Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2011

» Last updated on 17. August 2011 - 16:17. | Originally submitted on 20. January 2011 - 20:52.

 

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Geschichte des Mönchtums im frühen und hohen Mittelalter
2 st., Fr 10:00–12:00
Beginn: 29.04.2011
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2

Inhalt: Mönche haben die Kultur Europas im Mittelalter tief geprägt. Ihre Klöster waren nicht nur reich an Land, sondern bildeten zugleich auch Zentren politischer Macht. Die Vorlesung möchte die Lebenswelten von Mönchen in der Zeit vom 5. bis ins 12. Jahrhundert vorstellen und die Geschichte des Mönchtums in Westeuropa erzählen, zugleich aber auch wichtige Forschungsansätze zu diesem Thema vorstellen und kritisch reflektieren. Nach einem ersten, orientierenden Überblick über die Entwicklung des Mönchtums soll dazu in einem zweiten Abschnitt anhand von ausgewählten normativen, dokumentarischen und erzählenden Schlüsseltexten exemplarisch ein Einblick in den Alltag und die Lebensweise gegeben werden. In einem dritten Teil werden schließlich Kernfragen und Debatten der Forschung zum früh- und hochmittelalterlichen Mönchtum genauer dargestellt.

Literatur: zur Einführung: Gudrun Gleba, Klöster und Orden im Mittelalter (Geschichte kompakt),  Darmstadt 32008; Karl Suso Frank, Geschichte des christlichen Mönchtums (WB-Forum 4), 5., verb. und erg. Aufl., Darmstadt 1993.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP) innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Der Hundertjährige Krieg
2 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 21.04.2011
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2

Inhalt: Krieg ist ein Thema, das in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in Deutschland eine unerwartete Aktualität erhalten hat. In dieser Vorlesung soll es um eine große militärische Auseinandersetzung des Spätmittelalters gehen, die von der Geschichtswissenschaft als ‚Hundertjähriger Krieg' bezeichnet wird. Ursprünglich veranlasst durch einen dynastischen Erbfolgestreit zwischen Frankreich und England, zeigten sich in dieser Auseinandersetzung tieferliegende strukturelle Probleme und Wandlungsprozesse in zwei ‚fortschrittlichen' Königreichen des Spätmittelalters. Nicht nur den militärischen Großereignissen soll daher in dieser Vorlesung Beachtung geschenkt, sondern ebenso nach Voraussetzungen, Wandlungsprozessen und Ergebnissen dieser Auseinandersetzung in Verfassung, Gesellschaft und Wirtschaft gefragt werden.

Literatur: The Hundred Years War. A wider focus, hg. v. L.J. Andrew Villalon and Donald J. Kagay, Leiden 2005 (History of Warfare 5); Wagner, John A.: Encyclopedia of the Hundred Years War, Westport 2006; Contamine, Philippe : La guerre de Cent ans, Paris 2007; Joachim Ehlers: Der Hundertjährige Krieg, München 2009.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP) innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Übungen

Annette Grabowsky
Mea culpa. Inszenierung von öffentlichen Schuldbekenntnissen im Mittelalter (Übung mit Kompaktphase)
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 12.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Die Sitzungen der zweiten Semesterhälfte finden als Kompaktphase (10.–11. Juni 2011) zusammen mit der Übung „Mea culpa. Inszenierung von öffentlichen Schuldbekenntnissen in der Zeitgeschichte“ (Mende/Gerstung) im Haus auf der Alb in Bad Urach statt (Kosten: voraussichtlich ca. 70 Euro/Person).

