Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2007/2008

» Zuletzt aktualisiert: 11. März 2008 - 20:17 | Eingetragen: 3. August 2007 - 18:07.

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Vorlesungen

Prof. Dr. S. Lorenz
Der deutsche Südwesten vom 3. bis 10. Jahrhundert
2 st., Mi 16–18
Ort: HS, Keplerstr. 2
Beginn: 24.10.2007
Bemerkungen:

Inhalt: Als gegen Ende des 3. Jahrhunderts germanische Verbände das Land zwischen dem rätischobergermanischen Limes und dem Rhein übernahmen, entstand die Alamannia, ein bis heute mehr oder weniger rätselhaftes Herrschaftsgebilde eigener Art. Gegen 500 dem Zugriff der Franken erlegen und in das Merowingerreich eingegliedert, etablierten sich in einem ebenfalls nur schemenhaften Prozess das Christentum und eine kirchliche Durchdringung des Landes. Nach der endgültigen Beseitigung der alemannischen Herzöge durch die Karolinger (746) fand rasch eine starke Anbindung an die im Frankenreich etablierten Gegebenheiten statt, der Alemannien zu einem Teil des karolingischen Kultur- und Wirtschaftsbereiches werden ließ. Erst der Zusammenbruch des Karolingerreichs schuf zu Beginn des 10. Jahrhunderts neue Rahmenbedingungen: Es entstand das hochmittelalterliche Herzogtum Schwaben.

Literatur: Dieter Geuenich, Geschichte der Alemannen (Urban-Taschenbücher, Bd. 575), Stuttgart 1997.

Prof. Dr. P. Hilsch
Das Mittelalter. Ereignisse und Strukturen. Ein Überblick
2 st., Mi 11–13
Beginn: 17.10.2007
Ort: HS, Keplerstr. 2

Bemerkungen: Im Rahmen dieser Vorlesung können nur (mündliche) Vorlesungsprüfungen im Grundstudium abgelegt werden.

Inhalt: Abwechselnd in eher chronologischen und in stärker strukturgeschichtlich orientierten Kapiteln wird ein Überblick über folgende Bereiche der mittelalterlichen Geschichte geboten: Zeit und Raum/ Die Völkerwanderung/ Das Fränkische Reich Karls des Großen/ Die Kultur: Antike und Mittelalter/ Grundherrschaft und Lehenswesen/ Das römisch-deutsche Königtum/ Die Reichskirche des Hochmittelalters/ Die Kreuzzüge/ Stauferzeit-Wendezeit/ Die Stadt/ Spätmittelalter als Krisenzeit?/ Handel, Bergbau und Geldwirtschaft.

Literatur: Überblicksdarstellungen zum gesamten Zeitraum: H. Boockmann, Einführung in die Geschichte des Mittelalters, München 7. Aufl. 2001. – P. Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche. Konstanz 2006 (UTB basics). – H.K. Schulze, Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter, 3 Bde, versch. Aufl., Stuttgart 1998 – 2004. Weitere Literatur wird in der Vorlesung angegeben.

Material zur Vorlesung: ‹http://www.mittelalter.uni-tuebingen.de/hilsch/›. Das Paßwort wird in der Vorlesung mitgeteilt.

PD Dr. K. Ubl
Der lange Abschied von der Antike: Geschichte Europas von 500–750
2 st., Di 09–11
Ort: HS, Keplerstr. 2
Beginn: 16.10.2007
Bemerkungen:

Inhalt: Ist es nach dem Ende des Imperium Romanum im Westen tatsächlich zu einem Zusammenbruch der antiken Zivilisation gekommen? Oder hat sich die antike Zivilisation nicht vielmehr in einem allmählichen Prozess zu etwas Neuem, der Welt des Mittelalters, gewandelt? Die Deutung der Völkerwanderung und ihrer Folgen ist in der aktuellen Forschung höchst umstritten. Nur so viel erscheint klar, das die Beantwortung der Frage von der Auswahl der zu betrachtenden Region abhängt. Die Vorlesung zeichnet daher die unterschiedlichen Entwicklungen in Italien, Spanien, Gallien, Britannien und in Byzanz nach und versucht anhand dieser Beispiele Kriterien für das Ende der antiken Zivilisation herauszuarbeiten.

Literatur: W. Pohl, Die Völkerwanderung: Eroberung und Integration (2002); H.-W. Goetz, Europa im frühen Mittelalter 500–1050 (Handbuch der Geschichte Europas 2, 2003); R. Kaiser, Das römische Erbe und das Merowingerreich (Enzyklopädie deutscher Geschichte 26, 32004); B. Ward-Perkins, Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation (2007).

