Lehrveranstaltungen Wintersemester 2004/2005

» Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2006 - 15:28 | Eingetragen: 21. Juni 2005 - 2:37.

Vorlesungen | Übungen | Repetitorien | Kolloquien | Proseminare | Hauptseminare | Für Fortgeschrittene

 

Vorlesungen


PD Dr. L. Körntgen
Kirchenreform und Investiturstreit
2 st., Di 14-16
Beginn: 26.10.2004
Ort: HS, Keplerstraße 2

Bemerkungen: Auf der Grundlage dieser Vorlesung sind Klausuren und mündliche Prüfungen im Staatsexamen und in allen anderen Studiengängen möglich.

Inhalt: Der Konflikt zwischen Kaiser und Papst, der traditionell "Investiturstreit" bezeichnet wird, gilt als Wendepunkt der hochmittelalterlichen Geschichte. Diese langfristige Perspektive soll ebenso eine Rolle spielen wie der aktuelle politische und kulturelle Kontext, in dem sich dieser Konflikt entwickelt hat. Dar-über hinaus sollen die verschiedenen Motive und Intentionen der Kirchenreform in den Blick genommen werden, die den Hintergrund des Konfliktes zwischen Kaiser und Papst prägen, aber nicht darin aufgehen.

Literatur: W. Hartmann, Der Investiturstreit (EDG 21) 2. Aufl. 1996; W. Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122, 2000; L. Körntgen, Ottonen und Salier, 2002; H. Keller, Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024-1250, 1986, Studienausgabe 1990.

 

PD Dr. E. Goez
Frühe Stauferzeit (bis zum Tod Heinrichs VI.)
2 st., Mi 11-13
Beginn: 27.10.2004
Ort: HS, Keplerstraße 2

Inhalt: Die Stauferzeit faszinierte vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert die Geschichtswissenschaft in besonderer Weise. Die nicht selten romantisierende Darstellung Konrads III., Friedrichs I. Barbarossa und Heinrichs VI. bestimmt teilweise bis heute unser Bild dieser Epoche als einer Phase idealer, ritterlicher Kaiserherrlichkeit. In den letzten Jahren jedoch konnte die Forschung durch neue Problemstellungen die Stauferzeit aus einem anderen Blickwinkel beleuchten und kam zu überraschenden Ergebnissen. Im Rah-men der Vorlesung sollen die Schwierigkeiten des Königtums Konrads III., sein Kampf gegen Heinrich den Stolzen, die Versuche seines Herrschaftsaufbaus, der Sicherung und Erweiterung staufischer Machtpositi-onen sowie die Frage nach den Stützen seines Königtums gerade auch innerhalb der geistlichen Institutio-nen aufgezeigt werden. Für Friedrich Barbarossa und Heinrich VI. wird vor allem nach den Möglichkeiten der Bewahrung des Erreichten und dem Ausgriff nach Süditalien zu fragen sein, aber auch nach der kon-sensualen Zusammenarbeit mit dem Adel, dem Konflikt mit dem Papsttum im Alexanderschisma, der Be-deutung des honor für die Politik der Staufer und den (vergeblichen) Bemühungen der Perpetuierung der Herrschaft durch den Erbreichsplan Heinrichs VI.

Literatur: Boockmann, Hartmut, Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125-1517 (Das Reich und die Deutschen 7), Berlin 1987; Engels, Odilo, Die Staufer, 7. verb. u. erg. Aufl., Stuttgart - Berlin - Köln 1998; Haverkamp, Alfred, Aufbruch und Gestaltung. Deutschland 1056 - 1273, 2. vollständig überarb. Aufl.; München 1993; Keller, Hagen, Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024 bis 1250, Frankfurt a.M. - Berlin 1990; Plassmann, Alheydis. Die Struktur des Hofes unter Friedrich I. Barbarossa nach den deutschen Zeugen seiner Urkun-den (MGH Studien und Text e 20), Hannover 1998; Görich, Knut, Die Ehre Friedrich Barbarossas. Kom-munikation, Konflikt und politisches Handeln im 12. Jahrhundert, Darmstadt 2001; Krieg Heinz, Herr-scherdarstellung in der Stauferzeit. Friedrich Barbarossa im Spiegel seiner Urkunden und der staufischen Geschichtsschreibung (VuF Sdbd. 50), Ostfildern 2003.

