Lehrveranstaltungen Sommersemester 2004

» Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2009 - 17:33 | Eingetragen: 28. Mai 2009 - 17:06.

Vorlesungen | Übungen | Proseminare | Hauptseminare | Exkursionen | Kolloquien

Vorlesungen

Akad. ORat PD Dr. P. Hilsch
Das Mittelalter in 12 Kapiteln. Eine Einführung
2 st., Do 11–13
Beginn: 22.04.2004
Ort: HS, Keplerstraße 2

Inhalt: Zeit und Raum/Die Völkerwanderung/Das Fränkische Reich Karls des Großen/Die Kultur: Antike und Mittelalter/Grundherrschaft und Lehenswesen/Das römisch-deutsche Königtum/Die Reichskirche des Hochmittelalters/Die Kreuzzüge/Stauferzeit-Wendezeit/Die Stadt/Spätmittelalter als Krisenzeit?/Bergbau und Geldwirtschaft.

Literatur: H. Boockmann, Einführung in die Geschichte des Mittelalters, 7. A. 2001. - P. Hilsch, Mittelalter. Grundkurs Geschichte 2, 21995. - Lexikon des Mittelalters. 9 Bände, 1980-98.

Prof. Dr. W. Hartmann
Geschichte Frankreichs vom ausgehenden 9. bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts
2 st., Mi 11–13
Beginn: 28.04.2004
Ort: HS, Keplerstraße 2

Inhalt: In dieser Vorlesung soll die Geschichte Frankreichs von der späten Karolingerzeit bis zur Regierung Philipps II. Augustus (1180–1223) behandelt werden. Über die Faktengeschichte hinaus sollen dabei der Aufstieg des Königtums und seine Bedeutung für die Entstehung des französischen Selbstverständnisses, die Schaffung der Karlstradition im Hochmittelalter, die Herausbildung von Ämtern und Institutionen, aber auch die Gottesfriedensbewegung und die Bedeutung Frankreichs für die Entfaltung von Bildung und Wissenschaft vor allem im 12. und im beginnenden 13. Jahrhundert dargestellt werden.

Literatur: J. Favier, Frankreich im Zeitalter der Lehnsherrschaft. 1000-1515 (dt. 1989); J. Ehlers, Geschichte Frankreichs im Mittelalter (1987); J. Ehlers, H. Müller, B. Schneidmüller (Hg.), Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498 (1996).

Prof. Dr. S. Lorenz
Der deutsche Südwesten vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts
2 st., Mi 16–18
Beginn: 28.04.2004
Ort: HS Keplerstraße 2

Inhalt: In dem behandelten Zeitraum erfuhr der deutsche Südwesten durch die Ausformung des ostfränkischen Reiches zum deutschen Reich und die Ausbildung von sog. „jüngeren Stammesherzogtümern“ ein neues Gesicht. Nicht nur bedingt von der Krise des Königtums, das im Investiturstreit zentrale Positionen einbüßte, begann der Territorialisierungsprozeß um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert seine Dynamik zu entwickeln. Nutznießer dieses historischen Prozesses waren neben den Staufern auch etliche südwestdeutsche Dynasten, deren Herrschaftsauf- und -ausbau nachzuzeichnen ist.

Literatur: Helmut Maurer: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Sigmaringen 1978.

Prof. Dr. E. Widder / Prof. Dr. B. Scholkmann
Interdisziplinäre Vorlesung: Spätmittelalterliche Städte in geschichtswissenschaftlicher und archäologischer Perspektive
2 st., Mo 16–18
Beginn: siehe Aushang 26.04.2004
Ort: siehe Aushang Hörsaal 1, Neue Aula

Inhalt: Städte werden seit dem 12. Jahrhundert (wieder) zu einem wesentlichen Strukturelement abendländischer Kultur. Die Vorlesung wird sich im interdisziplinären Dialog mit topographischen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und verfassungsgeschichtlichen Aspekten des Städtewesens vom 13. bis zum 15. Jahrhundert und den Methoden seiner Erforschung befassen.

