Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2008

» Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2008 - 17:57 | Eingetragen: 11. März 2008 - 20:16.

Vorlesungen | Repetitorium | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien und Oberseminare

Vorlesungen

Prof. Dr. S. Patzold
Die Ottonen
2 st., Mi 14:00–16:00
Beginn: 23.04.2008

Bemerkungen: Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: Die Vorlesung soll einen Überblick über das Reich der Ottonen vermitteln, die von 919 bis 1024 herrschten. Die Forschung der letzten zwei Jahrzehnte hat das Bild der Ottonenzeit gründlich revidiert; im Zuge dessen sind wichtige methodische Neuansätze zur Erforschung der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte sogar gerade am Beispiel dieser – eher quellenarme – Periode zuerst erprobt worden. Die Vorlesung möchte deshalb nicht nur in die Ereignisse und Strukturen der Ottonenzeit einführen, sondern auch den Wandel in der jüngeren Forschung darstellen und diskutieren.

Literatur: KÖRNTGEN, Ludger: Ottonen und Salier (Geschichte kompakt. Mittelalter), Darmstadt 2002; ALTHOFF, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (Urban-Taschenbücher 473), Stuttgart 2000; BEUMANN, Helmut: Die Ottonen (Urban-Taschenbücher 384), 3. erg. Aufl., Stuttgart 1994.

PD Dr. K. Ubl
Die Kirche im Mittelalter: Grundstrukturen und Frömmigkeitsformen
2 st., Di 09:00–11:00
Beginn: 15.04.2008

Bemerkungen: Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: Wenn es eine Institution gab, die dem Mittelalter ihren Stempel aufgedrückt hat, so war es die christliche Kirche. So richtig diese Aussage ist, so verzerrend sind die üblicherweise damit verbundenen Vorurteile. Denn die Kirche war im Mittelalter alles andere als eine monolithische Institution, und sie war auch nicht durchgehend von der Machtgeilheit getrieben, die man ihr allzu gerne unterstellt. Erst allmählich formte sich die Kirche zu einer fest umrissenen Institution, zu einer „Amtskirche“ – und auch dann war die Vorstellung keineswegs vergessen, dass zur Kirche nicht nur die Kleriker, sondern alle Gläubigen zu zählen sind. Die Reformkonzilien des 15. Jahrhunderts geben davon ein eindrückliches Beispiel. Eine Geschichte der Kirche im Mittelalter ist daher in wesentlichen Teilen eine Geschichte der gesamten Gesellschaft unter dem Aspekt ihres religiösen Selbstverständnisses. In diesem Sinn soll die Vorlesung eine Einführung in die Grundstrukturen der Kirche und in die Formen der Frömmigkeit während des Mittelalters geben.

Literatur: A. Angenendt, Das Frühmittelalter. Die abendländische Christenheit von 400–900 (3. Aufl. 2001); B. Schimmelpfennig, Das Papsttum. Von der Antike bis zur Renaissance (4. Aufl. 1996); M. Borgolte, Die mittelalterliche Kirche (Enzyklopädie deutscher Geschichte 17, 1992); A. Angenendt, Geschichte der Religiosität im Mittelalter (1997).

Prof. Dr. S. Lorenz
Der Südwesten des deutschen Sprachraums vom Ausgang der Karolinger bis zum Interregnum (10.-13. Jahrhundert)
2 st., Mi 16:00–18:00
Beginn: 23.04.2008

Bemerkungen: Ort: HS, Keplerstr. 2

Inhalt: Im Zeitraum vom 10. bis zum 13. Jahrhundert bekam der deutschsprachige Südwesten ein neues Gesicht. Nicht nur bedingt von der Krise des Königtums, das im Investiturstreit zentrale Positionen einbüßte, begann der Territorialisierungsprozess seine Dynamik zu entwickeln. Nutznießer waren neben den Staufern auch etliche südwestdeutsche Dynasten, deren nicht immer nachhaltiger Herrschaftsauf- und -ausbau nachzuzeichnen ist. Prägende Veränderungen kennzeichnen die Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte. Eindrucksvoll begann sich eine Städtelandschaft von beachtlicher wirtschaftlicher und kultureller Ausstrahlung zu entwickeln.

Literatur: Meinrad Schaab / Hansmartin Schwarzmaier (Hgg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 1, Allgemeine Geschichte,Teil 1, Stuttgart 2001; Helmut Maurer: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Sigmaringen 1978.

Prof. Dr. E. Widder
Krise des Spätmittelalters? Das 14. Jahrhundert
2 st., Do 11:00–13:00
Beginn: 24.04.2008

Bemerkungen: Ort: HS, Keplerstr. 2. Für Hörer aller Semester.

Inhalt: Klimaverschlechterung, Schwarze Pest, demographischer Rückgang, Krise des Spätmittelalters. Unter diesen Schlagworten wird das 14. Jahrhundert gemeinhin subsummiert. Allerdings darf man sich fragen, ob dies ausreichend ist. Die Vorlesung will einen chronologischen und strukturgeschichtlichen Überblick über das „ferne“ 14. Jahrhundert vermitteln. Dabei sollen neben der politischen Geschichte Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur behandelt werden.

Literatur: Ernst Schubert: Einführung in die Grundprobleme der deutschen Geschichte im Spätmittelalter, 2. Aufl. Darmstadt 1998; The New Cambridge Medieval History, Bd. 6: C. 1300-c. 1415, hg. v. Michael Jones, Cambridge 2000.

