das Seminar befaßt sich mit der Stellung und den Handlungsmöglichkeiten adliger Frauen in der spätmittelalterlichen Gesellschaft in zwei zentralen Lebensbereichen: als weltliche Fürstin, Gräfin oder Herrin sowie als Geistliche. Die Grundlagen in Erb- und Familienrecht werden genauso behandelt wie die Fragen der adligen Familienstrategie und deren Auswirkung auf weibliche Lebensläufe. Thema wird aber auch die Herrschaft geistlicher Fürstinnen, insbesondere von Äbtissinnen bedeutender Klöster und Frauenstifte sein. Dabei sollen neben älteren Ansätzen der historischen Frauenforschung vor allem neuere Forschungen zur vergleichenden Genderforschung, sowie zur adligen Familie diskutiert werden.

Literatur: Einführende Literatur: Karl-Heinz Spieß, Familie und Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte 111), Stuttgart 1993; Jörg Rogge (Hg.), Fürst und Fürstin. Familien­beziehungen und Handlungsmöglichkeiten von hochadeligen Frauen im Mittelalter (Mittelalter-Forschungen 15), Ostfildern 2004.

Leistungsnachweis:

Dorothea Kies, M. A./Prof. Dr. Steffen Patzold
Juden, Ketzer, Heiden. Die Wahrnehmung religiös Anderer im 13. Jahrhundert
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Erwartet werden Kenntnisse der Ereignisse und Strukturen des 13. Jahrhunderts. Anmeldung online.

Inhalt: Die Trias „Ketzer – Juden –  Heiden“ begegnet schon in mittelalterlichen Quellen. Sie benennt bedeutende Minoritäten des Mittelalters: Diese befanden sich zwar am Rande der christlichen Mehrheitsgesellschaft, waren aber dennoch teilweise integriert. In dem Seminar werden wir gemeinsam untersuchen, wie die Darstellung dieser Randgruppen in den Quellen erfolgt und welche Unterschiede zwischen ihnen gezogen wurden. Als Kerncorpus stehen dabei die historiographischen Quellen des 13. Jahrhunderts im Mittelpunkt, weil es in dieser Zeit zu einen deutlichem Wandel im Verhältnis zwischen Christen und Nicht-Christen kam. In dem Seminar werden aktuelle Forschungskonzepte der Mediävistik thematisiert, die sich mit Wahrnehmung und Deutung der so genannten „Anderen“ beschäftigen; d.h. denen, die nicht der christlichen Mehrheitsgesellschaft angehören bzw. sich von ihr lösen. Diese theoretischen Grundlagen werden dann an den Quellen nachvollzogen und diskutiert. Zu dem Seminar gehört ein hochschulöffentliches Abschlusskolloquium: Hier werden die Teilnehmer ihre Arbeitsergebnisse präsentieren und gemeinsam mit Experten diskutieren. Das Kolloquium findet am 27. September 2013 statt.

Literatur: Peter Biller, Christians and heretics, in: Christianity in Western Europe. C. 1100 – c. 1500, hg. v. M. Rubin/W. Simons (The Cambridge History of Christianity 4), Cambridge [u.a.] 2009, S.170–186; Hans-Werner Goetz, Wahrnehmungs und Deutungsmuster als methodisches Problem der Geschichtswissenschaft, in: Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 8 (2003), S. 23–33; Achim Landwehr, Das Sichtbare sichtbar mache. Annäherungen an 'Wissen' als Kategorie historischer Forschung, in: Geschichte(n) der Wirklichkeit. Beiträge zur Sozial- und Kulturgeschichte des Wissens, hg. v. id. (Documenta Augustana  11), Augsburg 2002, S. 61–89; Ora Limor, Christians and Jews, in: Christianity in Western Europe. C. 1100 – c. 1500, hg. v. M. Rubin/W. Simons (The Cambridge History of Christianity 4), Cambridge [u.a.] 2009, S. 135–148; Alexander Patschovsky, Feindbilder der Kirche: Juden und Ketzer im Vergleich (11.-13. Jahrhundert), in: Juden und Christen zur Zeit der Kreuzzüge, hg. v. A. Haverkamp (Vorträge und Forschungen  47), Sigmaringen 1999, S. 327–258; Frank Rexroth, Wissen, Wahrnehmung, Mentalität: Ältere und jüngere Ansätze in der Geschichtswissenschaft, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religionen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit,  hg. v. L. Grenzmann (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 4), Berlin 2009, S. 1–22.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Feiglinge, Versager, Verbrecher, Faulenzer. Skandalöse Männer im Spätmittelalter
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Ein Blick in die Geschichtsbücher lehrt, dass Geschichte vielfach als eine durch „große Männer“ zielstrebig gestaltete Entwicklung erzählt wird. Wie stark hier Geschichtsbilder wirken, erkennt man leicht daran, dass ein „Versagen“ als Herrscher das Nachleben von Männern negativ beeinflusst. Allerdings bliebt vielfach offen, was darunter zu verstehen ist und welchen Stellenwert ihm beizumessen ist. Schaut man sich etwas genauer in der Vergangenheit um, dann stößt man auf weitere Spielarten skandalösen männlichen Verhaltens. Das in den US-amerikanischen Kulturwissenschaften in den 1980er Jahren entwickelte Konzept der Genderforschung ist auch in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten rezipiert worden. Geschlecht wird dabei als eigene Forschungskategorie angesehen, wobei weniger nach dem natürlichen („sex“), sondern nach dem sozialen Geschlecht („gender“) gefragt wird. Man geht davon aus, dass Zuweisungen von Geschlechterrollen und Rollenerwartungen historisch und sozial gebunden – und damit auch veränderbar sind. Um solche Deutungen und Bewertungen soll es in diesem Hauptseminar gehen. Damit verbunden ist die Frage, wann und wodurch sie entstanden sind, ob bereits zeitgenössisch oder vielleicht erst durch die Bewertung einer vornehmlich männlich bestimmten Geschichtswissenschaft. Angeregt von der angloamerikanischen Gender-Forschung soll dabei nach den Handlungsnormen und Handlungsspielräumen von Männern mit Macht in der mittelalterlichen Gesellschaft gefragt und Beispiele diskutiert werden, bei denen die Festlegung auf spezifisch „männliche“ Zuordnungen und Tätigkeitsbereiche offenbar nicht funktioniert hat.