PD Dr. S. Patzold
Politik im Frankenreich der früheren Karolingerzeit (751–843) Neue Veranstaltung!
2 st., Mo 16–18
Beginn: 22.10.2007
Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: Wie funktionierte Politik im Frankenreich des 8. und 9. Jahrhunderts? Die Vorlesung geht dieser Frage nach. Dazu stellt sie zum einen die Institutionen und Verfahrensweisen vor, die politischen Entscheidungen einen Rahmen setzten. Zum anderen sollen aber auch die – aus heutiger Sicht mitunter merkwürdigen – Überzeugungen und Motive beschrieben werden, von denen sich die Beteiligten bei ihren politischen Entscheidungen leiten ließen.

Literatur: Eine Bibliographie wird in der Vorlesung ausgeteilt. Zur Einführung: R. Schieffer: Die Karolinger (Kohlhammer Urban-Taschenbücher 411), 4., überarb. und erw. Aufl., Stuttgart 2006; ders., Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887) (Handbuch der deutschen Geschichte / Gebhardt 2), Stuttgart 2005; L. Hageneier / J. Laudage / Y. Leiverkus, Die Zeit der Karolinger, Darmstadt 2006.

Prof. Dr. E. Widder
Eine Welt im Umbruch? Europa im 13. Jahrhundert
2 st., Do 11–13
Ort: HS, Keplerstr. 2
Beginn: 25.10.2007
Bemerkungen:

Inhalt: In der deutschen Wissenschaftstradition steht das 13. Jahrhundert an der „Schnittstelle“ zwischen Hoch- und Spätmittelalter. Wie stark hier perspektivische Verengungen bestehen, zeigt ein vergleichender Blick auf die europäischen Entwicklungen in derselben Zeit. Die Vorlesung will einen chronologischen und strukturgeschichtlichen Überblick über das „europäische“ 13. Jahrhundert vermitteln. Dabei sollen – neben der politischen Geschichte – Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5: c. 1198-c. 1300, hg. v. David Abulafia, Cambridge 1999; Gabriela Signori: Das 13. Jahrhundert. Eine Einführung in die Geschichte des spätmittelalterlichen Europas, Stuttgart 2007.

Lehrende aller Abteilungen des Historischen Seminars
Epochenübergreifende Einführung in das Studium der Geschichte
2 st., Mi 09–11
Ort: HS, Keplerstr. 2
Beginn: 17.10.2007

Bemerkungen:
Ort: HS, Keplerstr. 2 Anmeldung online ab 15.09.07. Übung im Sinne der in der ZPO geforderten Veranstaltung aus dem Bereich Theorien/Historiographiegeschichte/Methodenlehre. Für BA-Studierende Teil des Grundmoduls I.

Inhalt: „Der Glaube an einen festen Kern historischer Fakten, die objektiv ... bestehen, ist ein lächerlicher, aber nur schwer zu beseitigender Trugschluss.“ (E. H. Carr) Diese Äußerung deutet an: Was Geschichte ist und womit sich die Geschichtswissenschaft befasst, kann kontrovers beantwortet werden. Die als Vortragsreihe verschiedener Lehrender aller Abteilungen des Historischen Seminars konzipierte Einführungsveranstaltung greift diese Fragen in einer Art Grundkurs auf: Welche Geschichtsbilder kursierten in den unterschiedlichen Epochen? Wann und warum entstand die Geschichtsschreibung? Welche Formen der Historiographie haben sich seit der Antike herausgebildet? Im Anschluß daran werden die wichtigsten Ansätze der modernen Geschichtswissenschaft von der historischen Sozialwissenschaft bis zur Geschlechtergeschichte vorgestellt. Die Veranstaltung mündet in die Frage nach dem öffentlichen Umgang mit der Historie in unserer Gegenwart. In der letzten Sitzung findet eine Klausur als schriftliche Leistung im Sinne der ZPO statt.

Literatur: Lesehausaufgaben zur Vor- und Nachbereitung der einzelnen Sitzungen werden auf der ILIAS-Plattform der UB-Tübingen als PDF-Dokumente bereitgestellt. Näheres wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

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Übungen (im Sinne der ZPO)

Prof. Dr. G. Schmitz
Karolingische Kapitularien
2 st., Fr 09–11
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 19.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Kapitularien sind Produkte karolingischen Regierungshandelns, sie stellen für das 8. und 9. Jahrhundert eine zentrale Quellengruppe dar, die über die verschiedensten Gebiete (vom 'täglichen Leben' über sozial- und verfassungsgeschichtliche bis hin zu religiös gefärbten herrschaftsethischen Fragen) Auskunft geben. Woran es mangelt, sind gut kommentierte Übersetzungen. Wir lesen ausgewählte Kapitularien und gehen den dort aufgeworfenen Problemen nach.

