Lehrveranstaltungen Sommersemester 2002

» Zuletzt aktualisiert: 14. September 2007 - 15:20 | Eingetragen: 20. Juni 2005 - 23:42.


Vorlesungen


Prof. Dr. W. Hartmann
England und der Kontinent vom Beginn des 8. bis zum Ende des 11. Jahrhunderts

Die Vorlesung fällt aus!

Inhalt: In dieser Vorlesung soll die Geschichte Europas einmal aus einer veränderten Perspektive betrachtet werden: welche Einflüsse übte das angelsächsische England vom Beginn des 8. Jahrhunderts bis zur Eroberung durch Herzog Wilhelm von der Normandie (1066) auf das kontinentale Europa aus? Politische und persönliche Beziehungen, Mission und Kirche, Bildung und Wirtschaft, Verwaltung und Kriegswesen sollen unter diesem Gesichtspunkt betrachtet und die gegenseitigen Einflüsse und auch die Unterschiede herausgearbeitet werden.
Literatur: K.-F. Krieger, Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert (1990); W. Levison, England and the Continent in the Eigth Century (1946).



HD Dr. L. Körntgen
Deutschland-Frankreich-England im Zeitalter Friedrich Barbarossas (1150-1200)
2 st., Di 14-16
Beginn: 23.04.2002
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: Die Zeit Friedrich Barbarossas galt lange als Höhepunkt mittelalterlicher Kaiserherrschaft; die aktuelle Forschung hat demgegenüber die Grenzen herrscherlicher Macht, den Aufstieg der Reichsfürsten und eine auf spätmittelalterliche Entwicklungen vorausweisende Neuorientierung staufischer Hausmachtpolitik hervorgehoben. Unter diesen Vorzeichen will die Vorlesung Kontinuität und Wandel in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts darstellen sowie nach Zusammenhängen, Parallelen und Unterschieden der Entwicklung staufischer, kapetingischer und angevinischer Monarchie fragen.

Literatur: H. Jakobs, Kirchenreform und Hochmittelalter 1146-1215 (OGG 7) 3 1994; B. Schimmelpfennig, Könige und Fürsten, Kaiser und Papst nach dem Wormser Konkordat (EDG 37) 1996; J. Ehlers, Die Kapetinger, 2000; Karl-Friedrich Krieger, Geschichte Englands. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 1990.



Prof. Dr. E. Widder
Italien im Spätmittelalter. Geschichte einer europäischen Zentrallandschaft
2 st., Do 11-13
Beginn: 18.04.2002
Ort: HS Keplerstr. 2


Inhalt: Italien gilt als eine der höchstentwickelten europäischen Regionen des Mittelalters: als Städtelandschaft, Drehscheibe des europäischen und außereuropäischen Handels, Wiege des Humanismus und des frühmodernen Staates. Es wird in der Vorlesung danach zu fragen sein, woher es seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Vorherrschaft bezog. Ferner soll den Entwicklungen und Veränderungen von Herrschaft und Herrschaftsträgern von der Wende vom 12. zum 13. bis zur Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert nachgegangen werden.


Literatur: Alfred Haverkamp u. a.: Italien, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, München, Zürich 1991, Sp. 705-762; Le Italie del Tardo Medioevo, hg. v. Sergio Gensini, Pisa 1990 (Centro di Studi sulla Civiltà del Tardo Medioevo San Miniato. Collana di Studi e Ricerche 3).



Repetitorium


Dr. E. Frauenknecht
Grundzüge der Geschichte des Mittelalters II
2 st., Mi 11-13
Beginn: 17.04.2002
Ort: Raum 228

Inhalt: Das Repetitorium behandelt im Überblick wichtige strukturelle Grundprobleme vornehmlich der deutschen Geschichte des späten Mittelalters: das Verhältnis von König, Reich und Territorien; die spätmittelalterliche Stadt; Kirche und Frömmigkeit; Wirtschaft und Handel (an ausgewählten Beispielen). Lektüre und Interpretation wichtiger Quellentexte (in Übersetzung) ergänzen den thematischen Überblick.

