Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/2013

» Zuletzt aktualisiert: 28. November 2012 - 18:54 | Eingetragen: 16. Juli 2012 - 15:20.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Weitere Informationen folgen. Änderungen möglich.

Vorlesungen | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Geschichte in Echtzeit: Von Tribur bis Canossa
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 26.10.2012
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Bemerkungen: Für Hörer aller Semester.

Inhalt: Die Vorlesung ist ein Experiment: Sie soll einerseits in ein klassisches Thema der mittelalterlichen Geschichte einführen – nämlich in den Investiturstreit; zugleich aber soll sie für die Hörerinnen und Hörer auch den Ablauf historischer Zeit unmittelbar erfahrbar machen, indem sie von Vorlesungswoche zu Vorlesungswoche jeweils genau auch eine Woche im historischen Berichtszeitraum voranschreitet. So stehen konkret die dramatischen Wochen zwischen Oktober 1076 und Februar 1077 auf dem Programm, die Zeit also im Vorfeld des berühmten Canossa-Gangs Heinrichs IV. In diesen Wochen lassen sich besonders intensiv Verfahren der politischen Willensbildung, Formen der Konfliktaustragung und -beilegung und die Probleme der Kommunikation über weite Distanzen im Hochmittelalter beobachten. Zugleich kann der Versuchsaufbau hoffentlich aber auch dazu beitragen, die Frage zu klären, was Begriffe wie „Umbruch“, „Zäsur“, auch „Dynamik“ und „beschleunigter Wandel“ für Historiker konkret bedeuten können.

Literatur: Die Forschungsliteratur wird ausführlich in der Vorlesung vorgestellt. Zur Einführung eignen sich Überblicksdarstellungen wie: Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3., überarb. und erw. Aufl., München 2007; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalbder Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiumssowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

PD Dr. Martina Giese
Europa im 11. Jahrhundert (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
2 st., Mi 12:00–14:00
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Keplerstr. 2, Hörsaal

Inhalt: Das 11. Jahrhundert erscheint in mehrfacher Hinsicht als eine Phase des strukturellen Wandels. Die folgenreichen Umbrüche betreffen den Dynastiewechsel von den Ottonen zu den Saliern im römisch-deutschen Reich, die Formierung neuer Herrschaftskomplexe (Polen und Ungarn sowie durch die normannischen Eroberungen in Süditalien und England) und den Aufstieg des Papsttums zu einer universalen Macht, das eine umfassende Kirchenreform auf den Weg brachte und schließlich dem salischen Königtum im sog. Investiturstreit die Stirn bot. In der Vorlesung sollen diese Entwicklungslinien im gesamteuropäischen Kontext dargestellt werden. Leitfaden ist dabei die politische Reichsgeschichte, um vor diesem Hintergrund ausgewählte Probleme der Verfassungs-, Kirchen- und Geistesgeschichte zu behandeln.

Literatur: Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt 1050–1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3), Stuttgart 2002; Egon Boshof, Die Salier, Stuttgart 52008; Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), München 32007; Ludger Körntgen, Ottonen und Salier (Geschichte kompakt), Darmstadt 32010; Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024–1125), Ostfildern 22008.

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

Prof. Dr. Ellen Widder
Zwischen Hoch- und Spätmittelalter: Das 13. Jahrhundert im europäischen Kontext
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum 001 (OSA-Keplerstr. 2)
Beginn: 08.11.2012
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Bemerkungen: Für Hörer aller Semester

Inhalt: In der deutschen Wissenschaftstradition steht das 13. Jahrhundert an der „Schnittstelle“ zwischen Hoch- und Spätmittelalter. Wie stark hier perspektivische Verengungen bestehen, zeigt ein vergleichender Blick auf die europäischen Entwicklungen in derselben Zeit. Die Vorlesung will einen chronologischen und strukturgeschichtlichen Überblick über das „europäische“ 13. Jahrhundert vermitteln. Dabei sollen – neben der politischen Geschichte – Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5: c. 1198-c. 1300, hg. v. David Abulafia, Cambridge 1999; Wolfgang Stürner: 13. Jahrhundert 1198–1273, Stuttgart 2007 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 6); Michael Menzel: Die Zeit der Entwürfe (1273–1347). Stuttgart 2012 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 7a).

Leistungsnachweis: 2 ECTS-LP; mit folgenden, nach Studienniveau gestaffelten Prüfungsleistungen am Semesterende: 15min. mündliche Prüfung (als Modulprüfung in einem Grundmodul: 4 ECTS-LP bzw. als Einzelleistung für den Wahlbereich: 3 ECTS-LP), innerhalb der Aufbaumodule des Lehramts- und B.A.-Studiums sowie der Spezialisierungsmodule des M. A.- (bzw. im Hauptstudium des Magister-)Stu­diums 30min. mündliche oder 4st. schriftliche Prüfung (6 ECTS-LP)

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Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Prof. Dr. Steffen Patzold
Chlodwig I.
3 st., Mo 08:00–10:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2012
Di 12:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Das Proseminar soll die Studierenden in erster Linie mit Arbeitstechniken, Methoden, Ansätzen und Fragestellungen der Mediävistik vertraut machen. Es möchte dazu nicht nur die wichtigsten wissenschaftlichen Hilfsmittel und Standardwerke des Teilfaches vorstellen, sondern auch zentrale Quellengattungen des Mittelalters präsentieren und in die Historischen Hilfswissenschaften einführen. Das Beispiel Chlodwigs I. eignet sich gut dazu, grundlegende Züge der Religiosität, aber auch der Politik, des Kriegswesens und des Rechts am Beginn der frühmittelalterlichen Geschichte kennenzulernen: Chlodwig gilt als Begründer eines Reiches der Franken, das dann über lange Jahrhunderte Bestand hatte. Er lebte zugleich in einer Zeit des Übergangs zwischen Antike und Mittelalter, so daß sich an seinem Beispiel besonders gut die Frage nach Epochenwandel und Periodisierungen in der Geschichte behandeln läßt. Schließlich wird in der Forschung intensiv darüber diskutiert, welche Bedeutung der Tatsache zuzumessen ist, daß Chlodwig das Christentum annahm und sich römisch-katholisch taufen ließ. Im Seminar sollen diese Phänomene in gemeinsamer Quellenarbeit in den Blick genommen werden.