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Repetitorium

PD Dr. K. Ubl
Frühmittelalter / 500–1050 Muss leider entfallen!
3 st., Mo 08:00–11:00
Ort: Raum 119A
Beginn: 14.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr

Inhalt: Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über die Ereignisgeschichte des europäischen Frühmittelalters zu geben und in die Grundstrukturen der Epoche einzuführen.

Literatur: H.-W. Goetz, Europa im frühen Mittelalter 500–1050 (Handbuch der Geschichte Europas 2, 2003); J. Schwarz, Das europäische Mittelalter (Grundkurs Geschichte, 2006); P. Hilsch, Das Mittelalter - die Epoche (UTB basics, 2006).

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Übungen (im Sinne der ZPO)

Dr. S. Molitor
Einführung in die Diplomatik I: Die deutsche Königs- und Kaiserurkunde des frühen und hohen Mittelalters
2 st., Mo 14:00–16:00
Ort: Raum 405
Beginn: 21.04.2008

Bemerkungen: Grundkenntnisse in Latein und Paläographie erforderlich. Eine veranstaltungsspezifisch ausgerichtete Exkursion ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Blockveranstaltung) ist geplant. Online-Anmeldung ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Königs- und Kaiserurkunden des Mittelalters gehören zu den „klassischen“ Quellen der Mediävistik und bildeten lange bevorzugte Objekte der Diplomatiker. Im Rahmen der als „Einstieg“ in die Urkundenlehre konzipierten Veranstaltung sollen neben Aufbau und Gestaltung der Herrscherurkunden insbesondere auch Fragen nach dem historischen Hintergrund ihrer Entwicklung und der Ausbildung des herrschaftlichen Kanzleiwesens behandelt werden. Grundlage der Beschäftigung mit der Materie sind nicht Editionen, sondern ausgewählte Originalurkunden (in Form von Reproduktionen), die gemeinsam gelesen, übersetzt und besprochen werden.

Literatur: Harry Bresslau: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 3 Bde. (4. Aufl. Berlin 1960–1969).

Prof. Dr. S. Patzold
Bildung und Wissenschaft in der Karolingerzeit
2 st., Do 09:00–11:00
Ort: Raum 201
Beginn: 24.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: In Zeiten von Exzellenz-Iniativen, Hochschul-Rankings und Pisa-Studien liegt es nahe, nach Bildung und Wissenschaft und nach deren Reformen in der Geschichte zu fragen. Die Übung behandelt vor diesem Hintergrund den bedeutenden Aufschwung von Bildung und Wissenschaft, der sich im späteren 8. und früheren 9. Jahrhundert im Frankenreich vollzog und in der Forschung oft als 'karolingische Renaissance' bezeichnet wird. Ziel der Veranstaltung ist es zum einen, die leitenden Ideen und die wichtigsten Inhalte dieser Reformen zu erfassen. Zum anderen soll aber auch nach der sozialen Reichweite gefragt werden: Wer waren die Träger der Reformen? Und welche Gruppen profitierten in welcher Wiese von den Neuerungen?

Literatur: Die wichtigste Literatur zum Thema wird im Seminar gemeinsam besprochen. Für eine erste Orientierung: R. MCKITTERICK, The Carolingian Renaissance of Culture and Learning, in: Charlemagne. Empire and Society, hg. v. J. Story, Manchester-New York 2005, S. 151–166; G. BROWN, Introduction: The Carolingian Renaissance, in: Carolingian Culture: Emulation and Innovation, hg. v. R. McKitterick, Cambridge 1994, S. 1–51.

Prof. Dr. G. Schmitz
Der Sankt Galler Klosterplan
2 st., Fr 09:00–11:00
Ort: Raum 201 Raum 221
Beginn: 18.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr. Akzeptable Lateinkenntnisse sind erforderlich; die Übung steht Studierenden aller Semester offen, ist aber für völlige Anfänger weniger geeignet. Da relativ viel Literatur verarbeitet werden muss, ist die Bereitschaft zu intensiver Mitarbeit und zur Übernahme kleinerer Referate unabdingbar.

Inhalt: Der sog. Sankt Galler Klosterplan ist eine ganz einzigartige Quelle, deren Bedeutung weit über frühmittelalterliches Mönchs- und Klosterwesen hinausreicht. Wir werden versuchen, das dort entworfene äußere Gehäuse monastischer Existenz mit dem inneren (nicht nur spirituellen) Leben des Klosters in Beziehung zu setzen. Dass dabei etwas näher auf die Geschichte der Reichenau und St. Gallens als den Zentren mönchischen Lebens am Bodensee eingegangen werden muss und dass auch zumindest die Grundzüge der Mönchsreform der ersten Jahrzehnte des 9. Jh.s zu erörtern sind, bildet eine notwendige Voraussetzung für das Verständnis dieses „Ideal-„Entwurfs.

Literatur: Aus der kübelweise über den Plan ausgegossenen gelehrten Tinte sei hier nur hingewiesen auf: Faksimile hg. vom Historischen Verein des Kantons St. Gallen (1952; Nachdrucke); dazu: Johannes Duft, Der karolingische Klosterplan in der Stiftsbibliothek St. Gallen, Begleittext zur Faksimile-Ausgabe (1998).