Inhalt: Wie heute erregten auch im Mittelalter öffentliche Schuldbekenntnisse prominenter Persönlichkeiten großes Aufsehen und waren von hoher Symbolkraft. Die Übung will in den ersten Semesterwochen anhand einiger berühmter Beispiele des Früh- und Hochmittelalters Formen, Funktionen und Auswirkungen öffentlicher Schuldbekenntnisse untersuchen und dabei besonders das Spannungsfeld zwischen persönlichen Vorstellungen (Frömmigkeit) und öffentlicher Inszenierung ausloten. In den Blick genommen werden insbesondere Ludwig der Fromme, Heinrich III. und Heinrich IV. (Canossa). Die Sitzungen der zweiten Semesterhälfte finden als Kompaktphase zusammen mit der Übung „Mea culpa. Inszenierung von öffentlichen Schuldbekenntnissen in der Zeitgeschichte“ (Dr. Silke Mende und Tobias Gerstung) in Bad Urach statt. Dort sollen unsere Ergebnisse mit den Erkenntnissen der zeithistorischen Übungsgruppe zusammengeführt und gemeinsam diskutiert werden.

Literatur: wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Harald Sellner, M. A.
Der Jakobsweg im Mittelalter
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 119 (Hegelbau)
Beginn: 13.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse vorausgesetzt.

Inhalt: Neben Rom und Jerusalem gehörte Santiago de Compostela zu den bedeutendsten Pilgerzielen des Mittelalters. Die Wallfahrt zum Grab des Apostels Jakobus begeisterte Pilger in ganz Europa und führte zu einem weit verzweigten Netz an Pilgerwegen. In dieser Übung wird es darum gehen, den Studierenden am Beispiel des Jakobsweges, Einblicke in das mittelalterliche Pilgerwesen, seine religiösen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründe aber auch die alltäglichen Probleme und Gefahren der Pilgerfahrt zu geben. Diese Aspekte sollen vorwiegend an einer zentralen Quelle, dem Liber Sancti Jacobi (12. Jh.), behandelt werden.

Literatur: Klaus Herbers: Der Jakobsweg. Mit einem mittelalterlichen Pilgerführer unterwegs nach Santiago de Compostela, Tübingen 19862; Libellus Sancti Jacobi: Auszüge aus dem Jakobsbuch des 12. Jahrhunderts. Ins Deutsche übertragen und kommentiert von Hans-Wilhelm Klein und Klaus Herbers, hg. von Klaus Herbers, (Jakobus Studien 8), Tübingen 1997; Auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Der Jakobsweg – Kulturstraße Europas, hg. von Josef M. Häußling, Münster 2005; Herbers, Klaus: Der Jakobsweg: ein Pilgerführer aus dem 12. Jahrhundert, Stuttgart 2008.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Stefan Kötz
Quellenkunde zur mitteleuropäischen Universität des Spätmittelalters (mit halbtägiger Exkursion)
2 st., Mo 10:00–12:00
Beginn: 18.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse und paläographisches Grundwissen für die Lektüre spätmittelalterlicher Handschriften sind erforderlich.

Inhalt: Die europäischen Universitäten haben seit ihrer Entstehung im 12. Jahrhundert eine Vielzahl von unterschiedlichem Schriftgut hervorgebracht, das heute meist in eigenen Universitätsarchiven verwahrt wird. Zu nennen sind neben den repräsentativen Gründungsurkunden, den normativen Statuten und den Matrikeln insbesondere die zahlreichen Ausformungen von Amtsbüchern, Urkunden und Akten, die in der tagtäglichen Lehr- und Verwaltungspraxis der Universität und ihrer Fakultäten entstanden sind. In der Übung soll ein quellenkundlicher Überblick über das universitäre Schriftgut des Spätmittelalters erarbeitet und durch die Lektüre ausgewählter Beispiele anhand von Editionen bzw. Reproduktionen der Originalquellen vertieft werden. Ziel ist es, die Entstehungsbedingungen, Eigenheiten und Aussagemöglichkeiten der einzelnen Schriftguttypen herauszuarbeiten, um so deren spezifischen Quellenwert für die Erforschung der mitteleuropäischen Universität von der Mitte des 14. bis ca. zur Mitte des 16. Jahrhunderts beurteilen zu können. Gleichzeitig soll die Übung Grundwissen in spätmittelalterlicher Universitäts- und Bildungsgeschichte vermitteln; die Quellenbeispiele kommen aus dem gesamten deutschen Reich sowie den benachbarten Regionen, und natürlich wird auch die Universität Tübingen eine Rolle spielen. Gerade am Beispiel Tübingens sollen in einer halbtägigen „Exkursion“ zudem einige der nichtschriftlichen Quellen zur lokalen Universitätsgeschichte besichtigt werden.