 

Prof. Dr. E. Widder
Herbst des Mittelalters? Die 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
2 st., Do 11-13
Beginn: 28.10.2004
Ort: HS, Keplerstraße 2

Inhalt: "Herbst des Mittelalters" oder Beginn des "langen 16. Jahrhunderts"? Die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts befindet sich nach klassischer Epocheneinteilung an der Schnittstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit. Neben der Frage nach dem Sinn und Zweck solcher Epochenteilungen und -bezeichnungen soll in dieser Vorlesung der Fokus auf beharrende und zukunftsweisende Faktoren in diesem Zeitraum gelegt werden. Dabei werden neben der politischen Geschichte Grundzüge von Verfassung, Gesellschaft, Wirt-schaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.

Literatur: Ernst Schubert: Einführung in die Grundprobleme der deutschen Geschichte im Spätmittelalter, Darmstadt 1992; The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998.

 

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Repetitorien


PD Dr. L. Körntgen
Früh- und Hochmittelalter
2 st., Do 14-16
Beginn: 28.10.2004
Ort: Raum 119

Inhalt: Im Repetitorium werden Grundprobleme, Strukturen und zentrale Ereignisse der früh- und hoch-mittelalterlichen Geschichte (ca. 500-1200) erarbeitet. Dazu ist die kontinuierliche Vor- und Nachbereitung anhand ausgewählter einführender Literatur erforderlich.

Literatur: P. Hilsch, Mittelalter, 2. Aufl. 1995; H. Fuhrmann, Einladung ins Mittelalter, 5. Aufl. 1997, Tb. 2. Aufl. 2002.

 

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Übungen


 

Dr. K. Ubl
Luhmann für Historiker
2 st., Mo 9-11
Beginn: 25.10.2004
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Übung im Sinne der Zwischenprüfungsordnung.

Inhalt: Niklas Luhmann (1927-1998) gilt als einer der bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Seine Systemtheorie ist der Versuch einer umfassenden Erklärung sozialer Phänomene und ihrer Evolution. Besonders die Ausführungen Luhmanns zur Evolution der Gesellschaft bieten reichlich Anknüp-fungspunkte für die Geschichtsforschung. Die Übung soll zum einen in die Soziologie Luhmanns einfüh-ren und zum anderen die Fruchtbarkeit seiner historischen Evolutionstheorie thematisieren.

Literatur: N. Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft (1997) [stw 1360].

 

PD Dr. L Körntgen
Zwischen Recht, Moral und Seelsorge: Die frühmittelalterlichen Bußbücher
2 st., Fr 14-16
Beginn: 22.10.2004
Ort: Raum 119

Inhalt: Zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert haben die frühmittelalterlichen Bußbücher eine zentrale Rolle für die kirchliche Bußpraxis und die Vermittlung moralischer Normen des Christentums gespielt. Katalog-artige Zusammenstellungen von Sünden und den jeweils abzuleitenden Bußauflagen bieten einen Einblick in Wertvorstellungen, moralische Forderungen und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen. In der Übung werden Beispiele zu verschiedenen Themen vorgestellt; dabei soll die hilfs-wissenschaftliche Erschließung der handschriftlichen Überlieferung ebenso eine Rolle spielen wie die methodischen Fragen, die für eine historische Auswertung der Quellen zu klären sind.

Literatur: R. Kottje, "Bußbücher", LexMA 2, 1983, 1118-1122; ders., Eine wenig beachtete Quelle zur Sozialgeschichte: Die frühmittelalterlichen Bußbücher - Probleme ihrer Erforschung, VSWG 73, 1986, 63-72.

 

Prof. Dr. G. Schmitz
Zwischen Kaiserhof und Kloster. Die Vita des Abtes Johannes von Gorze
Beginn: 22.10.2004
2 st., Fr 9-11
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten. Lateinkenntnisse unbedingt erforderlich (obwohl wir ggf. eine demnächst bei den Monumenta Germaniae Historica erscheindende Neuausgabe mit beigegebener Übersetzung benutzen können. Bereitschaft zur Übernahme kleinerer Hausarbeiten wird erwartet.

Inhalt: Die Vita des Johannes von Gorze ist für die Geschichte Lothringens, der "Gorzer Klosterreform" und auch der Beziehungen zwischen dem ottonischen Reich und dem muslimischen Spanien von außeror-dentlicher Bedeutung: Johannes reiste als Bote Ottos I. nach Cordoba an den Hof des Kalifen Abderrah-man III., wo er drei Jahre zubringen musste, bevor er seinen Auftrag ausführen konnte. Wir wollen die Vita (teilweise) lesen und interpretieren.

