Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2012

» Last updated on 28. April 2012 - 16:45. | Originally submitted on 3. February 2012 - 13:55.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System ( Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Karl der Große
2 st., Fr 10:00–12:00
Beginn: 27.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Keplerstr. 2, HS.

Inhalt: Karl der Große dürfte einer der wenigen Herrscher des Mittelalters sein, der auch heute noch weithin bekannt ist. Nachdem schon sein Vater Pippin 751 in einem Staatsstreich den letzten Angehörigen der vorherigen Königsdynastie der Merowinger gestürzt und seiner eigenen Familie das Königtum verschafft hatte, begründete Karl seit 768 mit Waffengewalt ein Großreich in West- und Mitteleuropa, das sich von Barcelona bis zur Elbe, vom Atlantik bis nach Rom erstreckte. Um dieses gewaltige Reich überhaupt einigermaßen regieren zu können, entwickelten der König und seine Berater neue politische Strukturen. Im Jahr 800 krönte der Papst Leo III. den Frankenkönig in Rom zum Kaiser – und erneuerte damit das westliche Kaisertum. Die Vorlesung soll nicht nur in die Ereignisse und Strukturen der Herrschaftszeit des großen Karl einführen, sondern zugleich auch einen Überblick vermitteln über einige wichtige jüngere Forschungsdebatten zu diesem Thema. Sie richtet sich an Studienanfänger wie fortgeschrittene Studierende gleichermaßen.

Literatur: Der Markt bietet gleich eine ganze Reihe jüngerer Biographien, die als Einführung in die Geschichte Karls des Großen geeignet sind, so zum Beispiel: Matthias BECHER, Karl der Große (Beck’sche Reihe Wissen), 5., aktual. Aufl., München 2007; Rosamond MCKITTERICK, Karl der Große (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2008; Wilfried HARTMANN, Karl der Große (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher 643), Stuttgart 2010.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalbder Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiumssowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
„Milites-Rittertum im Mittelalter”
2 st., Mi 12:00–14:00
Beginn: 25.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hörsaal-Keplerstr. 2

Inhalt: Im Hochmittelalter verbreitet sich – ausgehend von Frankreich – in ganz Europa ein neues Ideal, das für Selbstverständnis, Lebensgefühl und Lebensführung des Adels von grundlegender Bedeutung werden sollte: das Ideal des miles Christianus, des christlichen Ritters. Die Vorlesung will zunächst die Entstehung und Verbreitung des Rittergedankens, dessen Auswirkung auf Kultur und Gesellschaft, Militärwesen und Politik vorstellen. Am Beispiel von Südwestdeutschland soll das damit verbundene sozialgeschichtliche Phänomen der Ausbildung eines Niederadels genauer dargestellt werden. Schließlich soll mit der Burg ein zentrales Element der adligen Lebenswelt in seiner politischen, sozialgeschichtlichen und kulturellen Dimension vergleichend thematisiert werden.

Literatur: Einführende Literatur: Werner Hechberger: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 72), München 2004

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Ellen Widder
Sachkultur im Spätmittelalter in interdisziplinärer Perspektive
2 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 26.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Keplerstr. 2, HS.

Inhalt: Die Geschichtswissenschaft unterscheidet bekanntlich drei grundsätzliche Quellentypen, die über die Vergangenheit Auskunft zu geben in der Lage sind, nämlich Schrift-, Bild- und Sachquellen. Doch galt als „klassischer“ Quellentyp lange Zeit ausschließlich die Schriftquelle, während Bildquellen der Kunstgeschichte und die Sachquellen – sofern nicht kunsthistorisch bedeutsam – der Archäologie und der Volkskunde bzw. der Empirischen Kulturwissenschaft, der Technikgeschichte oder der Museologie zugewiesen wurden. Nach ersten Anstößen im 19. und 20. Jahrhundert und in einer Gegenwart, in der Bilder und Sachquellen immer stärker als Kommunikations- und Informationsmedien in den Vordergrund rücken, hat man sich ihnen auch im Fach Geschichte verstärkt zugewandt. In dieser Vorlesung sollen in interdisziplinärer Perspektive die materielle Kultur des Spätmittelalters gesichtet und Methoden und Erkenntnischancen ihrer Erforschung diskutiert werden.