A. Hauff
Heiliges Leben: Mittelalterliche Heiligenviten
2 st., Do 14:00–16:00
Ort: Raum 119A Raum 221
Beginn: 17.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Mittelalterliche Heiligenverehrung manifestierte sich u. a. in einer reichen Produktion an Heiligenviten. Anhand der Lektüre ausgewählter Heiligenviten soll in der Übung ein Einblick in die mittelalterliche Hagiographie gegeben werden. Dabei ist insbesondere der Frage nachzugehen, wie hagiographische Texte methodisch zu behandeln sind. 

Literatur: Acta Sanctorum quotquot toto orbe coluntur, 67 vol., ed. Johannes Bolland, Antwerpen u. a. 1643–1940. Iacopo da Varazze, Legenda Aurea, 2 vol., ed. Giovanni Paolo Maggioni, Firenze 1998 (Millenio Medievale 6). Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie, Darmstadt 1994.  

H. Sellner, M. A.
Guibert von Nogent (+ 1124) und seine Zeit
2 st., Mi 11:00–13:00
Ort: Raum 201
Beginn: 23.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Als Historiograph und Benediktinerabt ist Guibert von Nogent vor allem durch seine um 1114 entstandene Autobiographie, De vita sua, bekannt geworden. Neben autobiographischen Passagen liefert dieses Werk immer wieder erstaunliche Einblicke in eine Zeit, die man heute gerne als eine Zeit der Wende oder des Umbruchs bezeichnet. Mit der Schilderung historischer, lokalpolitischer Ereignisse wie zum Beispiel der Ermordung des Bischofs von Laon, Predigten, Visions- und Wunderberichten ist Guiberts Autobiographie ein vielfältiges und zugleich einmaliges Zeugnis der Zeit um 1100. Die Übung zielt darauf ab, den Teilnehmern anhand dieses und anderer Werke Guiberts von Nogent ein umfassendes Bild von den Veränderungen in Mentalität, Religiosität, Politik aber auch in Gesellschaft und Wirtschaft des hochmittelalterlichen Frankreichs zu vermitteln.

Literatur: Guibert de Nogent: Autobiographie (Les classiques de l’Histoire de France au Moyen Âge 34), hg. von Edmond-René Labande, Paris 1981.John F. Benton : Self and society in medieval France, New York 1970 (ND. 2002).Jay Rubenstein: Guibert of Nogent. Portrait of a medieval mind, New York 2002.

Prof. Dr. E. Widder
Von Festen und Fasten. Essen und Trinken im Mittelalter
2 st., Mo 09:00–11:00
Ort: Raum 201
Beginn: 28.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: In dieser Übung soll in die Welt des mittelalterlichen Umgangs mit Speisen und Getränken eingeführt werden. Dies soll vornehmlich anhand von zeitgenössischen Texten geschehen. Dabei werden nicht nur Rezepte vorgestellt und kritisch diskutiert, sondern ebenso sozial-, wirtschafts- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte angesprochen und interdisziplinäre Zugänge geöffnet werden.

Literatur: Thomas Gloning: Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica http://www.uni-giessen.de/gloning/kobu.htm#eltext (15. Januar 2008); Ernst Schubert: Essen und Trinken im Mittelalter, Darmstadt 2006; Caroline Walker Bynum: Holy feast and holy fast. The religious significance of food to medieval women, Berkeley/Calif. 1987.

M. Veronesi, M. A.
Probleme der Integration des europäischen Wirtschaftsraums im Spätmittelalter
Blockveranstaltung
Fr. 06.06.2008 14:00–18:00 (Raum 201)
Sa. 07.06.2008 09:00–15:00 (Raum 201)

Bemerkungen: Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr

Inhalt: Europa befand sich seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in einer Phase der ökonomischen Depression. Es bleibt aber die Frage zu klären, ob es bis zum Beginn der Neuzeit nicht dennoch zu einer „Verdichtung“ des europäischen Wirtschaftsraums kam. Thematisiert werden u.a. mittelalterliche „Global Players“ und ihre Unternehmensformen, Schiffahrt und Piraterie, mittelalterliches Versicherungswesen, Kommunikation und Kapitalverkehr, aber auch Konjunkturen und Strukturen der handwerklichen Produktion oder das Verhältnis von Wirtschaft und Politik, insofern sie sich auf die Integration des europäischen Wirtschaftsraums auswirkten. Die Übung wird als Blocksitzung abgehalten.

Literatur: Spufford, Peter: Handel, Macht und Reichtum. Kaufleute im Mittelalter, Stuttgart oder Darmstadt 2004.

Dr. Peter Rückert
Medien und Kommunikation im Mittelalter
2 st., Mo 16:00–18:00
Ort: Raum 405
Beginn: 21.04.2008

Bemerkungen: Online-Anmeldung ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Die Entwicklung von Medien und Kommunikation im Mittelalter spielt auch für die geschichtliche Landeskunde eine immer bedeutender werdende Rolle. Wie waren die Bedingungen für mündliche und schriftliche Kommunikation im Mittelalter? Welche Kontakte bestanden zwischen welchen sozialen Gruppen? Wer konnte überhaupt lesen und schreiben? In welcher Sprache verständigte man sich? Welcher Instrumente und Medien, Texte und Bilder bediente man sich zur Kommunikation? Auf der Basis dieser Ausgangsfragen versucht die Übung, die zentralen Entwicklungslinien der Medien- und Kommunikationsgeschichte des Mittelalters zu verfolgen und anhand konkreter Beispiele, zeitgenössischer Texte und Bilder aus dem deutschen Südwesten zu veranschaulichen. Im Mittelpunkt stehen Schriftlichkeit und Mündlichkeit, Beschreibstoffe (Pergament, Papier) und ihre Verbreitung, Sprachkontakte und Mobilität. Erkenntnisse der historischen Hilfs- und Sprachwissenschaften werden ebenso mit einbezogen wie kunsthistorische und kulturgeographische Fragestellungen. Damit soll gleichzeitig eine Einführung in die interdisziplinär arbeitende Landeskunde verbunden sein.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.