Literatur: Michel Parisse, La culture au service de la réforme monastique. Les clercs toulois et l'abbaye de Gorze au Xe siècle, Lotharingia. Archives lorraines d'archéologie, d'art et d'histoire 7 (1997) S. 27-37, stellt die Vita des Johannes von Gorze (MGH SS 4, 335-377) in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und betont deren hohen Quellenwert für den personellen Hintergrund des Reformansatzes.

 

PD Dr. E. Goez
Propagandistische Geschichtsschreibung im 11. Jahrhundert
2 st., Do 9-11
Beginn: 28.10.2004
Ort: Raum 221

Inhalt: Vor dem Hintergrund der eskalierenden Auseinandersetzungen während des Investiturstreits entsteht eine bis dahin nicht gekannte Fülle von Streitschriftenliteratur und propagandistisch genutzte Ver-lautbarungen. Gleichzeitig erscheint in den Quellen eine neue politische Kraft, die bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts kaum fassbar war: die breite Masse, die Öffentlichkeit. Die Übung soll wesentliche Texte propagandistischer Geschichtsschreibung des 11. Jahrhunderts vorstellen, ihre Intentionen hinterfragen und sie in die Gesamtzusammenhänge einordnen. Dabei werden auch wichtige politische Theorien der Salierzeit zur Sprache kommen. Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit sowie zur Übernahme kurzer Referate zu den einzelnen Streitschriften und ihrer Autoren. Die Referat-Themen wer-den auf der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Literatur: Mirbt, Carl, Die Publizistik im Zeitalter Gregors VII., Leipzig 1894; Ziese, Jürgen, Historische Beweisführung in Streitschriften des Investiturstreits, München 1972; Struve, Tilman, Lampert von Hers-feld, in: Hess. JbLG 19, 1969, S. 1-123; 20, 1970, S. 32-142; Lotter, F., Zur literarischen Form und Inten-tion der Vita Heinrici IV., in: Festschrift für Helmut Beumann, Sigmaringen 1977, S. 288-329; Robinson, I. S., Zur Arbeitsweise Bernolds von Konstanz und seines Kreises, in: DA 34, 1978, S. 51-122; Goetz, Hans-Werner, Geschichte als Argument. Historische Beweisführung und Geschichtsbewusstsein in den Streitschriften des Investiturstreits , in: HZ 245, 1987, S. 31-69; Struve, Tilman, Die Stellung des Königtums in der politischen Theorie der Salierzeit, in: Die Salier und das Reich Bd. 3: Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier, hg. v. Stefan Weinfurter und Hubertus Seibert, Sigmaringen 1991, S. 217-244.

 

Dr. W. Zimmermann
Beginen, Schwestern oder Nonnen? Religiöse Frauengemeinschaften in Südwestdeutschland im Mittelalter und in der Frühneuzeit
2st., Di 16-18
Beginn: 19.10.2004
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung per E-Mail unter zimmermann@lad-bw.de (vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Fächer, Semesteranzahl).

Inhalt: Im Hoch- und Spätmittelalter entstand in Südwestdeutschland eine Vielzahl religiöser Frauen-gemeinschaften. Einzelne Konvente entwickelten sich zu reichsunmittelbaren Abteien, andere Gemeinschaften blieben auf dem Stand unbedeutender Klausen. In der Übung soll an Hand ausgewählter Quellen nach den sozialen, wirtschaftlichen und ordensrechtlichen Rahmenbedingungen weiblicher Gemeinschaften gefragt werden. Schriftlichkeit und Bildung, in den Konventen werden thematisiert. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den zahlreichen, oft wenig beachteten Sammlungen liegen. Gab es eine spezifische Klosterlandschaft im Südwesten? Auf der Basis der Internetpräsentation "Klöster in Baden-Württemberg" werden auch Möglichkeiten regional vergleichender Untersuchungen getestet.

Literatur: F. J. Felten, Der Zisterzienserorden und die Frauen. In: Weltverachtung und Dynamik, hg. v. H. Schwillus u. A. Hölscher, Berlin 2000, 34-135; Wilts, Beginen im Bodenseeraum,, Sigmaringen 1994; Württembergisches Klosterbuch. Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart, hg. v. W. Zimmermann u. N. Priesching, Ostfildern 2003. Literatur zu einzelnen Konventen und Ordensgemeinschaften wird in der Übung genannt.