Literatur: In die Methodik: Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719), 3., überarb. Aufl., Stuttgart 2006. Zum Thema: Becher, Matthias: Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt, München 2011.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Carola Föller
Die Ottonen und Byzanz
3 st., Do 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 18.10.2012
Do 12:00–13:00
Ort: Raum 119 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Im Jahre 972 heiratete der Mitkaiser Otto II. die byzantinische Prinzessin Theophanu, die Nichte des amtierenden byzantinischen Kaisers. Wegen ihrer Bedeutung für das Selbstverständnis des ottonischen Herrschergeschlechts und der späteren Regentschaft Theophanus für ihren minderjährigen Sohn Otto III. wird diese Ehe gerne als Sinnbild der Beziehungen zwischen den Ottonen im Westen und den byzantinischen Herrschern im Osten betrachtet. Doch reichten die Kontakte zwischen Osten und Westen und die gegenseitige Beeinflussung noch weit über die Anbahnung und die unmittelbaren Folgen dieser Ehe hinaus. Diese byzantinisch-ottonischen Beziehungen sollen im Mittelpunkt des Proseminars stehen. An ihnen werden wir uns zum einen wichtige Themengebiete der mittelalterlichen Geschichte erschließen, zum anderen soll an ihrem Beispiel in die Kulturkontaktforschung eingeführt werden, einen der bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsansätze der letzten 20 Jahre. In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen und Forschungen sollen die grundlegenden Arbeitstechniken mediävistischer Geschichtswissenschaft erlernt und die wichtigsten Hilfsmittel vorgestellt werden.

Literatur: Haldon, John, Das byzantinische Reich. Geschichte und Kultur eines Jahrtausends, Darmstadt 2002; Lilie, Ralph-Johannes, Einführung in die byzantinische Geschichte (Urban-Taschenbücher 617), Stuttgart 2007; Fried, Johannes, Die Formierung Europas 840–1046 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 6), 3. Aufl. München 2008.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Thomas Kohl
Das Lehnswesen im frühen und hohen Mittelalter
3 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, Raum 001
Beginn: 15.10.2012
Mo 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Seit mehr als einem Jahrhundert gilt das Lehenwesen sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeit als eines der wesentlichen Kennzeichen des Mittelalters; auch wer sonst nicht viel vom Mittelalter weiß, hat oft zumindest eine vage Vorstellung von der sogenannten Lehenspyramide mit dem König an der Spitze und kleinen Vasallen (oder – allerdings völlig ahistorisch – Leibeigenen) an der Basis. Durch neue Forschungen ist diese Überzeugung in den letzten Jahren ins Wanken geraten: Landleihe (Lehen) und Treueverhältnis (Vasallität), die einen (Lehens?)Herrn und einem (Lehens?)Mann verbinden, sind in den Quellen des frühen und hohen Mittelalters viel seltener zu finden als bisher gedacht. Es stellt sich daher die Frage, welche Konsequenzen dies für unsere Vorstellungen vom Mittelalter hat und inwiefern man für diese Zeit überhaupt von einem Lehenswesen sprechen sollte. An der aktuellen Debatte wird in die Themen, Quellen und Methoden der Geschichtsforschung des Mittelalters eingeführt.

Literatur: Zum Seminarthema Steffen Patzold, Das Lehenswesen (C.H. Beck Wissen 2745), München 2012 (zur Anschaffung empfohlen, die Kapitel 1–3 sind vor Seminarbeginn zu lesen); zum Studium der mittelalterlichen Geschichte Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB 2575), 2. Auflage Konstanz 2007