Literatur: Quellenkundliche Literatur wird in der Veranstaltung bekanntgegeben. Zur Einführung in die Universitätsgeschichte: Walter Rüegg (Hrsg.), Geschichte der Universität in Eur opa, Bd. 1: Mittelalter, München 1993; Wolfgang E. J. Weber, Geschichte der europäischen Universität, Stuttgart 2002; Hans-Al­brecht Koch, Die Universität. Geschichte einer europäischen Institution, Darmstadt 2008.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistungfür denWahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. Olga Keller
Zu den rechtshistorischen Wurzeln des östlichen Europas
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 19.04.2011
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Bemerkungen: Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, R 001, Wilhelmstr. 19

Inhalt: Im östlichen Europa verbreiteten sich im Mittelalter und Früher Neuzeit deutsche Stadtrechte und einige Rechtsbücher. Zu ersteren gehörten das Lübecker, das Magdeburger und das Nürnberger Stadtrecht; zu letzteren zum Beispiel der Sachsenspiegel und der Schwabenspiegel. Das im östlichen Europa zum Einsatz gekommene deutsche Recht entsprach in seiner Praxis nicht der Anwendung im Westen. Auch der Transfer geschah auf unterschiedliche Weise und gehorchte unterschiedlichen Notwendigkeiten. Auf welche Weise genau, soll durch Arbeit an den Quellen und in gemeinsamen Diskussionen ermittelt werden.

Literatur: Wolff, Jörg (Hrsg.). Kultur- und rechtshistorische Wurzeln Europas. Arbeitsbuch, Mönchengladbach 2005; Schulze, Hans K. Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter : ausgewählte Aufsätze zur Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Köln- Weimar- Wien 2006; Dusil, Stephan. Die Soester Stadtrechtsfamilie: mittelalterliche Quellen und neuzeitliche Historiographie, Köln 2007; Eichler, Ernst und Lück, Heiner (Hg.). Ivs saxonico-maidebvrgense in Oriente. Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Bd.1, Berlin 2008

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Dr. des. Marco Veronesi
Die ‚dudesche Hanse‘ in Quellen
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 12.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Die Veranstaltung ist Teil des epochenübergreifenden Lehrschwerpunktes „Mensch und Meer“, der vom akademischen Mittelbau des Fachbereiches im laufenden Semester angeboten wird (vgl. http://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/geschichtswissenschaft/lehre/schwerpunktthemen.html)

Inhalt: Als ein Verbund von Städten und Kaufleuten bestimmte die ,deutsche Hanse‘ jahrhundertelang den Handel in Nord- und Ostsee. Diese dominierende Stellung verdankte sie vor allem ihrem geschlossenen Auftreten gegenüber den benachbartern Herrschern. Doch was die Deutsche Hanse eigentlich war, läßt sich kaum sagen: Es gibt keine Gründungsurkunde der Hanse, sie führte weder ein Siegel noch ein Wappen, sie gab sich keine Statuten und führte nicht einmal eine Liste ihrer Mitglieder. Anhand ausgewählter Quellen soll in der Übung untersucht werden, durch welche Mechanismen der Verbund der ,Hanse‘ überhaupt zusammengehalten wurde, welche ,Bindungen‘ im Sinne neuerer Netzwerktheorien also wirksam waren. Die Sprache wird dabei auf die politischen und sozialen Strukturen von Städten wie Lübeck oder Köln kommen, ebenso auf die ,Fahrergenossenschaften‘ und auf die Kontore, die Gemeinschaften hansischer Kaufleute in der Fremde, etwa in London, Brügge oder Bergen.