 

S. Lang M.A. / H. Weingarten M.A.
Adelsherrschaft, Reichsstadt und Kloster.
Alltagsleben in Südwestdeutschland in Spätmittelalter und Frühneuzeit.
2 st., Mi 16-18
Beginn: 27.10.2004
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung per E-Mail unter stefan.lang@student.uni-tuebingen.de oder hendrik.weingarten@uni-tuebingen.de bei einem der Dozenten (vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Fächer, Semesteranzahl). Übung im Sinne der ZPO. Bereitschaft zur Übernahme von Kurzreferaten.

Inhalt: Die Übung beschäftigt sich anhand von regionalen Beispielen mit dem alltäglichen Leben der Menschen in der territorialen Vielfalt des deutschen Südwestens vom 14. bis zum 17. Jahrhundert. Dabei werden mit aussagekräftigen Quellen sowohl die Beziehungen zwischen Untertanen und Herrschaft analysiert, als auch Themen wie Wirtschaft, Religiosität, Alltagskultur oder Kriminalität diskutiert. Kleinere Exkursionen in die Umgebung Tübingens (z.B. Reutlingen, Bebenhausen) sollen schließlich dazu beitra-gen, die gewonnenen Erkenntnisse "vor Ort" zu vertiefen.

Literatur: Einführend: Manfred Waßner, Kleine Geschichte Baden-Württembergs, Stuttgart 2002, S. 42-86. Vertiefend: Hans Jänichen, Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des schwäbischen Dorfes (Veröffentli-chungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 60), Stuttgart 1970. Friedrich Lütge, Deutsche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Berlin, Heidelberg, New York ³1966. Thomas Meier, Roger Sablonier (Hg.), Wirtschaft und Herrschaft. Beiträge zur ländlichen Gesellschaft in der östlichen Schweiz (1200-1800), Zürich 1999. Paul Münch, Lebensformen in der Frü-hen Neuzeit, Berlin 1998. Michael North (Hg.), Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Ein Jahrtausend im Überblick, München 2000. Werner Rösener, Einführung in die Agrargeschichte, Darmstadt 1997. Arnold Weller, Sozialgeschichte Südwestdeutschlands, Stuttgart 1979.

 

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Kolloquien


PD Dr. E. Goez
Probleme historischer Biographien im hohen Mittelalter
2 st., Fr 9-11, 14-tägl.
Beginn: 29.10.2004
Ort: Verfügungsgebäude, HS 002, EG

Bemerkungen: Für Hörer aller Semester.

Inhalt: Im wissenschaftlichen Gespräch sollen anhand weniger ausgewählter Personen des Hochmittelalters die Probleme der Annäherung an diese Führungspersönlichkeiten erläutert, die verschiedenen Herangehensweisen an historische Biographien gegeneinander abgewogen sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Erkennbarkeit tatsächlicher Handlungsspielräume mittelalterlicher Persönlichkeiten ausgelotet werden. Im Zentrum des Kolloquiums soll Markgräfin Mathilde von Canossa, Kaiserin Beatrix, die Gemahlin Friedrichs I. Barbarossa sowie der Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux stehen. Von den Teilnehmern wird erwartet, daß sie sich über diese Personen bereits informiert haben. Ebenso unverzichtbar ist die Bereitschaft, selbst über einzelne Aspekte zu referieren sowie eigene Ideen möglichst anhand weiterer geeigneter Beispiele, beizutragen.

Literatur: Goez, Werner, Markgräfin Mathilde von Canossa, in: Ders, Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer, Darmstadt 1998, S. 233-256; Goez, Elke, Matilde di Canossa e i suoi ospiti, in: i poteri dei Canossa da Reggio Emilia all' Europa. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia - Carpineti, 29-31 ottobre 1992), a cura di Paolo Golinelli, Bologna 1994, S. 325-334; Goez, Elke, Beatrix von Hohenstaufen. Eine politische Kaiserin?, in: Frauen bei Hof, hg. v. Otto Borst, Tübingen 1998, S. 28-40; Fößel, Amalie, Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume, Darmstadt 2000; McGuire, Brian Patrick, The Difficult Saint. Bernard of Clairvaux and his Tradition, Kalamazoo 1991; Bredero, Adriaan H., Bernhard von Clairvaux. Zwischen Kult und Historie. Über seine Vita und ihre historische Auswertung, aus dem Niederländischen von Ad Pistorius, Stuttgart 1996; Dinzelbacher, Peter, Bernhard von Clairvaux. Leben und Werk des be-rühmten Zisterziensers, Darmstadt 1998.