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Annette Grabowsky
Papst Gregor VII. und seine Zeit (Gruppe 1) Neue Veranstaltung
3 st., Di 18:00–21:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Gregor VII. (1073–1085) ist laut Erich Caspar der „Größte, der je auf Petri Stuhle gesessen hat“ und gehört auch heute über die Fachkreise hinaus zu den bekanntesten Päpsten. Berühmt gemacht haben ihn vor allem seine Begegnung mit dem deutschen König Heinrich IV. in Canossa und seine Beteiligung am „Investiturstreit“. Im Zentrum des Interesses sollen in diesem Seminar nicht nur Gregors beeindruckende Persönlichkeit, die zum Beispiel in der Vielzahl der Briefe, die von ihm überliefert sind, greifbar wird, stehen, sondern auch die zahlreichen Wandlungen und Umbrüche in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Anhand von Gregors Amtszeit werden so Grundzüge hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Gregor VII.: Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit (Beck Wissen, München 2010). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Annette Grabowsky
Papst Gregor VII. und seine Zeit (Gruppe 2) Neue Veranstaltung
3 st., Di 8:00–10:00 und 13:00–14:00
Ort: Raum 2228 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Gregor VII. (1073–1085) ist laut Erich Caspar der „Größte, der je auf Petri Stuhle gesessen hat“ und gehört auch heute über die Fachkreise hinaus zu den bekanntesten Päpsten. Berühmt gemacht haben ihn vor allem seine Begegnung mit dem deutschen König HeinrichIV. in Canossa und seine Beteiligung am „Investiturstreit“. Im Zentrum des Interesses sollen in diesem Seminar nicht nur Gregors beeindruckende Persönlichkeit, die zum Beispiel in der Vielzahl der Briefe, die von ihm überliefert sind, greifbar wird, stehen, sondern auch die zahlreichen Wandlungen und Umbrüche in der zweiten Hälfte des 11.Jahrhunderts. Anhand von Gregors Amtszeit werden so Grundzüge hochmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 32011); zu Gregor VII.: Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit (Beck Wissen, München 2010). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Marco Veronesi
Heinrich V.
3 st., Mi 13:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
Mi 14:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Heinrich V. (1106–1125), letzter römisch-deutscher König und Kaiser aus der Dynastie der Salier, ging vor allem durch die Auseinandersetzung mit seinem Vater, die mit dessen Sturz endete, in die Annalen ein. Der geschichtswissenschaftlichen Forschung gilt diese Episode heute als Ergebnis und Symbol eines tiefgreifenden Wandels politischer Ordnungsvorstellungen: Anders als sein Vater und auch sein Großvater setzte Heinrich V. auf die Kooperation sowohl mit den Fürsten als auch mit den geistlichen Großen des Reichs, denn sowohl die kirchlichen Reformideen als auch sich entwickelnde Vorstellungen ,landesherrlicher‘ territorialer Herrschaft ließen ein überhöhtes, sakrales Königtum wie unter Heinrichs V. Vorgängern nicht mehr zu. Neben der Diskussion dieses Struktur- und Wertewandels ist das Seminar wie gewohnt eine Einführung in Quellen, Methoden und Hilfsmittel der historischen Mediävistik.

Literatur: Die Salier. Macht im Wandel, Ausstellungskatalog Speyer 2011, Essays; Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, 3. Aufl. Konstanz 2011.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. des. Niklas Konzen
"Raubritter" – Adel im Konflikt
3 st., Mo 13:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2012
Mi 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online.

Inhalt: Götz von Berlichingen, Hans von Rechberg, Reinhold von Urslingen: Viele Adlige des 14. bis 16. Jahrhunderts sind der Nachwelt vor allem als Straßenräuber in Erinnerung geblieben. Sie selbst präsentierten sich öffentlich als Helfer von Personen, die in ihren Rechten verletztworden waren und sich aufgrund der unzureichenden Rechtsprechung im spätmittelalterlichen Reich nur auf dem Weg der gewaltsamen Selbsthilfe wehren konnten. Bis heute ist in der Forschung umstritten, was diese Adligen im Einzelfall antrieb und in wie fern das, was sie taten, in den Augen ihrer Zeitgenossen als legitim angesehen wurde. Im Seminar sollen die verfassungsrechtlichen Grundlagen der gewaltsamen Selbsthilfe als Rechtsinstrument, ihre Entwicklung sowie, anhand ausgewählter Fallbeispiele, verschiedene Ansätze zu den oben aufgestellten Forschungsfragen behandelt werden. Zugleich führt das Seminar in die Methoden und Arbeitsmittel der Mittelalterlichen Geschichte ein.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

Dr. Sabine Klapp
Burgen in Südwestdeutschland im Mittelalter (mit Tutorium)
3 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Mit 1std. Tutorium (Zeit und Person noch unbekannt) Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Burgen waren ein zentrales Element der mittelalterlichen adligen Lebenswelt. Im Proseminar sollen der hoch- und spätmittelalterliche Burgenbau betrachtet werden, wobei der Schwerpunkt auf dem südwestdeutschen Raum liegen wird. Territorial-, militär- und sozialgeschichtliche Aspekte sollen dabei ebenso Beachtung finden wie kultur- und alltagsgeschichtliche Fragen, etwa nach der Versorgung der Burgbewohner oder der Rolle und dem Lebensraum von Frauen auf Burgen. Zugleich wird im Proseminar in die Fragestellungen, Arbeitsgebiete und Methoden der mittelalterlichen Geschichte eingeführt.

Literatur: Clemens, Lukas/ Schmitt, Sigrid (Hrsg): Zur Sozial- und Kulturgeschichte der mittelalterlichen Burg (Interdisziplinärer Dialog zwischen Archäologie und Geschichte 1), Trier 2009; Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3., überarbeitete Auflage, Stuttgart 2006; Hechberger. Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 72), München 2004; Hans Patze, Die Burgen im deutschen Sprachraum, 2 Bde. (Vorträge und Forschungen 19), Sigmaringen 1976.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

PD Dr. Martina Giese
Reisen im Mittelalter – mit Tutorium (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
Tutorium: Mo, 17:45–18:45 Uhr
3 st., Mo 16:00–18:45
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 15.10.2012
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Bemerkungen: Mit 1std. Tutorium! (Zeit und Person noch unbekannt) Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Obwohl das Unterwegssein im Mittelalter beschwerlich (unbequeme Transportmittel, schlechte Karten und Verkehrsbedingungen, Verständigungsprobleme etc.) und gefahrvoll war (Witterungsverhältnisse, Orientierungsverlust, Wegelagerer etc.), nahmen doch zahlreiche Menschen dieses Risiko auf sich. Das breite Spektrum reicht von den Kreuzzügen und Wallfahrten über den umherziehenden Königshof, die mobilen Handwerkerinnen und Handwerker, Kaufleute sowie Studenten bis hin zu Bäderreisen und Kavalierstouren. Anhand ausgewählter lateinischer Quellen wollen wir die verschiedenen Motive und Ziele von Reisenden ebenso beleuchten wie die praktische Durchführung der Ortswechsel.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719), Stuttgart 32006; Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575), Konstanz 32011 Zum Thema: Norbert Ohler, Reisen im Mittelalter, München 1986; Folker Reichert, Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart 2001; Folker Reichert / Peter Rückert, Reisen und Reiseliteratur im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009), S. 11–18.

