Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2010

» Zuletzt aktualisiert: 13. April 2010 - 14:08 | Eingetragen: 8. Februar 2010 - 16:12.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über das Campus-System (Regelungen für die Online-Anmeldung). Bei Fragen zur Online-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: gha-inf1@uni-tuebingen.de

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. Steffen Patzold
Das Lehenswesen im Mittelalter
2 st., Fr 10:00–12:00
Beginn: 23.04.2010
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2

Inhalt: Das Lehenswesen ist ein fester Bestandteil populärer Mittelalterbilder. So wenig über diese Epoche sonst auch bekannt sein mag – man hat doch dunkel in Erinnerung, dass es Lehnsherren gab und treue Vasallen, die für ihre Herren in den Krieg zogen. Die farbige Abbildung einer „Lehenspyramide“ findet sich in jedem Geschichtsbuch für den Schulunterricht, das etwas auf sich hält. Ein genaueres Wissen über das Lehenswesen aber fehlt selbst vielen Studenten der Geschichtswissenschaft. Wer es genauer wissen wollte, konnte bis zum Anfang der 1990er Jahre noch getrost das Büchlein „Was ist das Lehnswesen?“ von François Louis Ganshof zur Hand nehmen. In aller Klarheit und Kürze hatte der belgische Historiker darin 1947 den Stand der Forschung zum Lehenswesen zusammengefaßt. Eine Neudeutung hat erst Susan Reynolds 1994 mit ihrer großen Studie zu Lehen und Vasallen in Europa vorgelegt: Mit diesem Buch erschütterte sie älteres Handbuchwissen über das Lehenswesen bis ins Mark – und stellte die kühne These auf, das Lehenswesen sei als Wirkverbund und Rechtsfigur recht eigentlich erst eine Erfindung von Juristen des 16. Jahrhunderts. Das Buch ist kontrovers diskutiert worden. Seither ringen Historiker darum, wie sie die Aussagen ihrer Quellen zu beneficia, feuda und zu vassi, vassalli oder valvassores besser als zuvor deuten könnten. Mittlerweile wird in neuer Weise erklärt, wie Lehen und Vasallität seit der Karolingerzeit entstanden, wie sie sich im Hochmittelalter weiterentwickelten und welche verschiedenen Ausprägungen sie im Spätmittelalter erfuhren. Angesichts dessen möchte die Vorlesung den neuen Forschungsstand zu einem zentralen Thema der Wirtscha fts- und Sozialgeschichte des Mittelalters zusammenfassen. Damit wird zugleich eine wichtige Etappe aus der Geschichte des Faches Mediävistik zu erzählen sein.

Literatur: Ganshof, François Louis: Was ist das Lehnswesen?, 6., erw. dt. Aufl., Darmstadt 1983; Reynolds, Susan: Fiefs and vassals. The medieval evidence reinterpreted, Oxford 1994.

Prof. Dr. Karl Ubl
Aufbruch und Expansion: Geschichte Europas 1050–1200
2 st., Fr 14:00–16:00
Beginn: 23.04.2010
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2.

Inhalt: In (fast) jeder Darstellung der europäischen Geschichte des Mittelalters wird die Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts als grundlegend betrachtet für die Entstehung einer gesamteuropäischen Kultur. Treibende Kraft dieser Entwicklung war das Reformpapsttum, das in dieser Zeit die gesamtkirchliche Leitungsgewalt für sich beanspruchte und diese in den Kreuzzügen, Konzilien und in der Unterstützung der Reformorden zur Geltung brachte. Zur selben Zeit machte sich der Aufbruch auch in der kommunalen Bewegung bemerkbar, die zur Entstehung des Bürgertums und der städtischen Struktur Europas führte. Die Vorlesung setzt sich zum Ziel, diese Epoche in ganz Europa in den Blick zu nehmen und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Aufbruch und Expansion vergleichend gegenüberzustellen.

Literatur: Egon Boshof, Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne (Stuttgart 2007); Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt: 1050–1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3, Stuttgart 2002); Robert Bartlett, Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt. Eroberung, Kolonisierung und kultureller Wandel von 950 bis 1350 (München 1996)

Prof. Dr. Ellen Widder
Kaufleute, Stadtrepubliken, Renaissancefürstentümer. Italien im Spätmittelalter
2 st., Do 10:00–12:00
Beginn: 22.04.2010
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2

Inhalt: Italien gilt als eine der höchstentwickelten europäischen Regionen des Mittelalters: als Städtelandschaft, Drehscheibe des europäischen und außereuropäischen Handels, Wiege des Humanismus und der Renaissance sowie frühmoderner Staatlichkeit. Es wird in der Vorlesung danach zu fragen sein, woher es seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Dynamik bezog. Ferner soll den Entwicklungen und Veränderungen von Herrschaft und Herrschaftsträgern von der Wende vom 12. zum 13. bis zur Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert nachgegangen werden.

Literatur: Vgl. die Italien betr. Artikel in den Spätmittelalterbänden von: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5–7; Jehel, Georges: Les villes d'Italie du XIIe au milieu du XIVe siècle. Sociétés, pouvoirs, économies, cultures, Paris 2004.

