Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2014/2015

» Zuletzt aktualisiert: 20. November 2014 - 15:09 | Eingetragen: 21. Juli 2014 - 13:48.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: onlineanmeldung[at]histsem.uni-tuebingen.de

Weitere Informationen folgen. Änderungen möglich.

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Ludwig der Fromme
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: HS 23 (Kupferbau)
Beginn: 24.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt:

Literatur:

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP (im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Module des M. A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Das 13. Jahrhundert. Reich und Region im deutschsprachigen Südwesten
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: HS 24 (Kupferbau)
Beginn: 22.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: Für die Entwicklung im Südwesten des Regnum Teutonicum war das 13. Jahrhundert von besonderer Bedeutung: Es beginnt mit dem Höhepunkt der staufischen Territorialpolitik unter Friedrich II. und Heinrich (VII.), die im staufischen Kernland des alten Herzogtums Schwabend von besonderer Wirkmacht war, erlebt in der Umbruchszeit des Interregnums unter anderem den Aufstieg Württembergs, das in die staufischen Positionen einzurücken versucht, und in der Regierungszeit Rudolfs von Habsburg den Versuch, den Einfluß des Reiches zu reorganisieren und zugleich die habsburgische Hausmacht in der Region auszubauen. Aber auch auf anderen Ebenen ist das 13. Jahrhundert eine Zeit des Wandels: so werden z. B. die Städte zu maßgeblichen Faktoren der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Landesherrschaften entstehen und das geistliche Leben wird durch Bettelorden und religiöse Laienbewegungen neu strukturiert. Die Vorlesung möchte eine Einführung in die Geschichte des 13. Jahrhunderts geben, indem sie die Auswirkungen europaweiter Entwicklungen auf die Geschichte der Region nachzeichnet.

Literatur: Einführende Literatur:  Peter Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung. Das reich im späten Mittelalter 1250–1490, Frankfurt u.a. 1989. Meinrad Schaab, Spätmittelalter (1250–1500), in: Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte Bd. 1,2, Stuttgart 2000. Hubertus Seibert, Werner Bomm, Verena Türck (Hg.), Autorität und Akzeptanz. Das Reich im Europa des 13. Jahrhunderts, Ostfildern 2013.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP (im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Module des M. A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Die Entgrenzung Europas (1450–1520)
2 st., Do 12:00–14:00
Ort: HS 23 (Kupferbau)
Beginn: 23.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: „Herbst des Mittelalters“ oder Beginn des „Langen 16. Jahrhunderts“? Die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts befindet sich nach klassischer Epocheneinteilung an der Schnittstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit. Neben der Frage nach dem Sinn und Zweck solcher Epochenteilungen und -bezeichnungen soll in dieser Vorlesung der Fokus auf beharrende und zukunftsweisende Faktoren in diesem Zeitraum gelegt werden. Dabei werden neben der politischen Geschichte Grundzüge von Politik, Verfassung, Gesellschaft, Wirtschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998; Die Welt 1250 – 1500, hg. v. Thomas Ertl und Michael Limberger, Wien 2009 (Globalgeschichte. Die Welt 1000 – 2000, Bd. 2); Weltdeutungen und Weltreligionen. 600 bis 1500, hg. v. Johannes Fried und Ernst-Dieter Hehl, Darmstadt 2010 (WBG Weltgeschichte 3).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP (im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP anrechenbar); mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung als Modulprüfung in einem Grundmodul oder als Einzelleistung im Wahlbereich: 3 ECTS-LP, innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Module des M. A.-Studiums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Repetitorium

Dr. des. Annette Grabowsky
Das hohe und späte Mittelalter (1050–1500)
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 16.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Das Repetitorium möchte einen Überblick über grundlegende Ereignisse und Strukturen des hohen und späten Mittelalters vermitteln. Der Schwerpunkt wird dabei auf der „deutschen“ Geschichte liegen. Zur Vertiefung werden außerdem Schlüsselquellen gelesen (in der Regel in Übersetzung) und wichtige Forschungsprobleme angesprochen.

Literatur: Peter Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche (UTB Basics Geschichte 2298, Konstanz 32012).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP (im Wahlbereich nur in Kombination mit einer Übung mit 4 ECTS-LP kombiniert anrechenbar) mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich) 3 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder als Einzelleistung im Wahlbereich

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. Carola Fey
Heiligenverehrung im Mittelalter
3 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 306 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
Di 18:00–19:00
Beginn: 14.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Verehrung der Heiligen war eines der zentralen Elemente der Frömmigkeit in allen gesellschaftlichen Gruppen des Mittelalters. Die Heiligen boten Beistand im irdischen Leben und Hilfe für die Erlangung des Seelenheils. Über die frömmigkeitspraktischen Funktionen hinaus wandelten sich vom frühen bis zum späten Mittelalter die Heiligenideale und die Funktionen, die die Heiligen für die Identitätsstiftung und als Medien der Kommunikation in religiösen und sozialen Kontexten übernahmen. Diese sich wandelnden Funktionen belegen die vielfältigen Ausdrucksformen der Heiligenverehrung. Zu Heiligenlegenden, Reliquienkult, Patrozinien, Prozessionen und Wallfahrten liegt ein reiches Quellenmaterial in Schrift-, Bild- und Sachzeugnissen vor, das einen differenzierten Zugang zum Thema ermöglicht. Die Veranstaltung soll einen Einblick in Methoden und Forschungsfragen der mittelalterlichen Geschichte vermitteln.

Literatur: Arnold Angenendt, Heilige und Reliquien. Die Geschichte ihres Kultes vom frühen Christentum bis zur Gegenwart, München 1994; Elisabeth von Thüringen – Eine europäische Heilige, Essays und Katalog zur 3. Thüringischen Landesausstellung vom 7. Juli bis 19. November 2007, hg. von Dieter Blume und Matthias Werner, Petersberg 2007; Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004 (und weitere Auflagen); Enzyklopädie des Mittelalters, hg. von Gert Melville, Darmstadt 2008.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (aktive Teilnahme, i. d. R. Referat, Klausur, Hausarbeit)

Dr. des. Christian Stadermann
Kirchenreform und Investiturstreit (911–1122)
3 st., Mo 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 13.10.2014
Mo 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 13.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre eng­lischer Forschungsliteratur. Das Tutorium findet statt: Montags, 12:00–13:00 Uhr in Raum 201 (Hegel­bau).