Dr. Susanne Pohl-Zucker
Gewalt und Rechtskultur im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Sa. 26.04.2008 14–16, Sa. 31.05.2008, Sa. 21.06.2008, So. 01.06.2008, So. 22.06.2008 jeweils 10:00–18:00

Bemerkungen: Blockveranstaltung: Sa 26.04., 14–16; Sa 31.05., So 01.06., Sa 21.06., So 22.06. jeweils 10–18. Übung im Sinne der ZPO. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Wie wurden im vormodernen Europa Gewaltdelikte verhandelt? Welche Rolle spielten Religion, sozialer Status, Geschlecht oder das 'symbolische Kapital' der Ehre in der Beurteilung strafrechtlicher Verantwortung? Welche außergerichtlichen Strategien der Konfliktlösung gab es und wie beeinflussten diese den Ausbau des strafgerichtlichen Verfahrens in der Frühen Neuzeit? Welche unterschiedlichen Betrachtungsweisen zwischenmenschlicher Gewalt lassen sich in Rechtfertigungen von Delinquent/innen, Zeugenaussagen, Rechtsgutachten, Urteilen nachweisen? Diese Fragen werden in der Übung anhand von spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen zu unterschiedlichen Gewaltdelikten, wie beispielsweise Ehrstreitigkeiten und Duelle unter Männern, Gattenmord oder Kindsmord, diskutiert. Die Diskussion führt dabei in zentrale Fragen der Historiographie zur Kriminalitätsgeschichte ein. Neben Rechtsquellen (z.B. Gerichtsakten, Sühneverträge) werden auch literarische Quellen (z.B. Moritate, Spottlieder oder Zeitungsartikel zu zeitgenössischen Prozessen) verwendet. Quellen aus England, Frankreich, Italien und Territorien des Alten Reichs sensibilisieren zudem für unterschiedliche Rahmenbedingungen der europäischen Strafrechtsprechung.

Literatur: Gerd Schwerhoff. Aktenkundig und Gerichtsnotorisch. Einführung in die historische Kriminalitätsforschung. Tübingen 1999. Harriet Rudolph, Helga Schnabel-Schüle (Hg.) Justiz = Justice = Justicia? Rahmenbedingungen von Strafjustiz im frühneuzeitlichen Europa. Trier, 2003. Natalie Zemon Davis. Der Kopf in der Schlinge. Gnadengesuche und ihre Erzähler. Berlin, 1988. Ulinka Rublack. Magd, Metz oder Mörderin. Frauen vor frühneuzeitlichen Gerichten. Frankfurt a. Main, 1998. Pieter Spierenburg (Hg.) Men and Violence. Gender, Honor, and Rituals in Modern Europe and America, Colombus, Ohio, 1998. Frances E. Dolan. Dangerous Familiars. Representations of Domestic Crime in England, 1550–1700, Ithaca, New York, 1994.

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Proseminare (inklusive obligatorischem Tutorium)

PD Dr. K. Ubl
König Chlodwig und die Geburt des Frankenreichs – Gruppe 1 Muss leider entfallen!
3 st., Do 13:00–16:00
Ort: Raum 201
Beginn: 17.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: König Chlodwig (482–511) errichtete das fränkische Großreich, bekehrte sein Volk zum Katholizismus und begründete die epochale Kultursynthese zwischen Franken und Galloromanen. Diese Bedeutung seiner Herrschaft kontrastiert mit dem dürftigen Wissen über seine Persönlichkeit und über sein engeres persönliches Umfeld. In vieler Hinsicht bleibt der König bis heute ein Rätsel: War er Heide oder Christ, fränkischer König oder römischer General, brutaler Kriegsheld oder mildtätiger Regent? Anhand von Quellen und Literatur soll die Untersuchung von Chlodwigs Herrschaft dazu dienen, exemplarisch in Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einzuführen.

Literatur: R. Kaiser, Das römische Erbe und das Merowingerreich (Enzyklopädie deutscher Geschichte 26, 3. Aufl. 2004); E. Ewig, Die Merowinger und das Frankenreich (4. Aufl. 2001).

PD Dr. K. Ubl
König Chlodwig und die Geburt des Frankenreichs – Gruppe 2 Muss leider entfallen!
3 st., Fr 11:00–14:00
Ort: Raum 119A

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: König Chlodwig (482–511) errichtete das fränkische Großreich, bekehrte sein Volk zum Katholizismus und begründete die epochale Kultursynthese zwischen Franken und Galloromanen. Diese Bedeutung seiner Herrschaft kontrastiert mit dem dürftigen Wissen über seine Persönlichkeit und über sein engeres persönliches Umfeld. In vieler Hinsicht bleibt der König bis heute ein Rätsel: War er Heide oder Christ, fränkischer König oder römischer General, brutaler Kriegsheld oder mildtätiger Regent? Anhand von Quellen und Literatur soll die Untersuchung von Chlodwigs Herrschaft dazu dienen, exemplarisch in Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einzuführen.