Literatur: Vgl. die Homepage des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Krems (A) (URL: www.imareal.oeaw.ac.at (01. 02. 2012)); Hahn, Hans Peter: Materielle Kultur. Eine Einführung, Berlin 2005; Karen Harvey (Hg.): History and material culture. A student's guide to approaching alternative sources, London, New York 2009; MacGregor, Neil: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten, 3. Auflage München 2012.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalbder Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiumssowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. des. Carola Föller
Kindheit im Mittelalter
3 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 19.04.2012
Do 12:00–13:00
Beginn: 19.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Wurde die Kindheit im Mittelalter als ein eigenständiger Lebensabschnitt wahrgenommen? Bestand eine affektive Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern? Seit Philippe Ariès Mitte des vorigen Jahrhunderts in seinem stark rezipierten Buch „Geschichte der Kindheit“ die Thesen formulierte, Kinder seien im Mittelalter als „kleine Erwachsene“ wahrgenommen und behandelt worden und die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern sei über eine „oberflächliche Gefühlszuwendung“ nicht hinausgegangen, sind diese Fragen in der historischen Forschung breit diskutiert worden. Im Proseminar sollen zum einen diese Diskussionen aufgegriffen werden, zum anderen weiterführende Fragestellungen zur Kindheit im Mittelalter erörtert werden, um das Thema in seiner Breite zu erfassen. In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen und Forschungen sollen die grundlegenden Arbeitstechniken mediävistischer Geschichtswissenschaft erlernt und in die wichtigsten Hilfsmittel eingeführt werden.

Literatur: Danièle Alexandre-Bidon / Didier Lett, Children in the Middle Ages. Fifth-Fifteenth Centuries (The Laura Shannon Series in French Medieval Studies), Notre Dame, Indiana 1999. Philippe Ariès, Geschichte der Kindheit, München 152003. Klaus Arnold, Kind und Gesellschaft in Mittelalter und Renaissance. Beiträge und Texte zur Geschichte der Kindheit (Sammlung Zebra. Schriften zur Entwicklung und Erziehung im Kleinkind und Vorschulalter Reihe B Band 2), Paderborn 1980. Shulamith Shahar, Kindheit im Mittelalter, Düsseldorf 42004.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Annette Grabowsky / Prof. Dr. Steffen Patzold
Ein Kaiser als Büßer? Die Herrschaft Ludwigs des Frommen (814–840)
3 st., Di 12:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 08.05.2012
Di 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 24.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Seit einigen Jahren widmet sich die Forschung wieder verstärkt Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen. Wurde er von der älteren Forschung als schwacher Herrscher gesehen, so hat seine Herrschaft inzwischen eine umfassende Neubewertung erfahren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen heute die tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit. Anhand von Ludwigs Regierungszeit sollen in diesem Seminar Grundzüge frühmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zur Karolingerzeit: Matthias Becher, Merowinger und Karolinger (Geschichte kompakt, Darmstadt 2009); zu Ludwig dem Frommen: Mayke de Jong, The Penitential State. Authority and Atonement in the Age of Louis the Pious, 814–840 (Cambridge 2009). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Niklas Konzen
Gewalt und Recht im Spätmittelalter
3 st., Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2012
Do 12:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das römisch-deutsche Reich des Spätmittelalters kannte kein staatliches Gewaltmonopol. Bei der Bearbeitung von Konflikten standen daher friedliche Verfahren wie Schlichtung, Schiedsspruch und reguläre Rechtssprechung neben der Fehde als formalisiertem Ausdruck gewaltsamer Selbstjustiz. Die Legitimität der Fehde als Rechtsinstrument wurde zwar durch die Landfriedensgesetzgebung des 13. bis 15. Jahrhunderts gedeckt, gleichzeitig jedoch in der Praxis durch ihren häufigen Missbrauch für willkürliche Gewaltakte zu rechtsfremden Zwecken erheblich untergraben. Die Diskussion um die negativen Auswirkungen der Fehde trugen im Zuge der Reichsreform zur Konzeption neuer Instrumente der Friedenswahrung bei und führte schließlich zum endgültigen Verbot der Fehde im Ewigen Landfrieden von 1495. Im Seminar sollen diese Themen anhand ausgewählter Rechtstexte und Fallbeispiele beleuchtet werden. Zugleich führt das Seminar in die Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein.

Literatur: Zur Einführung in die Fachmethodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Unruhen und Aufstände im 14. Jahrhundert
3 st., Mi 13:00–16:00 
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Ist schon seit Beginn des 14. Jahrhunderts eine stetige Zunahme sozialer Unruhen und Aufstände zu verzeichnen, nahm deren Häufigkeit im Gefolge der Pestwellen seit der Mitte des Jahrhunderts nochmals zu. Im einzelnen aber waren die sozialen Auswirkungen des durch die Pest verursachten demographischen Einbruchs verschieden: Wie also entwickelten sich Aufstände und Unruhen in verschiedenen Teilen Europas, welche Gestalt nahmen sie an? Welche Bedingungen mussten für den Erfolg eines Aufstandes gegeben sein? Und wer waren jeweils die Verantwortlichen und Träger der Aufstände? Das Proseminar geht diesen Fragen nach und ist zugleich eine Einführung in Quellen, Methoden, Hilfsmittel und Hilfswissenschaften.