Literatur: Stephan Selzer, Die mittelalterliche Hanse, Darmstadt 2010.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Prof. Dr. Ellen Widder
Zwischen Heidenkampf, Herrschaft und Herrschaftsdienst. Adel im oberen Neckartal im Spiegel zeitgenössischer Quellen
2 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 02.05.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Georg von Ehingen (*1428 †1508) ist einer der wenigen spätmittelalterlichen Adeligen, die eine Autobiographie hinterlassen haben. Aus einem schwäbischen Niederadelsgeschlecht gebürtig, diente er in seiner Jugend den Herzögen von Österreich und erhielt an ihren vorderösterreichischen Höfen in Rottenburg und Innsbruck eine standesgemäße Erziehung. In den Jahren 1454 bis 1459 unternahm er eine Wallfahrt ins Heilige Land, besuchte die Herrscherhöfe Westeuropas und kämpfte in Nordafrika gegen die Mauren, anschließend diente er in den Jahren 1462 bis 1503 den Grafen, später Herzögen von Württemberg. Über diese Dinge berichtet seine „Reise nach der Ritterschaft“. Sie soll, ergänzt um weitere Quellen, in der Übung als Grundlage dienen, den Adel im Land am oberen Neckar in Augenschein zu nehmen und neben der politischen Geschichte Aspekte seiner Mentalitäts-, Alltags-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte näher kennen zu lernen (vgl. auch die Übung „Orte des Adels“ im oberen Neckartal).

Literatur: Ehrmann, Gabriele: Georg von Ehingen, Reisen nach der Ritterschaft, Teil 1: Edition, Teil 2: Untersuchung, Kommentar, Göppingen 1979; Paravicini, Werner: Georg von Ehingens Reise vollendet, in: Guerre, pouvoir et noblesse au Moyen Âge, Mélanges Philippe Contamine, hg. v. Jacques Paviot und Jacques Verger, Paris 2000 (Cultures et civilisations médiévales 22), S. 547-588; Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter, München 2004 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Prof. Dr. Ellen Widder
„Orte des Adels” im oberen Neckartal (Übung als Blockveranstaltung mit drei eintägigen Exkursionen)
2 st., Mo 20:00–22:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 02.05.2011
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Bemerkungen: Vorbesprechung: 02.05.2011, 20 Uhr (Ort: Raum 201). Exkursionstermine: Do–Sa., 23.–25 Juni 2011. Termine für Blockveranstaltung werden rechtzeitig mitgeteilt, siehe Aushang.

Inhalt: Diese Übung steht in engem thematischen Zusammenhang mit der ebenfalls von mir in diesem Semester angebotenen Übung „Zwischen Heidenkampf, Herrschaft und Herrschaftsdienst. Adel im oberen Neckartal im Spiegel zeitgenössischer Quellen“. Während dort ausgewählte Schriftquellen gelesen werden, sollen in dieser Übung konkrete Orte aufgesucht werden. Diese Orte sind verschiedener Art, zum einen werden wir die materiellen Hinterlassenschaften, die heute in Archiven und Museen lagern, aufsuchen. Zum anderen werden wir Orte, die in den Quellen genannt und beschrieben werden, besuchen und sie in den Kontext der Schriftquellen einbinden. Auf diese Weise soll der geographische Raum rund um Tübingen als ein historisch gewachsener Kulturraum les- und erfahrbar gemacht werden.