Literatur: Hubert Mordek, Fränkische Kapitularien und Kapitulariensammlungen. Eine Einführung, in: Mordek, Studien zur fränkischen Herrschergesetzgebung (2000) S. 1–53.

A. Grabowsky
Leben nach der Regel. Frühmittelalterliche Klosterregeln
2 st., Mo 16–18
Ort: Seminarraum 228
Beginn: 15.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Nach thematischen Gesichtspunkten geordnet soll das klösterliche Leben im Frühmittelalter betrachtet werden. Im Mittelpunkt werden dabei normative Texte wie etwa die Regula Benedicti und andere Klosterregeln stehen, es sollen aber auch historiographische Quellen herangezogen werden. Die Lektüre der lateinischen Quellen bietet außerdem die Gelegenheit, die Lateinkenntnisse zu vertiefen und sich mit den Besonderheiten des mittelalterlichen Lateins vertraut zu machen.

Literatur: Karl Suso Frank, Geschichte des christlichen Mönchtums (5. Auflage, Darmstadt 1993).

PD Dr. S. Patzold
Ein Geschichtsschreiber und seine Zeit: Thietmar von Merseburg Neue Veranstaltung!
2 st., Do 9–11
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 25.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Thietmar wurde im Juli 975 als Sohn eines sächsischen Grafen geboren. Seine Ausbildung erhielt er in Quedlinburg und Magdeburg; 1009 wurde er zum Bischof von Merseburg erhoben. Von 1012 an verfaßte er eine Chronik, die heute eine unserer wichtigsten Quellen für die Geschichte Ottos III. und Heinrichs II. ist. Sein Werk erzählt ausführlich von der Lebensweise und der Politik des sächsischen Adels um die Jahrtausendwende. Zugleich eröffnet es aber auch einen einmaligen Einblick in die Person seines Autors – und damit in die Aufgaben, Nöte und Vorstellungen eines Reichsbischofs der späten Ottonenzeit.

Literatur: Die Literatur zu Thietmar und seiner Chronik wird im Seminar erarbeitet. Erwartet wird ein Überblick über die Ereignisse und Strukturen der Zeit, etwa anhand von S. Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Regensburg 22000.

Prof. Dr. E. Widder
Der letzte Wille. Testamente im Spätmittelalter
2 st., Mo 09–11
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 22.10.2007

Bemerkungen: Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: In dieser Übung soll eine Reihe von spätmittelalterlichen Testamenten vorgestellt, gelesen und diskutiert werden. Dabei werden nicht nur rechtsgeschichtliche, sondern ebenso sozial- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte angesprochen werden.

Literatur: Herrscher- und Fürstentestamente des europäischen Mittelalters, hg. v. Brigitte Kasten, Köln u.a. 2007; Gabriela Signori: Vorsorgen, Vererben, Erinnern. Kinder- und familienlose Erblasser in der städtischen Gesellschaft des Spätmittelalters, Göttingen 2001 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 160).

S. Frommer, M.A. / M. Veronesi, M.A.
Stadtgeschichte und Stadtarchäologie
Zeit: Fr 11–13
Ort: Schloß, Raum 212 (Kleiner Übungsraum)
Beginn: 19.10.2007

Bemerkungen:
Ort: Schloß. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Es sind die unterschiedlichen Quellen und die daraus resultierenden unterschiedlichen Methoden und Fragestellungen der beiden Fächer, die das interdisziplinäre Zusammenwirken von Stadtgeschichtsschreibung und Stadtarchäologie bisweilen zu einem mühsamen Unterfangen machen. In der Übung soll zunächst einmal der Blick für das Vorgehen und die „Hermeneutik“ des jeweils anderen geschärft werden. Daran anschließend müssen diejenigen Aspekte der mittelalterlichen Stadtgeschichte identifiziert werden, die eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen erfordern und überhaupt erlauben. An ausgewählten Fallbeispielen soll die Zusammenarbeit analysiert werden. Vorgesehen ist selbstverständlich auch die Arbeit vor Ort, exemplarisch an den archäologischen Stätten Tübingens und im Tübinger Stadtarchiv.