Leistungsnachweis: 6 ECTS-LP (Klausur, Hausarbeit und i.d.R. Referat)

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Übungen

Andreas Öffner, M. A. / Philipp Stahlhut
Das römische Kaisertum im Westen. Von Constantin d. Gr. bis Otto III.
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Raum P:2 (Alte Physik, Gmelinstr. 6)
Beginn: 18.10.2012
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Bemerkungen: Gute Lateinkenntnisse sind für die Quellenarbeit unbedingt erforderlich.

Inhalt: Als Weihnachten 800 der fränkische König Karl in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt wurde, waren sich schon die Zeitgenossen uneinig, was dieser Akt genau zu bedeuten habe. Fest steht: Hier wurde im ehemaligen Westteil des Römischen Reiches auf eine Tradition zurückgegriffen, die eine lange antike Vorgeschichte aufweist und die im Osten in Konstantinopel nie aufgegeben worden war. Selbst nach 476 war der römische Bezugsrahmen von Herrschaft im Westen noch lange nicht verschwunden; allerdings wies der konkrete Rückgriff auf den römischen Rahmen bestimmte Konjunkturen auf. Schon in Folge der offiziellen Anerkennung des Christentums hatte es sich immer wieder als nötig erwiesen, alte Konzeptionen in neue Kontexte einzupassen. In dieser epochenübergreifenden Übung soll die Frage verfolgt werden, welche antiken Vorstellungen vom Kaisertum das Ende kaiserlicher Herrschaft im Westen überdauerten, wie und wann sie wieder aufgegriffen wurden und inwieweit sie spezifisch frühmittelalterliche Ausprägungen erfuhren und neue politische Wirkung entfalteten. Wie antik war das Mittelalter? Wie mittelalterlich mussten antike Ideen sein, um zu überleben? Anhand dieses Themas wird der grundlegende Umgang mit Quellen und Forschungsliteratur geübt. Gute Lateinkenntnisse sind für die Quellenarbeit unbedingt erforderlich.

Literatur: Für den ersten Zugriff auf das Thema: Hans-Werner Goetz / Peter Schreiner: Art. „Kaiser, Kaisertum“, in: Lexikon des Mittelalters 5 (1991), Sp. 851–856. Zur Vertiefung: Hartmut Leppin / Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter (Hgg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Wissenschaftlicher Begleitband zur Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“, Regensburg 2012.  Als geeignete Einführung zu essentiellen Personen, Ereignissen und Strukturen: Manfred Clauss: Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 32005. – Mischa Meier (Hg.): Sie schufen Europa. Historische Porträts von Konstantin bis Karl dem Großen, München 2007. – Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter (Hgg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I. (919–1519), München 2003.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich; Masterstudenten erhalten für eine Übung mit Sitzungsleitung 6 ECTS-LP (nur in entsprechend ausgewiesenen Übungen)

Annette Grabowsky
Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Ein Ereignis und seine Bedeutung Neue Veranstaltung
2 st., Do 18:00–20:00
Ort: Raum 119 A (Hegelbau)
Beginn: 25.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Die Kaiserkrönung Karls des Großen gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Ereignissen des (frühen) Mittelalters. Die Vorgänge am Weihnachtstag des Jahres 800 wie auch die Geschehnisse im Vorfeld sowie die Folgen haben in den Quellen nicht nur reichen, sondern auch widersprüchlichen Niederschlag gefunden. Auch die Forschung hat bei ihrer Bewertung in vielen Punkten bis heute keinen Konsens erreicht. Daher eignet sich dieses Thema bestens für eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung.

Literatur: Matthias Becher, Karl der Große (Beck’sche Reihe. Beck Wissen 2120, München 52007); Wilfried Hartmann, Karl der Große (Urban-Taschenbücher 643, Stuttgart 2010). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Annette Grabowsky
Quellen zum „Investiturstreit“ Neue Veranstaltung
2 st., Do 10:00–12:00
Ort: Übungsraum 10, Alte Physik, Gmelinstr. 6
Beginn: 25.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.

Inhalt: Mit dem Begriff „Investiturstreit“ bezeichnet die Forschung gewöhnlich die Zeit von der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zum Wormser Konkordat 1122 und meint damit nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Königtum im engeren Sinne, sondern eine Zeit tiefgreifender Wandlungen und Umbrüche in vielen Bereichen. In dieser Übung soll vor allem der Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. behandelt werden, dessen Ursachen und Verlauf anhand von wichtigen zeitgenössischen Quellen verfolgt werden sollen.

Literatur: Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (EdG 21, München 32007); Ludger Körntgen, Ottonen und Salier (Geschichte kompakt, Darmstadt 32010). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich

Harald Sellner, M. A.
Verehrt, gefürchtet, verhasst: Bernhard von Clairvaux und seine Zeit
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 22 (Alte Archäologie)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Latein- und Französischkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Kaum eine Persönlichkeit des Hohen Mittelalters hat bereits die Gemüter der Zeitgenossen derart bewegt wie Bernhard von Clairvaux. Als charismatischer Abt von Clairvaux, Mystiker und Kreuzzugsprediger hat Bernhard auf vielfältige Weise Einfluss auf die weltlichen und geistlichen Autoritäten seiner Zeit geübt und dabei neben großer Verehrung auch durchaus Kritik erfahren müssen. In der Übung soll es darum gehen, den Studierenden anhand ausgewählter Schriften des großen Zisterziensers ein umfassendes Bild seiner Person und seiner Zeit zu vermitteln.    