Inhalt: Der Investiturstreit als ein „Ringen um die rechte Ordnung in der Welt“, wie es Gerd Tellen­bach (Libertas. Kirche und Weltordnung im Zeitalter des Investiturstreits, Stuttgart 1936) einst for­mulierte, galt der älteren Forschung als Konflikt, der im Wesentlichen durch den Streit um die Bischofsinvestitur durch den König bestimmt war, und als Prozess, in der die für das Frühmittelalter kennzeichnende Einheit aus weltlicher und geistlicher Sphäre aufgespalten wurde. Die moderne For­schung hat ein differenzierteres Bild von Ursachen, Verlauf und Folgen jenes Prozesses entwickelt. Das Seminar soll Einblick gewähren in Kontroversen um die Kirchenreform und den Investiturstreit sowie einführen in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittel­alter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011). Zur Einführung in das Thema: Werner Goez, Kirchenreform und Inves­titurstreit 910–1122 (Urban-Taschenbücher 462, Stuttgart 22008); Johannes Laudage, Gregorianische Reform und Investiturstreit (Erträge der Forschung 282, Darmstadt 1993); Uta-Renate Blumenthal, Der Investiturstreit (Urban-Taschenbücher 335, Stuttgart 1982); Egon Boshof, Die Salier (Urban-Ta­schenbücher 387, Stuttgart 52008); Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII.: Kirchenreform und Investi­tur­streit (Beck'sche Reihe 2492, München 2010). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

PD Dr. Christian Jörg
Die frühen Staufer
3 st., Mo 16:00–17:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 27.10.2014
Di 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2014
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Bemerkungen: Tutorin: Frau Katharina Huss. Das Tutorium findet Montags 16–17 Uhr statt. Hegelbau Raum 405

Inhalt: Die populäre Wahrnehmung verbindet mit staufischen Herrschergestalten vor allem Friedrich I. Barbarossa und Friedrich II. als herausragende Vertreter einer scheinbaren hochmittelalterlichen Kaiserherrlichkeit. Konrad III. als der erste König aus staufischem Hause ist dagegen allgemein im historischen Bewusstsein deutlich weniger präsent, was in noch stärkerer Form für die im Umfeld der letzten salischen Kaiser ihren Aufstieg erlebenden Vorfahren der späteren Herrscher gilt. Dennoch lassen sich mit Blick auf den konfliktreichen Weg zum Königtum wesentliche Rahmenbedingungen der Reichspolitik und der europäischen Konstellationen während des späten 11. Jahrhunderts sowie im Verlaufe der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts aufzeigen. Am Beispiel dieses weitgefassten Themenfeldes soll das Proseminar in die Grundlagen der Beschäftigung mit der Mittelalterlichen Geschichte einführen und einen Einblick in das Fach geben.

Literatur: Jürgen Dendorfer / Hubertus Seibert (Hgg.): Grafen, Herzöge, Könige: der Aufstieg der frühen Staufer und das Reich (1079–1152), Ostfildern 2005; Gesellschaft für staufische Geschichte e.V. (Hg.): Konrad III. König und Reich, Göppingen 2012 (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 30); Wolfram Ziegler: Königstreue und Widerstand. Studien zur staufischen Opposition unter Lothar III. (1125–1137), Wien 1998; Ders.: Konrad III. (1138–1152). Hof, Urkunden, Politik, Wien 2008 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii 26); Hansmartin Schwarzmaier: Pater imperatoris. Herzog Friedrich II. von Schwaben, der gescheiterte König, in: Jürgen Petersohn (Hg.), Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, Stuttgart 2001 (Vorträge und Forschungen 54),S. 247–284.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Annette Grabowsky
Friedrich II. – Staunen der Welt oder Antichrist? (Gruppe 1)
3 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
Di 13:00–14:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre englischer Forschungsliteratur.

Inhalt: Als Sohn eines staufischen Vaters und einer normannisch-sizilischen Mutter war Friedrich II. zwei unterschiedlichen Traditionen verbunden. Deren Verschiedenheit zeigte sich immer wieder während seiner Regierungszeit, die eindrücklich die Vielfalt hochmittelalterlicher Herrschaft vor Augen führt. Der „Sizilianer auf dem Kaiserthron“ (Rader) mußte seine Herrschaft nicht nur in seiner sizilischen Heimat, sondern insbesondere in den Reichsteilen nördlich der Alpen sowie in Italien behaupten, und auch ein Kreuzzug gehörte zu seinen vielfältigen Unternehmungen. Darüber hinaus zeigte er sich als Förderer von Dichtung und Wissenschaft, als Gesetzgeber und Universitätsgründer, so daß er bis heute vielen als ein aufgeklärter und moderner Mensch erscheint. Die Zeitgenossen hingegen waren uneins in ihrem Urteil über Friedrich II., den einige bewundernd als stupor mundi (Staunen der Welt) bezeichneten, während er von anderen, insbesondere den Päpsten, als Antichrist dargestellt wurde. Anhand wichtiger Stationen der Herrschaft Friedrichs sollen in diesem Seminar Grundzüge hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Friedrich II.: Wolfgang Stürner, Friedrich II. 2 Bde. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance, Darmstadt 1992/2000); Olaf B. Rader, Friedrich II. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron. Eine Biographie (München 2010); Olaf B. Rader, Kaiser Friedrich II. (Beck’sche Reihe 2762. C. H. Beck Wissen, München 2012). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (aktive und vorbereitete Teilnahme, Übernahme der Expertenrolle in einer Sitzung, Klausur, Hausarbeit)

Dr. des. Annette Grabowsky
Friedrich II. – Staunen der Welt oder Antichrist? (Gruppe 2)
3 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
Di 20:00–21:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Lektüre englischer Forschungsliteratur.

Inhalt: Als Sohn eines staufischen Vaters und einer normannisch-sizilischen Mutter war Friedrich II. zwei unterschiedlichen Traditionen verbunden. Deren Verschiedenheit zeigte sich immer wieder während seiner Regierungszeit, die eindrücklich die Vielfalt hochmittelalterlicher Herrschaft vor Augen führt. Der „Sizilianer auf dem Kaiserthron“ (Rader) mußte seine Herrschaft nicht nur in seiner sizilischen Heimat, sondern insbesondere in den Reichsteilen nördlich der Alpen sowie in Italien behaupten, und auch ein Kreuzzug gehörte zu seinen vielfältigen Unternehmungen. Darüber hinaus zeigte er sich als Förderer von Dichtung und Wissenschaft, als Gesetzgeber und Universitätsgründer, so daß er bis heute vielen als ein aufgeklärter und moderner Mensch erscheint. Die Zeitgenossen hingegen waren uneins in ihrem Urteil über Friedrich II., den einige bewundernd als stupor mundi (Staunen der Welt) bezeichneten, während er von anderen, insbesondere den Päpsten, als Antichrist dargestellt wurde. Anhand wichtiger Stationen der Herrschaft Friedrichs sollen in diesem Seminar Grundzüge hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Friedrich II.: Wolfgang Stürner, Friedrich II. 2 Bde. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance, Darmstadt 1992/2000); Olaf B. Rader, Friedrich II. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron. Eine Biographie (München 2010); Olaf B. Rader, Kaiser Friedrich II. (Beck’sche Reihe 2762. C. H. Beck Wissen, München 2012). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (aktive und vorbereitete Teilnahme, Übernahme der Expertenrolle in einer Sitzung, Klausur, Hausarbeit)

