Lehrveranstaltungen Sommersemester 2003

» Last updated on 14. September 2007 - 15:21. | Originally submitted on 21. June 2005 - 0:57.


Vorlesungen


HD Dr. L. Körntgen
Leben im Mittelalter
2 st, Di 14-16
Beginn: 29.04. 2003
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: Das "finstere" Mittelalter gehört zu den unausrottbaren Stereotypen unserer Alltagssprache. Darunter werden nicht nur die Lebensumstände, sondern auch Mentalität und Vorstellungswelt der mittelalterlichen Menschen angesprochen. Die Vorlesung will unter beiden Perspektiven Licht in das Dunkel bringen und einzelne Sachbereiche aus Alltag, Lebensweise und Mentalität aller mittelalterlichen Epochen vorstellen.

Literatur: G. Althoff/H.-W. Goetz/E. Schubert, Menschen im Schatten der Kathedrale, 1998; H.-H. Kortüm, Menschen und Mentalitäten, 1996; E. Schubert, Alltag im Mittelalter, 2002; H.-W. Goetz, Leben im Mittelalter, 1986, 72002.

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Prof. Dr. W. Hartmann
Die Angelsachsen und der Kontinent vom 6. bis 11. Jahrhundert
2 st, Fr 11-13
Beginn: 02.05. 2003
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: In dieser Vorlesung soll die Geschichte Europas einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet werden: welche Einflüsse übte das angelsächsische England auf das kontinentale Europa aus und umgekehrt; wie sehen die Beziehungen zwischen dem Kontinent und der Welt der britischen Inseln von der Landnahme der Angeln und Sachsen bis zur Eroberung Englands durch die Normannen (1066) aus? Politische und persönliche Beziehungen, Mission und Kirche, Bildung und Wirtschaft, Verwaltung und Kriegswesen sollen betrachtet und die gegenseitigen Einflüsse, aber auch die Unterschiede herausgearbeitet werden.

Literatur: W. Levison, England and the Continent in the Eigth Century (1946); J.M. Wallace-Hadrill, Early Germanic Kingship in England and on the Continent (1971); K.-F. Krieger, Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert (1990); J. Sarnowsky, England im Mittelalter (2002).

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Prof. Dr. E. Widder
Das 14. Jahrhundert - das "Jahrhundert der Pest?"
2 st., Do 11-13
Beginn: 08.05. 2003
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: Schwarze Pest, demographischer Rückgang, Krise des Spätmittelalters. Unter diesen Schlagworten wird das 14. Jahrhundert gemeinhin subsummiert. Allerdings darf man sich fragen, ob dies ausreichend ist. Die Vorlesung will einen chronologischen und strukturgeschichtlichen Überblick über "ferne" 14. Jahrhundert vermitteln. Dabei sollen - neben der politischen Geschichte - Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.
Literatur: E. Schubert, Einführung in die Grundprobleme der deutschen Geschichte im Spätmittelalter, Darmstadt 1992; The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: c. 1300-c. 1415, hg. v. M. Jones, Cambridge 2000.


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Prof. Dr. S. Lorenz
Der deutsche Südwesten vom 3. bis 10. Jahrhundert
2 st., Mi 16-18
Ort: HS Keplerstr. 2

Bemerkungen: Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Als gegen Ende des 3. Jahrhunderts germanische Verbände das Land zwischen dem rätischobergermanischen Limes und dem Rhein übernahmen, entstand Alamannia, ein bis heute mehr oder weniger rätselhaftes Herrschaftsgebilde eigener Art. Gegen 500 dem Zugriff der Franken erlegen und zu einem merowingischen ducatus ausgebaut, etablierten sich in einem ebenfalls nur schemenhaften Prozeß das Christentum und eine kirchliche Durchdringung des Landes. Nach der Beseitigung des Herzogtums durch die Karolinger (764) fand rasch eine starke Anbindung an die im Frankenreich etablierten Gegebenheiten statt, der Alemannien zu einem Teil des karolingischen Kultur- und Wirtschaftsbereiches werden ließ. Erst der Zusammenbruch des Karolingerreichs schuf zu Beginn des 10. Jahrhunderts neue Rahmenbedingungen: Es entstand das hochmittelalterliche Herzogtum Schwaben.
Literatur: D. Geuenich, Geschichte der Alemannen (Urban-Taschenbücher, Bd. 575), Stuttgart 1997.