Literatur: James France, Medieval images of Saint-Bernard of Clairvaux (Cistercian studies 210), Kalamazoo 2007. Pierre Aubé, Saint-Bernard de Clairvaux, Paris 2003. Peter Dinzelbacher, Bernhard von Clairvaux. Leben und Werk des berühmten Zisterziensers, Darmstadt 1998. Bernhard von Clairvaux, Sämtliche Werke, 10 Bde. hg. von Gerhard B. Winkler, Innsbruck 1990.  

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

Christoph Haack, M. A.
Die Königin als König? Weibliche Herrschaft am Beispiel von Urraca von Kastilien-Léon (1109–1126)
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Die Königin war im Mittelalter in erster Linie die Gefährtin des Königs. Als Anomalie gelten solche Königinnen, die selbst Herrschaft ausübten und so an die Stelle des Königs traten. Ein solcher Fall ist Königin Urraca, die von 1109 bis 1126 über das größte der christlichen Reiche Spaniens herrschte. Ihre krisenreiche Regierungszeit fällt in eine allgemeine Umbruchphase des Mittelalters zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Die Übung wendet sich dieser Umbruchsphase als Abschnitt der spanischen Geschichte zu und untersucht am Beispiel Urracas das Phänomen der regierenden Königin. Arbeitsgegenstand wird vor allem die Historia Compostellana als ausführlichste Quelle zur spanischen Geschichte des frühen 12. Jahrhunderts sein, die gemeinsam übersetzt wird. Spanischkenntnisse sind von Vorteil.

Literatur: Amalie Fößel, Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume (Stuttgart 2000). – Therese Martin, Queen as King. Politics and Architectural Propaganda in Twelfth-Century Spain (Leiden 2006). – Josef F. O'Callaghan, The Many Roles of the Medieval Queen: Some Examples from Castile, in: Theresa Earenfight (Hg.), Queenship and Political Power in Medieval and Early Modern Spain (Burlington, VT 2005) 21–32. – María del Carmen Pallares/Ermelindo Portela, La reina Urraca (Donostia-San Sebastian 2006). – Ursula Vones-Liebenstein, Königin Urraca, in: Karl Rudolf Schnith (Hg.), Frauen des Mittelalters in Lebensbildern (Graz 1997) 174–188.

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als E inzelleistung für den Wahlbereich.

Prof. Dr. Ellen Widder
Dynastische Brüche im Spiegel der Überlieferung
2 st., Mo 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 29.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: In der älteren Forschung wurde dem Problem des drohenden oder manifesten dynastischen Bruches, verstanden als Ende einer Herrscherdynastie, verschiedentlich Aufmerksamkeit gezollt, doch wurden das Phänomen und seine Auswirkungen bislang noch nicht vergleichend untersucht. Seiner Erforschung für die Zeit des Spätmittelalters widmet sich ein Projekt des Tübinger Sonderforschungsbereichs 923. In der hier angebotenen Übung sollen relevante Quellen gelesen und Fälle diskutiert werden: Wie gingen die Mitglieder einer Herrscherfamilie mit der permanent vorhandenen Bedrohung durch Erbenlosigkeit um, nahmen sie sie als solche überhaupt wahr, wie wurde sie gedeutet und wie sahen Lösungsversuche aus? Wie wurde mit Kinderlosigkeit umgegangen, gab es alternative Möglichkeiten zur Sicherung der Herrschaftsnachfolge? Was geschah im Ernstfall?

Literatur: Eine Bibliographie wird in der Übung verteilt werden. Zur Einführung in die Thematik: Ellen Widder: Margarete „Maultasch“. Zu Spielräumen von Frauen im Rahmen dynastischer Krisen des Spätmittelalters, in: Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007 (Schlern-Schriften 339), S. 51–79.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

Dr. des. Marco Veronesi
Die italienischen Seerepubliken
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Die Geschichte der italienischen Seerepubliken – Amalfi, Pisa, später nur noch Genua und Venedig – ist zunächst die Geschichte der Kreuzzüge und einer ,europäischen‘ Expansion, welche die seit dem Vordringen der Sarazenen aufgebrochene Einheit des Mittelmeerraums zumindest in Ansätzen wieder herstellte. Sie ist aber auch die Geschichte einer ökonomischen und finanziellen Dominanz des spätmittelalterlichen Europa, und sie ist weiterhin die Geschichte charakteristischer verfassungspolitischer Entwicklungen, in denen sich Republikanismus und Kapitalismus abzeichnen. In Schlaglichtern wird die Übung diese Entwicklungen nachzuvollziehen versuchen. Dabei muß größtenteils auf englischsprachige Literatur zurückgegriffen werden.

Literatur: Scammell, G.V.: The World Encompassed. The first European maritime empires, c. 800–1650, UCP 1981; Lane, Frederic C.: Andrea Barbarigo, Merchant of Venice (1418–1449), Baltimore 1944; Pryor, John H.: The maritime republics, in: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5, S. 419–446.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

Dr. Olga Keller
Die Verbreitung und Anwendung des deutschen Rechts in der Rechtspraxis des östlichen Europas
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Anmeldung online.