Dr. Erwin Frauenknecht
Königsherrschaft um 1300. Dynastisches Gerangel
3 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2014
Mi 12:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

Inhalt: Die römisch-deutschen Könige nach dem Ende des sogenannten Interregnums (1273) werden in der Forschung gemeinhin als „kleine Könige“ (Moraw) tituliert, gemessen an ihren politischen Möglichkeiten. Sowohl die Wahl als auch die zum Teil sehr kurze Herrschaftszeit dieser Könige war geprägt durch dynastische Konstellationen, die eine Konsolidierung der Königsherrschaft erschwerten. Die Bewertung der „Grafenkönige“ Rudolf von Habsburg (1273–1291), Adolf von Nassau (1292–1298), Albrecht I. (1298–1308) und Heinrich VII. (1308–1313) offenbart strukturelle Grundzüge des Königtums um 1300, die anhand von Beispielen analysiert werden. Zudem lassen sich dabei Methoden und Forschungsfragen der mittelalterlichen Geschichte vermitteln.

Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (Geschichte kompakt), Darmstadt 2004.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

PD Dr. Christian Jörg
Der schwäbische Städtebund während des Spätmittelalters
3 st., Mo 17:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 27.10.2014
Do 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2014
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Bemerkungen: Tutorin: Frau Stefanie Neidhardt. Das Tutorium findet Montags 17–18 Uhr statt. Hegelbau Raum 405

Inhalt: Städtische Zusammenschlüsse zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen lassen sich in unterschiedlichsten Ausprägungen seit dem 12. Jahrhundert in Oberitalien nachweisen. Erst nach der Wende zum 13. Jahrhundert sind diesbezügliche Aktivitäten auch im nordalpinen Reichsgebiet zu fassen, wobei eine vergleichsweise dichtere Quellenüberlieferung erstmals zu dem sogenannten Rheinischen Bund von 1254/56 vorliegt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts schlossen sich auch schwäbische Reichsstädte zusammen oder fanden Einbezug in die überregionalen Bünde jener Zeit. Hierbei kam es teilweise sowohl zu Konflikten mit dem Königtum als auch mit den Fürsten. Eine entscheidende Konfrontation sollte zwischen Fürsten und Reichsstädten im Zuge des Rheinisch-Schwäbischen Städtebundes im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts entstehen, die mit der militärischen Niederlage der reichsstädtischen Bünde im sogenannten I. Städtekrieg und mit dem Landfrieden von Eger (1389) einen vorläufigen Abschluss fand. Allerdings versuchte gerade das Königtum auch in der Folge die reichsstädtischen Zusammenschlüsse für die Durchsetzung der eigenen politischen Ziele zu nutzen, wie dies vor allem unter Sigismund von Luxemburg (1410/11–1437) greifbar wird.   Am Beispiel dieses für die Verfassungsgeschichte des spätmittelalterlichen Reiches hochinteressanten Themenfeldes will das Proseminar eine Einführung in die Methoden des Faches und in die Historischen Hilfswissenschaften geben.

Literatur: Bernhard Kreutz: Städtebünde und Städtenetz am Mittelrhein im 13. und 14. Jahrhundert, Trier 2005 (Trierer Historische Forschungen 54); Eva-Marie Distler: Städtebünde im deutschen Spätmittelalter. Eine rechtshistorische Untersuchung zu Begriff, Verfassung und Funktion, Frankfurt am Main 2006 (Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 207); Alexander Schubert: Der Stadt Nutz oder Notdurft? Die Reichsstadt Nürnberg und der Städtekrieg von 1388/89, Husum 2003; Harro Blezinger: Der Schwäbische Städtebund in den Jahren 1438–1445. Mit einem Überblick über seine Entwicklung seit 1389, Stuttgart 1954 (Darstellungen aus der Württembergischen Geschichte 39); Christian Jörg / Michael Jucker (Hgg.): Spezialisierung und Professionalisierung. Träger und Foren städtischer Außenpolitik während des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Wiesbaden 2010 (Trierer Beiträge zu den Historischen Kulturwissenschaften 1).

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Übungen Grundmodul 1

Andreas Öffner, M. A.
Kulturwissenschaftliche Schlüsseltexte für HistorikerInnen
2 st., Mi 10:00–12:00
Raum 22 (Alte Archäologie)
Beginn: 29.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: Seit ihren Anfängen hat die Geschichtswissenschaft Methoden und Zugriffe in Auseinandersetzung mit benachbarten Disziplinen entwickelt; manche – insbesondere den Kulturwissenschaften entstammende – Konzepte hatten und haben in Diskussionen unter HistorikerInnen hingegen Konjunktur, ohne daß ihre Rezeption stets gleichermaßen reflektiert erfolgen würde. Die Übung hat das Ziel, eine Auswahl von Texten, in denen solche Konzepte prominent artikuliert werden, in gemeinsamer Lektüre zu erschließen und auf ihre Relevanz für geschichtswissenschaftliches Arbeiten zu befragen. Eine Anwendung auf Fallbeispiele ist nicht vorgesehen.

Literatur:

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Wöchentliche Anfertigung von Kurzresümees zur jeweiligen Sitzungslektüre) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium

Übungen Grundmodul 3

Christoph Fahrion, M. A. / Christoph Haack, M. A.
Die Sachsenkriege Karls des Großen – Archäologie und Geschichte
2 st., Di 10:00–12:00
Beginn: 14.10.2014
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Bemerkungen: Für Studierende der Geschichte sind Lateinkenntnisse Anmeldevorraussetzung. Ort: Schloss Hohentübingen – Seminarraum 212