Prof. Dr. Sönke Lorenz
Schwaben im "Herbst des Mittelalters"
2 st., Mi 16:00–18:00
Beginn: 21.04.2010
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Bemerkungen: Ort: HS Keplerstr. 2

Inhalt: Nach dem Untergang der Staufer gewann der Territorialisierungsprozeß in Deutschland eine neue Dynamik, der sich auch die Könige nicht mehr entzogen, wie schon das Beispiel Rudolfs von Habsburg eindringlich erkennen lässt. Die Vorgänge sind besonders plastisch im deutschen Südwesten zu beobachten, wo die Staufer bedeutende Positionen inne gehabt hatten. So konnten neben den Habsburgern und Wittelsbachern ebenfalls die Württemberger eine Herrschaft von neuer Qualität aufbauen. Ihre Konzentration und Differenzierung, wie sie z. B. die Entwicklung eines „Hofes“ und von „Landständen“ markiert, gilt es ebenso aufzuzeigen, wie jene Strömungen und Verdichtungen im kirchlichen und kulturellen Bereich, die sich mit Begriffen wie „Kirchenreform“ sowie „Schulleben und Universitäten“ verbinden. Nicht zuletzt sind gravierende Veränderungen im Wirtschaftsleben zu beschreiben, verbunden mit technischen Innovationen von epochalem Zuschnitt.

Literatur: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 2: Die Territorien im Alten Reich, hg. von Meinrad Schaab und Hansmartin Schwarzmaier, Stuttgart 1995; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, Teilband 1 u. 2, hg. von Werner Paravicini, bearbeitet von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, Bd. 15/1/1 u. 2), Ostfildern 2003; Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert, hg. von Peter Rückert (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 167), Stuttgart 2006.

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Repetitorium

Prof. Dr. Karl Ubl
Frühes Mittelalter (500–1050)
 2 st., Do 14:00–16:00 
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, R. 001.
Beginn: 22.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über die Ereignisgeschichte des europäischen Frühmittelalters zu geben und in die Grundstrukturen der Epoche einzuführen.

Literatur: H.-W. Goetz, Europa im frühen Mittelalter 500–1050 (Handbuch der Geschichte Europas 2, 2003); P. Hilsch, Das Mittelalter – die Epoche (UTB basics, 2006).

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Übungen (im Sinne der ZPO)

Annette Grabowsky
Das Leben Karls des Großen: Einhards Vita Karoli Magni
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Übungsraum 10, Alte Physik, Gmelinstr. 6
Beginn: 14.04.2010
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Ort: Übungsraum 10, Alte Physik, Gmelinstr. 6. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Vita Karls des Großen aus der Feder Einhards gehört ohne Zweifel zu den berühmtesten Quellen des (frühen) Mittelalters. Seine wohl bald nach Karls Tod (814) verfasste Lebensbeschreibung zeichnet nicht nur ein Bild der Person Karls des Großen, sondern gibt auch Einblicke in dessen Herrschaftszeit. In dieser Übung soll Einhards Karlsvita abschnittsweise gelesen und immer wieder mit anderen zentralen Quellen der Karolingerzeit verglichen werden. Zugleich bietet die Übung die Gelegenheit, Lateinkenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen sowie die Besonderheiten des mittelalterlichen Lateins kennen zu lernen.

Literatur: Einhard, Vita Karoli Magni. Das Leben Karls des Großen. Lateinisch/Deutsch, hg. von Evelyn Firchow (Reclams Universal-Bibliothek 1996, Stuttgart 1995); Wilfried Hartmann, Karl der Große (Urban-Taschenbücher 643, Stuttgart 2010); Matthias Becher, Karl der Große (Beck’sche Reihe. Beck Wissen 2120, München 52007). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Dr. Olga Keller
Ottonische "Ostpolitik". Das Ausgreifen nach Osten im 10. und frühen 11. Jahrhundert
2 st., Di 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 20.04.2010
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Bemerkungen: Die Übung steht Studierenden aller Semester offen. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: In der Übung soll die „Ostpolitik“ der fünf ostfränkisch-deutschen Herrscher des 10. und frühen 11. Jh. behandelt werden. Die Ottonen regierten von 919 bis 1024 im ostfränkisch-deutschen Reich und seit 962 im römischen Imperium. Heinrich I. ( 919 – 936 ) aus der Familie der sächsischen Liudolfinger begann eine Art der Ostpolitik gegenüber den benachbarten slawischen Stämmen. Unter seinem Sohn, Kaiser Otto I. dem Großen ( 936 – 973 ), griff sie sogar bis nach Kiew aus, während Kaiser Otto II. ( 973 – 983 ), Ottos Sohn, seine Aufmerksamkeit dagegen mehr auf Italien richtete. Sein Nachfolger, der junge Otto III. ( 983 – 1002 ) vertrat die Idee einer „Erneuerung des Römischen Reiches“ unter Einschluss der neuen christlichen Fürsten im Osten, während sein Nachfolger Heinrich II. ( 1002 – 1024 ) eine scharfe außenpolitische Wende vollzog. Auf der Basis von Quellentexten und Forschungsliteratur sollen solche Herrschaftskonzepte studiert und diskutiert werden.

Literatur: Schneidmüller, B. Otto III. – Heinrich II.: eine Wende?, Stuttgart ( 2 ) 2000; Laudage, J. Otto der Große: ( 912 – 973 ). Eine Biographie, Regensburg 2001; Schneidmüller, B. / Weinfurter, St. (Hrsg.). Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., München 200 3; Giese, W. Heinrich I. Begründer der ottonischen Herrschaft, Darmstadt 2008; Körntgen, Ludger. Ottonen und Salier, Darmstadt 2008.