 

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Proseminare


Dr. K. Ubl
Abschied von der Antike: Das Frankenreich unter den Merowingern
2 st., Mo 16-18
Beginn: 27.10.2004
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich; Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Der merowingischen Dynastie gelang die dauerhafteste Reichsgründung auf dem Boden des west-römischen Imperiums. Trotz dieser Errungenschaft gelten die Merowinger gemeinhin als Initiatoren eines "barbarischen Zeitalters", einer "archaischen Epoche" oder der "dunklen Jahrhunderte". Im Proseminar soll anhand von Quellen und Literatur der Frage nachgegangen werden, ob man von einer Kontinuität des römischen Erbes sprechen kann und in welcher Hinsicht mit den Merowingern ein neues Zeitalter an-gebrochen ist.

Literatur: M. Hartmann, Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger (2003); R. Kaiser, Das römische Erbe und das Merowingerreich (1993) [EDG 26]; P. Geary, Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen (2003). Allgemein: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (Stuttgart 22000).

 

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Otto der Große: Königsherrschaft im 10. Jahrhundert
2 st., Mi 10-12
Beginn: 27.10.2004
Ort: Verfügungsgebäude, Raum 001

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Die lange Herrschaftszeit Ottos des Großen (936-973) hat die Kontinuität der Herrschaftsordnung und die Entwicklung der politischen Geographie im nachkarolingischen Europa wesentlich gefördert. Das Seminar will Bedingungen, Funktion und Probleme der Königsherrschaft analysieren und exemplarisch in Grundprobleme, Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Literatur: G. Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, 2000; H. Keller, Die Ottonen, 2001; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000.

 

PD Dr. E. Goez
Heinrich IV. Mit einer Einführung in die historischen Hilfswissenschaften
2 st., Mi 16-18
Beginn: 27.10.2004
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Kein Herrscher des Mittelalters wurde von seinen Zeitgenossen, der späteren Historiographie und der mediävistischen Forschung so kontrovers beurteilt wie der Salier Heinrich IV. Seine 50 Jahre lang (1056 bis 1105/06) währende Regierungszeit verdeutlicht in exemplarischer Weise die vielfältigen Probleme mittelalterlicher Königsherrschaft vor allem in Krisenzeiten. Daher bietet sich gerade dieser Salier an, um Grundprobleme herrscherlicher Machtausübung, der vielfältigen Grundlagen mittelalterlichen König-tums, aber auch der generellen Schwierigkeiten der Annäherung an eine historische Persönlichkeit zu verdeutlichen. Die reiche Chronistik und Streitschriftenliteratur des 11. und frühen 12. Jahrhunderts ermöglicht zudem einen guten Einstieg in die Techniken mediävistischer Quellenkritik. Parallel zur thematischen Auseinandersetzung mit Heinrich IV. und seiner Zeit sollen die Arbeitsweisen des mittelalterlichen Historikers sowie Grundkenntnisse in den historischen Hilfswissenschaften vermittelt werden.

Literatur: Boshof, Egon, Heinrich IV. Herrscher an einer Zeitenwende, Göttingen- Zürich - Frankfurt a.M. 1979; Struve, Tilman, Die Behauptung einer Persönlichkeit im Zeichen der Krise, in: Frühmittelalter Studien 21, 1987, S. 318-345; Tellenbach, Gerd, Der Charakter Heinrichs IV., Person und Gemeinschaft im Mit-telalter. Festschrift für Karl Schmid, hg. v. Gerd Althoff u.a., Sigmaringen 1988, S. 345-367; Boshof, Egon, Die Salier 4. aktualisierte Aufl., Stuttgart - Berlin - Köln 2000; Goez, Werner, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122, Stuttgart - Berlin - Köln 2000.