Literatur:Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, Bd 2: Spätmittelalter 1250 - 1495, hg. von J.-M. Moeglin und R. A. Müller (2000), P. Hilsch, Mittelalter. Grundkurs Geschichte 2 (2. Aufl. 1995); P. Moraw, Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung. Das Reich im späten Mittelalter 1250 bis 1490 (1989); E. Schubert, Einführung in die deutsche Geschichte im Spätmittelalter (2. aktualisierte Auflage 1998).


Übungen


Dr. K. Ubl
Überwachen und Strafen im Mittelalter
2 st., Mi 9-11
Beginn: 17.04.2002
Ort: Raum 221

Inhalt: Der Strafprozeß des Mittelalters ist reich an 'irrationalen' Einrichtungen: Fehde, Blutrache, Reinigungseide, Zweikämpfe, Gottesurteile, Bußgelder, peinliche Leibesstrafen, Folter, Tierprozesse. An ausgewählten Beispielen soll untersucht werden, welche Funktion die Strafe in der mittelalterlichen Gesellschaft hatte und auf welche Weise die scheinbar irrationalen Einrichtungen zur Unterdrückung von Delinquenz beitrugen. Zugleich wird in der Übung ein Überblick über die neuere kulturgeschichtliche Forschung gegeben.



Prof. Dr. E. Widder / Dr. E. Frauenknecht
Die Toskana im Mittelalter
2 st., nach Vereinbarung

Bemerkungen: Vorbereitende Sitzung: Donnerstag, 18. April 2002, 20.00 Uhr. Bitte auf Aushang achten!
NOTA: Die Übung wird in mehreren Kompaktsitzungen abgehalten und dient als Vorbereitung für die Exkursion in die Toskana.

Inhalt: Italien gilt als eine der höchstentwickelten europäischen Regionen des Mittelalters. Neben Norditalien war es besonders die Toskana, in der sich diese Prozesse sehr dynamisch vollzogen. Ihre Träger waren bis weit in das 14. Jahrhundert hinein die Städte, wohingegen sich im 15. Jahrhundert die Fürstenherrschaft durchsetzte. In dieser Übung werden diese Prozesse und ihre Träger vorgestellt und diskutiert werden.

Literatur: Michele Luzzati: Toskana, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, München, Sp. 886-890 (mit weiteren Verweisen); Werner Goez: Von Pavia nach Rom. Ein Reisebegleiter entlang der mittelalterlichen Kaiserstraße Italiens, 4. Aufl. Köln 1980.



Prof. Dr. W. Hartmann
Einhards Karlsvita und Assers Vita Alfreds des Großen. Lektüre und Interpretation
2 st., Mi 11-13
Beginn: 17.04.2002
Ort: Raum 221

Inhalt: Das Thema der Übung steht zwar im Zusammenhang mit dem in der Vorlesung und im Hauptseminar behandelten Stoff. Der Besuch der Übung ist aber unabhängig von den beiden anderen Veranstaltungen möglich. An den Originaltexten soll in eingehender Lektüre und Interpretation die Besonderheit der beiden klassischen Darstellungen eines frühmittelalterlichen Herrschers herausgearbeitet werden.

Literatur: Einhard, Vita Karoli Magni/Das Leben Karls des Großen. lat./deutsch (reclam, 1981 u.ö.); S. Keynes/M. Lapidge (Hg.), Alfred the Great. Asser´s Life of King Alfred and other contemporary sources (1983); W. H. Stevenson (Hg.), Asser´s Life of King Alfred (1904).



PD Dr. G. Schmitz
Thietmars Welt. Mentalitäten und Erfahrungshorizonte in der Chronik des Merseburger Bischofs (+1018)
2 st., Fr 9-11
Beginn: 19.04.2002
Ort: Raum 221


Bemerkungen: Für alle Semester. Lateinkenntnisse sind erforderlich.

Inhalt: Thietmar (975-1018) stammt aus sächsischem Adel und wurde nicht ohne Grund 1009 von Heinrich II. zum Bischof des kärglich ausgestatteten Bistums Merseburg erhoben. Für seine Nachfolger schrieb er eine insgesamt acht "Bücher" umfassende Chronik, die in vieler Hinsicht ein historiographischer Glücksfall ist. In der Übung soll die kritische Lektüre der Chronik Ausgangs- und Mittelpunkt für die Analyse von "Thietmars Welt" sein.