Übungen


Dr. Karl Ubl
"Bekenntnisse des Fleisches": Sozialdisziplinierung im Mittelalter
2 st, Do 16-18
Beginn: 08.05. 2003
Ort: Raum 221
Bemerkungen: Anmeldung online möglich

Inhalt: "Bekenntnisse des Fleisches" lautet der Titel des letzten, bislang unveröffentlichten Buchs von M. Foucault, das den christlichen Grundlagen der modernen Subjektivität gewidmet ist. Die Übung greift dieses Thema der "Quellen des Selbst" auf und wird der Frage nachgehen, welche Formen die Sozialdisziplinierung durch die Kirche von der Antike bis ins spätere Mittelalter annahm und inwiefern diese Entwicklung auf die staatliche Sozialdisziplinierung der Frühen Neuzeit einwirkte. Anhand dieser Thematik soll eine Einführung in die Fragestellungen und Methoden der neueren kulturgeschichtlichen Forschung gegeben werden.

Literatur: A. Hahn, Zur Soziologie der Beichte und anderer Formen institutionalisierter Bekenntnisse: Selbstthematisierung und Zivilisationsprozess, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie 34 (1982) 408-434; J. Delumeau, Le péché et la peur. La culpabilisation en Occident, XIIIe-XVIIIe siècles (Paris 1983); Handling Sin: Confession in the Middle Ages, hg. von P. Biller/A.J. Minnis (York 1998).



Prof. Dr. G. Schmitz
Papst Gregor VII. im Spiegel seiner Briefe
2 st, Fr 9-11
Beginn: 09.05. 2003
Ort: Raum 221
Bemerkungen: Übung für alle Semester. Akzeptable Lateinkenntnisse unabdingbar. Es besteht wegen der Feiertage, nach denen Freitag ein "Brückentag" ist, vermutlich die Notwendigkeit, mehrere Kompaktsitzungen abzuhalten.

Inhalt: Papst Johannes Paul II. hat ihn in Anlehnung an Pius XII. einen "Giganten des Papsttums" genannt: Gregor VII., von Gestalt klein und eher hässlich, war jener Papst, der die offene Auseinandersetzung mit Heinrich IV., dem deutschen König, wagte, ihn nach Canossa zwang und schließlich absetzte. In seinen Briefen wird dieser Mensch, der Haß und Liebe gleichermaßen auf sich zog, sehr lebendig, hier gewinnt er plastische Konturen. Die Lektüre und Interpretation ausgewählter Briefe stehen im Mittelpunkt des Semesters, ergänzend werden einige offene Fragen der Forschung erörtert.
Literatur: Quellen: Ausgew. Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe 12a: Quellen zum Investiturstreit 1: Ausgewählte Briefe Papst Gregors VII, übers. Von Franz-Josef Schmale (1978); Das Register Gregors VII. = Gregorii VII. registrum / Hrsg. von Erich Caspar (Monumenta Germaniae Historica. Epistolae selectae 2, 1-2) (1920/1923); Lit.: Uta-Renate Blumenthal, Gregor VII. Papst zwischen Canossa und Kirchenreform (2001) (Weitere Literatur in der Veranstaltung).


Prof. Dr. E. Widder
Einführung in die Geschichte des Spätmittelalters
Blocksitzungen (mit Exkursion)
Beginn: s. Aushang
Ort: s. Aushang
Inhalt: In dieser Übung soll exemplarisch in die Geschichte des Spätmittelalters eingeführt werden. Geplant ist eine Lehrveranstaltung, in der die materielle Hinterlassenschaft dieser meist vermutlich sher fernen Epoche in Archiven, Bibliotheken, Museen sowie anhand von Einzelobjekten (Burgen, Klöster, Städte, Verkehrswege etc.) kennengelernt und Methoden ihrer Erschlißeung und Erforschung diskutiert werden sollen. In direktem konzeptionellen Zusammenhang steht eine geplante Exkursion nach Tirol.


Prof. Dr. S. Lorenz/Dr. P. Rückert
Grenzen und ihre Beschreibung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
2 st., Mo 16-18
Beginn: s. Aushang
Ort: Raum 405
Bemerkungen: Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Räumliche Grenzen spielen seit dem frühen Mittelalter eine zentrale Rolle für die Gesellschaft und ihre herrschaftliche Organisation in Mitteleuropa. Bereits mit dem gehäuften Einsetzen der Schriftzeugnisse im 8. Jahrhundert werden diese Grenzen auch beschrieben und schriftlich fixiert, seien es Siedlungs-, Gemarkungs-, Territoriums- oder Landesgrenzen. Die Grenzziehungen und ihre Dokumentation im Text oder im Kartenbild sollen anhand von Beispielen aus Südwestdeutschland untersucht werden: zunächst im Hinblick auf ihre konkrete räumliche Identifizierung, aber auch in ihrer Aussagekraft für die herrschaftliche und räumliche Organisation, die Siedlungsstrukturen und die Entwicklung der Kulturlandschaft. Damit soll gleichzeitig ein Überblick über südwestdeutsche Raumstrukturen vom frühen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gegeben werden.
Es ist vorgesehen, im Rahmen einer Exkursion mittelalterliche Grenzen auch im Gelände konkret zu untersuchen.
Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.