Inhalt: Die Unterwerfung der Sachsen (772–804) hat Josef Fleckenstein als folgenreichste Tat Karls des Großen bezeichnet (Fleckenstein, Karl 1967, S. 43). Diese Wertung stützt sich auf Einhard, den zeitgenössische Biographen Karls, der die Kämpfe mit den Sachsen als „den langwierigsten, grausamsten und anstrengendsten“ Krieg den die Franken jemals geführt hätten bezeichnete (Einhard, Vita Caroli Magni c. 7). Deutungen wie die Fleckensteins stehen für eine lange historische Tradition, die in der Eingliederung der heidnischen Sachsen ins christliche Frankenreich den Beginn der deutschen Geschichte sah. Unser Wissen um die Sachsenkriege ist einseitig durch die Perspektive Einhards, des Franken, geprägt: Die Sachsen haben keine Schriftzeugnisse hinterlassen, die uns die Sicht der Unterworfenen, Besiegten vermitteln würden. Der Großteil des Wissens über sie stammt aus archäologischen Quellen. So treffen bei der Untersuchung der Auseinandersetzung einer schriftbasierten und einer nichtschriftlichen Gesellschaft Archäologie und Geschichte besonders unmittelbar aufeinander. Vorrangiges Ziel der Übung ist, Studierenden der beiden Fächer einen grundlegenden Einblick in die Arbeitsweisen und Möglichkeiten des jeweils anderen Faches zu geben. Das heißt, es werden gleichermaßen archäologische wie schriftliche Quellen bearbeitet. Vor dieser Quellengrundlage wird die oben angedeutete historische Wirksamkeit der „Sachsenkriege“, das heißt gemeinsame Deutungsmuster beider historischer Wissenschaften, untersucht.

Literatur: Johannes Fried, Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie (München 2013) S. 153–164. – Taufe oder Tod. Karl der Große Unterwirft die Sachsen, in: Christoph Stiegemann / Martin Kroker / Wolfgang Walter (Hg.), Credo. Christianisierung Europas im Mittelalter 2. Begleitband zur Ausstellung Paderborn 26.7.-3.11.2014 (Paderborn 2013) S. 395–456. – Matthias Becher, Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen, ebd. Bd. 2, S. 321–329.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium

Petra Lang
St. Galler Klosterchroniken des 9. und 11. Jhs.: Die „Casus sancti Galli” Ratperts und Ekkeharts IV.
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind für die Quellenlektüre unbedingt erforderlich!

Inhalt: Die unter dem Titel „Casus sancti Galli“ bekannt gewordene Klosterchronik des St. Galler Mönchs Ratpert aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts und ihre von Ekkehart IV. in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts verfasste Fortsetzung gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der Geschichte des Klosters St. Gallen aus dem frühen und hohen Mittelalter. Beide Texte, vor allem aber Ekkeharts anekdotenreiche Beschreibungen des Klosterlebens, bieten dem heutigen Leser – da aus der Perspektive der Mönche selbst geschrieben – einen tiefen Einblick in das monastische Alltagsleben, das Selbstverständnis und die Identität des Klosters und seiner Bewohner. In der Übung soll zum einen die Klosterchronik, die zu den wichtigsten historiographischen Quellen des Mittelalters gehört, im Mittelpunkt des Interesses stehen, verbunden mit der Frage, welches die zentralen Charakteristika dieser Quellengattung sind und mit welchen Intentionen die Mönche die Geschichte ihres Klosters schriftlich niederlegten. Zum anderen sollen die Teilnehmer der Übung, basierend auf der Lektüre ausgewählter Quellentexte, einen Überblick über die St. Galler Klostergeschichte gewinnen und mit wichtigen Stationen bzw. Persönlichkeiten in der Geschichte des Klosters vertraut gemacht werden. Nicht zuletzt sollen aber auch die zentralen Gestaltungsprinzipien beider Autoren, ihr jeweiliges Verständnis des Begriffs „casus“ sowie Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zwischen beiden Texten herausgearbeitet werden.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium

PD Dr. Christian Jörg
Reichsitalien im Werk Ottos von Freising
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Schriften des Bischofs Otto von Freising (ca. 1112–1158) gehören zweifelsohne zu den bedeutendsten Geschichtswerken des Mittelalters. Der mit den staufischen Herrschern eng verwandte Otto begnügte sich nicht mit der knappen Darstellung der Ereignisse, sondern ordnete diese in detailreich ausgestalteter Form in die politischen Rahmenbedingungen seiner Zeit und das eigene Geschichtsbild ein, was freilich mit teilweise höchst bemerkenswerten Wertungen der Vorgänge und Protagonisten einherging. Dies gilt nicht zuletzt für die Verhältnisse in Reichsitalien, das bereits in der frühen Regierungsphase Friedrichs I. Barbarossa (reg. 1152–1190) – dessen „Taten“ Otto auch auf Basis von Friedrichs Informationen in den sogenannten Gesta Friderici festhielt, die nach Ottos Tod von Rahewin fortgesetzt wurden – in den Fokus des Interesses des Reichsoberhaupts geriet. Den Verhältnissen in Ober- und Mittelitalien während des 12. Jahrhunderts, ihrer Darstellung bei Otto von Freising und der historischen Einordnung will sich die Übung auf Basis der zentralen Quellen widmen.

Literatur: Joachim Ehlers: Otto von Freising: Ein Intellektueller im Mittelalter, München 2013; Alfred Haverkamp (Hg.): Friedrich Barbarossa. Handlungsspielräume und Wirkungsweisen des staufischen Kaisers, Sigmaringen 1992 (VUF 40); Knut Görich: Die Ehre Friedrich Barbarossas. Kommunikation, Konflikt und politisches Handeln im 12. Jahrhundert, Darmstadt 2001; Johannes Bernwieser: Honor civitatis. Kommunikation, Interaktion und Konfliktbeilegung im hochmittelalterlichen Oberitalien, München 2012;  Heinz Krieg, Herrscherdarstellung in der Stauferzeit. Friedrich Barbarossa im Spiegel seiner Urkunden und der staufischen Geschichtsschreibung, Stuttgart 2003 (VUF, Sonderband 50).  

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

Dr. Olga Keller
Das östliche Europa und die Mongolen
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.10.2014
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Bemerkungen: Anmeldung online.

Inhalt: Die Übung zielt darauf, das östliche Europa vor und nach dem Einfall der Mongolen kennenzulernen. Im Jahre 1206 versammelten sich im Gebiet um den Baikalsee die mongolischen Stammesfürsten und wählten einen Großkhan. Dem Großkhan Temudschin, der unter dem Namen Tschingis bekannt werden sollte, gelang die Unterwerfung vieler, unterschiedlich gearteter historischer Regionen Osteuropas. Der Vorstoß der Mongolen offenbarte die Schutzlosigkeit der betroffenen Gebiete, gleichzeitig führte er zu einer Ausdifferenzierung der regionalen Kräfte, die ihren Aufstieg teilweise der Kooperation mit den Invasoren zu verdanken hatten, zu einem anderen Teil ihre Identität aus dem Kampf gegen die „Tartaren“ zogen. In der Übung soll ein Blick auf das ökonomische, demographische und politische Potential dieser Regionen geworfen werden; dies wird auf der Basis der zeitgenössischen Quellenüberlieferung wie auch auf den Einschätzungen der Forschungsliteratur geschehen.