Literatur: Baden-Württemberg, hg. v. Max Miller und Gerhard Taddey, 2. Aufl. 1980 (Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands 6); Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Das Land am oberen Neckar, hg.v. Franz Quarthal, Sigmaringen 1984 (Veröffentlichung des Alemannischen Instituts 52); Geschichtszüge. Zwischen Schönbuch, Gäu und Alb. Der Landkreis Tübingen, hg. v. Wolfgang Sannwald, 4. Aufl. Gomaringen 2006.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. Erwin Frauenknecht
Das Sendhandbuch des Regino von Prüm. Kirchlicher Alltag im späten Karolingerreich
3 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 11.04.2011
Do 12:00–13:00 (Tutorium)
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn:
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Das Sendhandbuch des Regino von Prüm ist eine um 906 entstandene kirchenrechtliche Sammlung in zwei Büchern und als Handbuch für bischöfliche Visitationsreisen gedacht. Solche Reisen durch die Diözese sollten die kirchliche Disziplin sowohl der Laien als auch der Geistlichen überprüfen. Mit einem ausgefeilten Fragekatalog wurden viele Bereiche der bischöflichen Gerichtsbarkeit abgefragt. Die behandelten Themen beleuchten den kirchlichen Alltag der späten Karolingerzeit, z.B. Amtstätigkeit der Geistlichen, praktische Probleme der Seelsorge, moralisches Verhalten der Laien. Das Proseminar vermittelt an ausgewählten Themen den Umgang mit mittelalterlichen Quellen.

Literatur: Das Sendhandbuch des Regino von Prüm, unter Benutzung der Edition von F.W.H. Wasserschleben hg. und übers. von Wilfried Hartmann, Darmstadt 2005. –Methodischer Teil: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Auflage 2006. – Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Harald Müller: Mittelalter (Studienbuch Geschichte), Berlin 2008.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht
Das Interregnum (1245/50 – 1273). Von keinem König zum „kleinen König”?
3 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 11.04.2011
Mo 12:00–13:00 (Tutorium)
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn:
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Bemerkungen: Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001. Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: In Friedrich Schillers Ballade „Der Graf von Habsburg“ wurde das Interregnum als „kaiserlose, schreckliche Zeit“ bezeichnet, und weil die Epoche nach dem Ende der Staufer lange als Tiefpunkt der deutschen Geschichte interpretiert wurde, blieb das Interesse der Forschung daran mäßig. Erst in jüngerer Zeit erhält diese Übergangsphase vom hohen zum späten Mittelalter vermehrte Aufmerksamkeit, indem verstärkt eine europäische Dimension und die Wirksamkeit politischer Ordnungsvorstellungen betrachtet werden. Als zeitliche Grenzen werden die Absetzung bzw. der Tod Friedrichs II († 1250) als Beginn, sowie die Wahl Rudolfs von Habsburg 1273 als Ende des Interregnums genannt, wo es eher ein „Überangebot“ (Moraw) an Königen gab. Vor diesem thematischen Hintergrund versucht das Proseminar, in Methoden und Quellen der mittelalterlichen Geschichte einzuführen.

Literatur: Thematisch: Jörg Rogge: Die deutschen Könige im Mittelalter. Wahl und Krönung (Geschichte kompakt), Darmstadt 2006. – Martin Kaufhold: Deutsches Interregnum und europäische Politik. Konfliktlösungen und Entscheidungsstrukturen 1230 – 1280 (MGH Schriften 49), Hannover 2000. – Martin Kaufhold, Interregnum (Geschichte kompakt), Darmstadt 2002. Methodisch: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Auflage 2006. – Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Harald Müller: Mittelalter (Studienbuch Geschichte), Berlin 2008.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Iris Holzwart-Schäfer
Höfe und Residenzen im Mittelalter
3 st., Mi 09:00–10:00 (Tutorium)
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn:
Do 10:00–12:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 14.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Seit dem Hochmittelalter  bezeichnete der Begriff „curia“ (Hof) sowohl den Aufenthaltsort eines Königs oder Fürsten als auch die Personen in seiner Umgebung sowie Institutionen wie Hoftag und Hofgericht. Im Proseminar werden an ausgewählten Beispielen  Entwicklung, Formen und Funktionen des „äußerst komplexen sozialen und institutionellen Gebildes“ (K.-H. Spieß) Hof sowie von Residenzen als Zentralorten der Herrschaft untersucht. Zugleich führt die Veranstaltung in Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007). Zum Thema: Karl-Heinz Spieß, Fürsten und Höfe im Mittelalter, Darmstadt 2008; Werner Paravicini (Hg.), Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, 3 Bde., Ostfildern 2003–2007; Ders., Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters, München 2. Aufl. 1999 (1. Aufl. 1994; EDG 32).