Literatur: Fehring, Günther P.: Der Beitrag der Archäologie zum „Leben in der Stadt des Mittelalters“, in: Das Leben in der Stadt des Mittelalters, Wien 1977, S. 9–35; Wenskus, Reinhard: Randbemerkungen zum Verhältnis von Historie und Archäologie, insbesondere mittelalterlicher Geschichte und Mittelalterarchäologie, in: Geschichtswissenschaft und Archäologie. hg. von Id. und H. Jankuhn, Sigmaringen 1979 (Vorträge und Forschungen 22), S. 637–657, Sydow, Jürgen: Der Beitrag der Stadtarchäologie aus der Sicht des Historikers, in: Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch, Stuttgart 1992. S. 26–32.

M. Veronesi, M.A.
Raum und Identität
2 st., Do 11–13
Ort: Bibliotheksraum 20 P.
Beginn: 25.10.2007

Bemerkungen: Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Seit dem kulturwissenschaftlichen „spatial turn“ der Postmoderne kommt der „Raum“ als Analysekategorie auch in den historischen Disziplinen verstärkt zur Anwendung. „Raum und Identität“ allerdings scheint ein auf die Moderne gerichtetes Begriffspaar zu sein, in der Territorien und Nationalstaaten wichtige Bezugspunkte kultureller Identität waren, ihre Bedeutung aber, folgt man den Raumtheoretikern der Postmoderne, zunehmend verlieren. Aber endete damit eine bis ins Mittelalter zurückreichende Kontinuität der Bindung des Raums an soziale, kollektive oder nationale Identitäten? Oder muß man für das europäische Mittelalter vielmehr von völlig anderen „raumkonstituierenden Praktiken“ ausgehen? Neben der Lektüre theoretischer Texte soll deshalb auch die mittelalterliche Überlieferung auf die Möglichkeiten einer „spatialized history“ hin betrachtet werden.

Literatur: Bachmann-Medick, Doris: Cultural turns, Hamburg 2006, Kap. 6.

A. Kottmann, M.A. / A. Hauff
Sakralarchäologie und Geschlechtergeschichte: Religiöse Frauen- und Männergemeinschaften
im Mittelalter
2 st., Di 16–18 Blockveranstaltung (siehe Bemerkungen)
Ort: Übungsraum der Abt. für Archäologie des Mittelalters
Beginn: 16.10.2007

Bemerkungen:
Ort: Übungsraum der Abt. für Archäologie des Mittelalters. Interdisziplinäre Veranstaltung. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr. Vorbereitende Sitzung am 16.10.07 um 14 Uhr c. t. im Kleinen Übungsraum der Abt. für Archäologie des Mittelalters, danach Blockseminare Dienstags Donnerstags 11 bis 17 Uhr und eine Exkursion. Die Termine werden in der vorbereitenden Sitzung festgelegt.

Inhalt: Im Mittelalter entstanden zahlreiche religiöse Gemeinschaften unterschiedlichster Art. In der Übung sollen anhand archäologischer und historischer Quellen ausgewählte Beispiele religiöser Frauen- und Männergemeinschaften im interdisziplinären Dialog untersucht werden. Dabei ist der Aspekt der Geschlechtergeschichte zu berücksichtigen.

Literatur: Gudrun Gleba, Klöster und Orden im Mittelalter, Darmstadt 2002; Carola Jäggi, Frauenklöster im Spätmittelalter. Die Kirchen der Klarissen und Dominikanerinnen im 13. und 14. Jahrhundert, Petersberg 2006 (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 34); Württembergisches Klosterbuch. Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart, hg. v. W. Zimmermann und N. Priesching, Ostfildern 2003.

Dr. W. Zimmermann
Beginen, Schwestern oder Nonnen? Religiöse Frauengemeinschaften in Südwestdeutschland in Mittelalter
und Früher Neuzeit
2 st., Do 16–18
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 18.10.2007
mit Exkursion

Bemerkungen: Übung mit Exkursion. Anmeldung (online) für Übungen ab 15.09.07, 00:00 Uhr.

Inhalt: Seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts schlossen sich in großer Zahl Frauen zu religiösen Gemeinschaften zusammen. Unterschiedliche Formen des Gemeinschaftslebens bildeten sich aus. Neben Klöstern, die fest in Ordensverbände eingebunden waren, standen Gemeinschaften, die als Sammlungen, d.h. als freie Vereinigungen von Schwestern (in manchen Gegenden als Beginen bezeichnet) zusammenlebten. Die Frauen bildeten spezifische Frömmigkeitsformen aus. Strikte Klausurbestimmungen bestimmten die Bauform der Klosteranlagen. Die Übung möchte in thematischen Schwerpunkten die Entwicklung der „weiblichen“ Klosterlandschaft Südwestdeutschlands nachzeichnen: ihre Ausbildung in Hoch- und Spätmittelalter, die Krise monastischen Lebens in der Reformationszeit, aber auch die Blüte der Konvente im Zeitalter des Barocks bis zur Zäsur der Säkularisation. In einer Exkursion sollen verschiedene Typen von Frauenklöstern vor Ort erschlossen werden.

