Lehrveranstaltungen Wintersemester 2003/2004

» Zuletzt aktualisiert: 20. März 2007 - 18:03 | Eingetragen: 21. Juni 2005 - 1:17.


Vorlesungen


Prof. Dr. W. Hartmann
Drei frühmittelalterliche Reiche (Westgoten, Franken, Langobarden) im Vergleich
2 st., Mi 11-13
Beginn: 22.10.03
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: In dieser Vorlesung sollen durch einen Vergleich der Struktur der Königsherrschaft, der gesellschaftlichen Verhältnisse und der kirchlichen Institutionen in den Reichen der Westgoten (Mitte des 5. Jahrhunderts - 711), der Franken (Ende des 5. bis Mitte des 8. Jahrhunderts) und der Langobarden (568-774) wichtige Aspekte für ein vertieftes Verständnis des frühmittelalterlichen Europa vorgestellt werden.

Literatur: A. Angenendt, Das Frühmittelalter (21995); D. Claude, Geschichte der Westgoten (1970), P. Geary, Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen (dt. 1996); J. Jarnut, Die Langobarden (1982); W. Pohl, Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration (2002).


HD Dr. L. Körntgen
Grundprobleme der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte
2 st., Di 14-16
Beginn: 21.10.2003
Ort: HS Keplerstr. 2


Bemerkungen: Die einzelnen Fragestellungen der Vorlesung können jeweils in der begleitenden Übung vertieft und diskutiert werden. Entgegen der Ankündigung im kommentierten Vorlesungsverzeichnis wird im Staatsexamen (Frühjahr 2004) eine Klausuraufgabe aus dem thematischen Bereich der Vorlesung gestellt.

Inhalt: Gegenstand der Vorlesung sind zentrale Ereignisse und Forschungsprobleme der europäischen Geschichte vom fränkischen Königtum Chlodwigs (†511) bis zur Schlacht von Bouvines (1214). Neben den Problemen der Herrschaftsordnung werden grundlegende Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung sowie zur Kirchen-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte erörtert.

Literatur: P. Hilsch, Mittelalter (Grundkurs Geschichte 2) 2. Aufl. 1995; H. Fuhrmann, Einladung ins Mittelalter, 5. Aufl. 1997, Tb. 2. Aufl. 2002.



Prof. Dr. S. Lorenz
Der deutsche Südwesten vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts
2st., Mi 16-18
Beginn: 22.10.2003
Ort: HS Keplerstraße 2


Inhalt: In dem behandelten Zeitraum erfuhr der deutsche Südwesten durch die Ausformung des ostfränkischen Reiches zum deutschen Reich und die Ausbildung von sog. "jüngeren Stammesherzogtümern" ein neues Gesicht. Nicht nur bedingt durch die Krise des Königtums, das im Investiturstreit zentrale Positionen einbüßte, begann der Territorialisierungsprozeß um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert seine Dynamik zu entwickeln. Nutznießer dieses historischen Prozesses waren neben den Staufern auch etliche südwestdeutsche Dynasten, deren Herrschaftsauf- und -ausbau nachzuzeichnen ist.

Literatur: Helmut Maurer, Der Herzog von Schwaben, Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Sigmaringen 1978.



Prof. Dr. E. Widder
Großes Schisma, Königsabsetzung und Konzilien. Die Welt um 1400 (ca. 1370-1450)
2 st., Do 11-13
Beginn: 23.10.2003
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: Die Zeit um und nach 1400 gilt als Fortsetzung der "Krise des 14. Jahrhunderts". Es wird in dieser Vorlesung zu diskutieren sein, inwieweit diese Sicht modernen Ansprüchen genügt oder ob dem nicht eine differenziertere Betrachtungsweise vorzuziehen wäre. Erinnert sei daran, daß ein Großteil der Überlieferung noch unerschlossen in den Archiven ruht. Die Vorlesung will versuchen, einen strukturgeschichtlichen Überblick über die Zeit zu geben. Dabei sollen - neben der politischen Geschichte - Grundzüge und Wandlungen von Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Kultur im Mittelpunkt stehen.

Literatur: Ernst Schubert: Einführung in die Grundprobleme der deutschen Geschichte im Spätmittelalter, Darmstadt 1992; The New Cambridge Medieval History, Bd. 7: C. 1415-c. 1500, hg. v. Christopher Allmand, Cambridge 1998.