Inhalt: Das Thema wird unter zwei Aspekten behandelt. Zum einen geht es um Geschichte und Geographie der Verbreitung des mittelalterlichen deutschen Rechts im östlichen Europa, zum anderen um seine dortige Wirkung. Der Ausgangspunkt des ersten Aspektes ist der schon bekannte Befund, dass der deutsche Rechtskreis (Stadtrechte und Rechtsbücher) in seiner Ausstrahlung weit nach Osten über die damaligen Grenzen des Heiligen Römischen Reiches hinaus reichte. Der zweite Aspekt gilt der Frage, welche Artikel und Paragraphen deutscher Rechtsbücher und Quellen des Stadtrechts in der Rechtspraxis Ost- und Ostmitteleuropas Verwendung fanden. Darüber hinaus sollen in der Übung die Impulse für die Verbreitung und Anwendung des deutschen Rechts im mittelalterlichen Osten beleuchtet werden.

Literatur: Eichler, E. und Lück, H. (Hrsg.): Ivs saxonico-maidebvrgense in Oriente 1 . Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht, Berlin 2008; Lück, H./Puhle, M./Ranft A. (Hrsg.): Grundlagen für ein neues Europa. Das Magdeburger und Lübecker Recht in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, Köln u.a. 2009; Moldt, D.: Deutsche Stadtrechte im mittelalterlichen Siebenbürgen. Korporationsrechte – Sachsenspiegelrecht – Bergrecht, Köln u.a. 2009; Bily, I./Carls W./Gönczi K. Ivs saxonico-maidebvrgense in Oriente 2. Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen, Berlin 2011.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

Petra Kurz, M. A.
Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Städtischer Alltag im spätmittelalterlichen Südwesten des Reiches
2 st., Mi 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: In der Übung sollen verschiedene Aspekte städtischen Alltags anhand ausgewählter Quellen und Aufsätze thematisiert werden. Es wird zunächst der soziale Aufbau einer mittelalterlichen Stadt gemeinsam erarbeitet. Wer lebte in einer mittelalterlichen Stadt? Wer hatte politischen Einfluss? Welche Randgruppen gab es? Während in einem zweiten Schritt der Alltag der Städter näher untersucht werden soll. Wie wohnte man? Wie kleidete man sich? Wie bestritt man in der spätmittelalterlichen Stadt seinen Lebensunterhalt – vom Handwerker bis zur Prostituierten? Außerdem sollen Aspekte wie Krankheit und Tod, Feste und Spektakel, Kirche und Frömmigkeit in der Übung beleuchtet werden.

Literatur: Flüeler Marianne und Niklaus (Hgg.): Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Die Stadt um 1300, Stuttgart 1992; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter: 1250–1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988; Lorenz, Sönke und Zotz, Thomas (Hgg.): Spätmittelalter am Oberrhein. Alltag, Handwerk und Handel 1350–1525, 3.Bde, Stuttgart 2002.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

Dr. Sabine Klapp
Alltag im Frauenkloster am Beispiel des "Günterstaler Notizbuches" (Paläographieübung/Quellenlektüre)
2 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Als Grundlage der Übung dient ein im 15. und 16. Jahrhundert in deutscher Sprache verfasstes „Konventstagebuch“ aus einem südwestdeutschen Zisterzienserinnenkloster. Die singuläre, bislang unedierte Quelle gibt einen tiefen Einblick in den Lebensalltag der geistlichen Frauen. Neben Anekdoten über den Klosteralltag sowie über historische Ereignisse umfassen die Notizen unter anderem Kochrezepte, Angaben über die Kleidung und Bildung der Nonnen, die Beziehungen des Klosters zu den umliegenden Dörfern und Städten sowie über Begräbnis- und Aufnahmerituale. Ziel der Übung ist es, die Fähigkeit zum Lesen und Interpretieren ungedruckter historischer Quellen zu erwerben. Zugleich erhalten Sie einen Einblick in das Themenfeld „Leben im Kloster“.

Literatur: Eine Kopie der Quelle sowie paläographische Hilfsmittel werden in der Übung zur Verfügung gestellt.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

PD Dr. Martina Giese
Einführung in die Theorien, Methoden und Inhalte der Geschlechtergeschichte des Mittelalters, Kurs I (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
2 st., Di 10:00–12:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Die interdisziplinär angelegte, noch junge Geschlechtergeschichte fragt nach den historischen Ausformungen und der Veränderlichkeit von Weiblichkeit und Männlichkeit sowie nach dem Verhältnis der Geschlechter zueinander. Im Zentrum steht dabei die kulturelle Zuschreibung von Geschlechterrollen und die Untersuchung von Geschlechterbeziehungen, wobei die Kategorie „Geschlecht“ der historischen Analyse konsequent als Prisma dient. Durch die gemeinsame Lektüre ausgewählter Forschungsbeiträge wollen wir uns zunächst einen Einblick in die epochenübergreifenden Theorien, Methoden und Inhalte der Geschlechtergeschichte erarbeiten. Auf dieser Grundlage starten wir dann zu einem „Gendering the Middle Ages“, indem wir diese Ansätze exemplarisch anhand mittelalterlicher Quellen erproben.

Literatur: Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters (Geschichte kompakt), Darmstadt 2011; Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte (Historische Einführungen 8), Frankfurt am M. / New York 2010.