Literatur: A. v. Brandt, Werkzeug des Historikers, 17. Aufl. Stuttgart  2007; Cohn, Samuel K.: Lust for Liberty, Cambridge/London 2006, S.  1–25 oder mehr.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Sabine Klapp
Württemberg im Mittelalter (Proseminar mit Tutorium)
3 st., Di 16:00–18:00
Beginn: 24.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG) Tutorium: Do, 12–13 Uhr, Beginn am 26.04.2012 (Tutor: Frederic Menke)

Inhalt: Im Proseminar steht die Entwicklung von Dynastie und Herrschaft Württemberg von den Anfängen im hohen Mittelalter bis zur Erhebung zum Herzogtum im Jahr 1495 im Mittelpunkt. Anhand ausgewählter Quellen sollen Aspekte wie Familienstrategien, Herrschaftsausübung und -repräsentation, Städte- und Burgenpolitik sowie die Stellung der Grafschaft zum Reich thematisiert werden. Zugleich wird im Proseminar in die Fragestellungen, Arbeitsgebiete und Methoden der mittelalterlichen Geschichte eingeführt.

Literatur: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, hrsg. im Auftrag der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Bände 1 und 2, Stuttgart 1995–2001; Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3., überarbeitete Auflage, Stuttgart 2006; Rückert, Peter (Hrsg.): Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert. Beiträge einer Vortragsreihe des Arbeitskreises für Landes- und Ortsgeschichte (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B 167), Stuttgart 2006.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Übungen

Andreas Öffner, M. A.
Bischöfe im Streit: Die Auseinandersetzung zwischen Hinkmar von Reims und Hinkmar von Laon
2 st., Di 10:00–12:00
Beginn: 17.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Ort: Übungsraum 119 A.

Inhalt: In den fränkischen Reichen der Karolingerzeit kam den Bischöfen eine zentrale wie vielfältige gesellschaftliche Rolle zu:  Sie diskutierten mit Amtsgenossen über Fragen des Kirchenrechts und die Verfassung der Christenheit, agierten auf höchster politischer Ebene als Gesandte, Berater und „Königsmacher“, waren Stadt-, Bau- und Kriegsherren. Sie hatten aber auch die im exklusiven Kreis erarbeiteten sozialen Normen in lokalem Rahmen durchzusetzen, um ein funktionierendes christliches Leben in den Gemeinden zu gewährleisten. Ihre Tätigkeit reflektiert also verschiedenste Aspekte der frühmittelalterlichen Welt, denen sich die Übung über einen besonders harschen ‚Störfall‘ nähern will: über den Streit, den Erzbischof Hinkmar von Reims († 882) mit seinem gleichnamigen Untergebenen und Verwandten, Bischof Hinkmar von Laon († 879), bis zu dessen Absetzung und Blendung austrug. Als Ausgangspunkt sollen vor allem die Schriften der Kontrahenten selbst dienen, die in der Übung gemeinsam gelesen, übersetzt und diskutiert werden.

Literatur: Zu Amt und Funktion: Kenneth Pennington u.a., Art. „Bischof, -samt“, in: Lexikon des Mittelalters 2 (1984), Sp. 228–239. – Roman Deutinger, Episcopus, in: Ders., Königsherrschaft im Ostfränkischen Reich. Eine pragmatische Verfassungsgeschichte der späten Karolingerzeit (Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 20), Ostfildern 2006, S. 111–128. – Zum ‚Hinkmarstreit‘: Horst Fuhrmann, Einfluß und Verbreitung der pseudoisidorischen Fälschungen. Von ihrem Auftauchen bis in die neuere Zeit, Bd. 3 (MGH Schriften 24/3), Stuttgart 1974, S. 651–672. – Zum geschichtlichen Hintergrund: Kapitel 7 und 8 aus Rudolf Schieffer, Die Karolinger, 42006, S. 139–186. – Janet L. Nelson, Charles the Bald, London 1992.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
„Milites-Rittertum im Mittelalter” (Übung zur VL)
2 st., Di 10:00–12:00
Beginn: 24.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 404 (4. OG)

Inhalt: Die Übung ist begleitend zu Vorlesung angelegt. In ihr sollen offene Fragen, Forschungskontroversen und weiterführende Literatur, vor allem aber Quellen zur Entstehung und Ausprägung des Rittertums seit dem Hochmittelalter behandelt werden. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Material aus dem südwestdeutschen Raum, insbesondere der Entstehung des Niederadels im heutigen Baden-Württemberg sowie im Elsaß liegen.