Harald Sellner, M. A.
Klosterchroniken des Hochmittelalters
2 st., Mi 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.04.2010
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Bemerkungen: Gute Latein- und Französischkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Klosterchroniken gehören mit zu den wichtigsten historiographischen Texten des Mittelalters. Vor allem im 12. Jahrhundert haben sich Mönche vermehrt auf die Geschichte ihres Klosters besonnen, was sich in der großen Zahl von überlieferten Klosterchroniken widerspiegelt. In dieser Übung soll den Studierenden am Beispiel einer Klosterchronik diese Quellengattung näher gebracht werden. Wieso Mönche begannen, Geschichte zu schreiben und welche Intentionen sie in ihren Darstellungen verfolgten, steht genauso im Mittelpunkt des Interesses wie die Frage nach dem Geschichtsbild der Mönche.

Literatur: Goetz, Hans-Werner: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im hohen Mittelalter (Orbis mediaevalis 1), Berlin 1999.Vanderputten, Steven: Pourquoi les moines écrivaient-ils l’histoire? Une approche socio-constructiviste du problème, in: Studi medievali 42 (2001), S.705–723.

Prof. Dr. Ellen Widder
Italien im Spätmittelalter. Gleichzeitig Einführung in Grundprobleme und Phänomene der spätmittelalterlichen Geschichte
Blockveranstaltung 7./8. Mai. Vorbesprechung 15.04.10, 18 Uhr
2 st., Do 18:00–19:00
Ort: Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, R. 002
Beginn: 15.04.2010
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Bemerkungen: Blockveranstaltung 7./8. Mai. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Italien gilt als eine der höchstentwickelten europäischen Regionen des Mittelalters. Neben der Toskana war es besonders Norditalien, in dem sich diese Prozesse sehr dynamisch vollzogen. Ihre Träger waren bis in das 14. Jahrhundert hinein die Städte, wohingegen sich im 15. Jahrhundert die Fürstenherrschaft durchsetzte. In dieser Übung werden diese Prozesse und ihre Träger vorgestellt und diskutiert werden. Gleichzeitig soll in die Grundprobleme und Phänomene der spätmittelalterlichen Geschichte eingeführt werden. Die Übung gilt als Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion.

Literatur: Vgl. die Italien betr. Artikel in den Spätmittelalterbänden von: The New Cambridge Medieval History, Bd. 5-7; Jehel, Georges: Les villes d'Italie du XIIe au milieu du XIVe siècle. Sociétés, pouvoirs, économies, cultures, Paris 2004.

Dr. des. Marco Veronesi
Notarius publicus. Öffentliches Notariat und Beurkundungspraxis im spätmittelalterlichen Italien
2 st., nach Vereinbarung
Ort: nach Vereinbarung
Beginn: nach Vereinbarung
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Bemerkungen: Die Veranstaltung wird nicht wie angekündigt wöchentlich, sondern als Kompaktveranstaltung stattfinden. Der genaue Termin wird in Absprache mit den Teilnehmern festgesetzt. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Italiens im Spätmittelalter erschließt sich zu einem großen Teil aus den in den italienischen Archiven zu Hunderttausenden überlieferten Notariatsimbreviaturen. Es waren in Italien seit jeher die öffentlichen Notare, die etwa Testamente, Immobiliengeschäfte, kommerzielle Vereinbarungen oder außergerichtliche Vergleiche beurkundeten. In der Übung sollen die rechtshistorischen Hintergründe wie auch die gesellschaftliche Bedeutung des öffentlichen Notariats im spätmittelalterlichen Italien zur Sprache kommen; im Vordergrund werden aber einzelne Urkunden, ihre Eigenheiten und ihr Quellenwert stehen.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Dr. Andreas Schmauder
Südwestdeutsche Städte im Spätmittelalter: Grundzüge und Quellen (mit Exkursion)
2 st., Do 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 22.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die hohe Dichte an Reichsstädten und die Vielfalt an badischen und württembergischen Amtsstädten gehört zu den kennzeichnenden Elementen Südwestdeutschlands im Spätmittelalter. Anhand einschlägiger Quellen sollen Stellung und Bedeutung von Bürgermeister und Rat, Kirche und Schule sowie Handel, Markt und Handwerk in Grundzügen erarbeitet und ein Einblick in die gesellschaftlichen und sozialen Strukturen der Städte gegeben werden.

Literatur: Engel, Evamaria: Die deutsche Stadt im Mittelalter, Düsseldorf 2005; Gemeinde im Wandel – eine Schriftenreihe des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen, hg. von Sönke Lorenz und Andreas Schmauder, Bde. 1–17 (1995–2004); Hirschmann, Frank G., Die Stadt im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 84), München 2009; Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988.

Dr. Wolfgang Zimmermann
Die Benediktiner in Südwestdeutschland: Einführung in die Ordensgeschichte des Mittelalters und der Frühneuzeit (mit Exkursion)
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 15.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 15.03.10, 20:00 Uhr. Ort: R. 405, Hegelbau

Inhalt: Benediktinische Klöster spielen in der Kirchen- und Kulturgeschichte Südwestdeutschlands seit dem Frühmittelalter eine zentrale Rolle. Anhand ausgewählter Quellen und Literatur sollen in der Übung die regionalen Entwicklungen vor dem Hintergrund der allgemeinen Ordensgeschichte erarbeitet werden. Dabei wird sich die Übung nicht auf das Mittelalter beschränken, sondern auch die Frühneuzeit in den Blick nehmen, als nach der Reform durch das Konzil von Trient die Abteien im Zeitalter des Barock eine neue Blüte erlebten. Den Abschluss der Übung bildet eine eintägige Exkursion zu schwäbischen Benediktinerabteien.