Literatur: R. Kaiser, Das römische Erbe und das Merowingerreich (Enzyklopädie deutscher Geschichte 26, 3. Aufl. 2004); E. Ewig, Die Merowinger und das Frankenreich (4. Aufl. 2001).

Prof. Dr. S. Patzold
Heinrich IV. und das Zeitalter des Investiturstreits
3 st.,
Di 12:00–13:00 (Raum 119A), Beginn: 22.04.2008
Di 16:00–18:00 (Raum 201), Beginn: 29.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das obligatorische Tutorium zum Proseminar findet Fr 13–14 Uhr in Raum 201 statt. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Heinrich IV. gehört zweifellos zu den schillerndsten (und umstrittensten) Herrschergestalten des Mittelalters: Als Dreijähriger wurde er zum König gewählt, im Alter von sechs Jahren verlor er seinen Vater und regierte nominell das Reich, mit zwölf wurde er in einem 'Staatsstreich' von Fürsten entführt, mit 15 Jahren wurde er mündig erklärt und übernahm selbst die Herrschaft, mit 19 trat er mit dem aufsehenerregenden Plan hervor, sich von seiner Frau Bertha zu trennen, als 26jähriger wurde er exkommuniziert. Fortan kämpfte Heinrich fast ununterbrochen mit verschiedenen Adelsgruppen im Reich und mit drei Päpsten, bis er, 54jährig, erleben mußte, daß sein eigener Sohn gegen ihn aufbegehrte, ihn gefangennahm und zwang, die Herrschaft niederzulegen. Am Beispiel der konfliktreichen Zeit Heinrichs IV. sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars in die wissenschaftlichen Arbeitsweisen der Mediävistik eingeführt werden und Fragestellungen, Arbeitsmaterialien (Quellen und Literatur), Hilfsmittel, Quellengattungen und mögliche Forschungsansätze und -methoden der mittelalterlichen Geschichte in praktischer Arbeit kennenlernen. Zugleich vermittelt das Beispiel aber auch Einblicke in die politische Ordnung, die gesellschaftlichen Strukturen und wichtige Grundzüge der Vorstellungswelt der Zeit.

Literatur: Zu Arbeitsweisen und Methoden: H.-W. Goetz, Proseminar Mittelalter (UTB 1719), Stuttgart 32006; zur Einführung in die Geschichte Heinrichs IV.: S. Weinfurter, Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; G. Althoff, Heinrich IV. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2006.

Prof. Dr. E. Widder/Annette Grabowsky
Fälschungen im Mittelalter
3 st.,
Di 11:00–13:00 (Raum 228), Beginn: 15.04.2008
Mi 13:00–14:00 (Raum 228), Beginn: 16.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das obligatorische Tutorium zum Proseminar findet Mi 13–14 Uhr in Raum 228 statt. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Fälschungen hat es immer gegeben. Aber gerade das Mittelalter wird gerne als Zeitalter der Fälschungen bezeichnet. Im Mittelpunkt des Seminars werden einige der bedeutendsten mittelalterlichen Fälschungen aus verschiedenen Lebensbereichen stehen (Urkunden, Kirchenrecht, historiographische und hagiographische Quellen usw.). Gefragt werden soll einerseits nach Identität, Motivation und Vorgehensweise der Fälscher, andererseits nach Methoden, Fälschungen zu erkennen (damals wie heute), und dem zeitgenössischen Umgang mit erkannten Fälschungen und überführten Fälschern. Das Proseminar versteht sich als Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte und soll den Teilnehmern das notwendige Werkzeug zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Mittelalter an die Hand geben.

Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719, 3. Auflage, Stuttgart 2006); Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren (UTB basics 2575, Konstanz 2004); Fälschungen im Mittelalter. Internationaler Kongreß der Monumenta Germaniae Historica, München, 16.-19. September 1986. 6 Bde. (MGH Schriften 33, Hannover 1988–1990).

Prof. Dr. S. Patzold/Anna Aurast M. A.
Das christliche Bild der Juden und ‚Heiden‘ im hochmittelalterlichen Europa Neue Veranstaltung!
3 st., Di 08:00–11:00
Ort: Raum 228
Beginn: 15.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online.