Literatur: Kritische Ausgabe: Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung, hg. von R. Holtzmann (MGH SS rer. Germ. N. S. 9, 1935, ND 1996), Übersetzungen: Thietmari Merseburgensis episcopi chronicon. Neu übertragen und erläutert von W. Trillmich (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 9, 1957); Die Chronik des Thietmar von Merseburg. Übers. von M. Laurent. 2. Aufl. von J. Strebitzki ( Die Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit; 39, 1892; weitere Auflagen).
Erste Information ansonsten: H. Beumann, Thietmar, Bischof von Merseburg, in: VL 9 (2. Aufl. 1995) Sp. 795-801 oder Wattenbach-Holtzmann, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter 1: Das Zeitalter des Ottonischen Staates, Neuausg. bes. von F.-J. Schmale (1967) S. 52-58 (Nachträge: Bd. 3, 1971, S. 21*-23*).




Kolloquium


Prof. Dr. W. Hartmann
Kolloquium zur Vorlesung: England und der Kontinent vom Beginn des 8. bis zum Ende des 11. Jahrhunderts

Das Kolloquium fällt aus, da auch die zugehörige Vorlesung nicht stattfindet!

Bemerkungen: Für alle Semester.

Inhalt: Im Kolloquium sollen Quellen, Forschungsliteratur und einzelne Probleme, die in der Vorlesung nur knapp angesprochen werden konnten, eingehend diskutiert werden.



HD Dr. L. Körntgen
Kolloquium zur Vorlesung: Deutschland-Frankreich-England im Zeitalter Friedrich Barbarossas (1150-1200)
2 st., Di 18-19.30
Beginn: 23.04.2002
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Regelmäßige Teilnahme nicht erforderlich.

Inhalt: Im Kolloquium werden einzelne Fragestellungen der Vorlesung aufgegriffen sowie Quellen und Literatur diskutiert.


Proseminare


Dr. K. Ubl
Grundstrukturen der Verfassung im Karolingerreich
3 st., Do 16-18.30
Beginn:18.04.2002
Ort: Raum 221

Bemerkungen: Anmeldung online

Inhalt: Die Karolinger haben das größte Reich im europäischen Mittelalter geschaffen, obwohl an der Wende zum 8. Jahrhundert die materielle und geistige Kultur an einem Tiefpunkt angelangt war. Anhand von Quellen und Literatur soll der Frage nachgegangen werden, unter welchen Voraussetzungen die Großreichsbildung der Karolinger gelungen und an welchen Schwierigkeiten sie letztlich gescheitert ist.

Literatur: R. Schieffer, Die Karolinger (Stuttgart 32000); R. Schneider, Das Frankenreich (München 42001).



PD Dr. P. Hilsch, Akad. ORat
Das Rittertum
3 st., Fr 8.30-11
Beginn: 19.04.2002 Ort: Raum 228

Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Bitte persönliche Anmeldung in den Sprechstunden.

Inhalt: Die Entstehung der Ministerialität und des Rittertums stellt die erste große soziale Evolution des Mittelalters dar. Der "Ritter" wurde zu einem Leitbild der Stauferzeit. Das Rittertum spielte eine große Rolle bei der Königsland- und Italienpolitik der Staufer, in den Kreuzzügen, beim Burgenbau und in der entstehenden Laienkultur des Hochmittelalters. Anhand von Quellen zu diesem Thema wird in die Quellenkritik und -interpretation eingeführt.

Literatur: J. Fleckenstein, Ritter,-tum,-stand. In: LexMA Bd. 7 (1995) Sp. 865-873. Zum allgemeinen Teil des Proseminars H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000



PD Dr. P. Hilsch, Akad. ORat
Das Reich und seine östlichen Nachbarn im Hochmittelalter
3 st., Di 9-12
Beginn: 16.04.2002
Ort: Raum 228

Bemerkungen: Bitte persönliche Anmeldung in den Sprechstunden. Lateinkenntnisse sind erforderlich.

Inhalt: Die oft vernachlässigten Nachbarn im Osten des hochmittelalterlichen Reiches (Elbslawen, Polen, Böhmen/Mähren, Ungarn) und ihre Beziehungen zu diesem sollen im Seminar v. a. anhand von zeitgenössischen Quellen behandelt und untersucht werden.