 

 

Repetitorien

HD Dr. L. Körntgen
Grundprobleme der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte (zugleich Übung zur Vorlesung)
2 st., Di 18-19.30
Beginn: 21.10.2003
Ort: Raum 221 2

Bemerkung: Die Übung kann jeweils nach Interesse zur Vertiefung der einzelnen Vorlesungsstunden oder kontinuierlich als Repetitorium zur Geschichte des frühen und hohen Mittelalters besucht werden. Ein Übungsschein wird nicht ausgestellt.

Inhalt: Die Übung bietet Gelegenheit, Fragestellungen der Vorlesung zu vertiefen sowie zentrale Quellen und Forschungsbeiträge zu diskutieren. In Verbindung damit werden Anregungen und Hilfestellungen zur selbständigen Erarbeitung von Grundwissen zur mitttelalterlichen Geschichte gegeben.

 

 

Übungen


N. Germann
Der "Computus": Einführung in die Grundlagen der mittelalterlichen Chronologie (8.-11. Jahrhundert)
2 st., Do 11-13
Beginn: 16.10.2003
Ort: Raum 119
Bemerkungen: Sprechstunde nach Vereinbarung.

Inhalt: In seiner Admonitio generalis von 789 verpflichtete Karl der Große seinen Klerus auf das gründliche Studium der Komputistik: der Lehre von der Zeitrechnung und Zeitdeutung ausgehend von der Osterfestdatierung. Die Komputistik bildete damit eine der wesentlichen Stützen der "karolingischen Bildungsreform" und wurde zur Grundlage der von Karl initiierten Kalenderreform, die sein gesamtes Reich in zeitlicher Hinsicht allgemein verbindlich ordnen sollte. Das Ziel der Übung ist es, in diese heutigen Mediävisten immer noch weitgehend fremde Disziplin einzuführen: in ihre Voraussetzungen und Hintergründe, in ihre historische Entwicklung und ihre geistesgeschichtliche Bedeutung. Gezeigt werden soll, daß "mittelalterliche Chronologie" keineswegs auf das bloße Erörtern trockener Datierungsprobleme zu reduzieren ist, sondern vielmehr als Annäherung an den anspruchsvollen Versuch von Zeit- und mithin von Weltdeutung in einem umfassenden Sinne zu begreifen ist.

Literatur: A. Borst, Computus. Zeit und Zahl in der Geschichte Europas. Berlin 1990 u.ö.

Prof. Dr. W. Hartmann
Lektüre zu den Synoden des Frühmittelalters
2 st., Di 16-18
Beginn: 21.10.2003
Ort: Raum 221

Inhalt: Die Kanones, die Beschlüsse der Synoden des merowingischen Frankenreichs, bieten einen reichen Inhalt nicht nur in kirchen- und rechtsgeschichtlicher, sondern auch in sozial- und kulturgeschichtlicher Hinsicht. Da es keine deutsche Übersetzung dieser Texte gibt, sollen ausgewählte Kanones gemeinsam übersetzt und interpretiert werden.

Literatur: F. Gaudemet/B. Basdevant, Les canons des conciles mérovingiens (VIe-VIIe siècles) (Sources chrétiennes 353/354, 1989); F. Maassen (Hg.), Concilia aevi Merovingici (MGH Concilia 1, 1893); O. Portal, Die Synoden im Merowingerreich (1986).


Prof. Dr. G. Schmitz
Quellenkundliche Übung: Die Vita Benedicts von Aniane
2 st., Fr 9-11
Beginn: 17.10.2003
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Für alle Semester. Lateinkenntnisse sind erforderlich, da es von der (Haupt-)Quelle keine Übersetzung gibt. Ich bitte um möglichst frühzeitige Anmeldung.

Inhalt: Benedict von Aniane, der große Reformator des Mönchtums in der Karolingerzeit, der eigentliche "Ordensgründer", hat schon bald nach seinem Tod (11. Febr. 821) eine historisch sehr wertvolle Lebensbeschreibung aus der Feder des Benediktinermönchs Ardo (von Aniane) gefunden. Diese Vita wollen wir lesen und interpretieren. Da es bislang keine deutsche Übersetzung dieses Quelle gibt, soll - je nach Ergebnis des Semesters - eine (Internet-)Publikation der Vita ins Auge gefasst werden. Wer einigermaßen arbeitswillig ist und von Quellenlektüre etwas hält, ist - unabhängig vom Studienstand - herzlich eingeladen.

Literatur: Vita Benedicti abbatis Anianensis et Indensis auctore Ardone, ed. Georg Waitz (MGH Scriptores 15 S. 200-220). Weitere Literatur in der Veranstaltung.