Literatur: Einführende Literatur: s. Vorlesung

Leistungsnachweis:

M.A. Petra Kurz
Quellenlektüre zu südwestdeutschen Frauenklöster
2 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 26.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Verschiedene Aspekte des Lebensalltags geistlicher Frauen und ihrer Gemeinschaften im Mittelalter sollen in der Übung anhand ausgewählter Quellen thematisiert werden. Als Beispiele werden verschiedene Klöster, Stifte und Beginengemeinschaften in Südwestdeutschland herangezogen, deren Sozialstruktur, Wirtschaftsweise, Bildungsstand, Reformstreben und Mystik im einzelnen beleuchtet werden. Die Quellenlektüre und deren Interpretation stehen dabei im Vordergrund, wobei die Einordnung und Diskussion der aktuellen Forschung nicht vernachlässigt werden soll. Als Quellen werden Briefe, Statuten, Rechnungen und Urkunden herangezogen, sodass in der Übung auch eine Einführung in Aufbau und Sprache verschiedener Quellengattung gegeben wird.

Literatur: Hamburger, Jeffrey/ Jäggi, Carola (Hrsg.): Frauen – Kloster – Kunst. Neue Forschungen zur Kulturgeschichte des Mittelalters. Beiträge zum Internationalen Kolloquium vom 13. bis 16. Mai 2005 anlässlich der Ausstellung "Krone und Schleier", Turnhout 2007.

Leistungsnachweis:

Dr. Olga Keller
Politische Kräfte in Osteuropa
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen:

Inhalt: Ostwärts der Elbe und entlang der Ostseeküste begann unter Herzog Heinrich dem Löwen, Markgraf Albrecht dem Bären und dem Grafen Adolf von Schauenburg im 12. Jahrhundert die Besiedlung von Holstein, Mecklenburg und Pommern. Gerade in diesen Gebieten war es seit Generationen immer wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen Deutschen und Slawen gekommen. Die oben genannten mächtigen Personen können als „Fortsetzer“ der königlichen Ostpolitik gelten. Auch für die Kirche und für einheimische Fürsten lassen vergleichbare politische Strategien feststellen. Die Herzöge von Schlesien, besonders Heinrich I., vor allem aber die polnischen Könige und Fürsten zeigen dies eindringlich genug. In der Übung sollen wichtige erzählende Quellen (Annalen, Viten, Chroniken u.a.) gelesen und nach Zielen und Motivationen der „Ostpolitik“ betreibenden Großen gefragt werden.

Literatur: Partenheimer, Lutz. Albrecht der Bär: Gründer der Mark Brandenburg und das Fürstentums Anhalt, Köln u.a. 2001; Menzel, Josef Joachim: Heinrich I., Herzog von Schlesien (1168/70 – 1238), in: Schlesische Lebensbilder, Bd. 9, hg. v. Joachim Bahlcke, Isingen 2007, S. 15–22; Partenheimer, Lutz: Die Entstehung der Mark Brandenburg, Köln u.a. 2007; Ehlers, Joachim: Heinrich der Löwe. Eine Biographie, München 2008.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Harald Sellner, M. A.
Die Grafschaft Flandern im Hohen Mittelalter (11.-12. Jh)
2 st., Mi 10:00–12:00
Beginn: 18.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Latein- u. Französischkenntnisse erforderlich. Ort: Alte Archäologie, Wilhelmstr. 9, Seminarraum 22

Inhalt: In der Forschung wird die Grafschaft Flandern zu jenen Regionen des mittelalterlichen Europas gezählt, die sich in vielen Bereichen früher und schneller als andere Gegenden entwickelte. Besonders ab dem Hochmittelalter zeigt sich dies u.a. an der politischen Sonderstellung der Grafen, am frühen Aufkommen der Städte und an einer besonderen wirtschaftlichen und kulturellen Blüte dieser Gegend. Im Mittelpunkt der Übung soll die Frage stehen, wie die Herrschaft eines Grafen funktioniert und wie sich dies manifestiert. Diese Frage bietet die Möglichkeit, mit den Studierenden grundlegende Aspekte der mittelalterlichen Geschichte zu erarbeitet. Die Teilnehmer /-innen sollten in der Lage sein, lateinische Quellen zu verstehen und zudem über hinreichende Französischkenntnisse verfügen, da ein Großteil der Sekundärliteratur in dieser Sprache verfasst ist.