Kolloquien


HD Dr. L. Körntgen
Kolloquium zur Vorlesung: Leben im Mittelalter
1 st, Di 17-18
Beginn: 06.05. 2003
Ort: Raum 221


Bemerkungen: Regelmäßige Teilnahme nicht erforderlich.

Inhalt: Im Kolloquium werden einzelne Fragestellungen der Vorlesung aufgegriffen sowie Quellen und Literatur diskutiert.

Linksammlung zum Thema



Prof. Dr. W. Hartmann
Kolloquium zur Vorlesung: Die Angelsachsen und der Kontinent vom 6. bis 11. Jahrhundert
2 st, Fr 14.30-16
Beginn: 09.05. 2003
Ort: Raum 119 1


Bemerkungen: Für Hörer aller Semester, nicht nur für Examenskandidaten.

Inhalt: Im Kolloquium sollen Quellen, Forschungsliteratur und einzelne Probleme, die in der Vorlesung nur knapp angesprochen werden konnten, eingehend diskutiert werden. Außerdem werden Fragen zum Stoff der Vorlesung beantwortet. Die Teilnehmer haben auch die Möglichkeit, ihrerseits Themen vorzuschlagen, die dann besprochen werden.

Linksammlung zum Thema


Proseminare


Prof. Dr. W. Hartmann
Der Aufstieg der Karolinger
3 st., Do 10-13
Beginn: 08.05. 2003
Ort: Raum 119a


Bemerkungen: Anmeldung online und Lateinkenntnisse sind erforderlich.

Inhalt: Anhand von Quellen und Literatur zur Geschichte des Frankenreiches von ca. 650 bis 754 sollen Methoden und Hilfsmittel vorgestellt werden, die für den Bereich der Geschichte des frühen Mittelalters von Bedeutung sind. Außerdem werden die wichtigsten Hilfswissenschaften vorgestellt und in praktischen Übungen (zur Chronologie, Paläographie und Diplomatik) exemplarisch behandelt.

Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000; R. Schieffer, Die Karolinger, 3. Aufl. 2000.

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HD Dr. L. Körntgen
Heinrich II. (1002-1024)
3 st., Mo 15-18
Beginn: 28.04. 2003
Ort: Raum 119a


Bemerkungen: Anmeldung erforderlich, möglichst über das Internet-Formular.

Inhalt: Die relativ lange Herrschaftszeit Heinrichs II. läßt nicht nur Grundstrukturen und Probleme der Königsherrschaft des 10. und 11. Jahrhunderts erkennen, sondern bietet auch Ansätze, um den persönlichen Handlungsspielraum des Herrschers zu bestimmen. Am Beispiel zentraler Fragestellungen der Epoche will das Proseminar Quellen, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte vorstellen und wissenschaftliche Arbeitstechniken einüben.

Literatur: S. Weinfurter, Heinrich II., 1999; G. Althoff, Die Ottonen, 2000; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000. Linksammlung zum Thema

PD Dr. P. Hilsch, Akad.ORat
Die Kreuzzüge
3 st, 1. Gruppe Di 8.30-11,
2. Gruppe Fr 8.30-11
Beginn: Gruppe 1: 29.04. 2003, Gruppe 2: 02.05. 2003
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Bitte persönliche Anmeldung in den Sprechstunden.

Inhalt: Als Papst Urban II. die christlichen Ritter 1095 zum 1. Kreuzzug aufrief, begann die erste Fernexpansion des latein. Abendlandes und ein 200-jähr. meist kriegerischer Kontakt mit der islamischen Welt des Vorderen Orients. Die Deutung der Kreuzzüge durch die Historiker reichte von "Bewährung des Glaubens in der Geschichte" bis zur Feststellung: "Im Gesamtbild der Geschichte gesehen, war die Kreuzzugsbewegung ein einziger riesiger Fehlschlag". Im Seminar sollen v.a. Quellen zu den Motiven, Voraussetzungen, Gründen und Folgen behandelt werden, beschränkt auf die drei ersten Kreuzzüge.