Literatur: Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter 1250-1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988; Hartmut Boockmann: Die Stadt im späten Mittelalter, 3. Aufl. München 1994.

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Übungen (im Sinne der ZPO)

Prof. Dr. G. Schmitz
Der Bischof in Kirche und Reich (vor dem Investiturstreit)
2 st., Fr 9–11
Beginn: 23.04.2004
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten. Lateinkenntnisse sind unerlässlich. Die Bereitschaft zur Übernahme einer (kleineren) Hausarbeit bzw. zur Bearbeitung einer Bischofsvita wird erwartet.

Inhalt: Der Bischof ist viel mehr als Kirchenmann und Leiter seiner Diözese: Im früheren Mittelalter kommt ihm eine zentrale Stellung im Herrschaftsgefüge des Reiches zu. Dies soll durch vergleichende Lektüre verschiedener Bischofsviten und durch die Besprechung von ausgewählter Sekundärliteratur erarbeitet werden.

Literatur: Gute einführende Aufsätze (Schieffer, Der Bischof zwischen Civitas und Königshof; Engels, Der Reichsbischof; Stehkämper, Der Reichsbischof und Territorialfürst) finden sich in: Der Bischof in seiner Zeit. Bischofstypus und Bischofsideal im Spiegel der Kölner Kirche. Festgabe für Joseph Kardinal Höffner, Erzbischof von Köln (1986) S. 17-184. Systematische Aspekte in: Rudolf SCHIEFFER, Der geschichtliche Ort der ottonisch-salischen Reichskirchenpolitik (Nordrhein-Westfälischer Akademie der Wissenschaften, Vorträge G 353, 1998). Weitere Literatur wird in der Übung bekannt gegeben.

Dr. E. Frauenknecht
Die Stadt im späten Mittelalter. Typen und Strukturen.
2 st., Di 11–13
Beginn: 20.04.2004
Ort: Raum 228

Inhalt: Der Vielfalt spätmittelalterlicher Städte in Europa rückt man in der Forschung mit einem kombinierten Stadtbegriff zu Leibe, der sechs charakteristische Merkmale in den Blick nimmt: demographische, wirtschaftliche, rechtliche, soziale, zentralörtliche und topographische Kriterien. Die Übung stellt an bekannten und weniger bekannten Beispielen Typen und Strukturen spätmittelalterlicher Städte vor.

Literatur: Hartmut Boockmann, Die Stadt im späten Mittelalter, München 31994; Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Spätmittelalter. 1250 - 1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988. - Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, ausgewählt und übersetzt von Bernd-Ulrich Hergemöller (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 34), Darmstadt 2000; Franz Irsigler, Die Stadt im Mittelalter. Aktuelle Forschungstendenzen, in: Goslar und ihre Stadtgeschichte. Forschungen und Perspektiven 1399 - 1999 (Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar 48), Bielefeld 2001, S. 57 - 74.

Prof. Dr. E. Widder
Historische Kartographie
2 st., Di 16–18
Beginn: siehe Aushang 04.05.2004
Ort: Raum 228

Inhalt: Die Bezeichnung „Historische Kartographie“ ist ambivalent. Man kann sie als Beschäftigung mit historischen Karten interpretieren, man kann aber auch die Nutzung der Kartographie für die Darstellung historischer Sachverhalte oder Forschungsergebnisse damit bezeichnen. In dieser Übung sollen beide Bereiche angesprochen werden, wobei aber die Geschichte der Kartographie sowie die Ausbildung verschiedener Kartentypen und ihre jeweilige Gebrauchssituation einen Schwerpunkt bilden sollen.

Literatur: Historisch-thematische Kartographie. Konzepte - Methoden- Anwendungen, hg. v. Dietrich Ebeling, Bielefeld 1999; Jeremy Black: Maps and History. Constructing Images of the Past, New Haven, London 1997; Helmut Jäger/Günther Franz: Historische Kartographie. Forschung und Bibliographie, 3. Aufl. 1980 (Beiträge der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 46).