Literatur: Nicholas M. David, Medieval Flanders, London 1992. Henri Platelle, Denis Clauzel, Histoire des provinces françaises du Nord, Bd. 2, Des principautés à l’empire de Charles Quint (900–1519), Arras 2008 (ND von 1989).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Dr. des. Marco Veronesi
Sozialgeschichte des späteren Mittelalters: Stände, Klassen, Gruppen
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die mittelalterliche Soziallehre teilte die Bevölkerung meist in drei Stände ein: den Adel, den Klerus und die Bauern. Andererseits ist aber für das späte Mittelalter eine enorme soziale Mobilität und Dynamik festzustellen, und so haben Historiker diese Soziallehre entweder als "irreal" oder gar als "ideologisch" bezeichnet. In der Übung soll also der Frage nachgegangen werden, ob und wenn ja, inwieweit die mittelalterliche Soziallehre die soziale "Wirklichkeit" des europäischen späten Mittelalters widerspiegelt.

Literatur: Oexle, Otto Gerhard: Die funktionale Dreiteilung als Deutungsschema der sozialen Wirklichkeit in der ständischen Gesellschaft des Mittelalters, in: Ständische Gesellschaft und soziale Mobilität, hg. von Winfried Schulze, München 1988 (Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquien 12) S. 19–51.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Prof. Dr. Ellen Widder
Spätmittelalterliche Sachkultur vor Ort (mit Exkursion)
2 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Termin für die Exkursion: Fr/Sa 20./21. Juli 2012.

Inhalt: Die Geschichtswissenschaft unterscheidet bekanntlich drei grundsätzliche Quellentypen, die über die Vergangenheit Auskunft zu geben in der Lage sind, nämlich Schrift-, Bild- und Sachquellen. Doch galt als „klassischer“ Quellentyp lange Zeit ausschließlich die Schriftquelle, während die Bildquellen der Kunstgeschichte und die Sachquellen – sofern nicht kunsthistorisch bedeutsam – der Archäologie und der Volkskunde bzw. der Empirischen Kulturwissenschaft, der Technikgeschichte oder der Museologie zugewiesen wurden. Nach ersten Anstößen im 19. und 20. Jahrhundert und in einer Gegenwart, in der Bilder und Sachquellen immer stärker als Kommunikations- und Informationsmedien in den Vordergrund rücken, hat man sich ihnen auch im Fach Geschichte verstärkt zugewandt. In dieser Übung sollen an Einzelobjekten und Objektensembles in interdisziplinärer Perspektive die materielle Kultur des Spätmittelalters gesichtet und Methoden und Erkenntnischancen ihrer Erforschung kennen gelernt werden.

Literatur: Vgl. Boockmann, Hartmut: Die Stadt im späten Mittelalter, 3. Aufl. München 1994; Hahn, Hans Peter: Materielle Kultur. Eine Einführung, Berlin 2005; Karen Harvey (Hg.): History and material culture. A student's guide to approaching alternative sources, London, New York 2009.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. des. Sabine Klapp
Kirche und Stadt im deutschen Südwesten im Mittelalter und in der Reformationszeit
2 st., Di 12:00–14:00
Beginn: 24.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: In der Übung wird das vielschichtige Verhältnis zwischen Kirche und Stadt im späten Mittelalter im Raum des heutigen Baden-Württemberg behandelt. Nach einem Überblick über die kirchen- und stadtgeschichtlichen Voraussetzungen sollen besonders die wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Aspekte der Beziehung von Bürgertum und Geistlichkeit im Mittelpunkt stehen. Daneben werden auch Fragen der Rechts- und Verfassungsgeschichte (Immunität, geistliche Gerichtsbarkeit), der Kirchengeschichte (Pfarrei, Bettelorden, Beginen usw.) sowie der Mentalitätsgeschichte und Alltagskultur (Volksfrömmigkeit, Bruderschaften, Kirchenbau usw.) in den Blick genommen.

Literatur: Borgolte, Michael: Die mittelalterliche Kirche (Enzyklopädie deutscher Geschichte 17), München 2004; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988; Klapp, Sabine / Schmitt, Sigrid (Hrsg.): Städtische Gesellschaft und Kirche (Geschichtliche Landeskunde 62), Stuttgart 2008.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold
Kapitularien Ludwigs des Frommen. Zwischen Politik, Recht und Frömmigkeit
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen:  Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online. Wer an dem Seminar teilnehmen möchte, möge sich dazu bitte nicht nur über das Campus-System, sondern auch bei mir persönlich in einer meiner Sprechstunden anmelden.