Inhalt: Zwar kann der Christianisierungsprozeß von weiten Teilen Europas zum Ende des 10. Jahrhunderts als abgeschlossen gelten, dennoch war die mittelalterliche Gesellschaft noch im 11.-12. Jahrhundert weit davon entfernt, eine religiöse Einheit als universitas christiana zu bilden. Die meisten Christen waren sich der religiösen Vielfalt in ihrem Umfeld bewußt: Schließlich lebten Christen in größeren Siedlungen nicht selten Tür an Tür mit jüdischen Nachbarn; zudem gab es oft (zumeist kriegerische) Auseinandersetzungen zwischen Christen und (aus christlicher Sicht) zu missionierenden ‚Heiden‘, und immer wieder versuchten einige der frisch Bekehrten, in größtenteils gewaltsamen Reaktionen das Christentum wieder abzulegen. Auf der Grundlage christlicher Texte soll in dem Proseminar der Frage nach dem Bild der Christen von Andersgläubigen – hier Iudaei und pagani – nachgegangen werden. Wie wurden Nicht-Christen von zeitgenössischen christlichen Autoren gesehen, bewertet, dargestellt? Welche Vorstellungen von Nicht-Christen werden in den Quellen überliefert? Am Beispiel der Vorstellungen von Andersgläubigen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars in die wissenschaftlichen Arbeitsweisen der Mediävistik eingeführt werden und Fragestellungen, Arbeitsmaterialien (Quellen und Literatur), Hilfsmittel, Quellengattungen und mögliche Forschungsansätze und -methoden der mittelalterlichen Geschichte in praktischer Arbeit kennenlernen. Daneben bietet das Proseminar einen Einblick in die religiöse und soziale Vorstellungswelt des Hochmittelalters.

Literatur: Zu Arbeitsweisen und Methoden: Hans-Werner Goetz, Proseminar Mittelalter (UTB 1719), Stuttgart 32006; Anna Sapir Abulafia, Christians and Jews in the twelfth-century Renaissance, London-New York 1995; Richard Fletcher, The Conversion of Europe: From Paganism to Christianity, 371–1386 AD, London 1998.

Prof. Dr. E. Widder/M. Veronesi, M. A.
Stadt und Bettelorden im Spätmittelalter – Gruppe 1
3 st.,
Mo 13:00–14:00 (Raum 201), Beginn: 28.04.2008
Mi 14:00–16:00 (Raum 201), Beginn: 23.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das obligatorische Tutorium zum Proseminar findet Mo 13–14 Uhr in Raum 201 statt. Anmeldung online ab 17.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Bald nach ihrem Entstehen aus der Armutsbewegung des 12. Jahrhunderts heraus wurden die Bettelorden in ganz Europa zur tragenden Institution des städtischen Lebens. Im Seminar sollen sowohl ihre Ursprünge, ihre Gründergestalten und ihre Institutionalisierung untersucht werden, dann aber auch der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen die Bettelorden in der spätmittelalterlichen Stadt erfüllten. Gleichzeitig ist das Seminar eine Einführung in die Hilfsmittel und Methoden der mittelalterlichen Geschichte. Der Besuch des begleitenden Tutoriums ist obligatorisch.

Literatur: Manselli, Raoul: Franziskus. Der solidarische Bruder, Zürich 1984, Freiburg i.Br. 1989, 1995; Frank, Karl Suso: Geschichte des christlichen Mönchtums, Darmstadt 51993; Schenkluhn, Wolfgang: Architektur der Bettelorden, Darmstadt 2000; Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004 (UTB basics 2575).

Prof. Dr. E. Widder/M. Veronesi, M. A.
Stadt und Bettelorden im Spätmittelalter – Gruppe 2 Neue Veranstaltung!
3 st.,
Fr 11:00–14:00 (Raum 119A), Beginn: 25.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Das obligatorische Tutorium zum Proseminar findet Fr 13–14 Uhr in Raum 119A statt. Anmeldung online.

Inhalt: Bald nach ihrem Entstehen aus der Armutsbewegung des 12. Jahrhunderts heraus wurden die Bettelorden in ganz Europa zur tragenden Institution des städtischen Lebens. Im Seminar sollen sowohl ihre Ursprünge, ihre Gründergestalten und ihre Institutionalisierung untersucht werden, dann aber auch der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen die Bettelorden in der spätmittelalterlichen Stadt erfüllten. Gleichzeitig ist das Seminar eine Einführung in die Hilfsmittel und Methoden der mittelalterlichen Geschichte. Der Besuch des begleitenden Tutoriums ist obligatorisch.

Literatur: Manselli, Raoul: Franziskus. Der solidarische Bruder, Zürich 1984, Freiburg i.Br. 1989, 1995; Frank, Karl Suso: Geschichte des christlichen Mönchtums, Darmstadt 51993; Schenkluhn, Wolfgang: Architektur der Bettelorden, Darmstadt 2000; Hartmann, Martina: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004 (UTB basics 2575).

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Hauptseminare

Prof. Dr. Immo Eberl
Die Alemannen. Zur Geschichte und Kultur eines germanischen Stammes in Spätantike und Frühmittelalter
2 st., Fr 16:00–20:00
Ort: Raum 119 Raum 119A
Beginn: 18.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online ab 03.03.08, 20:00 Uhr. Weitere Termine des Hauptseminars im Sommersemester 2008: 09.05.08, 23.05.08, 20.06.08, 27.06.08, 11.07.08, 18.07.08

Inhalt: Die Ethnogenese der Alemannen fand im 3. Jahrhundert statt. Seit dem späten 3. Jahrhundert sind die Alemannen in den Quellen erwähnt. Das Hauptseminar wird die historische Entwicklung des Stammes zwischen seiner Ethnogenese im 3. Jahrhundert und dem 8. Jahrhundert untersuchen und darstellen. Ebenso wird das Hauptseminar auch auf die Missionierung der Alemannen und die Entwicklung der Wirtschaft, des Rechts und der Kultur eingehen. Obwohl die Zentrale Verwaltung keine Tagesexkursion bezuschusst, wird beabsichtigt, die Sitzung am 11. oder 18.07.08 mit einer Tagesexkursion nach Ellwangen in das Alamannenmuseum zu verbinden, um die dortigen Exponate zu besichtigen und anschließend in Lauchheim, der bedeutendsten alemannischen Fundstelle des Landes, die Siedlungssituation zu besichtigen.