Dr. E. Frauenknecht
Universaler Anspruch und regionale Wirkung? Historiographie im späten Mittelalter
2 st., Di 11-13
Beginn: 14.10.2003
Ort: Raum 228

Inhalt: Die spätmittelalterliche Geschichtsschreibung ist durch ein unübersehbares Spektrum an historiographischen Werken gekennzeichnet, in dem sich nach gängiger Meinung die klassischen Formen mittelalterlicher Historiographie auflösen. Die Übung versucht, anhand von Universalchroniken solchen Auflösungsformen nachzugehen. Die Weltchronistik, die chronologisch ausgerichtet war, erzählenden oder enzyklopädischen Charakter haben konnte, wird im späten Mittelalter durch Einflüsse der Bettelorden maßgeblich bereichert und erweitert. Ausgewählte Chroniken und Autoren sollen diesen Wandel verdeutlichen.

Literatur: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im späten Mittelalter, hg. von Hans Patze (Vorträge und Forschungen 31), Sigmaringen 1987. - Von Fakten und Fiktionen. Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihre kritische Aufarbeitung, hg. von Johannes Laudage, Köln u.a. 2003.


Dr. A. Schmauder
Herrschaft und Untertanen im Spätmittelalter: Wie funktioniert ein württembergisches Dorf?
2st., Do 16-18
Beginn: 23.10.2003
Ort: Raum 405


Bemerkungen: Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: 85-90 Prozent der Bevölkerung des Reichs sind Bauern, genauer: gehören zur ländlichen Gesellschaft. An der Wende zum Spätmittelalter vollzieht sich in Mitteleuropa ein verfassungs- wie wirtschafts- und sozialgeschichtlich entscheidender Prozess, der als "Gemeindebildung" bezeichnet wird. Das bedeutet, es entstehen genossenschaftliche Verbände, ländliche Gemeinden, die für sich öffentlich-rechtliche Aufgaben als Eigenrecht wahrzunehmen befugt sind. Die Übung beschäftigt sich mit den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen württembergischer Dörfer und sucht zu klären, wie die Bauern ihr tägliches Leben organisiert haben.


Literatur: Blickle, Peter: Deutsche Untertanen - ein Widerspruch, München 1981; Jänichen, Hans: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des schwäbischen Dorfes, Stuttgart 1970; Keitel, Christian: Herrschaft über Land und Leute. Leibherrschaft und Territorialisierung in Württemberg 1246-1593, Leinfelden-Echterdingen 2000.



Prof. Dr. E. Widder
Von der wissenschaftlichen Fragestellung zum gedruckten Buch
2 st., Mi 11-13
Die Veranstaltung ist in mehreren Blöcken geplant. Näheres s. Aushang.
Ort: Raum 221


Bemerkungen: Übung zum Hauptstudium.

Inhalt: Für die Wissenschaft hat die Publikation neuester Forschungsergebnisse einen hohen Stellenwert. In dieser Übung soll exemplarisch der lange Weg von 'der wissenschaftlichen Fragestellung bis zum gedruckten Buch' nachvollzogen werden. Anhand eines in Vorbereitung befindlichen Sammelbandes sollen die dabei bestehenden wesentlichen Probleme erläutert und diskutiert sowie die Redaktionsarbeit bis zur Drucklegung in der Praxis kennengelernt werden.

 

 

Kolloquien


Prof. Dr. W. Hartmann
Drei frühmittelalterliche Reiche (Westgoten, Franken, Langobarden)
1 st., Mi 14.30-16, 14-täglich
Ort: Raum 221


Bemerkungen: Für Hörer aller Semester, nicht nur für Examenskandidaten.

Inhalt: Im Kolloquium sollen Quellen, Forschungsliteratur und einzelne Probleme, die in der Vorlesung nur knapp angesprochen werden konnten, eingehend diskutiert werden. Außerdem werden Fragen zum Stoff der Vorlesung beantwortet. Die Teilnehmer haben auch die Möglichkeit, ihrerseits Themen vorzuschlagen, die dann besprochen werden.

 

 


Proseminare

Dr. K. Ubl
Der Zerfall eines Großreichs: Das Frankenreich im 9. Jahrhundert
2 st., Mi 16-18
Beginn: 15.10.2003
Ort: Raum 119 a


Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich; Anmeldung über die Internetseite des Seminars.

Inhalt: Die Karolinger haben das größte Reich im europäischen Mittelalter geschaffen, nachdem an der Wende zum 8. Jahrhundert die materielle und geistige Kultur an einem Tiefpunkt angelangt war. Anhand von Quellen und Literatur soll der Frage nachgegangen werden, unter welchen Voraussetzungen die Großreichsbildung der Karolinger gelungen und an welchen Schwierigkeiten sie letztlich gescheitert ist.