Literatur: Zur Einführung die entsprechenden Artikel im Lexikon des Mittelalters (Elbslawen, Polen, Böhmen/Mähren, Ungarn), jeweils mit weiterführenden Literaturangaben. Zum allgemeinen Teil des Proseminars H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 22000.



Dr. E. Frauenknecht
Friedrich III. (1440-1493). Herrschaftspolitik eines Königs im 15. Jahrhundert
3 st., Do 8.30-11
Beginn: 18.04.2002
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Anmeldung online

Inhalt: Die Herrschaftspolitik Kaiser Friedrich III. wurde lange Zeit verkannt, was in dem Verdikt gipfelte, Friedrich sei "des Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze" gewesen. Erst die Forschungen der letzten Jahre brachten, verbunden mit einer intensiven Erschließung des Quellenmaterials, in vielen Punkten eine gründliche Revision solcher negativen Urteile. Die überaus lange Regierungszeit des Habsburgers läßt sich in mehrere Phasen mit unterschiedlichen "Herrschaftsqualitäten" einteilen. An ausgewählten Beispielen soll der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten und Grenzen die Herrschaftspolitik eines Königs und Kaisers im 15. Jahrhundert konstituierten.

Literatur: Methodische Einführung: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (22000). - Thematisch: Kaiser Friedrich III. (1440-1493) in seiner Zeit. Studien anläßlich des 500. Todestages am 19. August 1493/1993, hg. von P.-J. Heinig (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, Beihefte 12, 1993). - K.-F. Krieger, Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. (1994).

Hauptseminare


Prof. Dr. W. Hartmann
Herrscherbiographien im frühen Mittelalter und moderne Biographien frühmittelalterlicher Herrscher
2 st., Mi 16-18
Beginn: 17.04.2002
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Seit einigen Jahren gibt es geradezu einen Boom von biographischen Darstellungen über mittelalterliche Herrscher, obwohl man doch daran zweifeln könnte, daß wir über den "Charakter", die Persönlichkeit eines Menschen aus dem Mittelalter gültige Aussagen machen können. Das Mittelalter selbst kannte auch bereits Biographien von Herrschern. In einigen Fällen sind sogar Vergleiche möglich, die uns vergleichende Einsichten in die jeweiligen Besonderheiten des biographischen Zugriffs gestatten (z. B. über Karl den Großen, Ludwig den Frommen, Alfred den Großen und Konrad II.).

Literatur: Einhard, Vita Karoli Magni/Das Leben Karls des Großen. lat./dt. (reclam 1981 u.ö.); D. Hägermann, Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Biographie (2000); Die Viten Ludwigs des Frommen, hg. von Ernst Tremp (MGH SS rer. Germ. 64, 1995); E. Boshof, Ludwig der Fromme (1996).



Prof. Dr. S. Lorenz / Dr. S. Molitor
Die Besiedlung der Waldlandschaft Südwestdeutschlands im frühen und hohen Mittelalter
(6.-13. Jahrhundert)
2 st.
Mo 14-16
Ort: Raum 405

Bemerkungen: Die Bereitschaft zur selbständigen, quellenorientierten Mitarbeit wird erwartet. Anmeldung im Institut für Geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Die heutige Gestalt Südwestdeutschlands ist maßgeblich vom Eindringen des Menschen zur Zeit des frühen und hohen Mittelalters in bis dahin weitgehend unberührte Waldlandschaften geprägt. Neben archäologischen Befunden und den Ergebnissen der Ortsnamenforschung bietet hier die schriftliche Überlieferung wichtige Ansatzpunkte. Ziel der Veranstaltung ist es, anhand der einschlägigen Quellenüberlieferung Zeitrahmen, Umfang und Verlauf dieser durch Rodung, Baumaßnahmen und Besiedlung geprägten Erschließungsvorgänge zu untersuchen.

Literatur: Zur Einführung: K. Weller, Besiedlungsgeschichte Württembergs vom 3. bis 13. Jh. n. Chr. (Stuttgart 1938).



PD Dr. P. Hilsch, Akad. ORat
Die Rolle des Bergbaus in Geschichte und Kultur des hohen und späten Mittelalters
2 st., Do 16-18
Beginn: 18.04.2002 (Vorbesprechung)
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Bitte frühzeitige Anmeldung in den Sprechstunden.