Literatur: H.E. Mayer, Gesch. der Kreuzzüge, 9. Aufl. 2000. (Urban-TB).

Linksammlung zum Thema


Dr. E. Frauenknecht
Das Interregnum (1245/50-1273). Von keinem König zum "kleinen König"?
3 st, Di 11-13.30
Beginn: 29.04. 2003
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Anmeldung bitte in der Sprechstunde oder Anmeldung online

Inhalt:Als Interregnum wird üblicherweise die Zeit zwischen dem Ende der Herrschaft Friedrichs II. († 1250) und der Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König 1273 bezeichnet. Als "die kaiserlose, die schreckliche Zeit" von Friedrich Schiller in seiner Ballade "Der Graf von Habsburg" charakterisiert, fand diese "königslose" Epoche nach dem Ende der Staufer als angeblicher Tiefpunkt deutscher Geschichte geringere Aufmerksamkeit in der Forschung. Dabei gab es eher ein "Überangebot" (Moraw) von Königen. Erst in jüngster Zeit wird versucht, diese Übergangszeit vom hohen zum späten Mittelalter verstärkt vor dem Hintergrund einer europäischen Dimension zu sehen und die Wirksamkeit politischer Ordnungsvorstellungen sichtbar zu machen.
Anhand des Themas wird die Veranstaltung eine Einführung in Methoden und Quellen der mittelalterlichen Geschichte bieten.

Literatur: Methodische Einführung: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (2. Aufl. 2000). - Zum Thema: Martin Kaufhold, Deutsches Interregnum und europäische Politik. Konfliktlösungen und Entscheidungsstrukturen 1230-1280 (MGH Schriften 49), Hannover 2000. - Martin Kaufhold, Interregnum (Geschichte kompakt), Darmstadt 2002). .


Hauptseminare


Prof. Dr. W. Hartmann
Beda (+ 735) - ein Universalgelehrter des frühen Mittelalters
2 st, Mi 16-18
Beginn: 30.04. 2003
Ort: Raum 119 a

Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Das reiche und vielfältige Werk des angelsächsischen Mönchs Beda (673/74-735), der fast sein ganzes Leben im nordhumbrischen Kloster Jarrow verbrachte, hat im gesamten Mittelalter einen großen Einfluß ausgeübt. Schriften für die Schule (vor allem seine Komputistik), Historiographie und Hagiographie, Bibelkommentare und Predigten, Dichtungen und Briefe haben sich von ihm erhalten. Eine ganze Reihe von Falschzuschreibungen belegen sein großes Ansehen in späterer Zeit. Im Zentrum des Seminars soll eine Beschäftigung mit den Schriften zur Zeitrechnung (vor allem De temporum ratione) und mit der Kirchengeschichte der Angelsachsen (abgeschlossen 731) stehen.

Literatur: : P.H. Blair, The World of Bede (1970); Bede and his World, 2 Bde. (1994); B. Ward, The Venerable Bede (2. Aufl. 1998).



PD Dr. P. Hilsch, Akad.ORat
Die Entstehung von "Nation" und "Nationalbewusstsein" im Mittelalter
2 st, Do 16-18
Beginn: 08.05. 2003
Ort: Raum 228 a
Bemerkungen: Voraussetzung: Besuch eines Proseminars zur mittelalterlichen Geschichte. Bitte möglichst frühzeitige Anmeldung in den Sprechstunden.

Inhalt: Im Seminar werden mögliche objektive wie subjektive Faktoren der Nationsbildung in Mitteleuropa untersucht, wobei vor allem die Selbst- und Fremdwahrnehmung (Zusammengehörigkeitsgefühl und Abgrenzung) in den schriftlichen Quellen ins Auge gefasst werden soll.

Literatur: F. Graus, Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter, Sigmaringen 1980. J. Ehlers (Hg.), Ansätze und Diskontinuität deutscher Nationsbildung im Mittelalter. Sigmaringen 1989. J. Ehlers/J. Verger, Natio. In: LexMA Bd. 6 (1993) Sp. 1035-1040.



Prof. Dr. I. Eberl
Die Gründung von Citeaux und die Entwicklung des Zisterzienserordens im 12. Jahrhundert
2 st, Fr 16-18
Beginn: 02.05. 2003
Ort: Raum 221
Inhalt: Robert von Molesme und die ihn begleitenden Mönche gründeten 1098 das novum monasterium Citeaux in der Absicht, die Benediktiner zu reformieren. Doch hat sich in Kürze aus dem novum monasterium Citeaux ein neuer Orden entwickelt: die Zisterzienser. Nach schweren Anfangsjahren begann nach der Gründung der Primarabteien La Ferté, Pontigny, Clairvaux und Morimond (1113/1115) unter der maßgeblichen Beteiligung Bernhards von Clairvaux die rasche Ausbreitung des Ordens über ganz Europa. Das Seminar will diese Entwicklung unter den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des 12. Jahrhunderts nachvollziehen und vor allem auch die wirtschaftlichen und politischen Einzelheiten dieser Vorgänge aufzeigen.