Leistungsnachweis: im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat o.ä.) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleitung für den Wahlbereich

PD Dr. Martina Giese
Einführung in die Theorien, Methoden und Inhalte der Geschlechtergeschichte des Mittelalters, Kurs II (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
2 st., Di 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 16.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Die interdisziplinär angelegte, noch junge Geschlechtergeschichte fragt nach den historischen Ausformungen und der Veränderlichkeit von Weiblichkeit und Männlichkeit sowie nach dem Verhältnis der Geschlechter zueinander. Im Zentrum steht dabei die kulturelle Zuschreibung von Geschlechterrollen und die Untersuchung von Geschlechterbeziehungen, wobei die Kategorie „Geschlecht“ der historischen Analyse konsequent als Prisma dient. Durch die gemeinsame Lektüre ausgewählter Forschungsbeiträge wollen wir uns zunächst einen Einblick in die epochenübergreifenden Theorien, Methoden und Inhalte der Geschlechtergeschichte erarbeiten. Auf dieser Grundlage starten wir dann zu einem „Gendering the Middle Ages“, indem wir diese Ansätze exemplarisch anhand mittelalterlicher Quellen erproben.

Literatur: Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters (Geschichte kompakt), Darmstadt 2011; Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte (Historische Einführungen 8), Frankfurt am M. / New York 2010.

Leistungsnachweis: Im Lehramts- und B.A.-Studiengang (Kurzreferat bzw. Gruppenreferat) 2 ECTS-LP; mit zusätzlicher Modulprüfung (15 min. mündlich oder in Form eines kleinen schriftlichen Beitrags) 4 ECTS-LP im Rahmen der Grundmodule bzw. 3 ECTS-LP als Einzelleistung für den Wahlbereich.

Vorlesungen | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

PD Dr. Martina Giese
Die Königin im früh- und hochmittelalterlichen Europa (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
2 st., Mi 16:00–17:30
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 17.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Ausgehend von einzelnen Persönlichkeiten wollen wir uns im europäischen Vergleich und quellennah erarbeiten, welche Stellung und welche Aufgaben die Königin im Früh- sowie Hochmittelalter gehabt hat. Dabei sollen biographische Aspekte wie die familiäre Herkunft, die Erziehung, die Hochzeit, die Witwenschaft etc. ebenso zur Sprache kommen wie die politischen und rechtlichen Entscheidungs- und Handlungsspielräume der Königinnen, d. h. ihre Regierungsbeteiligung bzw. Regentschaft. Besonderes Augenmerk wird der genderspezifischen Fragestellung gelten, welches Bild einzelner Königinnen die Geschichtsschreibung, die überwiegend von Männern stammt, entworfen hat.

Literatur: Amalie Fößel, Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume (Mittelalter-Forschungen 4), Stuttgart 2000; Martina Hartmann, Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009; Die Kaiserinnen des Mittelalters, hg. von Amalie Fößel, Regensburg 2011; Queens and Queenship in medieval Europe, hg. von Anne J. Duggan, Woodbridge 1997; Carsten Woll, Die Königinnen des hochmittelalterlichen Frankreich 987–1237/38 (Historische Forschungen 24), Stuttgart 2002.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, Gruppenreferat).  

Prof. Dr. Steffen Patzold
Königserhebungen im 10. u. 11. Jahrhundert: Deutschland und Frankreich im Vergleich
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 22.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Die Königserhebungen des 10. und frühen 11. Jahrhunderts sind ein klassisches Thema der deutschen Verfassungshistorie. Bis weit in die 1980er Jahre hinein ist die Frage, in welcher Weise Könige in ihr hohes Amt kamen, intensiv und kontrovers diskutiert worden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Thema dann allerdings eher in den Hintergrund getreten. Zugleich hat sich in dieser Zeit die mediävistische Verfassungsgeschichte tiefgreifend verändert: Etliche ältere Grundannahmen über das Verhältnis von Recht und Macht, von Verfassung und Politik sind heute gerade für das 10. und 11. Jahrhundert hinterfragt oder gar widerlegt. Angesichts dessen lohnt sich ein neuer, frischer Blick auf den klassischen Untersuchungsgegenstand: Im Seminar sollen dazu Königserhebungen im werdenden Frankreich und Deutschland vergleichend analysiert werden.

Literatur: Die einschlägige Forschungsliteratur wird im Seminar gemeinsam diskutiert. Vorausgesetzt wird aber ein solider Überblick über Ereignisse und Strukturen, etwa anhand von: Keller, Hagen / Althoff, Gerd:  Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen. Krisen und Konsolidierungen 888–1024 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte 3), 10., völlig neu bearb. Aufl., Stuttgart 2008.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Schicksalsschlag, Erbfolgekrieg, Staatsbildungsprozess? Dynastische Brüche und ihre Auswirkungen im Spätmittelalter (Europa)
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 30.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: In der älteren Forschung wurde dem Problem des drohenden oder manifesten dynastischen Bruches, verstanden als Ende einer Herrscherdynastie, verschiedentlich Aufmerksamkeit gezollt, doch wurde das Phänomen und seine Auswirkungen bislang noch nicht vergleichend untersucht. Seiner Erforschung für die Zeit des Spätmittelalters widmet sich ein Projekt des Tübinger Sonderforschungsbereichs 923. In dem hier angebotenen Hauptseminar sollen Aspekte des Phänomens im Rahmen des spätmittelalterlichen Europa diskutiert werden: Wie gingen die Mitglieder einer Herrscherfamilie mit der permanent vorhandenen Bedrohung durch Erbenlosigkeit um, nahmen sie sie als solche überhaupt wahr, wie wurde sie gedeutet und wie sahen Lösungsversuche aus? Wie wurde mit Kinderlosigkeit umgegangen, gab es alternative Möglichkeiten zur Sicherung der Herrschaftsnachfolge? Was geschah im Ernstfall?