Literatur: Christian Lübke: Das östliche Europa. München 2004; Karénina Kollmar-Paulenz: Die Mongolen: von Dschingis Khan bis heute. München 2011.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 3 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

PD Dr. Christian Jörg
Speyer im hohen und späten Mittelalter. Übung mit Exkursion
2 st.,
Di, 21.10.2014, 16:00–18:00
Di, 28.10.2014, 16:00–18:00
Di, 04.11.2014, 16:00–18:00
Di, 11.11.2014, 16:00–18:00
Sa, 28.03.2015
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Bemerkungen:

Inhalt: Speyer stellt in vielerlei Hinsicht eines der herausragenden Zentren des hoch- und spätmittelalterlichen Reiches dar. Als deutlichstes Zeichen der zentralen Bedeutung innerhalb der Herrschaftskonzeption des salischen Hauses, an welche die Nachfolger in verschiedener Form anknüpften, gilt selbstverständlich auch heute noch der nicht zuletzt als Grablege der Herrscherfamilie dienende Dom. Aber auch bezüglich der Konflikte zwischen Rat und Geistlichkeit, der Konflikte innerhalb der städtischen Führungsgruppen, der Einbindung in Unternehmungen des Reichsoberhaupts, der Aktivitäten städtischer Bünde oder der Bedeutung der jüdischen Gemeinde lassen sich am Beispiel Speyers zentrale Aspekte mittelalterlicher Stadt- und Reichsgeschichte nachvollziehen.   Die Sitzungen der Übung dienen der inhaltlichen Vorbereitung einer Exkursion im März des Jahres 2015, in deren Rahmen von studentischer Seite Aspekte der Stadtgeschichte und zentrale Bauten vorgestellt werden sollen.

Literatur: Ernst Voltmer: Reichsstadt und Herrschaft. Zur Geschichte der Stadt Speyer im hohen und späten Mittelalter, Trier 1981 (Trierer Historische Forschungen 1); Bernhard Kreutz: Städtebünde und Städtenetz am Mittelrhein im 13. und 14. Jahrhundert, Trier 2005 (Trierer Historische Forschungen 54); Matthias Müller / Matthias Untermann / Dethard von Winterfeld (Hgg.): Der Dom zu Speyer: Konstruktion, Funktion und Rezeption zwischen Salierzeit und Historismus, Darmstadt 2013; Pia Heberer (Hg.): Die SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz: auf dem Weg zum Welterbe, Regensburg 2013.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

Prof. Dr. Ellen Widder
Geschichte vor Ort: Burgund
2 st.,
Vorbesprechung: Di, 14.10.2014, 18:00–20:00 Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Exkursion: 31.10.2014 – 04.11.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Diese Übung wird vor Ort, d.h. auf einer vom 31. Oktober bis 4. November 2014 von mir veranstalteten Exkursion stattfinden. Dabei wird in die Geschichte des Raumes Burgund, seiner historischen Phänomene und seiner Entwicklung eingeführt und diese exemplarisch für allgemeine Aspekte und Phänomene der mittelalterlichen Geschichte und Kultur behandelt werden. Die Lehrveranstaltung ist als Übung konzipiert, die von den Teilnehmenden durch eigene Beiträge mitgestaltet wird. Dabei werden sowohl einzelne Akteure, historische Phänomene, Objekte und Orte in den Fokus genommen. Dies bedeutet auch, dass wir die fünf Tage intensiv nutzen (und einen Teil der Beiträge auch während der Busfahrt hören) werden.

Literatur: Hermann Kamp: Burgund. Geschichte und Kultur, München 2007 (Reihe Beck Wissen); La cour de Bourgogne et L'Europe. Le rayonnement et les limites d'un modèle culturel. Actes du colloque international tenu à Paris les 9, 10 et 11 octobre 2007, hg. v. Werner Paravicini, Ostfildern 2013 (Beihefte der Francia 73); Thorsten Droste : Burgund. Kernland des europäischen Mittelalters, 2. Aufl. München 2001; Hans Fegers: Burgund, Ditzingen 1987 (Reclams Kunstführer Frankreich 5).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

PD Dr. Christian Jörg
Quellen zur "Reichsgeschichte" des Konstanzer Konzils (Gruppe 1)
2 st., Mi 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: 1414 trat in der Kathedralstadt Konstanz am Bodensee eine Versammlung zusammen, die nach der allgemeinen Wahrnehmung vor allem das seit 1378 andauernde Große Abendländische Schisma beenden sollte. Seit dem vorangegangenen Konzil in Pisa, das in dieser Hinsicht 1409 letztlich kläglich gescheitert war, beanspruchten drei Päpste die Nachfolge Petri. Den verschiedenen Initiativen des römisch-deutschen und ungarischen Königs Sigismund, der damit freilich durchaus eigene politische Interessen verband, war es zu verdanken, dass jenes Konzil in Konstanz und damit im nordalpinen Reichsgebiet einberufen worden war. Nicht zuletzt dem Engagement Sigismunds war es zudem geschuldet, dass das Konzil in den folgenden Jahren bis zu seinem Ende im Jahr 1418 zu dem herausragenden Forum der europäischen Politik wurde. Die reichspolitische Bedeutung des Konzils – von der Verhandlung verschiedenster Konflikte bis hin zu den weitreichenden Initiativen des Reichsoberhaupts, die später als erste Bemühungen um eine Reichsreform eingeordnet werden sollten, am Bodensee – gerät bei der Untersuchung dieses spätmittelalterlichen Großereignisses (auch anlässlich des 2014 begangenen 600. Jahrestags) häufig in Vergessenheit. Hier bieten sich für zukünftige Forschungen noch zahlreiche Möglichkeiten und Betätigungsfelder. Den zentralen Aspekten will die Übung auf Basis der zahlreichen Quellen im Detail nachgehen.   