Literatur: B. Degler-Spengler: „Zahlreich wie die Sterne des Himmels“. Zisterzienser, Dominikaner und Franziskaner vor dem Problem der Inkorporation von Frauenklöstern. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 4 (1985), S. 37–50; F. J. Felten: Der Zisterzienserorden und die Frauen. In: Weltverachtung und Dynamik, hg. v. H. Schwillus u. A. Hölscher. Berlin 2000, S. 34–135; Helvetia Sacra, Basel 1977 (darin die Bände zu den weiblichen Ordensgemeinschaften, bes. Bd. IX/2: Die Beginen und Begarden in der Schweiz. Basel 1995); Württembergisches Klosterbuch. Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart, hg. v. W. Zimmermann u. N. Priesching. Ostfildern 2003; Internetpräsentation „Klöster in Baden-Württemberg“ (www.kloester-bw.de).

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Proseminare

Prof. Dr. E. Widder / A. Grabowsky
Das Mönchtum im Zeitalter der Mischregeln (6. bis 9. Jahrhundert)
2 st., Di 11–13
Ort: Seminarraum 228
Beginn: 16.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird voraussichtlich von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Seit ihrer Abfassung zu Beginn des 6. Jahrhunderts vergingen fast drei Jahrhunderte, bis die Regula Benedicti durch die Reformen Ludwigs des Frommen 816–819 als verbindliche Norm vorgeschrieben wurde. Die Zeit bis zu dieser Normierung wird als Epoche der Mischregeln (regulae mixtae) bezeichnet, als eine Zeit also, in der die Klostervorsteher aus der monastischen Tradition die Regeltexte auswählten, die ihnen am geeignetsten für ihr Kloster erschienen. Im Laufe des Semesters sollen nicht nur die Benediktregel, sondern auch die anderen monastischen Strömungen dieser Zeit, wie etwa das irische und angelsächsische Mönchtum, Gegenstand des Seminars sein. Das Proseminar versteht sich als Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte und soll den Teilnehmern das notwendige Werkzeug zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Mittelalter an die Hand geben.

Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, 3. Auflage, Stuttgart 2006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 2004); Karl Suso Frank, Geschichte des christlichen Mönchtums (5. Auflage, Darmstadt 1993).

PD Dr. S. Patzold
Das Reich in der Krise: Die Herrschaft Ludwigs des Frommen und die Zeit der Brüderkriege (814–843) Neue Veranstaltung!
3 st., Mi 11–14
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 24.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird voraussichtlich von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Ludwig „der Fromme“, der Sohn Karls des Großen, hatte in der älteren Geschichtswissenschaft keinen guten Ruf: Schwach, engstirnig, frömmelnd sei er gewesen, von seiner Gemahlin habe er sich betrügen lassen, die politischen und kulturellen Errungenschaften seines Vaters habe er im Laufe weniger Jahre verspielt. Aus dieser älteren Sicht war es Ludwigs persönliche Unfähigkeit, die das Reich Anfang der 830er Jahre in jene tiefe Krise stürzte, die schließlich nach Ludwigs Tod zum Zerfall des Reiches in mehrere Teilreiche geführt habe. Mittlerweile hat die Forschung dieses ältere Urteil gründlich revidiert. Heute gilt die Zeit Ludwigs als eine Phase tiefgreifender politischer, gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Umbrüche. Sie eignet sich daher gut dazu, einige Grundzüge frühmittelalterlicher Politik und Kultur selbst, aber auch die Methoden, Arbeitsweisen und Fragestellungen heutiger Geschichtsforschung kennenzulernen. Das Seminar möchte deshalb am Beispiel dieses schon zu Lebzeiten höchst umstrittenen Kaisers in die Mediävistik einführen.

Literatur: Einführung in die Methoden: H.-W. Goetz, Proseminar Mittelalter (UTB 1719), Stuttgart 32006. Die Literatur zum Thema wird gemeinsam im Seminar erarbeitet; zum Einstieg sei empfohlen: E. Boshof: Ludwig der Fromme (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 1996.