Literatur: Germania Benedictina, Bd. 1: Die Reformverbände und Kongregationen der Benediktiner im deutschen Sprachraum, St. Ottilien 1999; Bd. 5: Die Benediktiner in Baden-Württemberg, St. Ottilien 1975. – Helvetia Sacra, Bd. III/1: Frühe Klöster, die Benediktiner und Benediktinerinnen in der Schweiz, Basel 1986; Bd. III/2: Die Cluniazenser in der Schweiz, Basel 1991. – W. Zimmermann / N. Priesching (Hgg.): Württembergisches Klosterbuch. Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart, Ostfildern 2003. – Internetpräsentation: Klöster in Baden-Württemberg: www.kloester-bw.de

Dr. Stephan Molitor
Lateinische Paläographie des Mittelalters II
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 12.04.2010
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Bemerkungen: Neueinsteiger mit entsprechenden Grundkenntnissen in Paläographie und Latein sind willkommen. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: In Fortsetzung von Paläographie I (SoSe 2009) werden schwerpunktmäßig solche Schriften des 11. bis 15. Jahrhunderts behandelt, die den Wandel von der karolingischen zur gotischen Minuskel markieren, insbesondere also Textualis bzw. Textura-Typen, aber auch kursive und Humanistenschriften.

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 2. Aufl. Berlin 1986; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Dr. Thomas Hölz
Das Mittelalter in Südwestdeutschland – Regionalhistorische Zugänge im Geschichtsunterricht (mit Exkursion)
2 st., Fr 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2010
Fr 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 07.05.2010
Fr 14:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 11.06.2010
Fr 14:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 02.07.2010
Sa 09:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 12.06.2010
Sa 09:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 03.07.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Eigenwertigkeit des Mittelalters ist heute unbestritten. Die Epoche gilt nicht mehr allein als Phase des Übergangs auf dem Weg in die Moderne, sondern als Zeitalter eigener schöpferischer Kultur, städtischer Autonomie, adliger Herrschaftskonzentration, interkultureller Begegnung und profilierter Mentalitäten und Lebensformen. Nicht zufällig stehen im Fach Geschichte die „Gesellschaft und Kultur des Mittelalters“ (Kl. 7/8) und die „Formierung Europas im Mittelalter“ (Kl. 10) epochenbezogen im Fokus des gymnasialen Bildungsplans. Das Mittelalter hat im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg eine große Dichte beeindruckender Spuren hinterlassen. Klöster und Kirchen, Burgen und mittelalterlich angelegte Städte zeugen ebenso davon wie reichhaltige Quellen in Museen und Archiven. Daher eignet sich der regionale Zugang hervorragend zur Vermittlung wesentlicher kultureller, fachlicher und methodischer Kompetenzen in der Schule. Die Übung möchte an mittelalterlichen Beispielen Südwestdeutschlands praxisorientiert in die Didaktik und Methodik des lokalhistorischen Unterrichts, sowohl die Spurensuche am außerschulischen Lernort als auch den quellenorientierten Schulunterricht, einführen. Die mit der Veranstaltung verbundene ganztägige Exkursion führt exemplarisch zu einschlägigen mittelalterlichen Zeugnissen im „Kernland der Staufer“, die auch für schulische Lerngänge bestens geeignet sind (z. B. Landesmuseum Württemberg, Stadt Waiblingen, Kloster Lorch, Hohenstaufen/Hohenrechberg).

Literatur: M. Sauer, Geschichte unterrichten, 7. Aufl. Seelze-Velber 2007; U. Mayer u. a. (Hrsg.), Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, 2. Aufl. Schwalbach/Ts. 2007; H.-J. Pandel u. a. (Hrsg.), Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, Schwalbach/Ts. 3. Aufl. 2005. Weitere Literaturhinweise werden zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben.

Prof. Dr. Karl Ubl / Dr. des. Marco Veronesi
Wie das Mittelalter nach Amerika kam
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum R. 28 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: In den Vereinigten Staaten, wo Mittelaltermärkte als „Renaissance fairs“ bezeichnet werden, hat die Epoche des Mittelalters einen viel geringeren Stellenwert als in Europa. Da das Mittelalter nicht zur nationalen Vorgeschichte zählt, wird es nur als eine weitere ferne und fremde Kultur betrachtet, die sich allenfalls durch ihre besondere Brutalität auszeichnet – man denke an den Ausspruch von Marsellus Wallace „I'm gonna get medieval on yo' ass!“ (Pulp Fiction 1994). Trotzdem ist die amerikanische Mediävistik in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Ideengeber und Trendsetter geworden. Die Übung ist dreigeteilt: Erstens sollen die Anfänge der amerikanischen Mediävistik im frühen 20. Jahrhundert beleuchtet werden, da die Themenwahl der Gründungsväter (Henry Charles Lea, Charles Homer Haskins, Joseph R. Strayer) bis heute einen maßgeblichen Einfluß ausübt. Zweitens soll die Rolle der Immigranten wie Hans Baron und Ernst Kantorowicz untersucht werden, die für eine Neuausrichtung der Mittelalterforschung verantwortlich waren. Drittens werden wir uns im einzelnen besonders innovativen Historikern der Gegenwart zuwenden, die sich durch einen kulturgeschichtlichen Zugang zum Mittelalter auszeichnen.