Literatur: Walter BRANDMÜLLER: Das Konzil von Konstanz 1414–1418, 2 Bände, Paderborn 1991–1997 (Konziliengeschichte Reihe A. Darstellungen 1); Ansgar FRENKEN: Die Erforschung des Konstanzer Konzils (1414–1418) in den letzten 100 Jahren, Paderborn 1993 (AHC 25); Ivan HLAVÁ?EK / Alexander PATSCHOVSKY (Hgg.): Reform von Kirche und Reich zur Zeit der Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449). Konstanz-Prager Historisches Kolloquium (11.-17. Oktober 1993), Konstanz 1996; Heribert MÜLLER / Johannes HELMRATH (Hgg.): Die Konzilien von Pisa (1409), Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449). Institutionen und Personen, Sigmaringen 2007 (VUF LXVII); Heribert MÜLLER: Die kirchliche Krise des Spätmittelalters: Schisma, Konziliarismus und Konzilien, München 2012 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 90); Odilo Engels: Der Reichsgedanke auf dem Konstanzer Konzil, in: Historisches Jahrbuch 86, 1966, S. 80–106; Johannes Helmrath: „Geistlich und werntlich“? Zur Beziehung von Reichsversammlungen und Konzilien im 15. Jahrhundert, in: Peter Moraw (Hg.), Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen 48), S. 477–517.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

PD Dr. Christian Jörg
Quellen zur "Reichsgeschichte" des Konstanzer Konzils (Gruppe 2)
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: 1414 trat in der Kathedralstadt Konstanz am Bodensee eine Versammlung zusammen, die nach der allgemeinen Wahrnehmung vor allem das seit 1378 andauernde Große Abendländische Schisma beenden sollte. Seit dem vorangegangenen Konzil in Pisa, das in dieser Hinsicht 1409 letztlich kläglich gescheitert war, beanspruchten drei Päpste die Nachfolge Petri. Den verschiedenen Initiativen des römisch-deutschen und ungarischen Königs Sigismund, der damit freilich durchaus eigene politische Interessen verband, war es zu verdanken, dass jenes Konzil in Konstanz und damit im nordalpinen Reichsgebiet einberufen worden war. Nicht zuletzt dem Engagement Sigismunds war es zudem geschuldet, dass das Konzil in den folgenden Jahren bis zu seinem Ende im Jahr 1418 zu dem herausragenden Forum der europäischen Politik wurde. Die reichspolitische Bedeutung des Konzils – von der Verhandlung verschiedenster Konflikte bis hin zu den weitreichenden Initiativen des Reichsoberhaupts, die später als erste Bemühungen um eine Reichsreform eingeordnet werden sollten, am Bodensee – gerät bei der Untersuchung dieses spätmittelalterlichen Großereignisses (auch anlässlich des 2014 begangenen 600. Jahrestags) häufig in Vergessenheit. Hier bieten sich für zukünftige Forschungen noch zahlreiche Möglichkeiten und Betätigungsfelder. Den zentralen Aspekten will die Übung auf Basis der zahlreichen Quellen im Detail nachgehen.   

Literatur: Walter BRANDMÜLLER: Das Konzil von Konstanz 1414–1418, 2 Bände, Paderborn 1991–1997 (Konziliengeschichte Reihe A. Darstellungen 1); Ansgar FRENKEN: Die Erforschung des Konstanzer Konzils (1414–1418) in den letzten 100 Jahren, Paderborn 1993 (AHC 25); Ivan HLAVÁ?EK / Alexander PATSCHOVSKY (Hgg.): Reform von Kirche und Reich zur Zeit der Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449). Konstanz-Prager Historisches Kolloquium (11.-17. Oktober 1993), Konstanz 1996; Heribert MÜLLER / Johannes HELMRATH (Hgg.): Die Konzilien von Pisa (1409), Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449). Institutionen und Personen, Sigmaringen 2007 (VUF LXVII); Heribert MÜLLER: Die kirchliche Krise des Spätmittelalters: Schisma, Konziliarismus und Konzilien, München 2012 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 90); Odilo Engels: Der Reichsgedanke auf dem Konstanzer Konzil, in: Historisches Jahrbuch 86, 1966, S. 80–106; Johannes Helmrath: „Geistlich und werntlich“? Zur Beziehung von Reichsversammlungen und Konzilien im 15. Jahrhundert, in: Peter Moraw (Hg.), Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen 48), S. 477–517.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

Georg Wendt, M. A.
Das Jahr 1500: "Zeitenwende" in den südwestdeutschen Quellen?
2 st., Mi 14:00–16:00
Beginn: 22.10.2014
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Bemerkungen: Voraussetzung zur Scheinerteilung ist die Vorbereitung einer Quellendiskussion (2/3 ECTS) bzw. für einen benoteten Schein (4 ECTS) das Ablegen einer mündlichen Prüfung (15 min) oder einer schriftlichen Quelleninterpretation.

Inhalt: „Ja, Schrift und Lehre sind veracht't, Es lebt die Welt in finstrer Nacht Und tut in Sünden blind verharren; Alle Gassen und Straßen sind voll Narren.“   Sah so die schöne neue Welt aus? Die strahlende „Zeitenwende“, die den deutschen Südwesten aus dem vermeintlich „finsteren Mittelalter“ führte? In seinem epochalen Werk „Daß Narrenschyff ad Narragoniam“ saugte Sebastian Brant 1494 das Zeitgefühl auf wie kaum ein anderer. Satirisch überspitzt schimpfte er seine Zeitgenossen: Könige strebten rücksichtslos nach Macht, Priester nach dem Geld ihres Nächsten, Bauern nach der Frau ihres Nachbarn. Und alle spielten sie verrückt.   In der Quellenlektüreübung sollen sich die Studenten mit gedruckten Originalquellen aus dem deutschen Südwesten um 1500 auseinandersetzen. Welche Veränderungen erfuhr die Region um 1500 politisch, religiös, wirtschaftlich und intellektuell? Und rechtfertigen diese den Begriff „Zeitenwende“, wie er in der Geschichtswissenschaft in Stein gemeißelt scheint?

Literatur: Der Südwesten, hg. v. Anton Schindling / Walter Ziegler, Bd. 5, Münster 1993 [Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung].  

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium

Prof. Dr. Stephan Molitor
Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften: Paläographie des Mittelalters I
2 st., Mo 14:00–16:00
Beginn: 13.10.2014
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Bemerkungen: Lateinische Grundkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Einführung in die lateinische Paläographie des Mittelalters. Behandelt werden die für den Gang der Entwicklung maßgeblichen Schriften vom ersten vorchristlichen Jahrhundert bis zum Ausgang der Karolingerzeit. Der Schwerpunkt liegt bei der Entstehung der karolingischen Minuskel.

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 3. unveränd. Aufl. Berlin 2004; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)


"Den Todesmanen geweiht." Einführung in die lateinische Epigraphik
2 st., Mo 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 03.11.2014
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Bemerkungen: Die ersten beiden Sitzungen werden im Rahmen einer Exkursion nach Rottenburg nachgeholt!