Dr. E. Frauenknecht
Otto I. (936–973). Königsherrschaft und Imperium
2 st., Do 14–16
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 18.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das Seminar wird voraussichtlich von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Zwei Ereignisse prägen das gängige Bild der Regierungszeit Ottos des Großen (936–973): die Lechfeldschlacht 955 und die Kaiserkrönung 962 in Rom. Dabei ist die darin zum Ausdruck kommende hegemoniale Stellung Ottos des Großen das Ergebnis eines konfliktreichen Herrschaftsausbaus und einer stellenweise mühsamen Integration konträrer adeliger Interessen. Das Proseminar untersucht an ausgewählten Beispielen einzelne Stationen dieses Prozesses.

Literatur: Methodische Einführung: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Mittelalter, hg. von Matthias Meinhardt, Andreas Ranft und Stephan Selzer, München 2007. – Thematisch: Gerd Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 2000. – Johannes Laudage, Otto der Große. Eine Biographie, Regensburg 2001.

Dr. E. Frauenknecht
Otto von Freising (+1158). Geschichtsschreibung in der Mitte des 12. Jahrhunderts
2 st., Di 09–11
Ort: Seminarraum 228
Beginn: 16.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich.Das Seminar wird voraussichtlich von einem Tutorium begleitet. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Otto von Freising (+1158) gilt als herausragender Vertreter mittelalterlicher Geschichtsschreibung im hohen Mittelalter. Seine Chronica sive historia de duabus civitatibus zählt in Komposition und Ausgestaltung zu den Meisterwerken mittelalterlicher Chroniken. In seiner Weltchronik will der gelehrte Freisinger Bischof durch Auslegung und Deutung der Vergangenheit göttliche Heilsgeschichte sichtbar werden lassen. Auch sein zweites, wichtiges historiografisches Werk, die Gesta Friderici, die sein Schüler Rahewin dann vollendet hat, ist geeignet, Grundlinien eines mittelalterlichen Geschichtsbildes und Geschichtsbewußtseins aufzuzeigen.

Literatur: Methodische Einführung: Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Mittelalter, hg. von Matthias Meinhardt, Andreas Ranft und Stephan Selzer, München 2007. – Thematisch: Hans-Werner Goetz, Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im hohen Mittelalter (Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters 1), Berlin 1999.

Prof. Dr. E. Widder / M. Veronesi, M.A.
Friedrich II.
2 st., Mi 14–16
Ort: Bibliotheksraum 201
Beginn: 17.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Die Herrschaft Friedrichs II. von Hohenstaufen – „stupor mundi“ und „mutator saeculi“ – erstreckte sich nicht nur auf das „Imperium“, also die nordalpinen Reichsteile und Reichsitalien. Dazu kam mit der Herrschaft über das Königreich Sizilien ein dritter Herrschaftsschwerpunkt. In allen dreien dieser Länder stieß mittelalterliche Königsherrschaft auf völlig verschiedene politische, kulturelle und ökonomische Voraussetzungen. Geklärt werden muß also, wie diese Voraussetzungen die Möglichkeiten und Grenzen königlicher Herrschaft bestimmten. Zur Debatte steht außerdem, inwieweit – und wo – Friedrich an spezifisch mittelalterliche Herrschaftskonzeptionen gebunden war und inwieweit es ihm gelang, „moderne“, „staatliche“ Vorstellungen von Herrschaft zu etablieren. Damit möchte das Seminar auch in die Quellen, Hilfsmittel und Methoden der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: Engels, Odilo: Die Staufer, Stuttgart 51993; Abulafia, David: Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen, Berlin 1991; Stürner, Wolfgang: Friedrich II., 2 Bde., Darmstadt 1992, 2000, Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004.

Prof. Dr. E. Widder / I. Holzwart-Schäfer, M.A.
Ludwig der Bayer
2 st., Fr 10–12
Ort: Übungsraum 119, Beginn: 19.10.2007
Fr 14–16
Ort: Übungsraum 119A, Beginn: 19.10.2007