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen / Dr. K. Ubl
Übung zur Exkursion nach Nordfrankreich
2 st., siehe Aushang
Beginn: siehe Aushang
Ort: siehe Aushang

Bemerkungen: Für Teilnehmer der Exkursion.

Inhalt: Zur Vorbereitung der Exkursion wird ein Überblick über die Geschichte des französischen Königtums der Karolinger und Kapetinger erarbeitet. In diesem Rahmen soll die Bedeutung zentraler Erinnerungsorte vorgestellt und im Kontext der aktuellen Debatten um „kulturelles Gedächtnis“ und „Erinnerung“ diskutiert werden.

Dr. A. Schmauder
Lebenswelt Spital - Fürsorgeeinrichtungen in der spätmittelalterlichen Stadt
2 st., Do 16–18
Beginn: 29.04.2004
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Die Spitäler bildeten die zentralen Fürsorgeeinrichtungen der spätmittelalterlichen Stadt zur Versorgung von Armen, Alten, Kranken und Waisenkindern. Daneben gab es Sonderspitäler, Isolieranstalten für ansteckende Krankheiten wie Lepra, Pest und Syphilis. Durch die Art ihres Entstehens, fromme Stiftungen vermögender Bürger, waren sie zugleich auch sakrale Einrichtung und landwirtschaftlicher Großbetrieb. Die Übung beschäftigt sich anhand südwestdeutscher Beispiele mit dieser ganz eigenen Lebenswelt innerhalb der Stadt.

Literatur: Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988; Sachße, Christoph / Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart, Berlin, Köln 1998; Aderbauer, Herbert: Das Tübinger Spital, Stuttgart 1997. 

Dr. P. Rückert
Landwirtschaft und Umweltgestaltung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
2 st., Mi 14–16
Beginn: 28.04.2004
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Anmeldung im Institut für geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: In der landwirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft des Mittelalters und der frühen Neuzeit sind Landnutzung und Umweltgestaltung unmittelbar miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Ihre Zusammenhänge sollen aufgezeigt und diskutiert werden. Wie gestaltete der Mensch seine Umwelt in der Geschichte? Welche Möglichkeiten besaß er und welches Bewußtsein entwickelte er? Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen sollen die gesellschaftlichen Träger der Umweltgestaltung, Gruppen oder Einzelpersonen, beispielhaft profiliert werden. Die Veränderungen der Kulturlandschaft als Ergebnisse der Umweltgestaltung sind vor allem für den südwestdeutschen Raum unter Einbeziehung der Erkenntnisse von Archäologie, Archäobotanik und Geographie herauszuarbeiten. Gleichzeitig wird damit ein Überblick über die Umweltgeschichte Südwestdeutschlands vom frühen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gegeben.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.

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Proseminare

Dr. K.Ubl
Bayern im Frühmittelalter
3 st.,
Mi 16–18.30
Beginn: 21.04.2004
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich; Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Die Bayern werden als „Findelkinder“ der Völkerwanderung bezeichnet, da sie scheinbar aus dem Nichts, ohne Vorfahren und ohne eigene Herkunftssage, in die geschichtliche Welt eingetreten sind. Die bayerische Stammesbildung vollzog sich hinter einem von der Geschichtsschreibung nur schwer zu durchdringenden Schleier. Anhand von Quellen und Literatur soll der Frage nachgegangen werden, wie es im frühen 6. Jahrhundert zur Entstehung des bayerischen Stammes kam und welche Stellung das Herzogtum Bayern im merowingischen und karolingischen Frankenreich einnahm.

Literatur: H. Wolfram, Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung (Österreichische Geschichte 378-907, Wien 1995); W. Störmer, Die Baiuwaren. Von der Völkerwanderung bis Tassilo III. (München 2002); Handbuch der bayerischen Geschichte, 1: Das Alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts, hg. v. M. Spindler (München 1981). Allgemein: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (Stuttgart 22000).