Literatur: Paul Freedman / Gabrielle Spiegel, Medievalisms old and new. The Rediscovery of Alterity in North American Medieval Studies, in: American Historical Review 103 (1998) S. 677–704; Gabrielle S piegel, In the Mirror’s Eye. The Writing of Medieval History in North America, in: dies., The Past as Text. The Theory and Practice of Medieval Historiography (Baltimore 1999) S. 57–80; Patrick Geary, Medieval Studies – Mittelalterstudien – in Amerika, in: Mediävistik im 21. Jahrhundert. Stand und Perspektiven der internationalen und interdisziplinären Mittelalterforschung, hg. von Hans-Werner Goetz (München 2003) S. 63–72; Gabrielle Spiegel, The changing faces of American Medievalism, in: Gebrauch und Mißbrauch des Mittelalters (19.-21. Jahrhundert), hg. von Janos Bak (Paderborn 2009)

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Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

Dr. Thomas Kohl
Konflikte im frühen und hohen Mittelalter
3 st., Do 10:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Bei keiner Gelegenheit zeigen sich grundlegende Ordnungen und Strukturen bzw. die ‚Spielregeln‘ (Gerd Altoff) einer Gesellschaft so deutlich wie bei der Austragung und Beilegung von Konflikten. Die Erforschung von Konflikten und der (oft ritualisierten) Mechanismen der Konfliktführung und ?lösung sind daher seit einiger Zeit wichtiges Feld der Mittelalterlichen Geschichtswissenschaft. Im Proseminar werden Konflikte von Nachbarschaftstreitigkeiten über Fehden bis hin zu den epochalen Konflikten zwischen Kaisern und Päpsten im so genannten Investiturstreit und danach exemplarisch behandelt und zugleich in Methoden und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft eingeführt.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007); Zum Thema: Gerd Althoff, Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde, Darmstadt 1997; Bereit zum Konflikt. Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konfliktbewältigung im europäischen Mittelalter, hg. v. Oliver Auge, Felix Biermann, Matthias Müller, Dirk Schultze (Mittelalter-Forschungen 20), Ostfildern 2008

Prof. Dr. Steffen Patzold / Annette Grabowsky
Die Herrschaft Ludwigs des Frommen (814–840)
3 st., Di 10:00–13:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 13.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Seit einigen Jahren widmet sich die Forschung wieder verstärkt Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen. Wurde er von der älteren Forschung als schwacher Herrscher gesehen, so hat seine Herrschaft inzwischen eine umfassende Neubewertung erfahren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen heute die tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit. Anhand von Ludwigs Regierungszeit sollen in diesem Seminar Grundzüge frühmittelalterlicher Geschichte vermittelt und zugleich eine Einführung in zentrale Probleme und Methoden der mittelalterlichen Geschichtsforschung geboten werden.

Literatur: Zu Arbeitstechniken und Methodik: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, Stuttgart 32006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 22007); zur Karolingerzeit: Matthias Becher, Merowinger und Karolinger (Geschichte kompakt, Darmstadt 2009); zu Ludwig dem Frommen: Egon Boshof, Ludwig der Fromme (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance, Darmstadt 1996). Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Prof. Dr. Steffen Patzold
Ein adliger Sachse um 1000. Die Welt Thietmars von Merseburg
3 st., Mi 08:00–10:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 21.04.2010
Mi 12:00–13:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 21.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Das Proseminar soll die Studierenden mit Arbeitstechniken, Methoden, Ansätzen und Fragestellungen der Mediävistik vertraut machen. Es möchte dazu nicht nur die wichtigsten wissenschaftlichen Hilfsmittel und Standardwerke des Teilfaches vorstellen, sondern auch zentrale Quellengattungen des Mittelalters präsentieren und in die Historischen Hilfswissenschaften einführen. Die Person Thietmars eignet sich hierfür gut: Thietmar stammte aus einer sächsischen Grafenfamilie. Mitte der 970er Jahre geboren, stieg er 1009 zum Bischof von Merseburg auf. In der Chronik, die er zwischen 1012 und 1018 schrieb, hat er wie kaum ein anderer Zeitgenosse über seine Welt und seine eigene Person berichtet. Wir wissen, dass Thietmar Geister und Gespenster sah, durch ein Furunkel im Gesicht entstellt war, als Geisel an Wikinger ausgeliefert werden sollte und sich sehr für Liebe und Intrigen im sächsischen Adel interessierte. Im Seminar soll es darum gehen, Thietmar und seine Welt, das Sachsen der Jahre um 1000, näher kennenzulernen.

Literatur: In die Methodik: Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719), 3., überarb. Aufl., Stuttgart 2006. Zu Thietmars Person: Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg. Reichsbischof und Chronist (Mitteldeutsche Forschungen 72), Köln / Wien 1973.

Prof. Dr. Karl Ubl
Friedrich I. Barbarossa (Gruppe 1)
3 st., Mo 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2010
Fr 12:00–13:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Friedrich Barbarossa galt lange Zeit wie kein anderer Herrscher des deutschen Mittelalters als Sinnbild des souveränen und machtvollen Kaisers. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieses Bild der Forschung derart grundlegend gewandelt, dass manche Historiker ihn als „Getriebenen der Fürsten“ bezeichnen. Anhand von Quellen und Literatur soll die Frage thematisiert werden, wie solche Bilder von mittelalterlichen Herrschern zustande kommen und wie sie sich durch Diskussionen unter Historikern, aber auch durch veränderte Zeitumstände gewandelt haben.