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5: c. 1198-c. 1300, hg. v. David Abulafia, Cambridge 1999; ebd., Bd. 6: c. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000; ebd., Bd. 7: c. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998. Zum Methodischen: Ellen Widder: Margarete „Maultasch“. Zu Spielräumen von Frauen im Rahmen dynastischer Krisen des Spätmittelalters, in: Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007 (Schlern-Schriften 339), S. 51–79.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Prof. Dr. Ellen Widder
Schicksalsschlag, Erbfolgekrieg, Staatsbildungsprozess? Dynastische Brüche und ihre Auswirkungen im Spätmittelalter (Reich)
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Großer Übungsraum Soziologie (R. 101)
Beginn: 30.10.2012
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: In der älteren Forschung wurde dem Problem des drohenden oder manifesten dynastischen Bruches, verstanden als Ende einer Herrscherdynastie, verschiedentlich Aufmerksamkeit gezollt, doch wurden das Phänomen und seine Auswirkungen bislang noch nicht vergleichend untersucht. Seiner Erforschung für die Zeit des Spätmittelalters widmet sich ein Projekt des Tübinger Sonderforschungsbereichs 923. In dem hier angebotenen Hauptseminar sollen Aspekte des Phänomens im Rahmen des spätmittelalterlichen Heiligen Römischen Reich (mit einem Schwerpunkt auf Deutschland) diskutiert werden: Wie gingen die Mitglieder einer Herrscherfamilie mit der permanent vorhandenen Bedrohung durch Erbenlosigkeit um, nahmen sie sie als solche überhaupt wahr, wie wurde sie gedeutet und wie sahen Lösungsversuche aus? Wie wurde mit Kinderlosigkeit umgegangen, gab es alternative Möglichkeiten zur Sicherung der Herrschaftsnachfolge? Was geschah im Ernstfall?

Literatur: Wolfgang Stürner: 13. Jahrhundert 1198–1273, Stuttgart 2007 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 6); Michael Menzel: Die Zeit der Entwürfe (1273–1347). Stuttgart 2012 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 7a); Hartmut Boockmann/Heinrich Dormeier: Konzilien, Kirchen- und Reichsreform 1410–1495, Stuttgart 2005 (Bruno Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 8); Ellen Widder: Margarete „Maultasch“. Zu Spielräumen von Frauen im Rahmen dynastischer Krisen des Spätmittelalters, in: Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007 (Schlern-Schriften 339), S. 51–79.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Dr. Erwin Frauenknecht / Dr. Peter Andreas Rückert
Klösterliche Schriftkultur des Mittelalters im deutschen Südwesten
2 st., Do 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 18.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Büchern kam in der Schriftkultur von Klöstern zentrale Bedeutung zu, Klosterbibliotheken dienten als Wissensspeicher, einige Skriptorien wurden zu regelrechten Zentren der Handschriftenproduktion. Klösterliche Schriftkultur umfasst aber auch den weiten Bereich der sogenannten pragmatischen Schriftlichkeit, wozu Urkunden, aber auch Verwaltungsschriftgut wie Kopialbücher oder Urbare gehören. Art und Umfang dieser Schriftkultur hatte in den Klöstern des deutschen Südwestens durchaus unterschiedliche Ausprägungen. Während benediktinische Klöster vor allem in ihren Reformphasen verstärkt Texte produzieren, treten bei den Zisterziensern besonders im 14. Jahrhundert qualitätvolle Formen der pragmatischen Schriftkultur auf (Urbare). Das Seminar untersucht an ausgewählten Beispielen aus dem deutschen Südwesten einige zentrale Forschungsfelder zur klösterlichen Schriftkultur: Schreibmaterialien, Beschreibstoffe, Schriftformen, Buchproduktion und Buchausstattung (Buchmalerei) sowie pragmatische Schriftlichkeit bilden eigene Themen, ebenso zur Sprache kommen wird die Funktion einzelner Textzeugnisse als literarische oder liturgische Texte. Daneben gilt den Urkundenbeständen einzelner Klöster besondere Aufmerksamkeit. Hier sollen auch aktuelle Ansätze ihrer Bearbeitung vermittelt und genutzt werden: Onlinedatenbanken wie etwa WUB-Online (www.wubonline.de) oder Online-Findmittel zu einzelnen Klosterarchiven mit digitalen Bildern der Urkunden ermöglichen neue Forschungsimpulse und eigene Mitarbeit.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt. Zur Einführung geeignet: Vera Trost, Skriptorium. Die Buchherstellung im Mittelalter (21991). Pragmatische Schriftlichkeit im Mittelalter. Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen, hg. von Hagen Keller (Münstersche Mittelalter-Schriften 65), München 1992.

Leistungsnachweis: 9 ECTS-LP (Hausarbeit oder 4st. Klausur, i.d.R. Referat)

Vorlesungen | Proseminare | Übungen | Hauptseminare | Kolloquien und Oberseminare

Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Mo 18:00–20:00
Beginn: wird noch bekannt gegeben
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Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung. Beginn nach Vereinbarung.

PD Dr. Martina Giese
Kolloquium für fortgeschrittene Studierende und für Promovierende (Veranstaltung im Rahmen des TEAching-Equality-Programms)
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 23.10.2012
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Bemerkungen: Ort: Hegelbau, Raum 405 (4. OG)

Inhalt: Vorgestellt und diskutiert werden Forschungsprojekte und Qualifikationsschriften, das Programm wird rechtzeitig durch Aushang bekannt gegeben.

Prof. Dr. h. c. mult. Dr. Dr. Harald Zimmermann
Oberseminar: Eine historische Größe – wie wird man das? FINDET NICHT STATT!
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Inhalt: Das Oberseminar findet leider nicht statt!