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 15.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Der Bayernherzog aus dem Haus Wittelsbach wurde 1314 in einer Doppelwahl zum römischen König erhoben. Im Thronstreit mit dem Habsburger Friedrich dem Schönen konnte er sich nach einigen Jahren durchsetzen, doch Papst Johannes XXII. verweigerte ihm die Anerkennung. Daraus resultierte eine Auseinandersetzung um die Amtsgewalt und Legitimation beider Seiten, die bis zum Tod Ludwigs im Jahr 1347 mit zunehmender Erbitterung geführt wurde und als letzter großer Konflikt zwischen Kaiser und Papst gilt. Am Beispiel dieses ebenso umstrittenen wie interessanten Herrschers sollen u.a. wesentliche Strukturen des Königtums und der Reichsverfassung im Mittelalter erarbeitet werden. Zugleich dient das Seminar der Einführung in die Quellen und Arbeitsweisen der mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (2. Aufl., 2000); M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (2004); Schmid, Alois, Ludwig IV. der Bayer, in: Lexikon des Mittelalters V, Sp. 2178–2181. Thomas, H. Ludwig der Bayer. (1282–1347), Kaiser und Ketzer, Regensburg 1993.

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Hauptseminare

PD Dr. S. Patzold
Konsens im Karolingerreich Neue Veranstaltung!
2 st., Do 14–16
Ort: Übungsraum 119A
Beginn: 25.10.2007

Bemerkungen: Anmeldung online ab 01.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Konsens spielt keineswegs erst in der Politik heutiger Demokratien eine Rolle. Auch schon die politische Ordnung des Karolingerreichs beruhte in hohem Maße auf einem Konsens zwischen dem König und den geistlichen und laienadligen „Großen“ – so sehr, daß die jüngere Forschung geradezu von „konsensualer Herrschaft“ spricht. In dem Seminar soll zunächst herausgearbeitet werden, mit welchen Mitteln der König und die Großen in der politischen Praxis Konsens herstellten: Welche Verfahren kannte man, um zu einem einmütigen Beschluß zu gelangen? Wie erfolgreich waren solche Verfahren? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Folgen scheiterten sie? Zum anderen wird aber auch zu besprechen sein, welche Vorstellungen die Beteiligten selbst über den Konsens hegten. Dazu sollen sowohl die Bedeutungen des Wortes „consensus“ in verschiedenen Quellenarten ausgelotet als auch die Vorstellungen von Einmütigkeit, Einheit, Liebe und Frieden genauer betrachtet werden. So werden die Teilnehmer/innen eine zentrale politische Idee und zugleich ein wichtiges ‚gesellschaftliches Bindemittel‘ im Frankenreich des 9. Jahrhunderts kennenlernen.

Literatur: Erwartet wird ein Überblick über Ereignisse und Strukturen der Karolingerzeit, etwa anhand von: R. Schieffer, Die Karolinger (Kohlhammer Urban-Taschenbücher 411), 4., überarb. und erw. Aufl., Stuttgart 2006; DERS., Die Zeit des karolingischen Großreichs (714-887) (Handbuch der deutschen Geschichte / Gebhardt 2), Stuttgart 2005. – Zum Konzept „konsensualer Herrschaft“: B. Schneidmüller, Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter, in: Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw, hg. v. Paul-Joachim Heinig u.a. (Historische Forschungen 67), Berlin 2000, S. 53–87.

Prof. Dr. I. Eberl
Heinrich III. (1039–1056). Biographie und Politik eines salischen Herrschers
2 st., Fr 16–20
Ort: Übungsraum 119
Beginn: 19.10.2007

Bemerkungen: Weitere Termine des Hauptseminars im Wintersemester 07/08: 9.11.07, 16.11.07, 23.11.07, 30.11.07, 6.12.07, 14.12.07, 11.01.08. Anmeldung online ab 01.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Heinrich III. (1039 – 1056) gilt nicht nur als machtbewusster Herrscher, sondern auch als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Kirchenreform des 11. Jahrhunderts. Die von ihm abgehaltene Synode von Sutri 1046 hat maßgeblich zur weiteren Durchsetzung der Reformen im Bereich der Kirche beigetragen. Das Hauptseminar wird ausgehend von der Biographie des Herrschers dessen Politik im Reich und nach außen nachvollziehen. Dazu soll die Reformpolitik der Kirche einer eingehenden Betrachtung unterzogen werden. Dabei wird sich die Frage des Verhältnisses zu den Ereignissen des Investiturstreites unter Heinrich IV. ab 1076 stellen.

Literatur: Ernst Steindorff, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III., Bd. 1 – 2, Leipzig 1874 – 1881, NDr. Darmstadt 1969); Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter (Hrsg.), Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., München 2003; Egon Boshof, Die Salier, 4. Aufl., Stuttgart 2000; Marie Luise Bulst-Thiele, Das Reich vor dem Investiturstreit, in Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, 9. Aufl., Stuttgart 1970, S. 307ff.