Literatur: M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (Konstanz 2004); Knut Görich, Die Staufer. Herrscher und Reich (München 2006); Egon Boshof, Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne (Stuttgart 2007)

Prof. Dr. Karl Ubl
Friedrich I. Barbarossa (Gruppe 2)
3 st., Mo 13:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 26.04.2010
Fr 08:00–10:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 23.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Friedrich Barbarossa galt lange Zeit wie kein anderer Herrscher des deutschen Mittelalters als Sinnbild des souveränen und machtvollen Kaisers. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieses Bild der Forschung derart grundlegend gewandelt, dass manche Historiker ihn als „Getriebenen der Fürsten“ bezeichnen. Anhand von Quellen und Literatur soll die Frage thematisiert werden, wie solche Bilder von mittelalterlichen Herrschern zustande kommen und wie sie sich durch Diskussionen unter Historikern, aber auch durch veränderte Zeitumstände gewandelt haben.

Literatur: M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (Konstanz 2004); Knut Görich, Die Staufer. Herrscher und Reich (München 2006); Egon Boshof, Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne (Stuttgart 2007)

Dr. des. Marco Veronesi
Oberitalien im 12. Jahrhundert. Städte, Staufer, Adel (Gruppe 1)
3 st., Mi 13:00–16:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 14.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Geschichte Ober- und Mittelitaliens im Hochmittelalter ist wesentlich durch den Aufstieg der freien Kommunen gekennzeichnet, der sich in zahlreichen Konflikten mit dem umliegenden Adel und mit den deutschen Kaisern vollzog. Auch zwischen den Kommunen und schließlich auch in ihrem Inneren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Das Seminar möchte die politischen Akteure der Zeit betrachten und das sich wandelnde Herrschaftsgefüge Ober- und Mittelitaliens beleuchten. Darüberhinaus wird das Seminar in Quellen, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: G. Tabacco, Northern and central Italy in the twelfth Century, in: The New Cambridge Medieval History 4/2, S. 422–441; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 22007.

Dr. des. Marco Veronesi
Oberitalien im 12. Jahrhundert. Städte, Staufer, Adel (Gruppe 2) Neue Veranstaltung!
3 st., Di 12:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 13.04.2010
Do 13:00–14:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 15.04.2010
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Bemerkungen: Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Geschichte Ober- und Mittelitaliens im Hochmittelalter ist wesentlich durch den Aufstieg der freien Kommunen gekennzeichnet, der sich in zahlreichen Konflikten mit dem umliegenden Adel und mit den deutschen Kaisern vollzog. Auch zwischen den Kommunen und schließlich auch in ihrem Inneren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Das Seminar möchte die politischen Akteure der Zeit betrachten und das sich wandelnde Herrschaftsgefüge Ober- und Mittelitaliens beleuchten. Darüberhinaus wird das Seminar in Quellen, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: G. Tabacco, Northern and central Italy in the twelfth Century, in: The New Cambridge Medieval History 4/2, S. 422–441; M. Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 22007.

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Hauptseminare

Prof. Dr. Steffen Patzold
Bischofsherrschaft am Beginn des Frühmittelalters
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2010
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Bischöfe Galliens erwarben in der Übergangszeit zwischen Spätantike und Frühmittelalter weltliche Herrschaft über ihre civitates. In dieser Phase liegen die Wurzeln einer langfristigen Entwicklung, in deren Verlauf Bischöfe zu mächtigen Figuren im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mitteleuropa aufstiegen. Entsprechend intensiv hat die Forschung diskutiert, auf welche Weise Bischöfe zwischen ca. 400 und 700 zur Herrschaft gelangten; ein Ende der Kontroverse ist noch nicht in Sicht. In dem Seminar soll zunächst die jüngere Forschungsdiskussion aufgearbeitet und kritisch hinterfragt werden. Anschließend sollen die Teilnehmer/innen in eigener Quellenanalyse das Material für verschiedene Bistümer untersuchen und auf diese Weise ein eigenes Bild von der Entstehung weltlicher Bischofsherrschaft in Gallien entwickeln.

Literatur: Die Literatur zur Bischofsherrschaft wird im Seminar gemeinsam diskutiert. Erwartet wird ein Überblick über Ereignisse und Strukturen im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien. Hilfreich dafür ist z.B.: The new Cambridge medieval history, Bd. 1: C. 500 – c. 700, hg. v. Paul Fouracre, Cambridge 2005.

Prof. Dr. Gerhard Schmitz
Die Kirche und ihr Recht
2 st., Fr 10:00–12:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2010
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Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Die Kirche ist nicht nur Gemeinschaft der Gläubigen und Verkünderin des Glaubens, sondern sie lebt in festen, rechtlich geregelten Organisationsformen, m.a.W.: Sie ist (auch) eine Rechtsinstitution. Wir fragen im Seminar nach Grundlagen, Tradition und Entwicklung des Kirchenrechts und konzentrieren uns dabei vornehmlich auf das frühere Mittelalter. Die Herausbildung der hoch- und spätmittelalterlichen Papstkirche, die Konziliarismusproblematik etc. werden also nicht behandelt. Stattdessen werden alle Ebenen untersucht: Von der Pfarrei vor Ort bis hin zu Reichs- und Universalsynoden.