Prof. Dr. W. Hartmann
Karl der Große
3 st., Di 13.30–16
Beginn: 27.04.2004
Ort: s. Aushang Großer Übungsraum Soziologie

Inhalt: Am Beispiel der Geschichte Karls des Großen (768-814) soll in die Methoden und in die Hilfsmittel der Geschichte des Mittelalters eingeführt werden. Die reiche und vielfältige Überlieferung zu diesem Herrscher und seine zentrale Bedeutung für das gesamte Mittelalter erlauben es, dass alle wichtigen Hilfswissenschaften und die meisten Quellenarten an diesem Thema vorgestellt werden können.

Literatur: M. Becher, Karl der Große (1999); D. Hägermann, Karl der Große (2003); H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000.

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Kirchenreform und Investiturstreit. Mit einer Einführung in die historischen Hilfswissenschaften
3 st., Mi 13–16
Beginn: 21.04.2004
Ort: s. Aushang

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Der Konflikt zwischen Kaiser und Papst, der traditionell als „Investiturstreit“ bezeichnet wird, gilt als Wendepunkt der hochmittelalterlichen Geschichte. Am Beispiel zentraler Fragestellungen dieser Epoche will das Proseminar Quellen, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte vorstellen und wissenschaftliche Arbeitstechniken einüben.

Literatur: W. Hartmann, Der Investiturstreit (EDG 21) 2. Aufl. 1996; W. Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122; L. Körntgen, Ottonen und Salier, 2002; H.-G. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000.

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Der staufisch-welfische Thronstreit
3 st., Mo 10–13
Beginn: 26.04.2004
Ort: Raum 119

Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Internet-Formular.

Inhalt: Der jahrelange Kampf zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. (1198-1215) wurde noch jüngst als „schicksalhafte Wende für das Reich“ (M. Borgolte) oder als Beginn des „deutschen Sonderwegs“ (J. Fried) gewertet. Am Beispiel dieses Konfliktes sollen zentrale Probleme der mittelalterlichen Herrschaftsordnung diskutiert sowie Quellen, Methoden und Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte vorgestellt werden.

Literatur: H. Keller, Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024-1250, 1986, Tb. 1990; H. Boockmann, Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125-1517, 1987; H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000.

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Hauptseminare

Prof. Dr. W. Hartmann
Kirche und Gesellschaft in spätkarolingischer Zeit (ca. 890-930) (zugleich anrechenbar als EPG II-Veranstaltung)
2 st., Do 16–18
Beginn: 29.04.2004
Ort: Raum 228

Inhalt: In der späten Karolingerzeit unternahmen Bischöfe und Kleriker den Versuch, Recht und Moral in einer durch äußere Bedrohung und innere Kriege zerrissenen Gesellschaft wiederherzustellen. Die kirchliche Gesetzgebung auf Synoden und in Bischofskapitularien sowie die Bußbücher und die Umsetzung dieser Normen im bischöflichen Sendgericht sollen als Quellen für einen frühen Versuch der sozialen Disziplinierung und als Zeugnisse für Delinquenz und Bestrafung betrachtet werden.

Literatur: W. Hartmann, Die Synoden der Karolingerzeit im Frankenreich und in Italien (1989); ders., Der Bischof als Richter. Zum geistlichen Gericht über kriminelle Vergehen von Laien im früheren Mittelalter, in: Römische Historische Mitteilungen 28 (1986) S. 103 - 124.

Prof. Dr. I. Eberl
Die Klosterreform des 10./11. Jahrhunderts
4 st., Fr 16–20, 14-täglich
Beginn: 30.04.04
Ort: Raum 221

Inhalt: Nach dem weitgehenden Verfall der unter Karl d. Gr. und seinem Sohn Ludwig dem Frommen zu höchster Blüte gelangten Klosterwesen kennzeichnet die Gründung des Klosters Cluny 910 den Beginn einer umfassenden Klosterreform. Für diese wurden die Cluny vom Gründer gewährten Privilegien von entscheidender Bedeutung. Später kam noch die Exemtion vom Diözesanbischof dazu. Cluny hat nachhaltigen Einfluss auf die anderen monastischen Zentren im 11. Jahrhundert ausgeübt. Das Hauptseminar wird die Entwicklung von Cluny und der gesamten monastischen Reform aufzeigen. Auch die von dieser auf die politische Entwicklung ausgeübten Einflüsse werden ausführlich behandelt.