 

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Die Kreuzzüge
2 st., Fr 9-11
Beginn: 22.10.2004
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Der Begriff "Kreuzzug" spielt in verschiedenen politischen Debatten der Gegenwart eine zentrale Rolle, ohne daß jeweils klar wäre, was überhaupt darunter verstanden werden kann. Im Seminar sollen die Kreuzzüge des hohen Mittelalters als Phänomene ihrer Epoche thematisiert werden. Besonderes Interesse gilt deshalb der Vorgeschichte, den Motiven und dem politisch-sozialen Kontext der frühen Kreuzzugsbe-wegung. Diese Fragestellungen sollen zugleich eine exemplarische Einführung in Grundprobleme, Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte ermöglichen; eine erschöpfende Erarbeitung des Themas kann deshalb nicht in Aussicht gestellt werden.

Literatur: N. Jaspert, Die Kreuzzüge, 2003; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000.

 

Prof. Dr. S. Lorenz
Magie, Zauberei und Hexenverfolgung. Einführung in das
Studium der mittelalterlichen Geschichte
2 st., Mo 16-18
Beginn: 25.10.2004
Ort: Raum 405

Bemerkungen: bereits belegt!

Inhalt: Die große abendländische Hexenverfolgung - sie setzte kurz nach 1560 ein - ist ein Phänomen der Frühen Neuzeit. Gleichwohl liegen die Wurzeln des gerichtlichen Vorgehens gegen Hexen und Zauberer im Mittelalter, wie nicht nur der 1486 von dem Dominikaner und Inquisitor Heinrich Institoris verfaßte Malleus maleficarum zu erkennen gibt. Bereits die sog. Stammesrechte des frühen Mittelalters stellen die Zauberei unter Strafe und der um 1230 entstandene Sachsenspiegel läßt schon die Nähe von Zauberei und Ketzerei erkennen. Die ersten Hexenprozesse gingen schließlich aus der Verfolgungen von Ketzern in den westlichen Alpen hervor und erfaßten bald auch den südwestdeutschen Sprachraum. Anhand altbekannter sowie neu aufgefundener Quellen und mit Hilfe der einschlägigen Literatur soll den Grundlinien der geschichtlichen Entwicklung von Hexerei und Hexenprozeß nachgegangen werden.

Literatur: Wider alle Hexerei und Teufelswerk. Die europäische Hexenverfolgung und ihre Auswirkungen auf Südwestdeutschland. Hrsg. von Sönke Lorenz und Jürgen Michael Schmidt. Ostfildern 2004.

 

Dr. Steffen Seischab
Religiöse Bewegungen im Hochmittelalter
2 st., Mi 14-16
Ort: 119a

Bemerkungen: Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Kaum ein Thema hat das moderne Mittelalterbild so sehr geprägt wie die mittelalterliche Religiosität. Zwischen den Extremen eines ›frommen‹ und eines ›finsteren‹ Mittelalters stehend, hat die lange Zeit von konfessionellen und romantischen Idealen auf der einen Seite und aufklärerisch-kritischen Motiven andererseits geleitete Geschichtsschreibung die religiösen Strömungen des Hochmittelalters für ihre jeweilige Epochensicht zu vereinnahmen gesucht. Neuere Forschungsansätze bemühen sich demgegenüber um eine betont kulturanthropologische Deutung. Am Beispiel der religiösen ›Bewegungen‹ des 11.-13. Jahrhunderts, der Entstehung neuer Ordensgemeinschaften und sogenannter ›Häresien‹ wie der Katharer und Waldenser, läßt sich dieses grundsätzlich ambivalente, zwischen Faszination und kultureller Alterität schwankende Bild des Mittelalters im kollektiven Gedächtnis der Moderne gut herausarbeiten.

Einführende Literatur: Gudrun Gleba: Klöster und Orden im Mittelalter. Darmstadt 2002 (mit weiterführenden Lit.angaben); Malcolm Lambert: Häresie im Mittelalter. Darmstadt 2001; Michael Borgolte: Sozialgeschichte des Mittelalters. München 1996; Klaus Schreiner (Hg.): Frömmigkeit im Mittelalter. München 2002; Joachim Heinzle (Hg.): Modernes Mittelalter. Frankfurt/ Main 1994; Günter Kehrer: Einführung in die Religionssoziologie. Darmstadt 1988.

 

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Hauptseminare


 

Prof. Dr. I. Eberl
Heinrich V. und Lothar von Supplingenburg. Das Reich im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts
4 st., Fr 16-20 (14-tägl.)
Beginn: 22.10.2004
Ort: Raum 221

Bemerkung: Anmeldung über die Internetseite des Seminars. Weitere Sitzungstermine: 5.11.04, 26.11.04, 3.12.04, 17.12.04, 14.1.05, 28.1.05, 11.2.05.