Literatur: Einschlägige Abschnitte in Handbüchern zur Kirchengeschichte oder spezieller zur kirchlichen Rechtsgeschichte, z.B.: Willibald Plöchl, Geschichte des Kirchenrechts 1 (1963); Hans Erich Feine, Geschichte des Kirchenrechts (1950). Spezialliteratur wird während des Semesters genannt.

Prof. Dr. Immo Eberl
Lothar III. (1125–1137). Der Kaiser im Übergang von der salischen zur staufischen Dynastie
2 st., Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119A (Hegelbau)
Beginn: 16.04.2010
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Bemerkungen: Weitere Termine: 07.05., 21.05., 04.06., 11.06., 18.06., 25.06.10. Lateinkenntnisse erforderlich. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Das Seminar wird die Regierungszeit Kaiser Lothars III. untersuchen, der 1125 überraschend gegen den Neffen Kaiser Heinrichs V., Herzog Friedrich von Schwaben, zum König gewählt wurde. Lothar III. hatte durch das Erlöschen der Billunger, Brunonen und Katlenburger zu seinem ursprünglich bescheidenem Erbe umfangreiches Gut hinzuerworben. Die Staufer suchten schon bald die Auseinandersetzung mit Lothar III., die sich durch dessen gesamt Regierung hinzog. Lothar III. als Gegener der Salier und Staufer gewählt, hat deren Politik aufgenommen und fortgeführt. Er war keineswegs der Vertreter kirchlicher Politik als der er oft dargestellt wurde. Das Papstschisma von 1130 hat über die weiteren Jahre seiner Regentschaft angehalten und seine Politik mit beeinflusst. Besonders wichtig ist Lothar III. für die Vorbereitung der deutschen Ostsiedlung durch die Berufung mehrerer Dynasten in die Grenzgebiete. Da Lothar III. keine Söhne hatte, fiel sein Erbe an seinen Schwiegersohn, den Welfen Heinrich, der aber die Königswahl gegen den Staufer Konrad verlor.

Literatur: W. Bernhardi, Lothar von Supplinburg, (Jahrbücher der deutschen Geschichte) 1879. Obwohl das Werk in vielen Einzelheiten überholt ist, ist die Zusammenstellung der Quellenstellen von großer Bedeutung.

Prof. Dr. Sönke Lorenz / Dr. Peter Andreas Rückert
Das Stift (Kloster) zum Heiligen Grab in Denkendorf (nach 1128 bis 1535)
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 19.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: Das Stift, bald nach 1128 gegründet, von Papst Honorius um 1130 begünstigt und von König Konrad III. in den Schutz des Reiches gestellt, beherbergte die Chorherren O. S. Augustini vom Heilgen Grab in Jerusalem. Nördlich der Alpen besaß dieser Regularkanoniker-Orden in Denkendorf sein geistiges Zentrum. 1207 übergab der Speyrer Bischof dem Denkendorfer Stift ein vordem mit Frauen besetztes Kloster bei der Dietbrücke in Speyer. Das neue Priorat verselbständigte sich noch im 13. Jahrhundert, doch bestand rechtlich weiterhin eine Abhängigkeit von der Mutterpropstei in Denkendorf. Die Herrschaft Württemberg versuchte seit der Mitte des 13. Jahrhunderts die Vogtei über das Stift an sich zu ziehen. Es war Herzog Ulrich, der 1535 mit der Reformation das stiftische Leben zum Erlöschen brachte. Im Mittelpunkt der Seminararbeit steht die reiche archivalische Überlieferung, heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrt, die Einblicke und Aussagen zur Kultur-, Bildungs-, Frömmigkeits-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte erlaubt.

Literatur: Kaspar Elm, St. Pelagius in Denkendorf, Die älteste deutsche Propstei des Kapitels vom Hlg. Grab in Geschichte und Geschichtsschreibung, in: Landesgeschichte und Geistesgeschichte, Festschrift für Otto Herding zum 65. Geburtstag, hg. von Kaspar Elm, Eberhard Gönner u. E. Hillebrand (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, B 92), Stu ttgart 1977, S. 80–130 – wieder abgedruckt im Sammelband: Kaspar Elm, Umbilicus Mundi, Beiträge zur Geschichte Jerusalems, der Kreuzüge, des Kapitels vom Hlg. Grab in Jerusalem und der Ritterorden (Instrumenta Canonissarum Regularium Sancti Sepulcri 7), Sint Kruis (Brugge) 1998, S. 321–398 – dieser Sammelband vereinigt die einschlägigen Arbeiten Elms zur Chorherren vom Heiligen Grab; Kaspar Elm, Introduction, L’ordre des chanoines réguliers du Saint-Sépulcre de Jérusalem, in: Helvetia Sacra, Abtlg. IV, Bd. 4: Die Antoniter, die Chorherren vom Heiligen Grab in Jerusalem und die Hospitaliter vom Heiligen Geist in der Schweiz, red. von Elsanne Gilomen-Schenkel, Basel u. Frankfurt a. M. 1996, S. 137–144 [wieder abgedruckt im Sammelband: Elm, Umbilicus Mundi, S. 421–432]; Anneliese Ramminger, Schirm- und Schutzverhältnisse der Filderklöster in den Auseinandersetzungen zwischen Württemberg und der Reichsstadt Eßlingen bis zur Reformation, in: Spätmittelalter und Frühe Neuzeit, Tübinger Beiträge zur Geschichtsforschung, hg. von Josef Engel u. Walter Zeeden, Bd. 9: Mittel und Wege früher Verfassungspolitik, Stuttgart 1979, S. 282–319; Andrea Denke, Denkendorf, in: Württembergisches Klosterbuch, Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart, hg. von Wolfgang Zimmermann u. Nicole Priesching, Ostfildern 2003, S. 210–213.