Inhalt: Obwohl die Montanarchäologie des Mittelalters inzwischen mit beachtlichen neuen Ergebnissen aufwarten kann, wird die Rolle vornehmlich des Silberbergbaus in der Geschichtswissenschaft noch nicht genügend gewürdigt. Im Seminar soll anhand einiger Beispiele seine Entstehung wie seine Bedeutung für Wirtschaft und Territorialpolitik sowie seine arbeitsgeschichtlich-kulturellen Aspekte untersucht werden. Eine Exkursion (Nordschwarzwald) wird angeboten

Literatur: G. Heilfurth, Der Bergbau und seine Kultur. Eine Welt zwischen Dunkel und Licht, 1980.- A. Jockenhövel (Hg.), Bergbau, Verhüttung und Waldnutzung im MA, 1996 (VSWG Beiheft 121).




HD Dr. L. Körntgen

Die europäischen Monarchien im 12. Jahrhundert
2 st., Mo 16-18
Beginn: 15.04.2002
Ort: Raum 119a


Bemerkungen: Anmeldung online Persönliche Anmeldung erwünscht.

Inhalt: Das Kaisertum und die beiden westeuropäischen Monarchien haben im 12. Jahrhundert zu verschiedenen Zeiten schwere Krisen, aber auch glanzvolle Höhepunkte erlebt. Im Seminar soll gefragt werden, welche Lösungen die einzelnen Monarchien für gemeinsame oder unterschiedliche Probleme gefunden haben und welche sozialen, mentalen und verfassungsgeschichtlichen Voraussetzungen am Ende des 12. Jahrhunderts für die weitere politische Entwicklung in Deutschland, Frankreich und England gegeben waren.

Literatur: Zur Einführung in die Fragestellung: T. Reuter, The medieval German Sonderweg? The Empire and its rulers in the high middle ages, in: Kings and Kingship in Medieval Europe, hg. v. A. J.Duggan, 1993, S. 179-211.



Prof. Dr. E. Widder
Auf dem Weg nach Rom? Mittelalterliche Italienzüge im Vergleich
2 st., Di 16-18
Beginn: 16.04.2002
Ort: Raum 228


Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Die Beziehungen der mittelalterlichen deutschen Könige und Kaiser zu Italien bildeten über lange Zeit einen Zankapfel innerhalb der Historikerzunft. Den einen galten die Italienzüge als eine Verschwendung von Ressourcen, den anderen als ein notwendiger Bestandteil der Reichsherrschaft. In diesem Hauptseminar soll das Phänomen des Italienzuges näher untersucht werden. Nicht nur die wissenschaftsgeschichtliche Relevanz des Themas gilt es zu beleuchten, sondern es soll ebenso nach Gründen, Bedingtheiten und Funktionen des Italienzuges gefragt werden. Aufschlußreich sind in dieser Hinsicht nicht nur "gelungene" Züge, sondern ebenso die gescheiterten.

Literatur: Ellen Widder: Itinerar und Politik. Studien zur Reiseherrschaft Karls IV. südlich der Alpen, Köln, Weimar, Wien 1993 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii 10).



Prof. S. Lorenz / Dr. P. Rückert
Kloster- und Adelsherrschaft im späteren Mittelalter. Die Benediktinerabtei Zwiefalten und die Grafschaft Hohenberg im Vergleich
2 st., Mo 16-18
Ort: Raum 405


Bemerkungen: Anmeldung am Institut für geschichtliche Landeskunde.

Inhalt: Die Herrschaft von Adelsfamilien und Klöstern über Land und Leute kennzeichnet die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auch in Südwestdeutschland über das Mittelalter hinweg. Im 14. und 15. Jahrhundert werden diese herrschaftlichen Strukturen hier durch eine gute Überlieferungslage kleinräumig greifbar, so daß Entwicklungen von einzelnen Grundherrschaften detailliert rekonstruiert werden können.
Am Beispiel der Benediktinerabtei Zwiefalten und der Grafschaft Hohenberg, deren Herrschaftsbereiche räumlich ineinander greifen, sollen vor allem die wirtschaftlichen Strukturen und Entwicklungstendenzen herausgearbeitet werden. Damit sind für ein relativ geschlossenes Gebiet am oberen Neckar Adels- und Klosterherrschaft in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu profilieren und in Form von Microstudien beispielhaft zu beschreiben.