Inhalt: Als „Kapitularien“ bezeichnet die Forschung Listen von mehr oder minder ausführlich formulierten Punkten (capitula), die in der Karolingerzeit niedergeschrieben wurden, um in politischen Beratungen des Königs und der Eliten verhandelt zu werden. Die Gestalt und der Gehalt dieser Texte variiert stark: Manche Listen enthalten nicht mehr als stichwortartige Tagesordnungspunkte; andere formulieren einmalige Anordnungen oder allgemeingültige Gesetze; wieder andere haben einen geradezu predigtartigen Charakter. Die Formenvielfalt und das breite Spektrum der Inhalte machen die Listen von capitula für Historiker überaus interessant: Die Texte gewähren einen tiefen Einblick sowohl in die Themen als auch in die Abläufe der Politik der Karolingerzeit. Leider liegen die Texte aber nur in einer schlechten Edition des späteren 19. Jahrhunderts vor. Die Teilnehmer/innen dieses Seminars werden deshalb hinter die Edition zurückgehen und die Handschriften selbst bearbeiten, in denen die Kapitellisten überliefert sind. Dabei konzentriert sich das Seminar auf die Zeit Ludwigs des Frommen, hier speziell auf die Krise der Jahre um 830. Das Seminar ist projektorientiert: Ziel ist es, die Kapitularientexte jener Jahre nicht nur gemeinsam zu lesen und zu kommentieren, sondern mit Hilfe des Internets gemeinsam auch eine bessere Ausgabe ausgewählter Texte herzustellen. Das Seminar setzt die Fähigkeit und die Bereitschaft voraus, sich mit Codices der Karolingerzeit zu beschäftigen. Ich erwarte deshalb eine solide Kenntnis der lateinischen Sprache und zumindest Grundkenntnisse der Paläographie und Codicologie. Außerdem gehe ich davon aus, daß die Teilnehmer die Ereignisgeschichte der Zeit Ludwigs des Frommen, insbesondere der späten 820er und frühen 830er Jahre kennen (vgl. Literaturhinweise).

Literatur: Egon BOSHOF, Ludwig der Fromme (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 1996; Mayke DE JONG, The penitential state. Authority and atonement in the age of Louis the Pious, 814–840, Cambridge 2009.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Steffen Patzold / Prof. Dr. Klaus Ridder
Kulturen in Grenzräumen (mit interdisziplinärer Exkursion ins Elsass und nach Lothringen) (HS/OS)
Fr 14:00–16:00
Ort: Raum 033 (Neuphilologicum)
Beginn: 27.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen:

Inhalt: Das Seminar widmet sich drei Problemfeldern, deren Reflexion durch eine interdisziplinäre Exkursion konkretisiert und vertieft werden soll: Theoretische Konzepte zu Grenzen und Grenzkulturen; historische Analysen von Kulturen in Grenzräumen; literarische Darstellungen von Grenzen und Übergangskulturen. a) Theoretische Konzepte: Positionen der Auseinandersetzung mit Prozessen der Ausformung, Überschreitung und des Abbaus von Grenzen sowie mit Kulturen des Hybriden und Fremden sollen reflektiert werden. b) Historische Analysen: Bildung der nationes (Frankreich / Deutschland); Prozesse der Akkulturation, des Kulturtransfers und der Hybridisierung in der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte (besonders am Beispiel der Entstehung und Entwicklung Lotharingiens und des Elsass) c) Literarische Darstellungen: In höfischen Romanen und kleineren Erzählungen sind Prozesse der Verwandlung und des Verschwindens von Grenzen ebenso Thema wie die Darstellung von Kulturen des Übergangs und des Fremden. Die Verwandlung etwa von Grenzen mit mythischer Qualität zu Grenzen zwischen politischen Gebilden (Anderwelt – Artusreich), die Überschreitung von metaphysischen Grenzen (Diesseits – Jenseits), die Auseinandersetzung mit kulturellen Grenzen (Okzident – Orient) sowie die Funktion von Mittlerfiguren und Grenzgängern sind wiederkehrende Bezugspunkte des höfischen Erzählens.