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Iris Holzwart-Schäfer
Essen und Trinken im Mittelalter
3 st., Mo 15:00–16:00 (Tutorium)
Ort: Raum 119 (Hegelbau)
Beginn:
Do 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Am Beispiel des Essens und Trinkens gibt das Seminar vielfältige Einblicke in die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Mittelalters. Auf dem Programm stehen u.a. die landwirtschaftliche Produktion, Transport-, Lagerungs- und Konservierungsmöglichkeiten, Preise und Besteuerung von Lebensmitteln, Rezepte und Diätetik, die religiöse und rituelle Bedeutung des Essens und Trinkens sowie die Ess- und Trinkkultur im Alltag und an Festtagen. Zugleich führt die Veranstaltung in Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007). Zum Thema: Ernst Schubert, Essen und Trinken im Mittelalter, Darmstadt 2006.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Heinrich VII. und die Herrlichkeit des Reichs
3 st., Mi 13:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 13.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Mit dem Scheitern des staufischen Universalkaisertums, das die Einheit des imperiums unter Einbeziehung Burgunds und vor allem Reichsitaliens anstrebte, schien die Zeit der römisch-deutschen ,Kaiserherrlichkeit‘ vergangen. Heinrich von Luxemburg (1308–1313) ging als derjenige König und spätere Kaiser in die Geschichte ein, der das Kaisertum vor allem in Italien wieder zu alter Größe führen wollte. Im Seminar soll erörtert werden, welche Mittel einem deutschen Herrscher des beginnenden 14. Jahrhunderts dafür zu Verfügung standen. Dabei soll nicht nur Italien in den Blick genommen werden, sondern auch die „governance“ Heinrichs im Reich nördlich der Alpen. Ein begleitendes Tutorium führt in Quellen, Hilfsmittel und Methoden der historischen Mediävistik ein.

Literatur: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007); Michel Margue (Hg.): Der Weg zur Kaiserkrone. Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier, Trier 2009.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

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Hauptseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold
Das Kloster St. Gallen
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Hegelbau - Kleiner Übungsraum - 21 KÜR.
Beginn: 20.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Im 7. Jahrhundert gründete der Mönch Gallus eine Einsiedelei, aus der im 8. Jahrhundert unter dem heiligen Otmar eine Mönchsgemeinschaft hervorging. Das so entstandene Kloster St. Gallen gehörte vom 9. bis zum 11. Jahrhundert zu den bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Europas. Einzigartig ist die Überlieferung dieser Abtei: Sowohl die Bibliothek als auch das Urkundenarchiv haben bis heute fast unbeschadet in ihrem ursprünglichen Zusammenhang überdauert. Das erlaubt es dem Historiker, eine monastische Gemeinschaft des Früh- und Hochmittelalters aus ungewöhnlicher Nähe zu beobachten – in ihrem Alltag, ihrem Umgang mit ihrer eigenen Geschichte und der monastischen Tradition, aber auch in ihrem wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Handeln. Das Seminar wird gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Anja Wolkenhauer (Philologisches Seminar) veranstaltet. Gute Lateinkenntnisse sind daher unabdingbar. Erwartet wird außerdem die Bereitschaft, mit ungedrucktem Material des Früh- und Hochmittelalters zu arbeiten. Das Seminar ist mit einer Exkursion nach St. Gallen verbunden.