Prof. Dr. E. Widder
Aufstieg und Niedergang. Europäische Monarchien um 1300
2 st., Di 16–18
Ort: Seminarraum 228
Beginn: 23.10.2007

Bemerkungen: Anmeldung online ab 01.09.07 ab 00:00 Uhr.

Inhalt: Im Jahre 1308, also vor fast genau 700 Jahren, wurde Heinrich, Graf von Luxemburg, als Heinrich VII. zum deutschen König gewählt und wenige Jahre später in Rom zum ersten Kaiser nach dem Ende der Staufer gekrönt. Dies ist ein passender Anlaß, einen vergleichenden Blick auf die europäischen Monarchien um 1300 zu werfen. Neben der Entwicklung im Sacrum Imperium soll der Ausformung von Monarchien und Staatsideen in anderen europäischen Reichen zu dieser Zeit nachgegangen werden.

Literatur: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5: c. 1198-c. 1300, hg. v. David Abulafia, Cambridge 1999; The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: C. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000

Prof. Dr. S. Lorenz / Dr. P. Rückert
Württemberg im Spätmittelalter
2 st., Mo 16–18
Ort: Bibliothek/Seminarraum 405
Beginn: 22.10.2007

Bemerkungen: Anmeldung (online) ab 01.09.07, 00:00 Uhr.

Inhalt: Das Haus Württemberg hatte im 15. Jahrhundert etliche Krisen durchzustehen. Dabei entwickelten sich vielfach – in nicht immer deutlich fassbaren Prozessen – neue Strukturen von Herrschaft und Verwaltung, die auch noch das Gesicht des Herzogtums in der Frühen Neuzeit bestimmten. Das Seminar richtet sein Augenmerk besonders auf jene bis heute nicht in allen Einzelheiten geklärten Vorgänge, die man gerne unter dem Etikett „Modernisierungsschub“ verallgemeinernd zusammenfasst.

Literatur: Dieter Mertens, Württemberg, in: Meinrad Schaab/Hansmartin Schwarzmaier (Hgg.), Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 2: Die Territorien im Alten Reich, Stuttgart 1995, S. 1–163; Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (+) (Hgg.), Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, Stuttgart 1997; Peter Rückert (Hg.), Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 167), Stuttgart 2006.

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Exkursion

Dr. W. Zimmermann
Exkursion zur Übung: Beginen, Schwestern oder Nonnen? Religiöse Frauengemeinschaften in
Südwestdeutschland in Mittelalter und Früher Neuzeit
Zeit s. Aushang

Bemerkungen: Zeit: s. Aushang

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Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. E. Widder
„Wilde Ehen“ und „uneheliche“ Kinder im Spätmittelalter
2 st., Do 18–20
Ort: Seminarraum 228
Beginn: 25.10.2007

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung oder Anmeldung in der Sprechstunde.

Inhalt: „Wilde Ehen“ gelten heute eher als moderne Phänomene oder Errungenschaften – je nach Standpunkt. Außerhalb einer Ehe geborene Kinder, die noch vor einiger Zeit mit dem nicht eben positiv gemeinten Prädikat „unehelich“ versehen und damit abgestempelt wurden, tragen ebenso wie ihre „ledigen“ Mütter heute nicht mehr das soziale Stigma, das ihnen noch bis vor circa zwei Generationen anhaftete. In diesem Seminar sollen, ausgehend von den modernen Befunden, diese Phänomene für das Spätmittelalter untersucht und interdisziplinär diskutiert werden. Das Seminar wendet sich an fortgeschrittene Studierende. Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde wird erbeten.

Literatur: Ellen Widder: Skandalgeschichten oder Forschungdesiderate? Illegitime Verbindungen im Spätmittelalter aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive, in: „Wir wollen der Liebe Raum geben“. Konkubinate geistlicher und weltlicher Fürsten um 1500, hg. v. Andreas Tacke, Göttingen 2006 (Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg 3), S. 38–92.

Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Di 18–20
Ort: Bibliotheksraum 201

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung.

Tutorien zu den Proseminaren

Tutorium, Gruppe 1 (Tutor: Harald Sellner)
wöchentlich, Mi 13–14 Do 13–14
Ort: Quellenraum 228
Beginn: 31.10.2007 08.11.2007

Tutorium, Gruppe 2 (Tutorin: Anja Walter)
alle 2 Wochen, Mo 11–13
Ort: Raum 228
Beginn: 29.10.2007

Tutorium, Gruppe 3 (Tutor: Lars Legath)
wöchentlich, Mi 18–19
Ort: Quellenraum 201
Beginn: 31.10.2007