Inhalt:

Literatur: 1. Koch, Walter: Inschriftenpaläographie des abendländischen Mittelalters und der früheren Neuzeit. Früh- und Hochmittelalter (Oldenbourg Historische Hilfswissenschaften). Wien / München 2007.   2. Schmidt, Manfred G.: Einführung in die lateinische Epigraphik (Einführungen Altertumswissenschaften). 2. durchgesehene und bibliographisch aktualisierte Auflage, Darmstadt 2004.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

Prof. Dr. Mischa Meier /Prof. Dr. Steffen Patzold
Heilige und Humor
2 st., Di 18:00–20:30
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Heiligenviten sind uns in erster Linie als erbauliche Lebensbeschreibungen herausragender Asketen, Wundertäter und Streiter für den rechten Glauben bekannt. Ihre Verwendung als Quelle für historische Ereignisse erfordert aufgrund der gattungstypischen Elemente und Aufbauprinzipien ein hohes Maß an methodischer Versiertheit und Behutsamkeit. Seit den 1980er Jahren wurden Heiligenviten allerdings verstärkt zur Erschließung kultureller, religiöser und mentalitätsgeschichtlich relevanter Kontexte verwendet. In diesen Zusammenhang gehört auch ein bisher nur selten thematisierter Fragenkomplex, der sich auf vereinzelte Viten und Textpassagen bezieht, die nach heutigem Verständnis humorvoll anmuten. Ist davon auszugehen, dass Zeitgenossen über dieselben Abschnitte gelacht haben wie wir? Gibt es gar ein über die Jahrhunderte hin konstantes Verständnis für Humor? Wie lassen sich die entsprechenden Stellen vor dem Hintergrund moderner Literaturwissenschaft und Emotionsforschung einordnen und welche Funktionen kamen ihnen in den jeweiligen Textzusammenhängen zu? Im Hauptseminar wollen wir solche Fragen an konkreten Beispielen aus der christlichen Antike und dem früheren Mittelalter diskutieren. Vorausgehen soll der Textanalyse eine Diskussion einschlägiger Forschungsliteratur zur Funktion von Humor bzw. von Emotionen allgemein in der Literatur.

Literatur: F. Lifshitz, Beyond Positivism and Genre: „Hagiographical“ Texts as Historical Narrative, Viator 25, 1994, 95–113; J. van Oort (Hg.), Autobiographie und Hagiographie in der christlichen Antike, Leuven 2009; T. D. Barnes, Early Christian Hagiography and Roman History, Tübingen 2010; S. Efthymiadis (Hg.), The Ashgate Research Companion to Byzantine Hagiography, Vol. I: Periods and Places; Vol. II: Genres and Contexts, Burlington 2011/2014; Walter Berschin, Biographie und Epochenstil im lateinischen Mittelalter, 5 Bde., Stuttgart 1986–2004; Humour, history and politics in late antiquity and the early Middle Ages, hg. v. Guy Halsall, Cambridge 2002.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Beginen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 20.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: Beginen waren Frauen, die allein oder in Gemeinschaften ein geistliches Leben in der Welt führten. Vom Anfang der Bewegung im ausgehenden 12. Jahrhundert an handelt es sich um ein äußerst vielschichtiges und schwer zu greifendes Phänomen, das in der Forschung bis heute für heftige Kontroversen sorgt: Sind Beginen Frauen, die sich bewußt für ein Leben in der Welt entschieden haben oder sind sie „verhinderte Nonnen“, die keine Aufnahme in einem der Frauenklöster gefunden haben? Kann man die Vielfalt der Lebensweisen solcher Frauen mit dem Begriff Beginen überhaupt fassen oder muß man verschiedene Bezeichnungen wie Inklusen, Seelschwestern, Tertiarinnen usw. verwenden? Gab es die in der Forschung lange Zeit unhinterfragten Beginenverfolgungen überhaupt und wenn ja, welche Erscheinungsform der Beginen war von ihnen betroffen? Neben solchen  Forschungskontroversen wird das Seminar versuchen, das Phänomen Beginen in zeitlicher und räumlicher Differenzierung zu fassen und in seinen sozialen, politischen und geistesgeschichtlichen Kontext einzuordnen, wobei das Schwergewicht auf dem süddeutschen Raum liegen soll.

Literatur: Einführende Literatur: Frank-Michael Reichstein, das Beginenwesen in Deutschland, Berlin 2001. Jörg Voigt, Beginen im Spätmittelalter, Köln u.a. 2012.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Fremdherrschaft, notwendiges Übel, Tradition oder Geldgier? Italienzüge spätmittelalterlicher Könige und Kaiser
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Beziehungen der mittelalterlichen deutschen Könige und Kaiser zu Italien bildeten über lange Zeit einen Zankapfel innerhalb der Historikerzunft. Den einen galten die Italienzüge als eine Verschwendung von Ressourcen, den anderen als ein notwendiger Bestandteil der Reichsherrschaft. In diesem Hauptseminar soll das Phänomen des Italienzuges an Beispielen aus dem Spätmittelalter näher untersucht werden. Nicht nur die wissenschaftsgeschichtliche Relevanz des Themas gilt es zu beleuchten, sondern es soll ebenso nach Gründen, Bedingtheiten und Funktionen des Italienzuges gefragt werden. Aufschlussreich sind in dieser Hinsicht nicht nur „gelungene“ Züge, sondern ebenso gescheiterte.

Literatur: Ellen Widder: Der Herrscher in der Stadt. Überlegungen zu Handlungsorten und Handlungsräumen Heinrichs VII. (1308–1313) in Deutschland und Italien, in: Stadt und Öffentlichkeit. Die Entstehung politischer Räume in der Stadt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. v. Stephan Albrecht, Köln u.a. 2010, S. 71–98.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
„Zwischen den Disziplinen”. Ansätze zu einer Globalgeschichte des Mittelalters
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 21.10.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Der Begriff der Globalisierung ist seit einigen Jahren auch in der deutschen Geschichtswissenschaft als Forschungskonzept eingeführt worden. Allerdings blieb das Mittelalter und die Mittelalterforschung davon weitgehend ausgeklammert, da es in wesentlichen Teilen als ein „europäisches Phänomen“ angesehen wurde. Dies hat wissenschaftsgeschichtliche Gründe, ist aber auch ein Problem der Wahrnehmung und nicht zuletzt der Quellensprache(n). In diesem Hauptseminar sollen neue Ansätze vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden.

Literatur: Conrad, Sebastian: Globalgeschichte: Eine Einführung, München 2013; Die Welt 1250 – 1500, hg. v. Thomas Ertl und Michael Limberger, Wien 2009 (Globalgeschichte. Die Welt 1000 – 2000 2); Ertl, Thomas: Seide, Pfeffer und Kanonen. Globalisierung im Mittelalter, Darmstadt 2008 (Geschichte erzählt 10).