Literatur: Dieter Geuenich, Geschichte der Alemannen, (Urban Taschenbücher, Band 575) Stuttgart 1997; Die Alamannen. Begleitbuch zur Landesausstellung Baden-Württemberg, hg. vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, Stuttgart 1997; Rainer Christlein, Die Alamannen. Archäologie eines lebendigen Volkes, Stuttgart / Aalen 2.Aufl. 1979.

Prof. Dr. S. Patzold
Leben auf dem Lande im Frühmittelalter
2 st., Fr 14:00–16:00
Ort: Kl. Übungsraum des Philologischen Seminars
Beginn: 25.04.2008

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung online ab 03.03.08, 20:00 Uhr. Ort: Kl. Übungsraum des Philologischen Seminars.

Inhalt: Es gehört zu den Gemeinplätzen der Mediävistik, daß man über das Leben eines Großteils der frühmittelalterlichen Bevölkerung nichts aussagen könne, da es an geeigneten Quellen mangele. Tatsächlich finden sich in den Quellen des Frühmittelalters jedoch zahlreiche Hinweise auch auf diese Menschen, die Aaron Gurjewitsch einmal als 'stumme Zeugen' bezeichnet hat. Das Hauptseminar soll daher ausloten, wieweit sich ein Bild vom 'Leben auf dem Lande im Frühmittelalter' zeichnen läßt, sofern man unterschiedliche Materialien und Forschungsansätze miteinander kombiniert. Zur Diskussion steht damit zugleich ein grundsätzliches methodisches Problem: Wie können Historikerinnen und Historiker die Geschichte von Menschen schreiben, die selbst nur wenig das Medium der Schrift genutzt und daher kaum Selbstzeugnisse hinterlassen haben?

Literatur: Die Literatur zum Thema wird im Seminar gemeinsam besprochen. Erwartet wird aber ein Überblick über Ereignisse und Strukturen des Frühmittelalters - etwa anhand von H.-W. GOETZ, Europa im frühen Mittelalter (500–1050) (Handbuch der Geschichte Europas 2), Stuttgart 2003.

PD Dr. Karl Ubl
Der Prozess gegen die Templer (1307–1314) Neue Veranstaltung!
2 st., Mo 09:00–11:00
Ort: Raum 119A
Beginn: 21.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online.

Inhalt:

Literatur:

Prof. Dr. E. Widder
Pfaffenkaiser, Vater Böhmens oder Mehrer des Reiches? Karl IV. 1346–1378
2 st., Di 16:00–18:00
Ort: Raum 228
Beginn: 22.04.2008

Bemerkungen: Anmeldung online ab 03.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Der deutsche König und römische Kaiser Karl IV. (reg. 1346–1378) hat ein zwiespältiges Echo in der Geschichtswissenschaft hinterlassen. Den Zeitgenossen galt er als „Pfaffenkönig“ oder „Vater Böhmens“, er selbst bezeichnete sich hingegen in der Tradition seiner kaiserlichen Vorgänger als „Mehrer des Reiches“. In diesem Hauptseminar soll dieser bis heute faszinierenden und kontrovers bewerteten Herrscherpersönlichkeit nachgegangen werden. Gleichzeitig sollen dabei die klassischen und innovativen Forschungsfelder der Verfassungsgeschichte des Spätmittelalters kennengelernt und diskutiert werden.

Literatur: Martin Kintzinger: Karl IV., in: Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919–1519), hg. v. Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter, München 2003, S. 408–432, 593f. (mit Bibliographie); Marie Bláhová: Karl IV., in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, Bd. 1, hg. v. Werner Paravicini, Ostfildern 2003 (Residenzenforschung 15.1), S. 304–311 (mit Bibliographie).

Prof. Dr. S. Lorenz/Eckart Frahm
Börstingen – ein weißer Fleck im Neckartal
2 st., Mo 11:00–13:00
Ort: Raum 405
Beginn: 21.04.2008

Bemerkungen: Anmeldungen für Hauptseminare: Online-Anmeldung ab 03.03.08, 20:00 Uhr.

Inhalt: Der Ort lag immer 'unten' und am Rande: Oberhalb auf dem Schloss Weitenburg residierte die Patronatsherrschaft; im Kreis Horb und dann ab 1972 im Kreis Tübingen lag und liegt Börstingen (Teilort von Starzach) abseits der politischen Zentren. Das alles hat die Mentalität der Bewohner stark geprägt, zumal es bisher auch noch keine Ortschronik gibt. Dabei ist die politische und wirtschaftliche Geschichte dieses Dorfes sehr aufschlussreich. Die wichtigsten Aspekte sind: Archäologie (Fundorte einer römischen Villa, eines Alemannengrabes, eines Steinzeitbeils und einer mittelalterlichen Glocke einer Einsiedelei), Herrschaftsverhältnisse (u.a. Vorderösterreich), Wirtschaftsgeschichte (frühe Mineralwasserproduktion durch auswärtige Investoren, u. a. der Fürstenbergs bis Ende des 20. Jh.), Auswanderungen, Neckar-Mühlen und -Flößerei und nicht zuletzt die Verkehrsgeschichte (von einer römischen Straße bis hin zur Eisenbahn, wodurch den Bewohnern vergleichsweise früh ein Pendeln zu auswärtigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ermöglicht wurde). Neuere Entwicklungen wie das in beispielhafter Ehrenamtsarbeit eingerichtete und inzwischen preisgekrönte Dorfmuseum haben bei den Bewohnern Erwartungen geweckt, dass Kultur ein Entwicklungsfaktor u. a. für den Neckartal-Tourismus sein könnte und dass mit Hilfe wissenschaftlicher Projekte Einwohner und Fremde in der Landschaft die interessante Geschichte des Dorfes 'lesen' könnten.