Literatur: Genderdiskurse und Körperbilder im Mittelalter. Eine Bilanzierung nach Butler und Laquer, hg. v. Ingrid Bennewitz und In grid Kasten, Münster 2002 (Bamberger Studien zum Mittelalter 1); Richard E. Zeikowitz: Homoeroticism and chivalry. Discourses of male same-sex desire in the fourteenth century, New York 2003; Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft, Frankfurt a. M. 2005; Raewyn (alias Robert W.) Connell: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, 3. Aufl. Wiesbaden 2006 (Geschlecht & Gesellschaft 8).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Margarete „Maultasch”. Erbtochter, „Hure”, Herrscherin?
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 23.04.2013
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Gräfin Margarete „Maultasch“ von Tirol (*1318 †1369) gehört sicher zu den am stärksten skandalumwitterten Frauen des Spätmittelalters. Sie hat nicht zuletzt dadurch ihren Weg bis in die moderne Literatur gefunden. Bei einem derartigen Nachleben fällt es schwer, Historizität von Mythenbildung zu trennen. Angesichts der Tatsache, dass es vornehmlich ihr zu verdanken ist, dass die Habsburger 1363, also vor genau 650 Jahren, mit der Grafschaft Tirol einen enormen Macht- und Territorialgewinn verbuchen konnten, lohnt der Blick auf ihre bis heute problematisch erscheinende Persönlichkeit. Margaretes Leben im Spannungsfeld von Erbtochter, „Hure“ und Herrscherin ermöglicht exemplarisch einen Blick auf das spannungsreiche Verhältnis von „hoher“ Politikgeschichte, dynastisch gebundener Herrschaft, weiblichen Handlungsmöglichkeiten und –grenzen, sowie auf die Bedeutung historischer Kontingenz und den nicht zu unterschätzenden Aspekt historiographischer Deutungshoheit(en).

Literatur: Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und früher Neuzeit, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini, Stuttgart 2000 (Residenzenforschung 11); Jörg Rogge, Nur verkaufte Töchter? Überlegungen zu Aufgaben, Quellen, Methoden und Perspektiven einer Sozial- und Kulturgeschichte hochadeliger Frauen und Fürstinnen im deutschen Reich während des späten Mittelalters und am Beginn der Neuzeit, in: Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter, hg. von Cordula Nolte u.a. (Residenzenforschung 14) Stuttgart 2002, 235–276; Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007 (Schlern-Schriften 339); Margarete Gräfin von Tirol &nda sh; Margareta contessa del Tirolo. Ausstellungskatalog Landesmuseum Schloss Tirol, hg. v. Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Schloss Tirol, Innsbruck 2007.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Sprachkurse | Kolloquien und Oberseminare

Sprachkurse

Christian Schwaderer, M. A.
Einführung Mittellatein
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2013
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Bemerkungen:

Inhalt: Ein Großteil aller Schriftquellen zur abendländischen Geschichte des Früh- und Hochmittelalters sind in (mittel)lateinischer Sprache verfasst. Viele davon wurden noch nie in eine moderne Sprache übersetzt. Latein-Kenntnisse, die die Lektüre und Interpretation all dieser Texte erlauben, sind mithin auch heute noch für alle Mittelalter-HistorikerInnen unabdingbar. Die Übung will Studierende mit Kenntnissen des klassischen Lateins in die Besonderheiten des mittelalterlichen Lateins, wichtige Hilfsmittel und Nachschlagewerke und „Work-Around-Strategien“ zum Textverständnis einführen. Dies soll (nach allgemeinen Einführungssitzungen) anhand der Lektüre und Besprechung mittellateinische Texte unterschiedlicher Gattungen erfolgen. Die Übung richtet sich nicht zuletzt an Studierende, die im laufenden Semester eine Klausur mit Interpretation einer mittellateinischen Quelle vor sich haben oder aktuell (etwa im Rahmen einer Hausarbeit) mittellateinische Texte bearbeiten.

Literatur:

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (mündliches  Übersetzen in der Übung) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung  (15min. mündlich oder in Form einer schriftlichen Textbearbeitung) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für  den Wahlbereich.

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Oberseminare/Kolloquien

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: nach Vereinbarung
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Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Kolloquium für fortgeschrittene Studierende und Doktoranden
2 st., Di 18:00–20:00
Beginn: 23.04.2013
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)