Literatur: E. Sackur, Die Cluniacenser in ihrer kirchlichen und allgemeingeschichtlichen Entwicklung bis zur Mitte des 11. Jhdts., 2 Bde, 1892 - 1894; K. Hallinger, Gorze-Kluny, 2 Bd. 1950, Ndr. 1971; J. Fechter, Cluny, Adel und Volk, Studien zum Verhältnis des Klosters zu den Ständen (910 - 1156); Cluny, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 2, Sp. 2171 ff.

Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Die „Wendezeit“ des Hochmittelalters: Kontinuität und Wandel in Europa zwischen 1050 und 1150
2 st., Mo 16–18
Beginn: 26.04.2004
Ort: Raum 119a

Inhalt: Die Epoche von der Mitte des 11. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts gilt als Zeit eines umfassenden Wandels in Politik, Gesellschaft und Kultur. Im Seminar sollen zentrale Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen vorgestellt und das Verhältnis von Kontinuität und Wandel diskutiert werden.

Literatur: K. Leyser, Am Vorabend der ersten europäischen Revolution. Das 11. Jahrhundert als Umbruchzeit, in: HZ 257 (1993) S. 1-28; Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert, hg. v. K. Herbers, 2001.

Prof. Dr. E. Widder / Prof. Dr. B. Scholkmann
Interdisziplinäres Seminar: Forschungsfragen zur Stadt im Mittelalter
2 st., Do 11–13
Beginn: siehe Aushang 29.04.2004
Ort: Archäolog. Seminar, Übungsraum Ur- und Frühgeschichte, Jüngere Abteilung, Schloß Hegelbau, Raum 221

Inhalt: In diesem Hauptseminar werden Studierende der Geschichtswissenschaft gemeinsam mit Studierenden der Mittelalterarchäologie Quellen und Methoden zur Erforschung spätmittelalterlicher Städte interdisziplinär vorstellen und diskutieren.

Literatur: Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter 1250-1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988; Hartmut Boockmann: Die Stadt im späten Mittelalter, 3. Aufl. München 1994.

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Exkursionen

Prof. Dr. W. Hartmann / Akad. Rat PD Dr. L. Körntgen
Erinnerungsorte des französischen Mittelalters (Reims, Soissons, Laon, Compiègne)
Beginn: siehe Aushang

Prof. Dr. E. Widder
Praktikum Historische Kartographie. Historische Verkehrswege in Baden-Württemberg (mehrere Tagesexkursionen)
Beginn: siehe Aushang 04.05.2004

Inhalt: In unserer modernen Welt sind wir uns kaum noch der naturräumlichen Gebundenheit historischer Verkehrswege bewußt. In diesem Praktikum soll es daher um die Wahrnehmung der Historizität unserer Kulturlandschaft und ihres Verkehrsnetzes gehen. Das landschaftlich reich gegliederte Südwestdeutschland bietet sich für ein solches Unternehmen geradezu an. Anhand von historischem Kartenmaterial soll ein „Fenster“ in die Vergangenheit geöffnet und gleichzeitig der kritische Umgang mit historischen Karten erprobt werden.

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Kolloquien

Prof. Dr. W. Hartmann / Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Doktoranden, Magistranden und Examenskandidaten
2 st., siehe Aushang
Beginn und Ort: siehe Aushang 04.05.2004, Quellenraum

Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung.

Proff. Dres. W. Hartmann / S. Lorenz / A. Schindling und andere
Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium „Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit“
2 st., Di 18–20
Beginn: wird noch bekannt gegeben
Ort: Seminarraum 10, Theologicum, Liebermeisterstr. 12