Literatur: Wolfgang Sannwald: Geschichtszüge. Zwischen Schönbuch, Gäu und Alb: Der Landkreis Tübingen, 4. Aufl., Gomaringen 2007; Monika Laufenberg / Eckart Frahm (Hgg.): Börstinger Gespräche. Experten beantworten Fragen zur Geschichte und Gegenwart eines Dorfes im Neckartal, Hamburg 2008; Oskar Deyringer: Kirchengemeinde Sankt Ottilia Börstingen, Horb 2003; Eberhard Freiherr von Wächter / Josef Reiter (Bearbb.): Die Gemeindearchive des Kreises Horb, Stuttgart 1947; s. auch die Oberamtsbeschreibungen (Horb) und Kreisbeschreibungen (Tübingen).

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Exkursionen

H. Sellner, M. A. / Andrea Hauff
Kirche, Politik und Gesellschaft im mittelalterlichen Laon Neue Veranstaltung!
Mo 19:00–20:00
Ort: Raum 201
Beginn: 05.05.2008

Bemerkungen: Termin der Exkursion: 6.-9. Juni 2008. Vorbesprechung: Montag 05.05.2008, 19h ct, Raum 201 (Quellenraum)

Voraussetzungen: Für die Teilnahme an der Exkursion ist der Besuch einer der beiden Übungen „Guibert von Nogent und seine Zeit“ oder „Heiliges Leben. Mittelalterliche Heiligenviten“ Voraussetzung: Um eine Anmeldung über das Campussystem wird gebeten.

Inhalt: Diese Exkursion hat die nordfranzösische Stadt Laon und deren Umgebung zum Ziel. Als Bischofsstadt und bevorzugte Residenz der westfränkischen Karolinger war Laon bereits im Frühmittelalter von großer Bedeutung. Um 1100 lassen sich in Frankreich tiefgreifende Wandlungen in Kirche, Politik und Gesellschaft feststellen: Diese sollen am Beispiel der Stadt Laon und ihrer unmittelbaren Umgebung veranschaulicht werden. Neben der Besichtigung von zentralen Bauwerken in und um Laon ist auch ein Besuch in der städtischen Bibliothek vorgesehen.

Dr. Andreas Schmauder/M. Veronesi, M. A.
Ravensburg-Genua. Exkursion zur Wirtschaft-, Sozial und Stadtgeschichte des Spätmittelalters
Do 18:00–19:00
Ort: Raum 201
Vorbesprechung: 24.04.2008

Bemerkungen: Ort: Vorbesprechung R. 201, Termin der Exkursion:15.-21. Juni

Voraussetzungen: WENN SIE AN DER EXKURSION TEILNEHMEN WOLLEN, MELDEN SIE SICH BITTE ZUERST FÜR DIE ÜBUNG "Probleme der Integration des europäischen Wirtschaftsraums im Spätmittelalter" AN UND ERST DANACH FÜR DIE EXKURSION "Ravensburg-Genua. Exkursion zur Wirtschaft-, Sozial und Stadtgeschichte des Spätmittelalters". NUR TEILNEHMER DER ÜBUNG KÖNNEN FÜR DIE EXKURSION ZUGELASSEN WERDEN.

Inhalt: Die „Große Ravensburger Handelsgesellschaft“, eines der größten Fernhandelsunternehmen des spätmittelalterlichen Europa, verfügte über ein ganz Europa umspannendes Netzwerk. Wie für viele andere europäische Handelsgesellschaften war auch für die Ravensburger Kaufleute Genua, die Drehscheibe des mediterranen Handels, von größter Bedeutung. In der „kleinen“ Metropole Ravensburg nimmt die Exkursion deshalb ihren Ausgang und führt über Alpen und Apennin nach Genua, dessen vollständig erhaltenes historisches Zentrum noch heute das bauliche Abbild der „Seefahrerrepublik“ bietet. Die wirtschaftsgeschichtliche Perspektive stellt damit auch den Schlüssel zur politischen und Sozialgeschichte Genuas dar, von den Kreuzzügen bis ins 16. Jahrhundert. Die Teilnahme an der Übung „Probleme der Integration des europäischen Wirtschaftsraums im Spätmittelalter“ ist obligatorisch.

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Kolloquien und Oberseminare

Prof. Dr. A. Doering-Manteuffel / Prof. Dr. J. Leonhardt / Prof. Dr. S. Lorenz / Prof. Dr. M. Meier / Prof. Dr. G. Schild / Prof. Dr. A. Schindling / Prof. Dr. E. Widder
Bedrohte Ordnungen (Graduiertenkolleg)
2 st., siehe Aushang

Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen
2 st., Di 18:00–20:00
Ort: Raum 201
Beginn: siehe Aushang