Inhalt: Das Seminar wird die Entwicklung des Reiche im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts verdeutlichen. Dabei wird ausgehend vom Investiturstreit dessen weitere Entwicklung unter Heinrich V. und der Kompromiss im Wormser Konkordat (1122) ebenso gezeigt, wie der geistige und religiöse Wandel dieses Zeitalters. Auch das Verhältnis zwischen Königtum und Adel ebenso wie zur Kirche wird unter Heinrich V. aufgezeigt. Die Wahl Lothars von Supplingenburg 1125 war ein weiterer Einschnitt, da sie die freie Königswahl der Fürsten stärkte. Die Entwicklung unter Lothar, der bis 1137 regierte, bewies aber, dass dieser in den grundsätzlichen Fragen auf die von ihm als Herzog bekämpfte politische Linie Heinrichs V. einschwenkte, d.h. auch er war um eine Stärkung und vor allem Bewahrung der königlichen Macht be-müht. Das Seminar wird auch die unter ihm weitergehende geistige Entwicklung des Reiches behandeln.

Literatur: Karl Jordan, Das Zeitalter des Investiturstreites, in: Gebhardt, Handbuch der Deutschen Geschichte, Stuttgart 9. Aufl. 1970, S. 351ff.; Alfred Haverkamp, Regnum und Imperium zur Zeit Lothars III. und Konrads III. (1125-1152), in: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Stuttgart 10. Aufl. 2003, S. 56 ff.

 

PD Dr. E. Goez
Zisterzienser und Prämonstratenser - Ordensleben zwischen weltlicher
Verflechtung und monastischem Idealismus
2 st., Do 16-18
Beginn: 28.10.2004
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Seit der Aachener Ausstellung "Die Zisterzienser - Ordensleben zwischen Ideal und Wirklichkeit" (1980) und vollends seit dem 900. Gründungsjahr des Ordens 1998 stehen die "weißen" Mönche im Zentrum wissenschaftlichen Interesses. Doch trotz zahlreicher Gedenkveröffentlichungen und einer wahren Flut von Einzelstudien bleiben bis heute viele Fragen offen. Vor allem die politischen Verflechtungen des Ordens, sein Einfluß auf überregionale Entwicklungen und seine Einbeziehung in weitreichende Wirt-schafts- und Kommunikationsnetze wurden bislang zu wenig erforscht. Gleiches gilt für die Prämonstra-tenser, die ihren Aufstieg - ebenso die die Zisterzienser - unter den Staufern nahmen, sich allerdings auch dann noch an deren Seite hielten, als die "weißen" Mönche im Alexander-Schisma einen antistaufischen Kurs einschlugen. Im Seminar sollen die vielfältigen politischen Vernetzungen der beiden Reformorden sowie die daraus entstehenden Konflikte mit ihren ursprünglichen Gründungsidealen herausgearbeitet werden. Um die Themenfülle einzugrenzen, kann der zu betrachtende Zeitraum nur bis zum Ende des 13. Jahrhunderts reichen; zudem ist eine Konzentration auf die deutschen Ordensniederlassungen unerlässlich. Von den Teilnehmern wird die Übernahme eines Referats sowie die aktive Diskussion einzelner Fragestellungen erwartet. Eine Referatsliste liegt ab Anfang August im Sekretariat auf.

Literatur: Weinfurter, Stefan, Norbert von Xanten - Ordensstifter und "Eigenkirchenherr", in: AfKG, 59, 1977, S. 66-98; Die Zisterzienser, Ordensleben zwischen Ideal und Wirklichkeit, Köln 1980, Ergänzungsband, hg. v. Kaspar Elm, Köln 1982, Schneider, Ambrosius u.a., Die Cistercienser. Geschichte - Geist - Kultur, Köln 31986; Norbert von Xanten. Adliger - Ordensstifter - Kirchenfürst, hg. v. Kaspar Elm, Köln 1984; Barbarossa und die Prämonstratenser, hg. v. d. Gesellschaft für staufische Geschichte Göppingen, Göppingen 1989; Eberl, Immo, Die Zisterzienser, Geschichte eines europäischen Ordens, Stuttgart 2002; Penth, Sabine, Prämonstratenser und Staufer. Zur Rolle des Reformordens in der staufischen Reichs- und Territorialpolitik (Historische Studien 478), Husum 2003.