Literatur: Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.


Für Fortgeschrittene


Prof. Dr. E. Widder
Oberseminar: Probleme mittelalterlicher Königsherrschaft. Das Beispiel Heinrich VII.
2 st., Do 16-18
Beginn: 18.04.2002
Ort: Raum 119a

Bemerkungen: Anmeldung online oder im Sekretariat der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte, Zi 214.

Inhalt: Der spätmittelalterliche König und Kaiser Heinrich VII. (1278/79-1313) ist immer noch eine relativ unerforschte Herrscherpersönlichkeit. Auf der Grundlage eines vielgestaltigen Quellenmaterials und unter Anwendung moderner mediävistischer Methoden soll dem Problem historischer Biographik und den Bedingtheiten von Herrschaft im Spätmittelalter nachgegangen werden. Das Oberseminar wendet sich an interessierte Studierende höheren Semesters. Da die Lehrveranstaltung parallel zu einem entstehenden Buch zu diesem Thema abgehalten wird, soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, einen tieferen Einblick in die 'Werkstatt des Historikers' zu nehmen.

Literatur: Wolfgang Schmid: Kaiser Heinrichs Romfahrt. Zur Inszenierung von Politik in einer Trierer Bilderhandschrift des 14. Jahrhunderts, Koblenz 2000 (Mittelrheinische Hefte 21).





Prof. Dr. W. Hartmann
/ Prof. Dr. E. Widder
Kolloquium für Doktoranden, Magistranden und Examenskandidaten
1 st., nach Vereinbarung
Ort wird in den Einladungen bekanntgegeben.

Bemerkungen: nur auf persönliche Einladung.


Prof. Dr. I. Eberl
Promotionskolleg
Kirche und Religion als Faktor der ,Modernisierung' im mittelalterlichen Europa.
Das Beispiel der geistlichen Herrschaften und Institutionen

Bemerkungen: Kolloquium nur auf Einladung.

Sitzungen: Sitzungen: Dienstag, 19.03 bis Freitag, 22.03.2002; Dienstag, 09.07. bis Freitag, 12.07.2002; Dienstag, 17.09. bis Freitag, 20.09.2002



Prof. Dr. S. Lorenz
Oberseminar für Examenskandiaten, Doktoranden und Fortgeschrittene
2 st., nach Vereinbarung




Prof. Dres. P. Godman / W. Hartmann / C. Huber / U. Köpf / S. Lorenz / A. Schindling / J. Schröder / B. Wachinger / G. Wieland
Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium
"Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit"
2 st., Di 18-20
Ort: Theologicum, HS 10





Exkursion


Prof. Dr. E. Widder
Exkursion: Toskana
8 Tage: 8.-15. Mai 2002

Inhalt: Italien gilt als eine der höchstentwickelten europäischen Regionen des Mittelalters. Neben Norditalien war es besonders die Toskana, in der sich diese Prozesse sehr dynamisch vollzogen. Ihre Träger waren bis weit in das 14. Jahrhundert hinein die Städte, wohingegen sich im 15. Jahrhundert die Fürstenherrschaft durchsetzte. Als Untersuchungsobjekte werden uns die Städte Siena und Pisa sowie ihr jeweiliges großes Umland dienen. Dank einer reichen baulichen und künstlerischen Hinterlassenschaft sowie einer geringen industriezeitlichen Überformung lassen sich an ihnen charakteristische Entwicklungen besonders gut aufzeigen. Beabsichtigt ist ferner ein Besuch der Universtäten beider Städte, um dort laufende aktuelle mediävistische Projekte zu dieser Thematik kennenzulernen.

NOTA: Der Vorbereitung der Exkursion dient eine Übung, die ich zusammen mit Dr. Erwin Frauenknecht als Blockveranstaltung anbiete. Da Übung und Exkursion inhaltlich eng miteinander verzahnt sind, ist die Teilnahme an der Übung für die Exkursionsteilnehmer verpflichtend. Die vorbereitende Sitzung findet am 18. April 2002, 20.00 Uhr, statt. Bitte auf Aushang achten!

Detailliertes Programm