Literatur: Borgolte, Michael / Schneidmüller, Bernd (Hg.), Hybride Kulturen im mittelalterlichen Europa, Berlin 2010 (Europa im Mittelalter 16). Knefelkamp, Ulrich; Bosselmann, Kristian (Hgg.): Grenzen und Grenzüberschreitungen im Mittelalter, Berlin 2007. Hartmann, Florian / Rahn, Kerstin, Kulturtransfer – Akkulturation – Kulturvergleich. Reflexion über hybride Konzepte, in: QFIAB 90 (2010), 470–492. Haubrichs, Wolfgang; Schneider, Reinhard (Hgg.): Grenzen und Grenzregion &nda sh; Frontières et régions frontalières – Borders and Border Regions. Saarbrücken 1994 (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 22). Herbers, Klaus; Jaspert, Nikolaus (Hgg.): Grenzräume und Grenzüberschreitungen im Vergleich. Der Osten und der Westen des mittelalterlichen Lateineuropa. Berlin 2007 (Europa im Mittelalter 7). Kleine, Uta: Die Ordnung des Landes und die Organisation der Seite. Konstruktion und Repräsentation ländlicher Herrschaftsräume im vorkartographischen Zeitalter (Elsaß, 12. Jahrhundert). In: Michalsky, Tanja (Hg.): Aufsicht – Ansicht – Einsicht. Neue Perspektiven auf die Kartographie an der Schwelle zur Frühen Neuzeit. Berlin 2009 (Frankfurter kulturwissenschaftliche Beiträge 3), S. 229–262. Marchal, Guy P.: Grenzen und Raumvorstellungen (11.-20. Jh.). Zürich 1996. Schneider, Jens: Auf der Suche nach dem verlorenen Reich. Lotharingien im 9. und 10. Jahrhundert, Köln-Weimar-Wien 2010. Weber, Karl: Die Formierung des Elsass im Regnum Francorum, Thorbecke 2011.

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Immo Eberl
Konrad II. (1024–1039): Der erste Herrscher der salischen Dynastie
2 st., Fr 16:00–20:00
Beginn: 20.04.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 11.05.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 08.06.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 15.06.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 22.06.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 06.07.2012
Fr 16:00–20:00
Beginn: 13.07.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Anmeldung online. Zur Aufnahme in das Hauptseminar wird neben der Anmeldung im üblichen System auch eine Anmeldung beim Dozenten (per Email) auf Email: Immo.Eberl@ellwangen.de erwartet.

Inhalt: Konrad II. wurde 1024 durch die Förderung Erzbischof Aribos von Mainz zum König gewählt. Er war mit Gisela, Tochter Herzog Hermanns II. von Schwaben vermählt. Diese Eheschließung hat Konrads II. Weg zum Thron gefördert. Seine Wahl stieß am Anfang auf Kritik, die sich jedoch rasch verlor. Mit der Wahl und Krönung seines Sohnes Heinrich III. 1028 war der Bestand der neuen Dynastie der Salier endgültig gesichert. Konrad II. hat die Politik seines Vorgängers fortgesetzt und die Stellung des Reiches damit weiter gefestigt. Auf seinem 1. Italienzug wurde er 1026 mit der Lombardenkrone gekrönt und 1027 in Rom auch zum Kaiser gekrönt. Seinen 2. Italienzug unternahm er 1036 als die kleinen Vasallen gegen ihre Lehensherren, die mächtigen Bischöfe, einen Aufstand angezettelt hatten. Er bestätigte dabei den diesen "Valvassores" den uneingeschränkten Besitz ihrer Lehen und deren Erblichkeit. Er begann uch in größerem Maßstab Ministeriale in die Reichsverwaltung inzusetzen. Auch konnte er das Königreich Burgund an das Reich ziehen (Krönung 1033) und die Aufstände seines Stiefsohnes Herzog Ernst II. von Schwaben niederschlagen. Das Hauptseminar soll einen vertieften Gesamtüberblick über die Regierung Konrads II. geben und aufgrund der Quellenlage seine Stellung als ersten Herrscher der salischen Dynastie herausarbeiten.

Literatur: Jahrbücher zur deutschen Geschichte: Konrad II., Bd. 1 – 2, 1879 – 1884; Marie-Luise Bulst-Thiele, Konrad II., in: Gebhardt, Handbuch zur deutschen Geschichte, 9. Auf., Stuttgart 1970, Band 1, S. 299ff.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Die Kirchenreform im 11. Jahrhundert. Kontext und Träger
2 st., Mo 10:00–12:00
Beginn: 16.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Kirchenreform des 11. Jahrhunderts ist eng verzahnt mit der Anfangsphase des sogenannten Investiturstreits, mit dem gemeinhin die Zeit von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zum Wormser Konkordat 1122 bezeichnet wird. Die reformerischen Anstrengungen zielten innerkirchlich vor allem auf die Simonie und die Klerikerehe. Durch das Eingreifen Heinrichs III. im Zusammenhang mit der Synode von Sutri 1046 verstärkten sich die Reformbemühungen in einer engen Symbiose zwischen dem Kaiser und mehreren Päpsten. Nach dem Tod Heinrichs III. 1056 deuteten sich bald tiefgreifende Gegensätze zwischen dem Kaiser und Papst an, die in der Konfrontation zwischen Heinrich IV. und Gregor VII. ihren vielbeachteten Ausdruck fanden.