Literatur: Immo Eberl, Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens, Stuttgart 2002.


Prof. Dr. E. Widder
Tod und Sterben im MIttelalter
2 st., Di 16-18
Beginn: 29.04. 2003
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Die Pestzüge um die Mitte des 14. Jahrhunderts führten nicht nur zu gravierenden demographischen Einbrüchen, sondern gelten der Forschung auch als Epochenschwelle im Hinblick auf eine veränderte Einstellung der spätmittelalterlichen Gesellschaft zum Tod. Das Hauptseminar wird sich dem Thema von verschiedenen seiten aus annähern und die Frage eines Mentalitätswandel um 1350 als Quellen- und Forschungsproblem diskutieren.

Literatur: Frantisek Graus: Pest - Geisler - Judenmorde. Das 14. Jahrhundert als Krisenzeit, Göttingen 1987 (Veröffentlichung des Max-Planck-Instituts für Geschichte 86); Norbert Ohler: Sterben und Tod im Mittelalter, München 1990.



Prof. Dr. S. Lorenz
Das burgundische Reich im 14. und 15. Jahrhundert
2 st., Mo 14-16
Beginn: s. Aushang
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Einer Sekundogenitur des französischen Königshauses, ausgestattet mit dem namensgebenden Herzogtum Burgund, gelang zwischen 1363 und 1477 der Auf- und Ausbau einer riesigen Herrschaft im deutsch-französischen Grenzgebiet, die von der Nordsee bis an die Alpen reichte. Erben dieser Herrschaft waren schließlich die Habsburger. Im Zentrum des Seminars steht die Geschichte dieses burgundischen Reiches, besonders die seiner zahlreichen Territorien, seiner herrschaftlichen Erfassung sowie Fragen nach seinen vielfältigen kulturellen Leistungen.

Literatur: Lexikon des Mittelalters, Bd. 2, Sp. 1085ff.


Für Fortgeschrittene


Prof. Dr. E. Widder
Oberseminar: Hofordnungen - Beginn moderner Staatlichkeit oder Krisenmanagment?
2 st., Do 18-20
Beginn: 08.05. 2003
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Die Hofordnungen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sind in den vergangenen Jahren in den Blick der Forschung gerückt. In diesem Oberseminar sollen die Gründe für dieses Interesse diskutiert sowie die Überlieferung für das deutsche Spätmittelalter kennengelernt werden. In diesem Zusammenhang wird es um Entstehungszusammenhänge und Gebrauchfunktionen der Texte ebenso gehen wie um Firmen ihrer Überlieferung und Methoden ihrer Erschließung.

Literatur: Höfe und Hofordnungen 1200 - 1600, hg. von Holger Kruse und Werner Paravincini, Sigmaringen 1999 (Residenzforschung 10).



Prof. Dr. W. Hartmann/ Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Doktoranden, Magistranden und Examenskandidaten
2 st., Di 18:30-20
Beginn: s. Aushang
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung



Prof. Dr. S. Lorenz
Oberseminar für Examenskandiaten, Doktoranden und Fortgeschrittene
2 st., nach Vereinbarung



Prof. Dres. P.Godman / W. Hartmann / C. Huber / U. Köpf / S. Lorenz / A. Schindling / J. Schröder / B. Wachinger / G. Wieland
Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium
"Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit"
2 st., Di 18-20
Ort: Theologicum, HS 10



Exkursion


Prof. Dr. E. Widder
Exkursion nach Tirol und Südtirol zur Übung "Einführung in die Geschichte des Spätmittelalters"
10. 06. bis 15.06. 2003

Bemerkungen: Mehr Informationen zur Exkursion und Anmeldemöglichkeit gibt es hier

Inhalt: Tirol ist ein Raum, der im ganzen Mittelalter nicht nur eine Vermittlerfunktion zwischen dem Süden und dem Norden ausgeübt, sondern in dem sich auch eine Vielzahl von Zeugen und Zeugnissen aus dieser Epoche erhalten hat. An ihnen sollen exemplarisch Phänomene und Probleme des Spätmittelalters kennengelernt und diskutiert werden.