Literatur: R. Schieffer, Die Karolinger (Stuttgart 32000); R. Schneider, Das Frankenreich (München 2001).



HD Dr. L. Körntgen
Friedrich I. Barbarossa. Mit einer Einführung in die historischen Hilfswissenschaften
2 st., Mo 11-13
Beginn: 20.10.2003
Ort: Raum 228 a


Bemerkungen: Lateinkenntnisse erforderlich. Anmeldung über das Online-Formular (Homepage der Abteilung) oder in der Sprechstunde.

Inhalt: Das Proseminar führt an Beispielen aus der Geschichte Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190) in Fragestellungen, Methoden und Hilfsmittel der mittelalterlichen Geschichte ein. Aus dem Bereich der historischen Hilfswissenschaften werden Chronologie, Paläographie, Urkundenlehre und Handschriftenkunde ausführlicher vorgestellt.

Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl. 2000.


Dr. E. Frauenknecht
Zwischen Luxemburg, Habsburg und Wittelsbach.
Wahrnehmungen und Weichenstellungen des Königtums im 14. Jahrhundert am Beispiel der Herrschaft Ludwigs des Bayern (1282-1347)
2 st., Fr 9-11
Beginn: 17.10.2003
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Anmeldung bitte in meiner Sprechstunde oder über das Internet-Formular.

Inhalt: Das Proseminar soll am Beispiel der Herrschaft Ludwigs des Bayern in die Grundlagen der spätmittelalterlichen Geschichte einführen. Das Königtum in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts war gekennzeichnet durch die Rivalitäten der dynastischen Gruppen der Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher, die um die Königskrone konkurrierten. Herrschaft eines Königs stand aber auch in Konkurrenz zu anderen fürstlichen Territorien. Diese Wechselwirkungen lassen sich an unserem Beispiel gut beleuchten. Eine weitere Komponente bilden die Auseinandersetzungen mit dem Papsttum, vor allem mit Papst Johannes XXII., der Ludwig verächtlich als "Ludowicus Bavarus" titulierte. Ludwigs Königtum manifestiert sich aber auch noch in anderen Bereichen: Neben der imperialen Politik sind das landesherrliche Aktivitäten, Landfriedens- und Städtepoltik sowie sein "Münchner Hof", an dem mit Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham so etwas wie ein "intellektuelles Zentrum" entstand.

Literatur: Heinz Thomas, Ludwig der Bayer (1282-1347). Kaiser und Ketzer, Regensburg 1993. - Hermann Nehlsen u. Hans-Georg Hermann (Hg.), Kaiser Ludwig der Bayer. Konflikte, Weichenstellungen und Wahrnehmungen seiner Herrschaft (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte 22), Paderborn u.a. 2002. - Ludwig der Bayer als bayerischer Landesherr. Probleme und Stand der Forschung (= Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 60), München 1997. Als methodische Einführung: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 22000).



Akad. ORat PD Dr. P. Hilsch
Die Hussiten
2 st., Di 9-11
Beginn: 21.10.2003
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Bitte persönliche Anmeldung in den Sprechstunden. Lateinkenntnisse sind erforderlich.

Inhalt: Waren die Hussiten des 15. Jahrhunderts Reformatoren und Vorläufer Luthers, waren sie Ketzer oder Nationalisten oder Sozialrevolutionäre? Diese, auch in der Wissenschaft vertretenen Thesen sollen mit den zeitgenössischen Quellen konfrontiert und diskutiert werden. Damit wird auch in die Quellenkritik u. Interpretation mittelalterlicher Texte eingeführt.

Literatur: F. Machilek, Hus, Hussiten. In: TRE Bd. 15 (1986) 710-35. - Ders. u. J. Macek, Hus, Hussiten. In: LexMA 5 (1991) Sp. 230-236. - F. Šmahel, Die hussitische Revolution. 3 Bände. 2002 (Schriften der MGH 43).

 


Hauptseminare


Prof. Dr. W. Hartmann
Bischöfe und Synoden im merowingischen Frankenreich
2 st., Do 16-18
Beginn: 23.10.2003
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Anmeldung über das Online-Formular oder im Sekretariat.

Inhalt: Die Rolle der Bischöfe im Merowingerreich, über die wir aus verschiedenen Quellen recht gut unterrichtet sind, und die Synoden der Zeit von 511 bis zum Ende des 7. Jahrhunderts sollen vor allem unter kirchengeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Aspekten untersucht werden.