Prof. Dr. Ellen Widder
Orte der Macht. Hauptstädte, Residenzen und Herrschaftssitze im Spätmittelalter
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228 (Hegelbau)
Beginn: 20.04.2010
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Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 01.03.10, 20:00 Uhr.

Inhalt: Im Rahmen der neueren Kulturgeschichte ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten den symbolischen und rituellen Handlungen, in denen sich in der Vormoderne Macht und Herrschaft manifestierte und legitimierte, verstärktes Interesse entgegengebracht worden. Um diese Handlungsformen soll es zum einen gehen, zum anderen um das nach wie vor nur unzureichend behandelte Forschungsproblem, wo sie sich zugetragen haben. In diesem Kontext sollen Formen und Rituale des Herrscherempfangs, der Wahl, Krönung, des Eides behandelt, Fragen der Quellenüberlieferung diskutiert und den Orten und ihrer spezifischen Qualität (Hauptstädte, Residenzen, Herrschaftssitze) sowie ihrer Topographie und Architektur für das Spätmittelalter nachgegangen werden.

Literatur:Widder, Ellen: Orte der Macht. Herrschaftsschwerpunkte, Handlungsräume und Öffentlichkeit unter Heinrich VII. (1308–1313), in: Vom luxemburgischen Grafen zum europäischen Herrscher. Neue Forschungen zu Heinrich VII., hg. v. Ellen Widder unter Mitarbeit von Wolfgang Krauth, Luxemburg 2008 (Publications du CLUDEM 23), S. 69–145; Stadt und Öffentlichkeit. Die Entstehung politischer Räume in der Stadt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. v. Stephan Albrecht, Köln u.a. 2009; Rogge, Jörg: Politische Räume und Wissen. Überlegungen zu Raumkonzepten und deren heuristischen Nutzen für die Stadtgeschichtsforschung (mit Beispielen aus Mainz und Erfurt im späten Mittelalter), in: Tradieren, Vermitteln, Anwenden. Zum Umgang mit Wissensbeständen in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten, Berlin 2008 (Beiträge zu den Historischen Kulturwissenschaften 6), S. 115–154.

Dr. Stephan Molitor
Lateinische Paläographie des Mittelalters II
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405 (Hegelbau)
Beginn: 12.04.2010
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Bemerkungen: Neueinsteiger mit entsprechenden Grundkenntnissen in Paläographie und Latein sind willkommen. Online-Anmeldung ab 01.03.10, 0:00 Uhr.

Inhalt: In Fortsetzung von Paläographie I (SoSe 2009) werden schwerpunktmäßig solche Schriften des 11. bis 15. Jahrhunderts behandelt, die den Wandel von der karolingischen zur gotischen Minuskel markieren, insbesondere also Textualis bzw. Textura-Typen, aber auch kursive und Humanistenschriften.

Literatur: Bernhard Bischoff: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 2. Aufl. Berlin 1986; Franz Steffens: Lateinische Paläographie, 2. Aufl. Berlin 1929.

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Exkursionen

Prof. Dr. Ellen Widder /Prof. Dr. Steffen Patzold
Oberitalien (8 Tage)
29.05. bis 05.06.2010
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Bemerkungen: Termin: 29.05. bis 05.06.2010. Maximale Teilnehmer 24. Der Vorbereitung der Exkursion dient eine Übung, die Prof. Dr. Ellen Widder in diesem Semester als Kompaktveranstaltung anbietet. Da Übung und Exkursion inhaltlich eng miteinander verzahnt sind, ist die Teilnahme an der Übung für die Exkursionsteilnehmer verpflichtend. Die vorbereitende Sitzung findet am 15. April 2010, 20.00 Uhr, im Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, R. 002 statt. Davor findet um 18 Uhr die vorbereitende Sitzung für die Übung statt (ebenfalls Verfügungsgebäude Wilhelmstr. 19, R. 002).

Dr. Thomas Hölz
Exkursion zur Übung: Das Mittelalter in Südwestdeutschland – Regionalhistorische Zugänge im Geschichtsunterricht
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Dr. Wolfgang Zimmermann
Exkursion zur Übung: Die Benediktiner in Südwestdeutschland: Einführung in die Ordensgeschichte des Mittelalters und der Frühneuzeit
Termin wird noch bekannt gegeben
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Dr. Andreas Schmauder
Exkursion zur Übung: Südwestdeutsche Städte im Spätmittelalter: Grundzüge und Quellen
Termin: 26.06.2010
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Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. Ewald Frie /Prof. Dr. Klaus Gestwa /Prof. Dr. Mischa Meier /Prof. Dr. Steffen Patzold
Mini-Graduiertenkolleg "Bedrohte Ordnung"
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Bemerkungen:

Inhalt: In dem für interessierte Studierende und Studierende und Doktoranden offenen Kolloquium werden Texte und Referate diskutiert, die der Vorbereitung des SFB-Projekts "Bedrohte Ordnungen" dienen.

Prof. Dr. Steffen Patzold /Prof. Dr. Ellen Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
Nur auf persönliche Einladung
2 st., Mo 18:00–20:00
Ort: Raum 201 (Hegelbau)
Beginn:
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