Literatur: Einführende Literatur: Das Kloster St. Gallen im Mittelalter. Die kulturelle Blüte vom 8. bis zum 12. Jahrhundert, hg. v. Peter Ochsenbein, Darmstadt 1999.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Gerhard Schmitz
Papsttum im 9. Jahrhundert: Nikolaus I. (858–867)
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Nikolaus I. ist einer der "großen" Päpste, fraglos der bedeutendste des 9. Jahrhunderts.Man hat ihn einen der "Architekten" des mittelalterlichen Papsttums genannt. Er stand in Konflikten mit der Ostkirche, den fränkischen Königen und dem Episkopat. Er scheute sich z. B. nicht, die Erzbischöfe von Köln und Trier handstreichartig abzusetzen. Die Untersuchung seines Pontifikats eröffnet weit über die konkreten Einzelfälle hinaus grundlegende Einsichten in die geistigen Fundamente eines später die "Weltherrschaft" beanspruchenden Papsttums.

Literatur: Horst Fuhrmann, Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt XVI. (2005) (für ein allgemein interessiertes Publikum geschrieben, dennoch verlässlich und seriös, deshalb Pflichtlektüre von A-Z!). Ansonsten ist eine selbständige Orientierung anhand von Nachschlagewerken und Gesamtdarstellungen zum Papsttum dringend erwünscht. Wichtig immer noch Ernst Perels, Papst Nikolaus I. und Anastasius Bibliothekarius : Ein Beitrag zur Geschichte des Papsttums im 9. Jahrhundert (1920),

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Immo Eberl
Das Deutsche Reich unter der Regierung Ottos II. (973–983) und Ottos III. (983–1002)
2 st., Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 06.05.2011
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 20.05.2011
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 03.06.2011
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 08.07.2011
Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 15.07.2011
Sa 09:00–18:00
Beginn: 09.07.2011
Sa 09:00–18:00
Beginn: 16.07.2011
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Regierungen Ottos II. und Ottos III. (973–1002) sind trotz allerauftretenden Schwierigkeiten als ein Höhepunkt der Geschichte der ottonischen Dynastie zu bezeichnen. Während unter Otto II. das Reich einige Krisen zu bewältigen hatte, die das Hauptseminar darstellen soll, wurde das Reich unter Otto III. von der Idee der "renovatio imperii Romanorum" und einer weitgehend imperialen Politik beherrscht (Otto III. in Rom!). Der Hof hatte aber nicht nur eine politische, sondern auch kulturelle Stellung im Reich. Gerade diese war für die künftige Darstellung des Zeitraums von großer Bedeutung. Das Hauptseminar wird die Stellung des Hofes innerhalb des Reichs und sein Verhältnis zur Kirche und zum Papsttum herausarbeiten.

Literatur: Hagen Keller, Gerd Althoff, Die zeit der späten Karolinger und der Ottonen. Krisen und Konsolidierungen 888–1024, (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Auf., Band 3, Stuttgart o.J. (2008); Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III., Band 1: Otto II. 973 – 983, bearb. von Karl Uhlirz, Berlin 2. Auf. 1967; Band 2: Otto III. 983 – 1002, bearb. von Mathilde Uhlirz, Berlin 1954

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Frankreich und seine Könige im 14. und 15. Jahrhundert
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2011
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Nachdem das Königreich Frankreich jahrhundertelang von nur einer einzigen Dynastie, den Kapetingern, beherrscht worden war, kam es – ausgelöst durch einen dynastischen Bruch – in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts zu gravierenden Veränderungen. Diese bezogen sich nicht nur auf die innenpolitischen Verhältnisse, in denen verschiedene kapetingische Nebenlinien um die Macht rangen. Ob man die ebenfalls erhobenen Ansprüche des englischen Königs Edward III. auf die Nachfolge als „außenpolitisch“ bezeichnen möchte, soll in diesem Seminar kritisch diskutiert werden. Fest steht, dass sich aus dieser Gemengelage eine Reihe von ‚Komplikationen‘ ergaben, die vor allem als sog. Hundertjähriger Krieg in die Geschichtsbücher eingegangen sind. Ob man deshalb das 14. und 15. Jahrhundert in Frankreich pauschal (und negativ konnotiert) als „Zeit der Krisen“ bezeichnen möchte, ist ebenfalls diskussionswürdig. In diesem Hauptseminar soll besonders das französische Königtum und seine einzelnen Vertreter in das Zentrum gerückt und Fragen nach Königsmacht, deren Form, Legitimation und Transformation diskutiert werden.