Literatur: O. Pontal, Die Synoden im Merowingerreich (1986); G. Scheibelreiter, Der Bischof in merowingischer Zeit (1983); M. Weidemann, Kulturgeschichte der Merowingerzeit nach den Werken Gregors von Tours (2. Bde., 1982)




Prof. Dr. I. Eberl
Investiturstreit und Klosterreform im Zeitalter Heinrichs IV. und Heinrichs V.
2 st., Fr. 16-18
Beginn: 31.10.2003
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Sprechstunde im Anschluss an die Lehrveranstaltung oder nach Absprache.

Inhalt: Das Hauptseminar wird versuchen, den Umbruch durch den Investiturstreit auf vielen Gebieten der mittelalterlichen Geschichte zu verdeutlichen. Ausgehend von den Geschehnissen in der fast 50 Jahre andauernden Auseinandersetzung zwischen Kaisern und Päpsten werden die sich daraus ergebenden Veränderungen im geistigen aber auch politischen Leben der Zeiten dargestellt. Das Ringen zwischen Kaisern und Päpsten war gleichzeitig auch von einem Ringen zwischen dem Kaiser und den Fürsten im Reich begleitet. Darüber hinaus wird auch das europaweite weitgehend ähnliche Vorgehen der Kirche behandelt.

Literatur: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Stuttgart 9., Aufl. 1970.



Prof. Dr. E. Widder
Ruprecht von der Pfalz. Ein deutsches Königtum im Spätmittelalter (1400-1410)
2 st., Di 16-18
Beginn: 21.10.2003
Ort: Raum 228
Bemerkungen: Anmeldung über das Online-Formular oder im Sekretariat

Inhalt: Ruprecht von der Pfalz gilt als einer der schwachen Vertreter auf dem deutschen Königsthron. Das Hauptseminar will an seinem Beispiel paradigmatisch Strukturen und Probleme deutscher Königsherrschaft im Spätmittelalter untersuchen und Methoden ihrer Erforschung diskutieren.

Literatur: Meinrad Schaab: Geschichte der Kurpfalz, Bd. 1: Mittelalter, 2. Aufl. Stuttgart u.a. 1999; Mittelalter. Schloß Heidelberg und die Pfalzgrafschaft bei Rhein bis zur Reformationszeit, hg. v. Volker Rödel, 2. Aufl. Regensburg 2002.


Prof. Dr. S. Lorenz / Dr. P. Rückert
Haus, Hof und Umwelt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
2 st., Mo 16-18
Beginn: 20.10.2003
Ort: Raum 405


Bemerkungen: Anmeldung am Institut für geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Die Umweltgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit stellt einen aktuellen Forschungsschwerpunkt für die historischen Wissenschaften dar. Im Rahmen eines interdisziplinär besetzten und von der DFG geförderten Forschungsprojektes werden zur Zeit an der Universität Tübingen Hausbau und Landnutzung am oberen Neckar im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit untersucht. Ausgehend von Haus und Hof als kleinsten Siedlungseinheiten wird die umweltgeschichtliche Entwicklung vor allem in Südwestdeutschland verfolgt: Hausbau und Landnutzung, Siedlungsstrukturen und Agrarlandschaften sollen anhand konkreter Beispiele vorgestellt und erörtert werden. Dabei soll die Veränderung der zeitgenössischen ländlichen und städtischen Umwelten auch unter Einbeziehung der Erkenntnisse von Archäologie, Archäobotanik und Geographie hinterfragt werden. Gleichzeitig wird damit ein Überblick über die Umweltgeschichte Südwestdeutschlands vom frühen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gegeben.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.


Für Fortgeschrittene

Prof. Dr. S. Lorenz
Oberseminar für Examenskandidaten, Doktoranden und Fortgeschrittene
2 st., nach Vereinbarung



Prof. Dr. E. Widder
Oberseminar: Höfe im Spätmittelalter
2 st., Do 18-20
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Anmeldung über das Online-Formular oder im Sekretariat

Inhalt: Die Höfe des Spätmittelalters sind in den vergangenen Jahren in den Blick der historischen Forschung gerückt. In diesem Oberseminar sollen die Gründe für dieses (späte) Interesse diskutiert, die einschlägigen Quellentypen für das deutsche Spätmittelalter kennengelernt sowie Methoden der Erforschung diskutiert werden.

Literatur: Höfe und Hofordnungen 1200-1600, hg. v. Holger Kruse und Werner Paravicini, Sigmaringen 1999 (Residenzenforschung 10).



Prof. Dr. W. Hartmann / Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Doktoranden, Magistranden und Examenskandidaten
2 st., Di 18.30-20, 14-täglich
Beginn: siehe Aushang
Ort: siehe Aushang


Bemerkungen: Nur auf persönliche Einladung