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Peter Rückert
Klöster und ihre Netzwerke im deutschen Südwesten
2 st., Do 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2014
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Bemerkungen:

Inhalt: Die Erforschung sozialer Netzwerke in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft ist in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt in der Geschichtswissenschaft geworden. Diese Netzwerkanalysen beziehen sich ebenso auf einzelne gesellschaftliche Schichten oder Institutionen wie sie gesellschaftsübergreifend die Verbindungen und Kontakte rekonstruieren wollen, die für die zeitgenössische Handlungsdynamik relevant waren. Ausgehend von prosopographischen Daten werden die historischen Abläufe damit konkret mit den dahinterstehenden Institutionen und menschlichen Figuren verbunden, deren Kommunikationsprofile herauszuarbeiten sind. Das Seminar will die methodischen Möglichkeiten der Netzwerkanalyse hinterfragen und am Beispiel der Klöster im deutschen Südwesten konkretisieren. Dabei stehen die Benediktiner- und Zisterzienserklöster im Mittelpunkt, die hier von zentraler historischer Bedeutung waren und eine breite Überlieferung hinterlassen haben – sowohl an schriftlichen Zeugnissen in Archiven und Bibliotheken wie auch an baulichen Monumenten und landschaftlichen Spuren, die in die Fragestellungen mit einzubeziehen sind. Fragen nach ihren gegenseitigen Beziehungen, nach den Verbindungen innerhalb und außerhalb des Ordens wie auch die Kontakte und Netzwerke nach außen, in die Welt der Laien und Stifter, sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Stephan Molitor
Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften: Paläographie des Mittelalters I
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 13.10.2014
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Bemerkungen: Lateinische Grundkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Einführung in die lateinische Paläographie des Mittelalters. Behandelt werden die für den Gang der Entwicklung maßgeblichen Schriften vom ersten vorchristlichen Jahrhundert bis zum Ausgang der Karolingerzeit. Der Schwerpunkt liegt bei der Entstehung der karolingischen Minuskel.  

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 3. unveränd. Aufl. Berlin 2004; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Repetitorium | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Exkursionen

PD Dr. Christian Jörg
Speyer im hohen und späten Mittelalter. Übung mit Exkursion
2 st.,
Di, 21.10.2014, 16:00–18:00
Di, 28.10.2014, 16:00–18:00
Di, 04.11.2014, 16:00–18:00
Di, 11.11.2014, 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Sa, 28.03.2015
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Bemerkungen:

Inhalt: Speyer stellt in vielerlei Hinsicht eines der herausragenden Zentren des hoch- und spätmittelalterlichen Reiches dar. Als deutlichstes Zeichen der zentralen Bedeutung innerhalb der Herrschaftskonzeption des salischen Hauses, an welche die Nachfolger in verschiedener Form anknüpften, gilt selbstverständlich auch heute noch der nicht zuletzt als Grablege der Herrscherfamilie dienende Dom. Aber auch bezüglich der Konflikte zwischen Rat und Geistlichkeit, der Konflikte innerhalb der städtischen Führungsgruppen, der Einbindung in Unternehmungen des Reichsoberhaupts, der Aktivitäten städtischer Bünde oder der Bedeutung der jüdischen Gemeinde lassen sich am Beispiel Speyers zentrale Aspekte mittelalterlicher Stadt- und Reichsgeschichte nachvollziehen.   Die Sitzungen der Übung dienen der inhaltlichen Vorbereitung einer Exkursion im März des Jahres 2015, in deren Rahmen von studentischer Seite Aspekte der Stadtgeschichte und zentrale Bauten vorgestellt werden sollen.

Literatur: Ernst Voltmer: Reichsstadt und Herrschaft. Zur Geschichte der Stadt Speyer im hohen und späten Mittelalter, Trier 1981 (Trierer Historische Forschungen 1); Bernhard Kreutz: Städtebünde und Städtenetz am Mittelrhein im 13. und 14. Jahrhundert, Trier 2005 (Trierer Historische Forschungen 54); Matthias Müller / Matthias Untermann / Dethard von Winterfeld (Hgg.): Der Dom zu Speyer: Konstruktion, Funktion und Rezeption zwischen Salierzeit und Historismus, Darmstadt 2013; Pia Heberer (Hg.): Die SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz: auf dem Weg zum Welterbe, Regensburg 2013.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

Prof. Dr. Ellen Widder
Geschichte vor Ort: Burgund
2 st.,
Vorbesprechung: Di, 14.10.2014, 18:00–20:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Exkursion: 31.10.2014 – 04.11.2014
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Diese Übung wird vor Ort, d.h. auf einer vom 31. Oktober bis 4. November 2014 von mir veranstalteten Exkursion stattfinden. Dabei wird in die Geschichte des Raumes Burgund, seiner historischen Phänomene und seiner Entwicklung eingeführt und diese exemplarisch für allgemeine Aspekte und Phänomene der mittelalterlichen Geschichte und Kultur behandelt werden. Die Lehrveranstaltung ist als Übung konzipiert, die von den Teilnehmenden durch eigene Beiträge mitgestaltet wird. Dabei werden sowohl einzelne Akteure, historische Phänomene, Objekte und Orte in den Fokus genommen. Dies bedeutet auch, dass wir die fünf Tage intensiv nutzen (und einen Teil der Beiträge auch während der Busfahrt hören) werden.

Literatur: Hermann Kamp: Burgund. Geschichte und Kultur, München 2007 (Reihe Beck Wissen); La cour de Bourgogne et L'Europe. Le rayonnement et les limites d'un modèle culturel. Actes du colloque international tenu à Paris les 9, 10 et 11 octobre 2007, hg. v. Werner Paravicini, Ostfildern 2013 (Beihefte der Francia 73); Thorsten Droste : Burgund. Kernland des europäischen Mittelalters, 2. Aufl. München 2001; Hans Fegers: Burgund, Ditzingen 1987 (Reclams Kunstführer Frankreich 5).

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) oder als Einzelleistung im Wahlbereich 3 ECTS-LP mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich, Essay oder Klausur) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule oder im Wahlbereich als Einzelleistung oder als Kombinationsleistung zusammen mit 2 ECTS-LP aus einer Vorlesung oder einem Repetitorium; Masterstudenten können für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP erhalten (Kontaktaufnahme mit dem Dozenten der Veranstaltung wegen der Sitzungsleitung vor Beginn bzw. spätestens zu Beginn des Semesters)

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Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn:
Link zum Campus-System

Bemerkungen: Das Kolloquium ist auch für Master-Studierende geöffnet.