 

Akad.ORat PD Dr. P. Hilsch
Rivalen um den Königsthron: Otakar II. von Böhmen und Rudolf von Habsburg
2 st., Di 9-11
Beginn: 26.10.2004
Ort: Raum 228

Bemerkung: Bitte persönliche Anmeldung in den Sprechstunden.

Inhalt: Der "goldene" böhmische König Otakar P?emysl II. (1253-78) und der "arme" schwäbische Graf und deutsche König Rudolf von Habsburg (1273-1291) können als Vertreter eines neuen Typs fürstlicher Herrschaft gelten, die mit rationalen Mitteln und oft bedenkenlos ihre Hausmacht zu vergrößern und ihre Herrschaft zu intensivieren suchten. Dabei lassen sich Einsichten zur allgemeinen Modernisierung der Territorien und zu ihrem wirtschaftlichen Ausbau z.B. bei Siedeltätigkeit, Städtegründungen, Bergbau und Judenpolitik gewinnen. Ebenso sollen die strategischen und "nationalen" Aspekte beim Kampf beider Fürsten um den deutschen Königsthron, die unterschiedliche diesbezügliche Wahrnehmung der zeitgenössischen Quellen sowie das Bild beider Herrscher in ihrem Nachleben behandelt werden.

Literatur: J. Hoensch, P?emysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. 1989 - F. Graus, P?emysl Otakar II. - sein Ruhm und sein Nachleben. MIÖG 79 (1971) S. 5-110. - Rudolf von Habsburg. Eine Kö-nigsherrschaft zwischen Tradition und Wandel. Hg. von E. Boshof u. F.R. Erkens, 1993. -K.-F. Krieger, Rudolf von Habsburg. 2003

 

Prof. Dr. E. Widder
Herrscherinnen, Heilige, Hexen und Hausfrauen. Frauen im Mittelalter
2 st., Di 16-18
Beginn: siehe Aushang
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Frauen sind in den letzten drei Jahrzehnten in den Fokus der Wissenschaft - auch der Geschichts-wissenschaft - gerückt. Angeregt von der angloamerikanischen Gender-Forschung soll in diesem Hauptseminar die Frage danach gestellt werden, ob es spezifisch weibliche Zuordnungen und Tätigkeitsbereiche im Mittelalter gegeben hat. Ausgehend von Einzelbeispielen soll nach den Handlungsspielräumen von Frauen in der mittelalterlichen Gesellschaft gefragt werden. Ferner soll der These nachgegangen werden, ob das Geschlecht oder die soziale Herkunft die maßgebliche Determinante weiblicher Existenz gewesen ist.

Literatur: Geschichte der Frauen, Bd. 2: Mittelalter, hg. v. Christiane Klapisch-Zuber, Frankfurt a.M. 1993; Bernd-Ulrich Hergemöller: Masculus et femina. Systematische Grundlinien einer mediävistischen Ge-schlechtergeschichte, Hamburg 2001 (Hergemöllers Historiographische Libelli 1).

 

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Für Fortgeschrittene


Prof. Dr. E. Widder
Oberseminar: "History takes place". Der Raum als historische Kategorie
2 st., Do 18-20
Beginn: siehe Aushang
Ort: Raum 221

Bemerkungen:Eine persönliche Anmeldung im Rahmen der Sprechstunde wird erbeten.

Inhalt: Im Programm des Deutschen Historikertages 2004 sind dem Raum als historische Kategorie eine erstaunlich große Zahl von Sektionen gewidmet. Dies überrascht angesichts der Tatsache, daß die räumli-che Dimension der Geschichte in der bundesrepublikanischen Geschichtswissenschaft bislang eher eine marginale Rolle spielte. Blickt man auf die Zeit vor 1945 mit ihrer Instrumentalisierung von Geschichte zum Zweck der Erforschung von "Blut und Boden" und zum Dienst am "Volk ohne Raum", dann wird diese Abstinenz allerdings erklärlich. In diesem Oberseminar soll diesen wissenschaftsgeschichtlichen Hintergründen nachgegangen, die aktuellen Themenstellungen diskutiert, internationale Vergleiche vor-genommen und neuere Studien vorgestellt werden. Aufgrund der Ausrichtung der Seminarveranstalterin wird dabei die Mittelalterforschung einen Schwerpunkt bilden.