Literatur: Brunel, Ghislain: Images du pouvoir royal. Les chartes décorées des Archives nationales (XIIIe-XVe siècle), Paris 2005; Die französischen Könige des Mittelalters von Odo bis Karl VIII. 888-1498, hg. v. Joachim Ehlers u. a., München 2006.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sönke Lorenz / Dr. Peter Andreas Rückert
Württemberg im Spätmittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2011
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Bemerkungen: Raum 405 (Hegelbau)

Inhalt: Nach dem Untergang der Staufer gewann der Territorialisierungsprozeß in Deutschland eine neue Dynamik, der sich auch die Könige nicht mehr entzogen, wie schon das Beispiel Rudolfs von Habsburg eindringlich erkennen läßt. Die Vorgänge sind besonders plastisch im deutschen Südwesten zu beobachten, wo die Staufer bedeutende Positionen inne gehabt hatten. So konnten neben den Habsburgen und Wittelsbachern ebenfalls die Württemberger eine Herrschaft von neuer Qualität aufbauen. Ihre Konzentration und Differenzierung, wie sie z. B. die Entwicklung eines „Hofes“ und von „Landständen“ markiert, gilt es ebenso aufzuzeigen, wie jene Strömungen und Verdichtungen im kirchlichen und kulturellen Bereich, die sich mit Begriffen wie „Kirchenreform“ sowie „Schulleben und Universitäten“ verbinden. Nicht zuletzt sind gravierende Veränderungen im Wirtschaftsleben zu beschreiben, verbunden mit technischen Innovationen von epochalem Zuschnitt.

Literatur: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 2: Die Territorien im Alten Reich, hrsg. von Meinrad Schaab und Hansmartin Schwarzmaier, Stuttgart 1995; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Ein dynastisch-topographisches Handbuch, Teilband 1 u. 2, hg. von Werner Paravicini, bearbeitet von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, Bd. 15/1/1 u. 2), Ostfildern 2003

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Dr. Stephan Molitor
Lateinische Paläographie des Mittelalters I
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2011
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Bemerkungen: Grundkenntnisse in Latein erforderlich. Raum 405 (Hegelbau)

Inhalt: Einführung in die lateinische Paläographie des Mittelalters. Behandelt werden die für den Gang der Entwicklung maßgeblichen Schriften vom ersten vorchristlichen Jahrhundert bis zur Karolingerzeit. Der Schwerpunkt liegt bei der Entstehung der karolingischen Minuskel.

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 2. Aufl. Berlin 1986; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Leistungsnachweis:   9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Exkursionen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Exkursion zum Hauptseminar Das Kloster St. Gallen
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Bemerkungen:

Inhalt:

Literatur:

Leistungsnachweis:

Prof. Dr. Ellen Widder
„Orte des Adels” im oberen Neckartal (drei Tagesexkursionen zur Übung)
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Bemerkungen:

Inhalt:

Literatur:

Leistungsnachweis:

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 18.04.2011
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Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung. Beginn nach Vereinbarung.

Prof. Dr. Mischa Meier /Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Irmgard Männlein-Robert
Osten und Westen 400–600 n. Chr.
3 st., – –
Beginn:
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Bemerkungen: Zeit, Beginn und Raum nach Vereinbarung.