Literatur: Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik, hg. von Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff, 2 Bde., München 2006. – Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung, hg. von Jörg Jarnut und Matthias Wemhoff (Mittelalter Studien 13), München 2006. – Die Salier. Macht im Wandel, hg. vom Historischen Museum der Pfalz  Speyer, 2 Bde, München 2011. – Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII.: Kirchenreform und Investiturstreit, München 2010. – Johannes Laudage / Matthias Schrör (Hg.), Der Investiturstreit. Quellen und Materialien (Lateinisch – deutsch) (2. überarb. und stark erweiterte Aufl. 2006). – Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. über. Auflage 2007.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. h. c. mult. Dr. Dr. Harald Zimmermann
Deus vult (Gott will's). Wirklich? Wer sonst und warum?
2 st., Di 10:00–12:00
Beginn: 17.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Ort: Raum 119.

Inhalt: Gelesen, interpretiert und diskutiert wird im Seminar die berühmte, in verschiedenen Versionen überlieferte Predigt des Papstes Urban II. in Clermont vom 27. Nov. 1095 sowie sonstige Ursachen und Veranlassungen der Kreuzzüge. Wie man heutzutage über rund 200 Jahre Glaubenskrieg denkt und reden kann, soll erörtert werden. Ob der Traktat des Bernhard von Clairvaux über die neue Ritterschaft („De laude novae militiae“) Antworten enthält? Ohne Latein kann man weder die Predigt noch den Traktat verstehen.

Literatur: (zur allerersten Orientierung): K. Erdmann, Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens (1935) (alt aber noch immer gut).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Die Luxemburger und die Städte. Königtum und Kommunen im Spätmittelalter
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 24.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen:

Inhalt: Die Grafen von Luxemburg und Könige von Böhmen stellten im Spätmittelalter insgesamt vier deutsche Könige und Kaiser. Da die Ressourcen, die aus dem deutsch-römischen Reich zu erzielen waren, in keinem Verhältnis zu den Kosten der Herrschaft standen, mussten andere Wege der Finanzierung gesucht werden. Hierbei spielten die sogenannten Hausmachtterritorien eine wichtige Rolle. Nennenswerte Einkünfte boten hier vor allem die Städte. In diesem Hauptseminar soll an verschiedenen Beispielen untersucht werden, wie sich die Interaktion zwischen Städten und Herrscher gestaltete, wo die Konfliktebenen lagen, welche Formen symbolischer Kommunikation sich ausbildeten und mit wem der Herrscher in den Kommunen überhaupt kommunizierte.

Literatur: Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung, Stuttgart u.a. 2000.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Burgen im deutschen Südwesten
2 st., Mo 16:00–18:00
Beginn: 23.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Im Hauptseminar soll der hoch- und spätmittelalterliche Burgenbau als gesamteuropäisches Phänomen (mit einem Schwerpunkt auf dem südwestdeutschen Raum) vergleichend untersucht werden. Dabei werden neben klassischen Fragen der Burgen- und Territorialpolitik von Königtum und Adel auch sozialgeschichtliche Aspekte sowie Fragen der Alltags- bzw. Kulturgeschichte, aber auch neuere Ergebnisse der kunstgeschichtlichen und vor allem der archäologischen Burgenforschung berücksichtigt.

Literatur: Einführende Literatur: Hans Patze, Die Burgen im deutschen Sprachraum, 2 Bde. (Vorträge und Forschungen 19), Sigmaringen 1976; Horst Wolfgang Böhme (Hg.), Burgen der Salierzeit, 2 Bde. (Römisch-Germanisches Zentralmuseum. Monographien 26), Sigmaringen 1991; Lukas Clemens, Sigrid Schmitt (Hg), Zur Sozial- und Kulturgeschichte der mittelalterlichen Burg (Interdisziplinärer Dialog zwischen Archäologie und Geschichte 1), Trier 2009.

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Stephan Molitor
Paläographie II
2 st., Mo 14:00–16:00
Beginn: 23.04.2012
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: In Fortsetzung von Paläographie I (SoSe 2011) werden schwerpunktmäßig solche Schriften des 11. bis 15. Jahrhunderts behandelt, die den Wandel von der karolingischen zur gotischen Minuskel und deren weitere Entwicklung markieren, insbesondere also Textualis bzw. Textura-Typen, aber auch kursive und Humanistenschriften.

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 2. Aufl. Berlin 1986; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Mischa Meier /Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Irmgard Männlein-Robert
„Osten” und „Westen” 400–600 n. Chr.
3 st., Link zum Campus-System

Bemerkungen: Zeit und Beginn nach Vereinbarung. Ort: Raum 505, Hegelbau

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn:
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung. Beginn nach Vereinbarung.